Blog by arp

Recherche Polizeiarbeit – Nicht nur für Autoren interessant

Mordermittlung – Fiktion und Realität
Ein kleiner Einblick in die reale Polizeiarbeit

Ein Gastbeitrag von Mara Laue

Der Ablauf einer Mordermittlung

WICHTIG: Polizeigesetz ist Bundesländersache. Das heißt, dass die Dienst- und Ermittlungsvorschriften bis auf einige allgemeingültige Dinge von Land zu Land und manchmal sogar von Stadt zu Stadt unterschiedlich sind.

Ein der Polizei gemeldeter Leichenfund wird erst einmal wertneutral als „Todesfall“ bzw. „Leichenfund“ behandelt und auch so bezeichnet. Stellt sich heraus, dass „Fremdverschulden“ vorliegt, wird der Todesfall zum „Tötungsdelikt“, wobei immer noch offen bleibt, ob es sich um einen vom Täter schuldhaft verursachten Unfall, Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag oder tatsächlich Mord handelt.

Erst wenn aufgrund der Spurenlage (oder Zeugenaussagen oder einem Geständnis) mit größter Wahrscheinlichkeit vom Vorsatz des Täters ausgegangen werden kann, wird der Fall zu einem „Mordfall“.
Irgendwann nach der Tat wird der Tote von jemandem gefunden, der/die dann die Bereitschaftspolizei über Rufnummer 110 über den Leichenfund informiert. Die Polizei bittet den Finder, vor Ort auf deren Eintreffen zu warten. Danach rückt ein Streifenwagen mit in der Regel (mindestens) 2 Beamten aus und nimmt den Tatort in Augenschein. Dabei wird zunächst nur festgestellt, ob es sich – soweit auf den ersten Blick erkennbar – um einen Unfall, einen Selbstmord oder „Fremdeinwirkung“ handelt. Ist Letzteres der Fall, wird das zuständige  Kriminalkommissariat verständigt.

Dieses Kommissariat hat von Ort zu Ort bzw. Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Bezeichnungen z. B. Fachkommissariat 1, kurz FK 1 (Niedersachen), Kriminalkommissariat 11, kurz KK 11 (NRW) oder Dezernat 11 (Sachsen). Diese Abteilungen ermitteln aber keinesfalls nur bei Mord – dieses Verbrechen kommt sooo häufig nun doch nicht vor – sondern auch bei Entführungen, Brandermittlungen, Bandenkriminalität, Vermisstensachen, Sexualdelikten, Kindesmisshandlungen u. a.

Hier zu Verlorene Töchter

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Geschieht der Leichenfund in der Nacht, wird der zuständige Ermittler aus dem Bett geklingelt, der Bereitschaftsdienst hat. Der KDD = Kriminaldauerdienst, der für die Nachtschicht zuständig ist, existiert nur in relativ wenigen Großstädten. In allen anderen halten die zum Bereitschaftsdienst eingeteilten Beamten nach Dienstschluss ihre Telefone/Handys empfangsbereit, um notfalls in der Nacht zum Tatort zu eilen.

Steht fest, dass es sich um Mord handelt, wird eine Mordkommission – kurz MK– (in Niedersachsen Moko) gegründet, die aus Beamten verschiedener Abteilungen besteht. Je nachdem welchen mutmaßlichen oder offensichtlichen Hintergrund die Tat hat, werden auch Beamte aus den für Raub, organisierte Kriminalität oder anderen Abteilungen mit einbezogen sowie fast immer ein Pressesprecher, der auch bei den zweimal täglich stattfindenden Dienstbesprechungen anwesend ist.

Eine Mordkommission besteht immer aus einem relativ großen Stab von Leuten. Wie viele eingesetzt werden, hängt vom Fall ab; aber es sind in jedem Fall sehr viel mehr als nur die 3 bis 4, die in den Filmen und den meisten Büchern als „vollständige“ MK präsentiert werden. Ihre Zahl liegt IMMER im zweistelligen Bereich. Ein erfahrener Ermittler wird (in der Regel vom Dienststellenleiter) zum Leiter der MK ernannt und ist offizieller Ermittlungsleiter. Dieser stellt den Rest des Ermittlungsteams zusammen, wobei aber jedes Teammitglied Vorschläge machen kann, wer noch mit dabei sein sollte.

Übrigens: Eine ständige Mordkommission in immer derselben Besetzung, wie uns das in nahezu allen Krimiserien vorgegaukelt wird, gibt es in Deutschland nicht. Für jeden Einzelfall wird eine eigene MK gebildet. Darin kommen zwar ab und zu immer wieder dieselben Kollegen zusammen, aber die Gesamtbesetzung wechselt. Auch ist der MK-Leiter nicht immer derselbe.

Eine „Soko“ ist eine Sonderkommission, die ausschließlich für besondere Fälle (z.B. Entführungen) oder für alle mit einem bestimmten Fallkomplex zusammenhängenden Fälle gebildet und nach dem Abschluss dieses einen Falles/Fallkomplexes wieder aufgelöst wird. Sie ist personell erheblich größer als eine Moko und besteht manchmal aus den MKs verschiedener Städte. Die „Soko“s aus den gleichnamigen Fernsehserien sind in Wahrheit nichts anderes als stinknormale (personell unterbesetzte) Mordkommissionen.

Nach dem Fund der Leiche werden die Zeugen befragt. Augenzeugen werden zunächst vor Ort interviewt, die dann später zur Unterzeichnung eines entsprechenden Protokolls ins Präsidium kommen müssen. Wenn es keine Augenzeugen gibt, wird eine Haus-zu-Haus-Befragung durchgeführt (wenn der Mord in bewohnter Gegend geschah), bei der etliche Beamte mit Schreibblöcken bewaffnet sämtliche Anwohner/Nachbarn befragen. Anhand der Spuren und der Befragungen verdichtet sich dann ein Bild, das auf den/die Täter/innen hinweist. Sind genug Beweise zusammengetragen, erfolgt eine Vernehmung (siehe Teil 3) und evt. eine Festnahem. Der Staatsanwalt entscheidet dann über die Anklageerhebung.

Ermittlungen (nicht nur bei Mord) werden grundsätzlich IMMER im Team erledigt. Den klassischen Einzelermittler à la Kommissar Maigret gibt es schon lange nicht mehr. (Selbst Privatermittler arbeiten so gut wie nie allein.)

Cognac mit Schuss Sammlung von Kurzkrimis von Ronda HendrikusHier zu Cognac mit Schuss

Die Ermittlungen bzw. die spätere Beweisführung läuft ab nach den berühmten „6 W“ = Wer hat Was, Wann, Wie, Warum und Womit getan? (evt. auch noch „mit wem“) Anders ausgedrückt: der mutmaßliche Täter muss sowohl die Gelegenheit zur Tat wie auch ein Motiv dafür haben und in der Lage gewesen sein, sie zu begehen. Er muss also zur Tatzeit vor Ort gewesen sein (können), einen handfesten Grund für die Tat haben, und er muss von seinen Kenntnissen, Lebensumständen, Zugangsmöglichkeiten zum Tatwerkzeug und körperlichen Möglichkeiten her in der Lage gewesen sein, die Tat zu begehen. Nur eins dieser Dinge reicht für eine Beschuldigung bzw. Festnahme nicht aus. Der berühmte Satz aus dem Vorspann einer (nebenbei grauenhaften!) Vorabendkrimiserie „Sie haben ein Motiv und kein Alibi!“ ist nach realem Recht und Gesetz zwar ein Grund für einen Anfangsverdacht, rechtfertig aber noch lange keine Festnahme. Und der im Zorn vor Zeugen geäußerte Satz „Ich bring ihn um!“ allein (!) hat in der Realität noch niemanden in U-Haft und meistens noch nicht mal in Verdacht gebracht.

Die Ermittler setzen sich in der Regel zweimal täglich – morgens und nachmittags/abends – zur Dienstbesprechung zusammen, in denen sie sich gemeinsam über die Ergebnisse der bisherigen Ermittlungen austauschen. In der Zeit dazwischen trägt jeder Ermittler seine Erkenntnisse in seinen PC ein. Die Computer einer Dienststelle sind alle miteinander vernetzt, so dass jeder Ermittler jederzeit den aktuellen Stand des Falls abrufen kann (und das auch mehrmals täglich tut).

Herrin des gesamten Ermittlungsverfahrens ist die Staatsanwaltschaft. Die Beamten der Moko sind nichts anderes als (Achtung: Amtsdeutsch!) „Erfüllungsgehilfen der Staatsanwaltschaft“. Der zuständige Staatsanwalt kann auch die Ermittlungsrichtung vorgeben, d. h. bestimmen, gegen wen ermittelt wird und gegen wen nicht (mehr). Er/sie wird ständig über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden gehalten. In einigen Städten ist es üblich, dass er sogar bei den Dienstbesprechungen anwesend ist. Dies ist aber optional.

