Hilfen für Freiberufler und Künstler während des Corona-Shutdowns

David Erler startete eine Petition, bei der es um „Hilfen für Freiberufler und Künstler während des „#Corona-Shutdowns“ geht. So half er mit, Politik und Öffentlichkeit auf die existenzielle Bedrohung ganzer Berufszweige im Bereich Kunst und Kultur aufmerksam zu machen.

Petition 'Corona-Hilfe für Freiberufler und Künstler'In einem öffentlichen Brief wendet sich David Erler nun an alle Unterzeichner und Unterstützer der Petition, die bereits eine Woche nach Beginn beim Petitionsausschuß des Bundestages und beim Bundesfinanzministerium eingereicht wurde.

Ihr habt entscheidend dazu beigetragen, schreibt er darin, dass in den Verhandlungen und Verlautbarungen zu den Maßnahmenpaketen von Bund und Ländern fast immer auch FreiberuflerInnen, Solo-Selbständige, Kunst- und Kreativschaffende ausdrücklich genannt und mitgedacht wurden. Daß sich hier fast 280.000 direkt oder indirekt Betroffene zusammengeschlossen haben, hat Gewicht!

Die Petition liegt zwar an den entscheidenden Stellen vor, doch leider wurde bislang eine persönliche Übergabe – sei sie auch nur symbolischer Natur – verwehrt, trotz verschiedener Anläufe und Ideen. Mit dem Team von openPetition und mit Hilfe manch wertvoller Hinweise aus dem Kreis der Unterstützer bleibt Davind Erler aber nach wie vor am Ball!

David Erler wird deshalb die Petition weiterhin zur Mitzeichnung offenhalten und bittet: Verbreitet sie weiter und werbt für unsere Anliegen, die von so unglaublich vielen Menschen getragen werden!
Er möchte erreichen:

– daß es eine persönliche Übergabe der Petition geben kann, um aus der Politik ein deutliches Zeichen zu bekommen, daß unsere Anliegen wirklich gehört, fast 280.000 Unterzeichner wirklich gesehen werden;
– daß in Öffentlichkeit und Politik nicht der Eindruck entsteht, daß uns mit der „Corona-Soforthilfe“ nun schnell und erschöpfend geholfen wäre;
– daß es klare Aussagen gibt, ob bei Bedarf eine Verlängerung der Hilfsmaßnahmen erwogen wird, da uns derzeit niemand sagen kann, wann wir unsere Berufe wieder in mehr oder weniger „normalen Bahnen“ ausüben können werden;
– daß die Hilfsmaßnahmen schnell und ohne „Hintertürchen“ bei den Betroffenen ankommen, daß – besser noch – die angesprochene Entschädigungs-/Gewinnausfallvergütungslösung in Erwägung gezogen wird, oder daß (und das ist mein Idealziel) aus dem föderalistischen Flickenteppich am Ende doch ein echtes Grundeinkommen für die Zeit der Krise gemacht wird – damit ALLEN Betroffenen geholfen wird. Denn es betrifft ja nicht nur uns Freiberufler und Kreativschaffende.

Malerei, Tanz, Theater und Fotografie

David Erler ist vor allem dankbar, daß wir alle in diesen Zeiten zusammenstehen. Es ist ein bislang wohl einmaliger Vorgang, schreibt er in seinem Brief, dass sich so viele FreiberuflerInnen und Selbständige der verschiedensten Berufsgruppen und Kunstsparten zusammenfinden und sich gemeinsam stark machen. Ich danke jedem Einzelnen von Euch für das Vertrauen und die Unterstützung bis hierhin, es ist ein Privileg, stellvertretend für Euch sprechen zu dürfen! Laßt uns dieses „Gemeinschaftsgefühl“ wertschätzen und auch in die Nach-Corona-Zeit weitertragen. Und bis dahin: bleibt gesund und zuversichtlich!

