Dritter Teil der Rezension von Dr. Maria Hobl

Schiller und Schmetterlinge – von Helge Streit

Eine altgewordene Lehrerin besucht regelmäßig ihre Tante im Krankenhaus. Ein ‚alter Bekannter‘ nähert sich ihr an, und sie fährt nun immer mit ihm dorthin. Er denkt erst, sie sei krank, ihr Ende sei nah. In dieser Situation will er ein Missverständnis aufklären, das seit Jahrzehnten zwischen ihnen steht – eine eindringliche Geschichte über Vorurteile, die nicht verschwinden wollen.

Homecoming Queen – von Iris Boss

Es soll ein glücklicher Abend werden – ein Triumph. Eine Schauspielerin ist in ihrer Heimatstadt auf dem Weg in das Kino, in dem ihr Film seine Premiere haben soll. Ihre glückliche Stimmung wir von einer Person gestört, die ihr auf dem Weg folgt und dann im Kino regelrecht im Nacken sitzt und die sie sehr ängstigt. Die eingestreuten Gedanken und Erinnerungsfetzen lassen nur vage Vermutungen zu, wer diese Person sein könnte und was sie der Protagonistin angetan hat. Die Mutter?

Abreisetag – von Henrike Sänger

Ein kleines Mädchen lernt die Kraft des Begehrens kennen. Ein Armband – es hängt vor ihrer Nase und ist doch unerreichbar. Sie sucht nach Wegen, wie sie das Armband bekommen kann. Ihre ältere Schwester könnte ihr helfen, will aber nicht. Das Mädchen überschreitet schließlich seine eigenen moralischen Grenzen – nur um festzustellen, dass die Schwester noch weiter gegangen ist! Es ist spannend, dem Kind in seiner Qual zuzusehen. Man würde ihm gerne das Armband geben, um es zu erlösen!

Die Spieluhr – von Ingrid Krüger

Zwischen einer Urenkelin und ihrer liebevollen Uroma besteht ein enges Band. Bei ihren regelmäßigen Besuchen erfreut sich die Urenkelin an einer Spieluhr, die sie immer wieder gerne hört. Nach dem Tod der geliebten Urgroßmutter fällt der jungen Frau das gesamt Erbe zu, auch die Spieluhr. Diese Uhr enthält ein Geheimnis, das ein neues Licht auf das Leben der Uroma wirft. Dies ist nun eine neue, nicht sehr aufregende Variante des Themas: Tod, Erbschaft, gelüftetes Geheimnis.

Praxisstudien – von Stefanie Maurer

Eine junge Frau ist erst einmal glücklich, dass ein attraktiver Mann, der sie für sein Buchprojekt als eine von 100 verführt hat, zu ihr zurückgekehrt ist – sie fühlt sich auserwählt. Dann aber liest sie eine Notiz, mit der ein neues Projekt des Bestsellerautors angedeutet wird – und gerät in Panik.
Eine witzige Geschichte.

Neunundvierzig Prozent – von Janina Rehak

Ein Mann im Café reflektiert über Zahlen, über Untreue, über den Unterschied zwischen Theorie und Praxis – und sucht doch nur eine wissenschaftlich schön fundierte Ausrede für seine eigene Amoralität.

Das Muschelarmband – von Sabine Flatau

Ein Junge – mit seinen Eltern in eine Schlossanlage gezogen – erkundet den Speicher und findet ein Bild, aus dem ihn eine junge Frau ansieht, die in fasziniert. Das Bild wird als sehr wertvoll erkannt und soll ausgestellt werden. Der Junge aber geht auf die Suche nach der Geschichte des Mädchens auf dem Gemälde – und findet nicht nur diese, sondern bald auch eine lebendige Version seiner Entdeckung. Eine Art Jugendmärchen.

Begegnung – von Greta R. Kuhn

Eine unerwartete Begegnung mit einer Freundin aus frühen Kindertagen ruft in der Erzählerin die Erinnerung an eine gemeinsame unschuldige Schuld wach – eine Schuld, die nie eingestanden wurde und das Leben der Protagonistin geprägt hat. Frau Kuhn hat für diese Geschichte eindringliche Sprachbilder gefunden.

Demnächst geht es weiter!

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