Ist der Täter gefasst, endet die Arbeit der Moko aber noch lange nicht. Es werden in den folgenden Wochen (!) alle Beweise überprüft, ob sie tatsächlich zwingend auf den mutmaßlichen Mörder hinweisen oder ob noch andere Personen infrage kommen. Schon mancher Verdächtige hat aus Angst, um jemanden zu decken oder anderen Motiven heraus ein falsches Geständnis abgelegt. Handelt es sich bei dem Mord nicht um z. B. eine Beziehungstat, wird das Schema der Tat auch mit anderen Taten bundesweit abgeglichen, um zu prüfen, ob der Täter nicht vielleicht ein Serienmörder ist. Ist die Beweiskette lückenlos, wird sie schriftlich und bildlich so aufgearbeitet, dass sie für den Richter logisch nachvollziehbar ist und keine Fragen/Unklarheiten offen bleiben. Diese Aufbereitung dauert ca. 2 bis 4 Wochen (je nach Fall), in Einzelfällen (z. B. im Fall „Mirko“) auch sehr viel länger.

Bei einer Mordermittlung beträgt die Arbeitszeit jedes einzelnen Mitglieds der Mordkommission 12 –bis 16 Stunden TÄGLICH an 7 Tagen in der Woche. Urlaube, Geburtstagsfeten, Jubiläumfeiern usw. sind dann vorläufig gestrichen. Einzige Ausnahme: Hochzeitstermine müssen NICHT verschoben werden, die Hochzeitsreise aber schon.

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Der Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung der Autorin Mara Laue hier veröffentlicht. Er ist Lektionstext ihrer Schreibkurse. Weitere Lektionen gibt es zu folgenden Themen:

1. Der trügerische Schein der Fiktion 1
2. Der Ablauf einer Mordermittlung 4
2.1 Feststellung der Identität/Anschrift 7
2.2 Grenzübergreifende Ermittlungen 8
3. Tatortarbeit 11
4. Obduktion 13
5. Vernehmung und Befragung 16
5.1 Aufzeichnung 18
6. Festnahme 20
7. Hausdurchsuchung 22
8. Waffenrecht 24
9. Der verliebte Kommissar 26
10. Wissenswertes und Interessantes 27
11. Nachwort 31
12. Literaturverzeichnis/Quellennachweis 32

 

Mara Laue

Mehr zu Mara Laue, ihrem Buch ‚Von der Idee zum fertigen Text‘ und ihren Internet-Schreibkursen finden Sie hier

 

Nähe / Literaturpreis Grassauer Deichelbohrer 2019

Die Anthologie zum Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ 2019 ist erschienen.

Die 33 Kurzgeschichten zum Thema NÄHE, die dieser Band für Sie bereithält, ergeben eine spannende, bunte Sammlung von Krimis, Liebesgeschichten und Skurrilen Erzählungen, die es 2019 auf die Longlist des ‚Grassauer Deichelbohrers‘ schafften.

ISBN Buch: 978-3-946280-60-6
308 Seiten – Preis: 12,99 €

ISBN E-Book: 978-3-946280-57-6
ASIN: B07K6JDNNL  –  Preis: 5,99 €

Wer mehr über den Literaturpreis erfahren will, findet hier weitere Informationen.

Shortlist Grassauer Deichelbohrer

Shortlist des ‚Grassauer Deichelbohrer‘ mit acht Titeln steht fest

Die fünf Juroren haben sich entschieden und aus den 34 Geschichten der Longlist die acht Texte ausgewählt, die ihnen am besten gefallen. Und hier sind sie, die acht Gewinner, geordnet nach dem Alphabet der Vornamen.

Die Reise                                                        Andreas Weidmann

Glockengasse 13                                            Armena Kühne-Enzinger

Nachts–Allein–Im Wald                                Cornelia Koepsell

Haikus                                                           David Jacobs

Duft sterbender Bücher                                  Heidi Lackner

Schall und Rauch                                           Janika Rehak

Findelfell                                                        Julia Kersebaum

Ich fühle was, was du nicht fühlst                 Manuel Zerwas

Die drei Erstplatzierten aus den acht Gewinnern bleiben vorerst noch geheim. Im Rahmen einer Gala werden sie am 26. Oktober 2019 um 19:30 Uhr in Grassau in der Villa Sawallisch bekanntgegeben. Den Abend moderieren die beiden Autorinnen und Jurymitglieder Angeline Bauer und Constanze Wilken. Für die musikalische Begleitung sorgen die Pianistin Beatrice von Kutschenbach und der Tenor Udo Scheuerpflug.

Am 25. Oktober um 19:30 Uhr lesen alle acht Gewinner ebenfalls in der Villa Sawallisch ihre Kurzgeschichte vor.

Die Anthologie, in der alle 35 Geschichten der Longlist vertreten sind, wird rechtzeitig zur Gala am 26. Oktober erscheinen.

Es hat 308 Seiten. Die Druckversion kostet 12,99 €, das E-Book 5,99 €

Buch     – ISBN 978-3-946280-60-6
E-Book – ISBN 978-3-946280-59-0

19. August – der Welt-Foto-Tag

Heute, am 19. August, begehen Hobby- und Profi-Fotografen aus der ganzen Welt den Welt-Foto-Tag (World Photo Day). Der australische Fotograf Korske Ara hat ihn im Jahr 2010 ins Leben gerufen.

Dass der Welt-Foto-Tag ausgerechnet heute gefeiert wird, hat historische Hintergründe. Am 19. August 1839 erwarb die Pariser Akademien der Wissenschaften und der schönen Künste das Patent für die ‘Daguerreotypie‘ und stellte es der Allgemeinheit zur Verfügung. Bei der Daguerreotypie handelt es sich um das damals übliche fotografische Verfahren, bei dem Metallplatten verwendet wurden.

 

Der heutige Welt-Foto-Tag ist allerdings nicht der einzige ‘Ehrentag‘ der Fotografie. In Amerika wird jedes Jahr am 29. Juni der Tag der Kamera (National Camera Day) gefeiert. Auf den jeweils letzten Sonntag im April fällt der Tag der Lochkamera-Fotografie, und am 15. Juni eines jeden Jahres wird der Tag der Naturfotografie (National Nature Photography Day) begangen.


Mehr zum Thema finden Sie hier oder hier 

Ausschreibung Literaturpreis Grassauer Deichelbohrer

Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ 2019

Die Marktgemeinde Grassau im Chiemgau schreibt 2019 zum ersten Mal den Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ aus.

 

Gesucht werden die acht besten unveröffentlichten Texte zum Thema NÄHE. Pro AutorIn ist nur eine Einreichung möglich.
Vorgegeben sind mindestens 6000 und höchstens 9000 Zeichen, das entspricht fünf Normseiten von 1800 Anschlägen. Achtung: Geschichten, die länger sind, fallen aus der Wertung!

Zugelassen werden Kurzgeschichten aller literarischen Gattungen von Autorinnen und Autoren, die in deutscher Sprache schreiben und ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.

Die Einreichung muss in fünffacher Ausfertigung an unten genannte Adresse geschickt werden und anonymisiert sein. Das heißt, auf jeder Seite des Manuskriptes erscheint in der Kopfzeile ein von Ihnen gewähltes möglichst unverwechselbares Kennwort. Auf einer Extraseite, die dem Manuskript lose beigefügt wird, stehen:

Ihr Kennwort,
Ihre Kontaktdaten (Name und Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer),
Ihre Biobibliographie (Alter, eventuell Homepage und Veröffentlichungen),
eine Bestätigung mit Unterschrift, dass Sie selbst UrheberIn und RechteinhaberIn des Textes sind.

Diese Daten verbleiben im Rathaus und sind der Jury erst nach der Entscheidung zugänglich.

Die Manuskripte werden nicht retourniert, elektronische Einreichungen sind nicht möglich, und über die Nominierung oder den Preis wird kein Schriftverkehr geführt.

Die Jury ermittelt eine Shortlist von acht Texten, aus denen sich nach Punktevergabe jedes Jurymitgliedes die ersten drei Preisträger ergeben.
Alle acht Autoren der Shortlist werden zur Preisverleihung nach Grassau eingeladen, wo die Jury die Gewinner während eines Festaktes bekanntgibt. Die acht Autoren werden vorher nicht über ihre Platzierung unterrichtet! Auch werden Preise nur an anwesende Autoren vergeben. Erscheint ein nominierter Autor nicht, rückt der nächste unten Platzierte automatisch nach.

Die Autoren werden kostenfrei im Gästehaus der Villa des verstorbenen Dirigenten Wolfgang Sawallisch untergebracht. Anfahrt und Kostgeld werden nicht erstattet.

Einsendeschluss ist der 1. September, der Poststempel gilt. Am 4. Oktober geben wir die Shortlist auf unserer Webseite bekannt. Lesungen der acht Autoren und die feierliche Preisverleihung finden am 25./26.Oktober in Grassau statt.