Er hat einen Pressespiegel zusammengestellt, der über seine Arbeit informiert. Ihr findet ihn hier

Literaturpreis Deichelbohrer 2020

Es ist so weit, Grassau schreibt den nächsten Deichelbohrer aus. Diesmal geht es um das Thema ‚Geheimnis‘. Es gibt eine neue Webseite, sie lautet www.literatur-grassau.de

Hier erfährt man alles, was wichtig ist – wer mitmachen will muss sich unbedingt an die Vorgaben halten.

Viel Spaß dabei wünscht

Angeline Bauer

Fuchs 8 – Ein gewagtes Experiment

Fuchs 8, so heißt der Held dieser Geschichte – ein Fuchs eben. Es ist ein kleines Buch von einem großen Autor, der viele Preise eingeheimst hat und 2013 vom Time-Magazin zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gezählt wurde. George Saunders hat mehrere Kurzgeschichtenbände, Essays, ein Kinderbuch und einen Roman veröffentlicht.

Fuchs 8 ist ein neugieriger, gescheiter aber leider auch sehr naiver Fuchs, der so viel mehr Vertrauen in uns Menschen hat, als ihm guttut.

Alles fängt damit an, dass ein großes Einkaufszentrum gebaut wird, für das der Wald verschwinden muss, in dem er mit seiner Fuchsmeute lebt. Der Hunger und die Sorge um seine Meute treibt ihn schließlich in dieses Einkaufzentrum, sein bester Freund begleitet ihn und … aber lesen Sie selbst.

Wie man die Geschichte ‘Fuchs 8‘ einordnen soll? Ich weiß es nicht so recht … Ein Kinderbuch, wie ich mal irgendwo gehört oder gelesen habe, ist es keinesfalls. Denn einmal abgesehen vom Inhalt, der sich doch eher an Erwachsene richtet: Fuchs 8 hat ‘Menschisch‘ nur durch Zuhören gelernt. Er versteht unsere Sprache, kann sie aber nur so schreiben, wie er sie hört. Trotzdem hat er seine herzzerreißende Geschichte für uns Menschen zu Papier gebracht, in der Hoffnung, uns aufzurütteln.

Die Sprache ist ein zwar gewagtes, aber auch kreatives Experiment. Denn wenn Fuchs 8 ‘Menschisch‘ schreibt, liest sich das so: So weit wir seen können, is alles platt, keine Boime . Wi wir zu unserm Flus trabten, war der auch gans kaputt, aufgrund weil so vil Drekk reingeschwemmt.

Das erscheint erst einmal schwierig, doch wenn man ein paar Seiten gelesen hat, hat man sich dran gewöhnt. Ich empfand das fuchsisch schreiben als eine kleine Exkursion in eine heitere und farbige Sprachwelt. Als Fotografin bin ich an Experimente mit dem Medium Bild gewöhnt und sehe oft erstaunlich Schönes. Experimente mit Sprache begegnen einem selten. Schade eigentlich …

Inhaltlich möchte ich Fuchs 8 einreihen in Bücher wie Der Kleine Prinz, Die Möwe Jonathan, Krambambuli oder die Geschichte vom Grubenpferd. Man wird vielleicht weinen, wenn man das Büchlein liest, aber es gehört zu denen, die man nicht vergisst.

Mit Illustrationen von  Chelsea Cardinal.

Gebundene Ausgabe: 56 Seiten
Verlag: Luchterhand
Originaltitel: Fox 8: A Story

Preis 12.-€ / ISBN-13: 978-3630876207 / Auch als E-Book erhältlich /       Zum Shop

Radreisen – Alles was Sie wissen müssen

Neuerscheinung Februar 2020 – Radreisen

Ein Ratgeber für Radreisende von Angeline Bauer und René Prümmel

Radreisen - alles was wichtig istErfahrene Radreisende wissen: Mit dem Radfahren allein ist es nicht getan! Oft birgt die Anreise zum Ausgangspunkt beziehungsweise die Rückreise vom Ziel nach Hause oder zum Auto, das man irgendwo geparkt hat, größere Probleme. Hinzu kommen die vielen Dinge, die man sonst noch beachten muss, angefangen von der Reiseplanung bis hin zur passenden Ausrüstung. Zu all diesen Fragen gibt unser Ratgeber Auskunft und hat wertvolle Tipps parat. Und da wir selbst immer mit Hund unterwegs sind und auch diesbezüglich auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen können, haben wir für HerrIn und Hund auf Radreise ein zusätzliches Kapitel angefügt.

Ein kurzgefasstes Inhaltsverzeichnis:

An- und Abreise organisieren
Fahrradmitnahme im Auto, in öffentlichen Verkehrsmitteln – Bus, Bahn oder Flugzeug
Das Rad und alles was dazugehört
Pedelec contra Rennrad
Die optimale Gepäckausstattung für Ihre Radreise
Familien mit Kind und das Fahren mit Anhänger
So muss ein Transportanhänger für Ihr Kind/Baby ausgestattet sein
Sicherheitsvorkehrungen für den Fahrradanhänger
Die Route planen
Stadtbesichtigungen und Sightseeing
Kartenmaterial, digital und Papier
Übernachtung organisieren
Die angemessene Kleidung
Was ist erlaubt, was nicht – Verkehrsregeln
Tipps und Tricks beim Rad fahren
Abwehr von angreifenden Hunden oder anderen Tieren
Fotografieren und filmen unterwegs
Checkliste für Ihre Radtour
Erste Hilfe, Pannen und Notfallhilfe
Radreisen mit Hund – wichtige Tipps

ISBN BUCH: 978-3-946280-62-0 / Preis 8,99 €

ISBN E-Book: 978-3-946280-61-3 / Preis 4,99 € / ASIN: B0848HM8WC

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Der Sohn des Sauschneiders – Buchbesprechung

Der Sohn des Sauschneiders – oder ob der Mensch verbesserlich ist
Ein Roman von Michael Lichtwarck-Aschoff

Das Buch hat mich gefunden, nicht umgekehrt. Gekauft hätte ich es mir vielleicht nicht, weil mich das Cover nicht wirklich anspricht und ich ein visueller Mensch bin. Doch was mir dann zwischen den Buchdeckeln begegnet ist, war wie einen Schatz entdecken. Eine Druse. Man findet den unscheinbaren Stein, schlägt ihn auf und staunt über das Funkeln im Inneren.

Es ist ein historischer Roman, der um 1900 im Österreichischen angesiedelt ist. In einem kleinen Dorf in der Krain und in Wien. Einerseits handelt es vom kargen Leben einer Sauschneiderfamilie – Sauschneider haben nicht nur Säue und Eber kastriert, sondern manchmal auch verbotenerweise Menschen behandelt. Andererseits spielt es im Vivarium, einer Institution in Wien, in der die Wissenschaft betrieben wurde.

Was ein Vivarium ist wusste ich auch nicht. Ich musste bei Wikipedia nachschlagen und erfuhr folgendes:

Das Wiener Vivarium war ein Schauaquarium, das anlässlich der Wiener Weltausstellung 1873 im Wiener Prater erbaut wurde. 1903 wurde es unter dem Zoologen Hans Leo Przibram in eine experimBildergebnis für Vivarium wien 1873 Fotoentelle Biologische Versuchsanstalt umgewandelt, in der auch der Biologe Paul Kammerer und kurzzeitig Alma Mahler-Werfel wirkten. Die Biologische Versuchsanstalt war eine der bemerkenswertesten wissenschaftlichen Einrichtungen Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mehr als dreißig Jahre lang entstanden dort innovative wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen Biologie.

Die Arbeit und das Scheitern von Hans Leo Przibram, Paul Kammerer und Alma Mahler-Werfel, die u.a. an der Seescheide, der Geburtshelferkröte, der Gottesanbeterin und dem Grottenolm forschten, ist die eine Sache, um die es im Roman geht. Die andere ist das Leben der Familie Meguşar, die ebenfalls scheitert, weil der Vater ein Träumer ist, die Mutter mit der ihr aufgebürdeten Last nicht fertig wird, und der Sohn, der Franz, um den es hier u.a. geht, eigentlich zu ehrlich und zu geradeheraus ist.