Das Preisgeld beträgt:

1. Preis 1000 Euro / 2. Preis 500 Euro / 3. Preis 300 Euro

Zusätzlich wird den ersten drei Platzierten eine ‘Trophäe‘ überreicht, und alle acht Texte (plus eine Auswahl der Texte der Longlist) werden in einer Anthologie mit kurzer Biographie veröffentlicht. Jeder der acht Autoren erhält außerdem im Zuge der Preisverleihung eine Urkunde und drei Belegexemplare der Anthologie. Die Teilnahme am Wettbewerb gilt als Zustimmung zum Abdruck. Pressemitteilungen zu den Nominierten werden breitgestreut verschickt.

Die acht Autoren, die es auf die Shortlist geschafft haben, benachrichtigen wir persönlich. Die Entscheidung der Jury wird am 4. Oktober zusätzlich auf der Homepage www.literaturpreis-grassau.de veröffentlicht.

Klicken Sie sich durch unsere Webseite und erfahren Sie mehr über Grassau, die Zusammensetzung der Jury, die geplante Preisverleihung – und was eine Deichel ist.

Noch ein Wort zu unserem Thema: Ob Ihr Protagonist, Ihre Protagonistin NÄHE sucht, sich nach ihr sehnt, sie verloren hat oder gar Angst vor zu viel Nähe empfindet, bleibt selbstverständliche Ihnen als AutorIn überlassen. Die Jury interessier vor allem gutes Deutsch, ob die Geschichte den Spannungsbogen halten und eine dichte Atmosphäre vermitteln kann.

Einsendungen an: Gemeinde Grassau / Kennwort: Literaturpreis / z. Hd. Peter Enzmann / Marktstraße 1 / 83224 Grassau

Mehr Infos hier

Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ 2019

Die Marktgemeinde Grassau im Chiemgau schreibt 2019 zum ersten Mal den Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ aus.

Gesucht werden die acht besten unveröffentlichten Texte zum Thema NÄHE. Pro AutorIn ist nur eine Einreichung möglich.
Vorgegeben sind höchstens 9000 Zeichen, das entspricht fünf Normseiten von 1800 Anschlägen. Achtung: Geschichten, die länger sind, fallen aus der Wertung!

Zugelassen werden Kurzgeschichten aller literarischen Gattungen von Autorinnen und Autoren, die in deutscher Sprache schreiben und ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.

Die Einreichung muss in fünffacher Ausfertigung an unten genannte Adresse geschickt werden und anonymisiert sein. Das heißt, auf jeder Seite des Manuskriptes erscheint in der Kopfzeile ein von Ihnen gewähltes möglichst unverwechselbares Kennwort. Auf einer Extraseite, die dem Manuskript lose beigefügt wird, stehen:

Ihr Kennwort,
Ihre Kontaktdaten (Name und Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer),
Ihre Biobibliographie (Alter, eventuell Homepage und Veröffentlichungen),
eine Bestätigung mit Unterschrift, dass Sie selbst UrheberIn und RechteinhaberIn des Textes sind.

Diese Daten verbleiben im Rathaus und sind der Jury erst nach der Entscheidung zugänglich.

Die Manuskripte werden nicht retourniert, elektronische Einreichungen sind nicht möglich, und über die Nominierung oder den Preis wird kein Schriftverkehr geführt.

Die Jury ermittelt eine Shortlist von acht Texten, aus denen sich nach Punktevergabe jedes Jurymitgliedes die ersten drei Preisträger ergeben.
Alle acht Autoren der Shortlist werden zur Preisverleihung nach Grassau eingeladen, wo die Jury die Gewinner während eines Festaktes bekanntgibt. Die acht Autoren werden vorher nicht über ihre Platzierung unterrichtet! Auch werden Preise nur an anwesende Autoren vergeben. Erscheint ein nominierter Autor nicht, rückt der nächste unten Platzierte automatisch nach.

Die Autoren werden kostenfrei im Gästehaus der Villa des verstorbenen Dirigenten Wolfgang Sawallisch untergebracht. Anfahrt und Kostgeld werden nicht erstattet.

Einsendeschluss ist der 1. September, der Poststempel gilt. Am 4. Oktober geben wir die Shortlist auf unserer Webseite bekannt. Lesungen der acht Autoren und die feierliche Preisverleihung finden am 25./26.Oktober in Grassau statt.

Das Preisgeld beträgt:

  •     1. Preis 1000 Euro
  •     2. Preis 500 Euro
  •     3. Preis 300 Euro

Zusätzlich wird den ersten drei Platzierten eine ‘Trophäe‘ überreicht, und alle acht Texte (plus eine Auswahl der Texte der Longlist) werden in einer Anthologie mit kurzer Biographie veröffentlicht. Jeder der acht Autoren erhält außerdem im Zuge der Preisverleihung eine Urkunde und drei Belegexemplare der Anthologie. Die Teilnahme am Wettbewerb gilt als Zustimmung zum Abdruck. Pressemitteilungen zu den Nominierten werden breitgestreut verschickt.

Die acht Autoren, die es auf die Shortlist geschafft haben, benachrichtigen wir persönlich. Die Entscheidung der Jury wird am 4. Oktober zusätzlich auf der Homepage www.literaturpreis-grassau.de veröffentlicht.

Klicken Sie sich durch unsere Webseite und erfahren Sie mehr über Grassau, die Zusammensetzung der Jury, die geplante Preisverleihung – und was eine Deichel ist.

Noch ein Wort zu unserem Thema: Ob Ihr Protagonist, Ihre Protagonistin NÄHE sucht, sich nach ihr sehnt, sie verloren hat oder gar Angst vor zu viel Nähe empfindet, bleibt selbstverständliche Ihnen als AutorIn überlassen. Die Jury interessier vor allem gutes Deutsch, ob die Geschichte den Spannungsbogen halten und eine dichte Atmosphäre vermitteln kann.

  • Einsendungen an:
  • Gemeinde Grassau
  • Kennwort: Literaturpreis
  • z.Hd. Peter Enzmann
  • Marktstraße 1
  • 83224 Grassau

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Paraguay: Auf den Spuren deutscher Auswanderer

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Paraguais Hauptstadt

Als typisch südamerikanisches Land ist Paraguay vor allem für seine einzigartigen Naturräume und die quirlige, durch die Kolonialzeit vor allem spanisch geprägte Hauptstadt Asunción bekannt. Wer den Ballungsraum im Südosten jedoch verlässt und durch den weitläufigen Gran Chaco reist, wird immer wieder auf deutschsprachige Schilder, Geschäfte und sogar Ortsnamen stoßen. Dahinter verbergen sich ungewöhnliche Auswanderergeschichten, die die Region erst zu dem machten, was sie heute ist.

Zu Besuch bei Rinderherden und Weinköniginnen

Der Gran Chaco, die ausgedehnte Trockensavanne in der nur dünn besiedelten Nordwesthälfte Paraguays, wurde von den Ureinwohnern ursprünglich nur spärlich genutzt. Erst vor etwa hundert Jahren siedelten sich hier Menschen in größerer Zahl an. Dabei handelte es sich vornehmlich um Wolgadeutsche und um aus Kanada kommende deutschsprachige Mennoniten, die das Land erstmals urbar machten. Neben dem Anbau von Baumwolle und Gemüse haben die deutschstämmigen Bauern vor allem auf Rinderzucht gesetzt, sodass heute beeindruckend große Herden die Landschaft prägen. Auch aus der paraguayischen Küche ist das hochwertige Rindfleisch aus dem Gran Chaco nicht mehr wegzudenken. Nördlich von Asunción ließen sich dagegen etwa zur selben Zeit badische Auswanderer nieder, die aus ihrer alten Heimat den Weinbau, aber auch die traditionellen Feste und die Wahl von Weinköniginnen mitbrachten. Bei den Weinfesten werden Besucher aus Deutschland ebenso herzlich willkommen geheißen wie bei den Rodeos im Gran Chaco, und auch die Verständigung ist kein Problem – neben der Amtssprache Spanisch und der Verkehrssprache Guaranì wird hier selbst in Schulen und Behörden noch Deutsch gesprochen.

Neue Heimat in Paraguay

Da in den deutschen Kolonien auch noch viele liebenswerte Traditionen gepflegt werden, die in Europa schon fast vergessen sind, zählt Paraguay in Südamerika zu den beliebtesten Zielen für deutsche Auswanderer. Zudem ist die Einwanderung in Paraguay denkbar einfach, denn für eine Aufenthaltsgenehmigung genügen der Reisepass, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis. Außerdem ist eine Bankgarantie in Höhe von $ 5000 notwendig.

Das Paraguay-Portal gibt allerdings zu bedenken, dass trotz der stabilen politischen Lage in Paraguay kein europäischer Lebensstandard erwartet werden darf und auch die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt nicht allzu günstig sind. Durch die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten eignet sich ein Häuschen in einer der deutschen Kolonien aber durchaus als Altersruhesitz.

Mehr hier: Webseite

 

Die Sache vom Wünschen

In der Zeitschrift ‘Märchenforum‘, Ausgabe Frühling 2019, habe ich einen interessanten Artikel über das Wünschen gelesen. Geschrieben hat ihn Helmut Wittmann, ein Märchenerzähler aus Oberösterreich. Es macht ihn wütend, wenn Märchenerzähler mit dem Satz beginnen: „Zu Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat …“ Als ob heute das Wünschen nicht mehr helfen würde!

Ich muss ihm recht geben, schließlich habe ich schon oft in meinem Leben erfahren, dass Wünschen wirklich hilft. Aber auch, dass man vorsichtig sein muss mit dem was man wünscht! Und weil ernsthaft gehegte Wünsche durchaus in Erfüllung gehen können (wir machen sie bewusst wie unbewusst wahr), sollten sie ganz genau bedacht werden!

Was passiert, wenn wir oberflächlich wünschen und nicht satt werden von dem was wir bekommen, lernen wir u.a. aus dem Märchen ‘Vom Fischer und seiner Frau‘. Sie wünscht und wünscht, und alle Wünsche werden erfüllt – bis sie sich wünscht, der Papst (Gott) zu sein. An dieser Stelle geht das mit dem Wünschen dann gewaltig schief, denn zum Wünschen gehört eben auch Dankbarkeit.

Warum mich der Artikel von Helmut Wittmann gleich in seinen Bann gezogen hat ist die Tatsache, dass gerade wir Frauen uns das mit dem Wünschen oft nicht so recht trauen (da gehört die Fischersfrau eher zu den Ausnahmen). Natürlich wünschen wir, aber wir wünschen sehr oft bescheidener als ein Mann. Zumindest die älteren von uns, denen man noch beibrachte, das Wünschen hintenan zu stellen, wenn es nicht um die Familie geht. Auch ich habe mir mit dem Wünschen viel zu lange Zeit gelassen bzw. die ersten 30 Jahre meines Lebens vor allem die Wünsche meiner Mutter erfüllt. Davor kann ich nur warnen! Selbst wenn die eigenen Wünsche sich erst einmal gegen einen richten, sind sie doch die ‘besseren‘ für einen, weil sie eben dem eigenen Leben Sinn und Form geben.

Helmut Wittmann hat für seinen Artikel ein sehr eindrückliches Märchen ausgewählt. Es heißt „Der sprechende Vogel, der singende Baum und das goldene Wasser“. Hier geht es um drei Schwestern, die sich insgeheim etwas wünschen. Die Älteste möchte den Gärtner des Königs heiraten, die zweitälteste den Bäcker des Königs, die Jüngste aber will ihren Wunsch nicht preisgeben. Als die Schwestern solange in sie dringen, bis sie gesteht, dass sie sich den König selbst wünscht, wird sie verlacht und verspottet. Doch die Wünsche erfüllen sich schließlich alle, und was passiert? Die beiden älteren sind neidisch auf die jüngste, weil sie selbst gerne mit dem König verheiratet wären. Und darum intrigieren sie auf ganz bitterböse Weise gegen ihre Schwester!

Wie oft hat man sich und seinen FreundInnen schon die Frage gestellt: Was würdest du dir wünschen, hättest du drei Wünsche frei? Oder: Was würdest du mit dem Geld anfangen, hättest du zehn Millionen im Lotto gewonnen? Die eine hat gleich parat: Eine tolle Villa, ein superschickes Auto, eine Weltreise. Die andere denkt lange nach, denn sie weiß: Das Wünschen will gelernt sein.
Wittmann hat da eine Zweipunkteregelung für uns parat:

1. Überlege dir sehr genau, was du dir wünscht, bedenke die Folgen und überlege dir gut, ob dich die Erfüllung dieses Wunsches wirklich glücklich macht.

2. Gib dich in wesentlichen Dingen nicht mit Kompromissen zufrieden (siehe die drei Schwestern oben).

Und am Schluss warnt er: Hab acht, denn so unmöglich der Wunsch auch erscheinen mag: Was du dir aus ganzem Herzen wünscht neigt dazu, Wirklichkeit zu werden.

Ich habe noch eine zusätzliche Erfahrung gemacht: Wenn das, was du dir aus ganzem Herzen wünscht, in Erfüllung gehen soll, dann schaffst du es auch, die Steine aus dem Weg zu räumen, selbst wenn sie dir noch so groß erscheinen mögen.

 

Wunsch und Wirklichkeit – Märchenforum Frühling 2019

81. Ausgabe / ISSN Nr. 1662-0666

CHF 10.00 / EUR 8.50 / zzgl. Porto (portofreie Lieferung in DE)

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Verschiedene Märchenratgeber von Angeline Bauer finden Sie hier

Heildende Märchen – Geschichten, die Kinder stark machen

Matthias Brandt, Jörg Thomas und die ‘Krankenakte Robert Schumann

Genie und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander – das bringen Matthias Brandt und Jörg Thomas den Zuschauer ihres Theaterstücks ‘Krankenakte Robert Schumann‘ so eindringlich nahe, dass man stellenweise das Gefühl hat, es nicht länger aushalten zu können. Ein derartig beeindruckendes Theaterstück, das einen Blick in die Un-Tiefe der menschlichen Seele öffnet, wird man nicht oft erleben können. Mir jedenfalls wird es für immer unvergessen bleiben.

Fünf Menschen brauchte es, um so eine Explosion an Emotionen auf die Bühne zu bringen. Matthias Brand – in meinen Augen der beste deutsche Schauspieler, den wir zurzeit haben. Jens Thomas – Sänger, Liedermacher, studierter Jazz-Pianist und einer der wenigen, die das Obertonsingen beherrschen. Der Schriftsteller Peter Härtling, der mit seiner Roman-Biografie „Schumanns Schatten“ die literarische Vorlage lieferte. Jörg Handstein, der nach Peter Härtlings Roman den Text zu diesem Stück schrieb. Und natürlich den Komponisten Robert Schumann selbst, dessen Schicksal zutiefst berührt.

Sinfonien, Ouvertüren, Konzerte und die Oper Genoveva zählen zu Robert Schumanns Werken, seine Lieder und Klavierstücke gehören bis heute zum Repertoire großer Sänger und Klaviervirtuosen.

Eigentlich wollte er Pianist werden. Doch einer Handverletzung wegen musste er diese Laufbahn aufgeben und sich aufs Komponieren verlegen. Er gründete in Leipzig die „Neue Zeitschrift für Musik“ und heiratete Clara Wieck, die Tochter seines Klavierlehrers, die selbst eine berühmte Pianistin wurde. Ihr Vater war gegen diese Heirat, deshalb musste Schuman sich die Erlaubnis zu dieser Ehe vor Gericht erstreiten.

Schumanns psychische Instabilität, die immer wiederkehrenden depressiven Schübe und Zustände nervöser Erschöpfung führten am Rosenmontag des Jahres 1854 zu einem Selbstmordversuch. Er ging ins Wasser, wurde jedoch gerettet und daraufhin in die private ‘Irrenanstalt‘ des Arztes und Psychiaters Franz Richarz eingewiesen, wo er, von Halluzinationen und Tobsuchtsanfällen gepeinigt, schließlich verstarb.

Es ist dieses dunkle Kapitel aus dem Lebens des Komponisten, dem sich der Schauspieler und Musikliebhaber Matthias Brandt in ‘Schumanns Krankenakte‘ widmet. Das Theaterstück ist schwer zu benennen. Matthias Brandt liest und wird dabei von Musik begleitet – und doch ist es keine Lesung. Obwohl er fast durchwegs sitzt, spielt Brandt. Er spricht, stöhnt, flüstert, schreit, stottert und lacht. Der Klang seiner Stimme schwankt dabei zwischen Aggressivität und Schwermut und transportiert so Wahnsinn, Verzweiflung, Einsamkeit und die Sehnsucht des Menschen Robert Schumann.

 

Matthias Brandt wurde als jüngster Sohn seiner Eltern Willy und Ruth Brandt in Berlin geboren, wo er auch heute noch mit Frau und Tochter lebt. Er war an einigen renommierten deutschsprachigen Theatern engagiert und stand in mehr als 70 Filmen vor der Kamera. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde er u. a. mit dem Deutschen Schauspielerpreis, dem Bayrischen Fernsehpreis, dem deutschen Hörbuchpreis, dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bambi, der Goldene Kamera und dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.