Bemerkenswert und anerkennungswürdig sind die der damaligen Zeit angepassten Sprache und die Erzählweise des Autors, der übrigens auch Mediziner ist. Zwar beginnt er mit der Geburt vom Franz, aber bald schon greift er vor, überspringt, kommt zurück, knüpft wieder an einer ganz anderen Stelle an. Irgendwann so mittendrin erfährt man dann auch, dass ein Freund vom Franz, der Erzähler ist, und dass er die Aufgabe übernommen hat, dessen Leben zu ordnen. Und das tut er gut, der Freund, dessen Namen man nie erfährt. Die einzelnen Lebens-Stücke werden von ihm zusammengetragen, geordnet und zu einem Ganzen zusammengefügt. Keine Frage bleibt unbeantwortet. Der Autor vergisst, wie man das von einem guten Schriftsteller erwarten darf, nichts und keinen auf der langen Wegstrecke bis zum Ende hin.

Was die Sprache betrifft, die Textgestaltung, da lässt man sich auf etwas ganz Ungewöhnliches ein. Ein Hauch von Mundart (für jeden zu verstehen). Kurze Sätze. Umgestellte Wiederholungen. Eine Sprache, die der simplen Art vom Franz und dem Erzähler seiner Geschichte gerecht wird und dabei ein Beweis ist, dass auch ein Hauch von Mundart Literatur sein kann!

Und zwischendurch dann Sätze wie der – so ungeheuer gescheit, dass man denkt, es haut einen gleich um:

Wenn man sich anstrengt, kann man sich die ganze Welt so zurechtdenken, dass alles, was existiert, die Lösung für ein Problem ist. Hörner, Flossen, Flügel, Unverschämtheit, Krieg und Pest, das muss alles sein, weil dafür gibt es ein Problem, das wunderbar passt, weil wir es passend gemacht haben.
Ich gebe zu, auch ich habe ihn zweimal gelesen, um ihn zu verstehen. Und am besten wäre es wohl, man würde das ganze Buch zweimal lesen. Einmal, um die Geschichte zu erfassen, einmal für den tieferen Sinn.

Erzählen muss ich noch, dass es in dem Roman auch darum geht, ob ein Rindvieh unbedingt Hörner braucht, und dass der Franz hornlose Kühe züchten will. Dabei habe ich mich doch immer wieder einmal gefragt, ob Michael Lichtwarck-Aschoff nicht vielleicht mit den Rindviechern auch uns Menschen meinen könnte …

Michael Lichtwarck-Aschoff / © Foto: Mirko Markic
Michael Lichtwarck-Aschoff Foto © : Mirko Markic

Zum Schluss will ich Ihnen nicht vorenthalten, was man im Deutschlandfunk über den Autor zu hören bekam: „Er vermittelt seinen Stoff bemerkenswert leicht, quasi durch die Hintertür. Er schreibt für Wissensdurstige.“

Und der SPIEGEL schrieb über ihn: „Dem Medizinier Michael Lichtwarck-Aschoff gelingt es, aus Momenten der Wissenschaftshistorie überaus lesenswerte Literatur zu schaffen.“

Apropos – für Mediziner müsste der zweite Teil seines Namens ein Begriff sein, denn sein Urgroßonkel Ludwig Aschoff hat im menschlichen Herzen eine Struktur beschrieben, die zum Reizleitungssystem gehört und seither der ‘Aschoff-Tawara-Knoten‘ heißt. So gibt es auch unter denen, die seine Bücher nicht kennen, viele Menschen, die einen Teil seines Namens im Herzen tragen, auch wenn die davon gar nichts wissen.

Um zum Schluss zu kommen: Im Nachhinein muss ich zugeben, dass auch das Cover stimmig ist. Es passt. Irgendwie.

Erschienen im Verlag klöpfer.narr

ISBN 978-3-7496-1005-1 Hier können Sie das Buch bestellen Beck-Shop

Eine Kurzgeschichte des Autors mit dem Titel ‚Eine schwache Liebe hebt besser als eine starke‘ finden Sie in unserer Anthologie      ‚Nähe‚ Verlag by arp

ISBN 978-3-946280-60-6 – Hier können Sie das Buch bestellen Beck-Shop

Weihnachtsgrüße – Maikes Freund, der Nikolaus

Wie jedes Jahr möchte ich mich bei euch, die meinen Blog verfolgen, mit einer Adventsgeschichte von Friederike Costa bedanken und euch fürs kommende Jahr nur das Beste wünschen.