Am Flügel begleitet wird Matthias Brandt von Jens Thomas, der an der Musikhochschule Hamburg Jazz-Klavier studierte. Mit Klaviermusik, Gesang und Obertongesang untermalt er den Textvortrag Brandts auf eine Weise, die den Abend zu einem besonders intensiven Hörerlebnis werden lässt. Auch Jens Thomas, der internationale Konzerte gibt und viele CDs veröffentlicht hat, wurde mit Preisen ausgezeichnet und ist in Theaterproduktionen in Deutschland und dem Ausland zu erleben.

Die literarische Vorlage lieferte der am 10. Juli 2017 verstorbene Schriftsteller Peter Härtling. Seine Roman-Biografie „Schumanns Schatten“ ist 1996 bei Kiepenheuer & Witsch erschien. Nach dieser Vorlage verfasste der Musikwissenschaftler, Autor und Kritiker Jörg Handstein eine Hörbiografie mit dem Titel ‘Die innere Stimme‘ und schuf damit die Textvorlage für das Bühnenstück des Duos Brandt & Thomas.

Das schauspielerische Können Matthias Brandts ist die eine Sache – die andere ist die bemerkenswerte schriftstellerische Leistung von Jörg Handstein, dem es gelang einen Monolog von 75 Minuten immer wieder auf den Punkt zu bringen und von da aus einen neuen Ausgangspunkt und Anlauf für den weiteren Text zu schaffen. Als Autorin weiß ich, wie schwer es ist, die Fäden über einen langen Text hinweg in der Hand zu behalten – erstrecht bei einem Stück, das an sich handlungsarm ist, weil es sich vollkommen auf die Innenwelt eines Protagonisten bezieht.

Jörg Handstein schreibt regelmäßig für die Programmhefte der Orchester und Chöre des Bayerischen Rundfunks und gilt beim Bayerischen Rundfunk als Spezialist für Hörbiografien.

Wer noch Gelegenheit bekommt, diese ergreifende Vorstellung mit Matthias Brandt und Jens Thomas zu erleben, sollte es sich nicht entgehen lassen. Hier verbindet sich das Können dreier großartiger Künstler – Matthias Brandt, Jens Thomas und Jörg Handstein – zu einem faszinierenden Abend, der einen tiefen Blicke in die menschliche Seele gewährt.

   Musiknoten zu Krankenakte Robert Schumann hier bestellen
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Ein Autorenleben ist gespickt mit Ärgernissen – oder?

Schlechte Rezensionen, nervige Lektoren, enttäuschende Cover – ein Autorenleben ist gespickt mit Ärgernissen. Zum Glück gibt es Autorenvereinigungen, da sind wir unter uns und können uns den Frust von der Seele quatschen.

Zum Glück! Doch nachdem einige Kolleginnen und Kollegen in über Tage hinweg Probleme gewälzt hatten, schrieb eine von ihnen ganz verzweifelt: „Hat denn niemand von euch etwas Positives zu vermelden? – Lasst uns doch auch mal wieder Hurra schreien!“

Hm, dachte ich mir, stimmt schon, das ständige Schwarzsehen und der ewige Ärger machen einen ganz mürbe. Andererseits fiel mir gerade auch nichts Positives ein. Allerdings erinnerte ich mich an ein afrikanisches Märchen, das ich passend fand, und das mich tröstet , wenn’s mal allzu dicke kommt.

Durch eine Oase ging ein finsterer Mann – Ben Sadok. Er war so gallig in seinem Charakter, dass er nichts Gesundes und Schönes sehen konnte, ohne es zu verderben.
Am Rand der Oase stand ein junger, palmen-am-rande-einer-oasegesunder und schöngewachsener Palmbaum. Der stach dem finsteren Mann in die Augen. Da nahm er einen schweren Stein und legte ihn der jungen Palme mitten in die Krone. Mit einem bösen Lachen ging er weiter. Die junge Palme schüttelte sich und bog sich und versuchte, die Last loszuwerden. Vergebens. Zu fest saß der Stein in ihrer Krone! Da krallte sich der Baum tiefer in den Boden und stemmte sich gegen die steinerne Last. Er senkte seine Wurzeln so tief, dass sie die verborgene Wasserader der Oase erreichten, und stemmte den Stein so hoch, dass die Krone über jeden Schatten hinausreichte. Wasser aus der Tiefe und Sonnenglut aus der Höhe machten eine königliche Palme aus dem jungen Baum.
Nach Jahren kam Ben Sadok wieder, um sich an dem Krüppelbaum zu erfreuen, den er verdorben glaubte. Er suchte vergebens. Da senkte die stolze Palme ihre Krone, zeigte den Stein und sagte: „Ben Sadok, ich muss dir danken, deine Last hat mich stark gemacht.“

Damit will ich jetzt nicht sagen, dass die Kollegin nicht Recht gehabt hatte, als sie sagte: „Lasst uns doch auch mal wieder Hurra schreien!! Aber es gibt halt so Zeiten … Und die Geschichte zeigt, dass irgendwie alles einen Sinn hat, auch wenn wir ihn nicht sofort erkennen können.

Hallo im Neuen Jahr!

Aus technischen Gründen war mein Blog zwei Wochen außer Gefecht gesetzt. Jetzt ist alles wieder in Ordnung, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen meine besten Wünsche fürs 2019 zu übermitteln! Gesundheit, Liebe, Erfolg und alles, was man sich sonst noch wünschen mag, soll das Jahr für euch bereithalten!

Steinturm mit Text: Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst

 

16. Söckchen im Blog-Adventskalender

In diesem Jahr darf ich das 16. Söckchen im Blog-Adventskalender für euch füllen!

Weihnachten steht vor der Tür und Nikolaus liegt schon fast zwei Wochen hinter uns. Vielleicht hat er bei euch reingeschaut? Ich kenne jedoch einige Leute, bei denen er nicht angeklopft hat. Darüber wundert man sich Land auf, Land ab.

Ich habe ein wenig recherchiert und herausgefunden, woran es liegen mag. Irgendwo auf seiner weiten Schlittenfahrt zu uns stand ihm dieses Schild im Weg.

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Aber wer hat es bloß aufgestellt? Und was war wohl der Grund dafür? Wisst ihr es vielleicht? Dann schreibt es hier auf! Und wer die beste, witzigste, abgefahrendste oder rührendste Antwort hat, erhält ein Buch als Überraschung von … nein, nicht von mir, natürlich von Santa Claus!

Am nächsten Samstag werde ich zusammen mit meiner Familie die Entscheidung treffen.

Das nächste Söckchen findet ihr auf einem der folgenden drei Blogs

offenes blog

Eckis Welt – Kunterbunt

nicht spurlos de


Liebe Teilnehmer am Gewinnspiel, ich freue mich, dass wenigstens ein paar von euch ihre Fantasie spielen ließen. Für meine Enkelin war übrigens sofort klar: „Das war ein Kind das wollte, dass der Nikolaus alle Geschenke bei ihm lässt.“
Wir haben uns für das schöne Gedicht von Ursula entschieden, obwohl die anderen Kommentare auch ihren Charme hatten … Respekt, Ursula! Du bekommst demnächst ein Buch von Santa Claus und von uns die besten Wünsche fürs nächste Jahr! Schreib weiterhin so schöne Gedichte!

Hagestolz – ein fast vergessenes Wort

Heute möchte ich einmal wieder an ein fast vergessenes Wort erinnern – Hagestolz.
Unsere Altvorderen aus dem vorletzten Jahrhundert kannten es noch als Bezeichnung für einen eingefleischten Junggesellen. Selten wurde es auch in seiner weiblichen Form (Hagestolzin oder Hagestolze) für eine Junggesellin benutzt.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Französischer-Bauer.jpg

Gegen Mitte des letzten Jahrhunderts war es dann bereits mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, inzwischen kennt es so gut wie niemand mehr. Dennoch ist es ein schönes und klangvolles Wort, das neugierig macht. Und ganz sicher sollten es AutorInnen oder LeserInnen historischer Romane kennen.

Auch wenn einen die zweite Silbe des Begriffs, nämlich ‘stolz‘, geradezu anspringt und man einen aufrechten, freiheitsliebenden, vielleicht auch selbstgefälligen Mann vor Augen hat – mit Stolz hat das Wort nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine sprachliche Weiterbildung des mittelhochdeutschen ‘stalt‘, die Vergangenheitsform des Verbs ‘stellen‘ bzw. des dazugehörigen Substantiv ‘Stelle‘. Das Bestimmungswort ‘Hag‘ (es bedeutet Hecke, Hain, Gebüsch) bezieht sich dagegen auf ein kleines Stück Grund, das von einem größeren abgetrennt wurde.

Die moderne Sprachforschung geht davon aus, dass der Begriff Hagestolz in dem einstigen Rechtsverhältnis begründet liegt, demgemäß der älteste Sohn den Hof erbte und die ihm nachfolgenden Brüder leer ausgingen. Meist blieb diesen dann nichts anderes übrig, als in ein Kloster einzutreten oder als Knecht (oder Magd) auf dem Hof des Bruders zu bleiben. Dort hatten er oder sie jedoch keinerlei Rechte, konnten auch nicht heiraten, denn dazu benötigte man die Erlaubnis der Obrigkeit. Die wiederum erhielt man nur, wenn man selbst einen Hof oder einen Handwerksbetrieb besaß und so sichergestellt war, dass man eine Familie ernähren konnte.

Hoferben in ihrer Tracht
Männer, die so aufgeputzt daherkamen, waren bestimmt die Hoferben und nicht ihre nachfolgenden Brüder, die ihnen als Knechte dienen mussten

Sofern der Hof groß genug war, erhielt ein zweitgeborener Sohn in seltenen Fällen (und dann auch nur weit abgelegen) auf dem väterlichen Grundbesitz ein kleines, von einem ‘Hag‘ eingefriedetes Stück Land, auf dem er sich eine Hütte errichten konnte. So eine Junggesellenwohnstatt, die so bescheiden war, dass der Betreffende gewöhnlich keine eigene Familie gründen konnte, wurde in manchen Gegenden Hagestelle (Hagestolz) genannt. Später bezog man das Wort dann auch auf den Besitzer eines solchen Anwesens, und seit dem Hochmittelalter galt es schließlich ganz allgemein als Begriff für einen unverheirateten Mann im Alter ab fünfzig Jahren aufwärts.

Gegen Ende des Mittelalters hielt das sogenannte Hagestolzenrecht Einzug in die Rechtsprechung einiger deutscher Lande. Es beinhaltete, dass der Besitz eines ‘Eigenmannes‘, der ledig geblieben war, nach seinem Tod automatisch an den Leib- oder Grundherrn oder an den Landes- oder Stadtherrn fiel. In manchen Regionen hielt sich das Hagestolzenrecht bis ins 19. Jahrhundert.
In späterer Zeit, als man keine Erlaubnis der Obrigkeit mehr benötigte, um heiraten zu dürfen, bezeichnete der Begriff Hagestolz einen älteren Junggesellen, der aus Überzeugung unverheiratet geblieben war.

In der Welt der Literatur begegnen wir dem Hagestolz zum Beispiel in Goethes Faust I. Teil, wo geschrieben steht: „Und sich als Hagestolz allein zum Grab zu schleifen, das hat noch keinem wohlgetan.“
Oder in Heinrich von Kleists ‘Der zerbrochene Krug‘, wo es heißt: „Das ist der Vorteil von uns verrufenen hagestolzen Leuten, dass wir, was andre knapp und kummervoll, mit Weib und Kindern täglich teilen müssen, mit einem Freunde, zur gelegenen Stunde, vollauf genießen.“

In diesem Blog finden Sie weitere vergessene Wörter, darunter adies, Grisette, Guffen, Plumeau, Sappralott (auch Saperlot) und ‚Matz‘, ein Wort das wir heute nur noch als Schimpfwort kennen. Einfach unter Suchen eingeben …

 

Tausend Sterne über der Wüste – Neuerscheinung im November

In diesem spannende und zu Herzen gehenden E-Book finden Sie acht historische Kurzromane aus der Feder der Autorin Lina-Sophia Clement, die von starken Frauen handeln und Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts spielen. Stolz und mutig treten sie allen Widrigkeiten entgegen, die sich ihnen in den Weg stellen, kämpfen um ihre Liebe und bieten Macht und Intrigen tapfer die Stirn.

Inhaltsverzeichnis:

Tausend Sterne über der Wüste
Für immer und ewig
Ein Maskenball
Die wahre Braut
Eine heimliche Liebe
In meinem Herzen bist nur du
Das Gute siegt am Ende doch
Emmis Puppe

Tausend Sterne über der Wüste
Man schreibt das Jahr 1853, als Lady Jane Ellenborough in Damaskus eintrifft. Sie ist 46 Jahre alt und noch immer eine Schönheit! Zum drittenmal geschieden, enttäuscht von der Liebe, hat sie mit den Männern abgeschlossen und träumt nur noch von einem: Den geheimnisvollen Orient zu erkunden. Doch als Scheich Medjuel El-Mezrab in ihr Leben tritt, lernt sie endlich die wahre Liebe kennen.

Für immer und ewig
Muskau anno 1829. Lucie, Fürstin von Pückler-Muskau, wartet auf die Rückkehr ihres geschiedenen Gatten, der in England auf Brautschau ist. Durch Geldheirat hofft er, dem Schuldenturm zu entrinnen. Sie verzweifelt bei dem Gedanken, ihn, den sie immer noch über alles liebt, mit einer anderen teilen zu müssen.

Ein Maskenball
Sibylla Gernroth, Tochter eines Apothekers, soll mit dem Sohn eines Arztes verheiratet werden. Bevor sie sich in die ‘Ehegruft‘ zu diesem blassen, biederen und viel älteren Mann begeben muss, will sie noch etwas erleben. Sie überredet ihre Zofe und Vertraute, sie heimlich auf einen Maskenball zu begleiten.

Die wahre Braut
Sonneberg in Thüringen, zu Beginn des 19. Jahrhundert. Amanda, die jüngste Tochter des Puppenfabrikanten Nürnberger, verliebt sich in ihren Cousin aus Paris, der jedoch fast doppelt so alt ist wie sie. Ein Jahr ganzes Jahr vergeht, ehe sie ihn wiedersieht – ein Jahr, in dem sie von ihm träumt und auf ihren ersten Kuss von seinen Lippen hofft …

Eine heimliche Liebe
Carl Gustav Böhme, Reeder aus Hamburg, verbringt mit seiner Familie den Sommer an die Ostsee. Dort wird die zwanzigjährige Tochter Susann von zwei Männern überfallen. Der Hauslehrer ihrer jüngeren Brüder, zu dem Susann eine heimliche Beziehung eingegangen ist, kann das Schlimmste verhindern, will jedoch den Namen der Täter nicht nennen. Susann zweifelt an der Aufrichtigkeit seiner Gefühle.

In meinem Herzen bist nur du
Als Adele Baronen von Brink im Sterben liegt, gesteht sie ihre Tochter Hendrike, dass nicht Baron von Brink ihr Vater ist, sondern ihre Jugendliebe Frieder von Erlenbach. Sie schickt Hendrike mit einem Brief zu Frieder, der sie mit offenen Armen empfängt. Sie verliebt sich in seinen Ziehsohn. Doch niemals würde von Brink, ein hartherziger Choleriker, dieser Ehe zustimmen.

Das Gute siegt am Ende doch
Lisa wird von Moritz von Leibler vergewaltigt, Jacob, ihren Verlobten, schlägt er brutal nieder und verletzt ihn. Er wird seinen rechten Arm nie mehr gebrauchen, seinen Beruf als Schmied nie wieder ausüben können. Lisa bringt einen Jungen zur Welt. Doch als Moritz von Leibler herausfindet, dass Lisa einen Sohn von ihm hat, muss sie um dessen Leben bangen.

Emmi und die Puppe
Emmi wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Puppe. Doch ihre verwitwete Mutter verdient kaum genug zum Sattwerden. Da findet das Kind am 24. Dezember auf der Straße eine Puppe und ist überzeugt, dass es ein Geschenk vom Christkind ist. Die Freude währt nicht lang, denn Frau Direktor Röder fordert die verlorene Puppe zurück und bezichtigt Emmi des Diebstahls …

ISBN: 978-3-946280-57-6
ASIN: B07K6JDNNL
Text ca. 130 Buchseiten
Preis 3, 99 €

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Santorini – das Leid der Esel


Nach Santorini kommt man zumeist mit dem Schiff. Zauberhaft liegt die griechische Insel in der Sonne. Die beiden Hauptorte Fira und Oia thornen 400 Meter hoch auf der Inselspitze, ihre weißen Häuser leuchten vor tiefblauem Himmel. Und da muss man nun hinauf …! Es sind 589 Stufen vom Hafen bis nach oben, die bewältigt werden müssen. Zu Fuß will die keiner gehen, also lässt man sich von Pferden, Eseln und Mulis hinauftragen.

In den Reiseführern steht, es sei ein Spaß, ein Erlebnis, und die ‘traditionelle‘ Art, den Ort zu erreichen. Letzteres stimmt so nicht, denn einst, als es noch keinen Tourismus gab, gingen die Menschen zu Fuß und führten ihre Esel, die sie am Hafen mit Lasten beladen hatten.

Ein Spaß mag es für manchen vielleicht sein, ganz sicher aber nicht für die Tiere! Denn sieht man genauer hin, stellt man fest, wie sehr sie leiden müssen. In sengender Hitze schleppen sie täglich Hunderte Touristen den steilen Berg hinauf.

Manche von ihnen, die gerade nicht ‘in Betrieb‘ sind, lehnen dann erschöpft an der Mauer und versuchen ein wenig zu schlafen.