Maikes Freund, der Nikolaus

Wir zogen von Hamburg nach Berlin. Die Wohnung, die wir auf die Schnelle gefunden hatten, lag in einem Mietshaus mit zwölf Parteien und gefiel uns gar nicht. Ich fand sie heruntergekommen und schäbig und war auch nicht bereit, mich hier auf längere Dauer einzurichten. Ich hing die alten Vorhänge auf, die zu kurz waren, nagelte kein einziges Bild an die Wand und gab mir auch keinerlei Mühe, die Leute im Haus kennenzulernen. Wir würden ja doch bald wieder ausziehen! Aber es wurde Sommer, es wurde Herbst, es wurde Dezember, und wir waren noch immer in dieser schrecklichen Wohnung.
Nur Maike, unsere damals sechsjährige Tochter, fühlte sich wohl und schloss sofort unzählige Freundschaften. Mit den russischen Aussiedlerkindern von unten, den zwei Studentinnen von nebenan, der ehemaligen Opernsängerin über uns, und mit einem jungen türkischen Mann, der, wie ich später erfuhr, seine Frau und seine kleine Tochter bei einem Autounglück verloren hatte und seitdem hier im Hause, bei seinem Bruder wohnte.
Aber all diese Freundschaften passten mir nicht. Ich hasste dieses Haus und verhielt mich engherzig gegen all seine Bewohner. Ganz besonders störte mich aber dieser Türke, denn ich verstand nicht, weshalb er sich ständig an Maike ‚heranmachte‘ und unterstellte ihm alle Schlechtigkeiten dieser Welt. Deshalb verbot ich meiner Tochter dann auch, mit diesem Mann zu reden oder irgendetwas von ihm anzunehmen.
Ich ahnte nicht, dass sich Maike nicht an das Verbot hielt, bis ich sie eines Tages mit diesem Mehmet auf den Treppen zum Keller in ein Gespräch versteift sitzen sah. Ich zerrte sie von ihm weg, nahm sie mit in die Wohnung und verlangte zu erfahren, was sie da eben mit ‚dem Kerl‘ geredet hatte.
Sie befreite sich aus meinem Griff und fuhr mich böse an, dass er ihr doch nur vom Heiligen Nikolaus erzählt hat, und dass der Heilige Nikolaus auch ein Türke war, aber dass das die deutschen Leute inzwischen vergessen haben. Und sie erzählte mir, dass Mehmet im selben Dorf geboren wurde, wie der Nikolaus, nämlich in Patara.
Da stand sie vor mir, sah mich an, hatte Tränen in den Augen und die Hände zu Fäusten geballt. Plötzlich schrie sie mich an: „Alle sind böse auf die Türken … und du auch!“ Und damit lief sie in ihr Zimmer.
Ich war sehr betroffen. Meine Tochter hatte mir da eben vorgeworfen, dass ich Vorurteile gegen Ausländer und im Speziellen gegen Türken hätte, und ich konnte ihr nicht einmal widersprechen. Irgendwie schämte ich mich plötzlich, aber zugeben wollte ich das in diesem Moment noch nicht, dazu war ich viel zu verbohrt. Und dass der Nikolaus ein Türke sein sollte, also, das hatte ich ja noch nie gehört!
Irgendwie ließ mir das nun aber keine Ruhe mehr. Ich fragte meinen Mann, doch der wusste auch nichts davon. Ich fragte meine Schwester, die zufällig anrief, aber auch sie hatte davon noch nie gehört. Schließlich ging ich in die Bücherei und las in einem Buch über unsere Heiligen nach und tatsächlich, da stand: Der Heilige Nikolaus, Bischof von Myra, Freund und Wohltäter der Kinder, wurde im 4.Jahrhundert n.Chr. in Patara, einem kleinen Bergdorf geboren, das in der heutigen Türkei liegt.