Andere bluten unter ihrem Sattel, sind vom Halfter aufgeschürft oder haben sich am Huf verletzt. Oft sind sie durstig und bekommen für ihre Schufterei viel zu wenig Futter. Und sind sie schließlich zu alt oder zu krank geworden, werden sie, um sich ihrer zu entledigen, einfach von den Klippen ins Meer gestoßen.

In einem Video, das auf Youtube gezeigt wird, kann man das Elend der Tiere in seinem ganzen Ausmaß sehen.

Auf Druck von Tierschützern haben die Behörden im Jahr 2017 versprochen zu handeln und für die Rechte und das Wohl der Esel einzustehen. Arbeitszeiten und Tragelasten sollten begrenzt werden, und wenn Besitzer ihre Tiere misshandeln, sollte ihnen die Transport-Erlaubnis entzogen werden. Doch viel mehr, als für die wartenden Esel einen schattenspendenden Unterschlupf zu schaffen, ist bis heute nicht passiert!Aber nicht nur für die Tiere ist es eine Qual, auch für die Touristen ist das Reiten auf ihnen geradezu lebendgefährlich. Man wird in den Sattel gesetzt, das Tier bekommt einen Klaps auf die Hinterseite und rennt los. Zügel gibt es nicht, man hält sich am Sattelknauf fest, ohne lenken oder sonst wie eingreifen zu können. Oft rennen drei oder vier Tiere auf dem Pfad nebeneinander. Derweilen kommen von oben die Esel wieder nach unten, die ihre Fracht bereits abgeladen haben. Sie sind in Gruppen von fünf oder mehr Tieren aneinandergebunden!

Wir haben mit eigenen Augen beobachtet, wie eine Asiatin auf einem kleinen Esel von den gespannten Seilen der entgegenkommenden Tiere geradezu von ihrem Reittier gefegt wurde. Sie lag dann auf den Stufen, und die Esel sind über sie hinweggetrampelt. Dass sie sich ohne große Verletzung auf die Seite retten konnte war geradezu ein Wunder. Ihr Mann konnte sein Reittier nicht anhalten und ist notgedrungen bis oben weitergeritten, ohne zu wissen, wie es seiner Frau erging, ob sie vielleicht schwerverletzt zurückgeblieben ist.

Es gibt eine Seilbahn, mit der man vom alten Hafen aus sicher und entspannt auf den Berg hinauffahren kann. Von der Gondel, in der bis zu 6 Personen Platz haben, hat man einen herrlichen Ausblick – und man schont die bedauernswerten Tiere.

Inzwischen hat eine Frau auf Santorini eine kleine Auffangstation für alte und kranke Esel errichtet, die von Spenden getragen wird. Wer eine Patenschaft übernehmen will, kann das hier tun.

Elba – schön, aber teuer!

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Insel Elba – die östliche Südküste

Eingefleischte Mallorca-Kenner haben es bestätigt: Elba ist noch schöner, als die liebste Insel der Deutschen. Doch Elba ist ein teures Pflaster, vor allem wenn es ums Essen und Trinken geht. Nun wäre es hinzunehmen, für eine recht klein ausgefallene Portion Nudeln mit Pilzsoße 14 Euro zu bezahlen, würde sie denn auch köstlich schmecken. Oder für einen Aperol-Spritz 8 Euro, wäre das Glas nicht bis obenhin mit Eis gefüllt und dann ein wenig mit Aperol und Prosecco aufgegossen.

Leider mussten wir die Erfahrung mit dem schlechten und teuren Essen in fünf von sechs Restaurants machen, die wir besuchten. Selbst eine einfache Pizza Capricciosa wurde zur Enttäuschung, weil sie nur mit ein paar vereinzelten Zutaten belegt und diese mit fetttriefendem Käse überdeckt waren.

Dass es nicht nur uns so erging und nicht nur wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, zeigt folgendes Erlebnis: Wir verließen abends nach dem Essen das Lokal. Vor der Tür wartete ein Touristenpaar. „Hat es Ihnen geschmeckt?“, fragte die Frau, als wir an ihr vorbeigehen wollten. Wir sagten wahrheitsgetreu Nein, und sie ging frustriert zum nächsten Lokal und wartete dort wieder auf Gäste, die herauskamen, um sie dasselbe zu fragen.

„Woran kann es liegen?“, fragten wir uns und kamen zu dem Schluss: Die Schweizer sind schuld. Denn Elba ist die Lieblingsinsel der Schweizer, und die verderben bekanntlich die Preise.

Das Essen ist sehr teuer und nicht immer gut

Doch wie gesagt, Elba ist wunderschön! Vor allem wenn man gerne wandert, ist die kleine Insel ein lohnendes Reiseziel. Deshalb unser Tipp: Mieten Sie ein Appartement. Kochen Sie selbst. Und wenn sie ein-, zweimal zum Essen gehen, leisten Sie sich den teuren, fangfrischen Fisch vom Grill.

 

Unsere Fotoreportage über Elba finden Sie hier

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Ostküste von Elba Nähe Rio Marina

Mittwoch ist Lesetag – bei uns mit ‚Champagner und einem Liebhaber‘

Die Buchhandelskette Thalia startet heute die Initiative „Mittwoch ist Lesetag“. Damit will  sie für mehr Lesezeit werben. Im September und Oktober werden auf allen Social Media-Kanälen und deutschlandweit in allen Buchhandlungen Events und Aktionen stattfinden. Auch unsere Bücher sind bei Thalia erhältlich, und so schließen wir uns an.

Hier haben wir für Sie einen Kurzkrimi! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen …

Champagner und ein Liebhaber

Kommissar Dressel las die Nachricht auf seinem Handy: Juwelendiebstahl in der Parkallee bei der Fabrikantenwitwe Alice Gromes. Wert des Schmucks eine halbe Million!

Als er seinen Assistenten Ehmke anrief, der war bereits am Tatort, erfuhr er von ihm, dass Frau Gromes die Schmuckschatulle in den Wandtresor geschlossen und danach mit ihrem Begleiter noch ein Glas Sekt getrunken hatte. „Anschließend sind sie zu einer Party gefahren. Die Haushälterin hatte ihren freien Abend und verließ kurz vor Frau Gromes das Haus. Als sie spätnachts zurückkam, war der Tresor aufgebrochen.“

Kurzkrimi 'champager-und-ein-liebhaber'Dressel fuhr zum Tatort. Keine Tür, kein Fenster war gewaltsam geöffnet worden, keine verräterischen Spuren. Für einen der wusste wo ansetzen war es ein Kinderspiel gewesen, den alten Safe zu knacken. „Da muss jemand mit einem Nachschlüssel ins Haus gekommen sein“, sagte er, „der Täter ist vermutlich unter Frau Gromes‘ Bekannten zu suchen.“

Als sich Alice Gromes einen Drink einschenkte, fielen Kommissar Dressel kleine Pfützen zwischen den Flaschen auf. „Was ist da passiert?“, fragte er.

„Die Haushälterin hatte den Champagner wieder mal geschüttelt und nicht gut genug gekühlt!“, polterte Alice Gromes los. „Wie oft muss ich ihr wohl noch erklären, wie sie damit umzugehen hat. Bevor mein Bekannter und ich das Haus verließen, wollten wir etwas trinken, dabei spritzte der Champagner über den Bartisch, Berts Ärmel und mein Kleid. Ich musste mich umziehen! Ganz zu schweigen davon, dass die Flasche 200 Euro kostet.“ Sie setzte sich aufs Sofa und nippte an ihrem Glas.

„Der Täter muss mit einem Schlüssel hereingekommen sein“, kam der Kommissar wieder zur Sache.

„Außer meiner Haushälterin hat keiner einen Schlüssel“, murrte Alice Gromes. „Vielleicht hat sie ja jemanden hereingelassen.“

Marie, die an der Tür zur Küche stand empörte sich: „So etwas würde ich nie tun! Außerdem bin ich ja vor Ihnen gegangen.“ Plötzlich fiel ihr etwas ein. „Da war ein Mann auf der Straße. Als er mich sah, wechselte er die Straßenseite.“

„Können Sie ihn beschreiben?“, fragte der Kommissar.
Sie schüttelte den Kopf. „Ich hab ihn nur von hinten gesehen, und es war dunkel. Aber er ging wie Herr Burghoff und hatte auch dieselbe Statur. Allerdings war er ja hier bei Frau Gromes.“

„Wer ist dieser Burghoff?“, fragte Ehmke.
Frau Gromes gab schulterzuckend Antwort. „Er begleitet mich hin und wieder auf Partys.“

Die beiden Kommissare ließen sich seine Adresse geben und suchten ihn auf. Als sie sein Luxusappartement betraten, staunten sie – den Herren gab es doppelt! Eineiige Zwillinge standen vor ihnen, sie waren nicht auseinanderzuhalten.

„Wer von Ihnen ist Bert Burghoff?“, fragte der Kommissar.

„So heißen wir beide“, sagten sie wie aus einem Mund und grinsten.

„Ich bin Norbert“, erklärte einer von ihnen und deutete auf den anderen, „und das ist Robert. Aber unsere ‚Klientinnen‘ nennen uns einfach nur Bert.“

„Dass es Sie zweimal gibt, weiß vermutlich keine von ihnen?“ Kommissar Dressels Augen wurden schmal.

Sie grinsten nur noch breiter.

„Alice Gromes sagte aus, sie sei den ganzen Abend über mit Bert Burghoff zusammen gewesen. Wer von Ihnen war das?“

„Ich!“, behaupteten Norbert und Robert wie aus einem Munde.

„Es kann ja wohl nur einer von Ihnen gewesen sein.“

Die Berts hoben die Schultern, dabei grinsten sie süffisant. „Welcher von uns, das wird für Sie immer ein Rätsel bleiben.“

Kommissar Dressel und Ehmke tauschten Blicke. Doch dann war es plötzlich der Kommissar, der süffisant grinste. „Was trugen Sie auf dieser Party?“

„Smoking natürlich“, antworteten sie übereinstimmend, „das ist bei solchen Gelegenheiten so üblich.“

„Kann ich Ihren Smoking mal sehen?“

„Natürlich.“ Norbert griff in den Schrank. „Das ist meiner.“

Dressel gab ihn an Ehmke weiter, sah Robert an. „Darf ich auch um Ihren Anzug bitten?“

Er bekam ihn, legte ihn sich selbst über den Arm. „Nun muss ich Sie beide bitten mitzukommen, Sie sind vorläufig festgenommen.“

Für die Experten im Labor war es keine Schwierigkeit, an einem der Smokings Spuren von Alice Gromes‘ exklusiver Champagner-Sorte festzustellen – und da er Robert gehörte, war Norbert Burghoff der Dieb. Aber Kommissar Dressel war sich sicher, dass in dieser Sache auch sein feiner Herr Bruder nicht ganz ungeschoren davonkommen würde.

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Hier finden Sie alle Anthologien aus dem Verlag ‚by arp‘

Pfandflaschenrücknahme in Kroatien

Pfandflaschen auf der Insel Krk zurückzugeben, scheint nicht so einfach zu sein!

In unserem Reiseführer steht unter der Rubrik ‚Einkaufen‘ als Tipp: Wenn Sie Getränke in Pfandflaschen kaufen, müssen Sie den Bon als Quittung bewahren, denn Flaschen werden, anders als bei uns, nur dort zurückgenommen, wo sie gekauft wurden!

Nun schrieb uns eine unserer Leserinnen:

(…) Über eine Aktion müssen wir jedoch noch immer schmunzeln. Die Rücknahme des Leergutes gestaltete sich als seeeehr kompliziert und stimmte mit den Angaben in Ihrem Reiseführer nicht überein. Wir waren im Ort Malinska. In den beiden Märkten Plodine und Trgovina wurden die Pfandflaschen nicht zurückgenommen. Auch mit den vorgelegten Bons bekamen wir das Geld nicht zurück. Nach einigem hin und her im Markt, mehrere Angestellte mussten befragt werden, bekamen wir einen Zettel mit einer Adresse in die Hand gedrückt. Dort sollten wir hinfahren (Komunalni Centar – Malinska Dubasnica). Wir ordentliche Deutsche haben das auch getan. Erst waren wir an einer falschen Stelle. Es war eine Art Verwaltungsgebäude (Schule?) – Dann haben wir den richtigen Ort gefunden. Auf einem Schrottplatz hat man unsere Flaschen sorgfältig sortiert und uns wieder einen Zettel in die Hand gedrückt – es war der Pfandbon. Damit sollten wir dann zum Supermarkt Trgovina mitten im Ort fahren und uns das Geld auszahlen lassen. Wir haben uns über diese zeitaufwendigen Aktion kaputtgelacht und sie unter „Erfahrung“ abgehakt. Einzig das Pfand für Bierkästen kamen wir mit unserem Bon zurückerstattet.

Natürlich haben auch wir über die Erfahrungen der Leserin gestaunt, denn hier scheint etwas ordentlich schief gelaufen zu sein! Die Bestimmungen in ganz Kroatien, damit auch auf den kroatischen Inseln, sind folgendermaßen:

Für alle PET-Flaschen und Dosen, Glas-Bierflaschen, Milch und die 5-Liter Wasserflaschen, sowie Wein- und Schnapsflaschen erhält man bezahltes Pfand wieder zurück. Allerdings nur in den Läden, in denen man sie gekauft hat und gegen Vorlage des Kaufbons.

In vielen Supermärkte, z.B. bei einigen Billa- oder Plodine-Märkten, gibt es im Laden neben einer Tür einen Klingelknopf, den man drückt. Dort nimmt ein Mitarbeiter Flaschen an, händigt im Gegenzug einen neuen Bon aus, den man dann an der Kasse abgibt. Gibt es so eine Rücknahmestation nicht, wie z.B. bei Lidl, fragt man eine VerkäuferIn oder die KassiererIn. Kaufland hat in den meisten Geschäften ein separates Häuschen zum Eintausch. Bei Plodine gibt es manchmal vor dem eigentlichen Einkaufsbereich einen Automaten, an dem man Kästen zurückgeben kann. Doch alles immer nur, wenn man den Einkaufsbon hat und damit beweisen kann, dass man den Kasten (die Flaschen) in diesem Geschäft gekauft hat.

Aber Achtung! Kleineren Läden, die eine bestimmte Verkaufsfläche unterschreiten, nehmen nichts zurück, nicht einmal im Tausch! Sie scheinen dazu auch nicht verpflichtet zu sein, weil sie keine entsprechende Lagerfläche zur Verfügung haben.

Doch tatsächlich gibt es auch in größeren Märkten hin- und wieder Problem mit der Rücknahme von Leergut. Einen leeren Kasten gegen einen vollen umtauschen ist zwar nie ein Problem, aber das Leergut abgeben und Geld zurückbekommen, kann schon mal schwierig sein. Vielleicht stellen sich manche VerkäuferInnen in der Hoffnung dumm, dass der Kunde das Leergut dann da lässt …

Wer reist, vor allem wenn er sich in südliche oder ehemalige Ostblockländer begibt, muss damit rechnen, dass nicht alles so geht, wie er das bei uns gewöhnt ist. Dann nimmt man das am besten mit Humor – so wie unsere Leserin es getan hat.

In München entdeckt – das Türkentor

Wer das ‚Brandhorst-Museum‘ in München besucht, sollte nicht versäumen, einmal um das Gebäude herumzugehen. tuerkentor-muenchen Nicht nur, weil es sehr interessant gestaltet ist, sondern weil sich dahinter ‚Münchens kleinstes öffentliches Museum‘ befindet – das sogenannte Türkentor.

Einst war es Zugang zu einer in den 1820er Jahren errichteten Kaserne des Königlich Bayerischen Infanterie-Leibregiments. Sie wurde als ‚Türkenkaserne‘ bezeichnet, weil sie an der Türkenstraße lag. Der Straßenname wiederum geht auf den sogenannten Türkengraben zurück, der anfangs des 18. Jahrhunderts angeblich von türkischen Kriegsgefangenen aus der Zeit der Türkenkriege ausgehoben wurde. Er sollte dem Nordmünchner Kanalsystem angeschlossen werden, um die Kurfürstliche Münchner Residenz mit Schloss Schleißheim zu verbinden.

Die Kaserne fiel den Bombenangriffen des 2. Weltkriegs zum Opfer, nur das ‚Türkentor‘ blieb erhalten. Zwischen 2008 und 2010 wurde es saniert und, wie man gut sehen kann, größtenteils neu ummantelt. Nur die klassizistische Straßenfassade erstrahlt wieder im ursprünglichen Glanz.

Doch nicht das Äußere des Tores granitkugel-tuerkentor-muenchenist das eigentlich Sehenswerte, vielmehr die Skulptur ‚Large Red Sphere‘ des amerikanischen Künstlers Walter De Maria , die sich im Inneren verbirgt. Die Udo und Anette Brandhorst Stiftung hatte die 25 Tonnen schwere rot-glänzende Granitkugel mit einem Durchmesser von 260 Zentimetern im Jahr 2006 erworben und das Tor als Ausstellungsraum für das moderne Kunstwerk umgestaltet. Die Gegensätzlichkeit des kubischen, historischen Gebäudes mit seinen Säulen und der runden, hochglänzenden Granitskulptur schaffen eine starke physische Präsenz.

Der Eintritt ins ‚Türkentor‘ ist kostenlos. Geöffnet ist es täglich außer Montag.

granitkugel-tuerkentor-muenchen

Mehr über das Türkentor und die Öffnungszeiten