Na und, meinte mein Mann nur, als ich es ihm erzählte. Er verstand nicht, weshalb ich das alles so wichtig nahm, und eigentlich verstand ich es ja selbst nicht. Aber ich glaube, es war, weil mich diese ganze Geschichte zwang, mich von einer Seite zu betrachten, die mir bisher nicht bewusst gewesen war. Einen Türken, der im 4.Jahrhundert lebte, feierten und verehrten wir jedes Jahr, haben ihn sogar heiliggesprochen, und er ist für uns Symbol des Guten und der Liebe zu den Kindern. Aber einen jungen Mann, der sechzehnhundert Jahre später aus eben demselben Dorf kam, nahm ich seine Herkunft übel, so übel, dass ich ihn schnitt und ihm den Umgang mit meiner Tochter verbot. Was war nur los mit mir? Glaubte ich etwa, etwas Besseres zu sein?
Zwei Tage später war der 5.Dezember und Maike stellte vor dem Schlafengehen ganz aufgeregt ihre Stiefel vor die Tür. Anschließend brachte ich sie ins Bett, las ihr noch ein Märchen vor, deckte sie zu und küsste sie. Dann schlich ich mich leise hinaus und zur Wohnungstür, vor der Maikes Stiefel standen, die gefüllt werden mussten – denn wenn Maike auch nicht immer gefolgt hatte, so war sie doch ein braves Kind, das hatte ich inzwischen begriffen!
Ich öffnete vorsichtig die Tür und hätte vor Schreck beinahe laut aufgeschrien, als ich mich unvermutet Mehmet, dem Türken aus Patara gegenübersah. In seinen Händen hielt er eine kleine Puppe, die mit türkischer Tracht bekleidet war, und die er wohl gerade in Maikes Stiefel stecken wollte.
Er erschrak ebenso wie ich, als ich so plötzlich vor ihm stand, und auf seinem Gesicht stand das schlechte Gewissen so deutlich, wie ein drei Tage alter Bart. „Bitte nicht böse sein“, sagte er, und dann mit gesenktem Blick: „Ich weiß, Sie mögen mich nicht und haben vielleicht Angst, weil ich oft mit Maike zusammen bin. Aber wissen Sie, ich hatte auch eine kleine Tochter, so alt wie Maike, aber sie und meine Frau sind tot, verunglückt.“
Ich sagte nichts, ich war viel zu perplex und wohl auch beschämt. Da drückte er mir wortlos die Puppe in die Hand und lief die Treppe hinunter.
Als ich am nächsten Morgen in Maikes Zimmer kam, hatte sie die Stiefel längst hereingeholt. Vor ihr ausgebreitet lagen die Schätze, die der Nikolaus ihr dagelassen hatte: Obst, Schokolade, Buntstifte und eine Puppe, die mit türkischer Tracht bekleidet war. Sie hielt sie mir stolz entgegen, und ich bewunderte sie lächelnd. Es war ja auch wirklich eine ganz besonders schöne Puppe!
Noch am selben Tag begann ich Bilder in unserer Wohnung aufzuhängen. Ich kaufte Borten, um die Vorhänge zu verlängern und besorgte Tannenzweige zum Schmücken der Wohnung. Und ich beschloss, nun doch noch Plätzchen zu backen, obwohl ich tags zuvor behauptet hatte, die Küche sei dazu zu klein und zu unpraktisch. Ich hatte endlich begriffen, dass es an mir selbst lag, ob ich mich hier wohlfühlte oder nicht. Und als ich ein paar Tage später Mehmet auf der Treppe traf, nahm ich auch noch die letzte Hürde. Ich entschuldigte mich bei ihm für mein Misstrauen und lud ihn für den nächsten Sonntag zum Tee ein.
Inzwischen sind wir längst in eine größere und schönere Wohnung am anderen Ende der Stadt umgezogen. Aber Mehmet, seine zweite Frau und das Baby, die jetzt in unserer alten Wohnung leben, besuchen uns noch immer regelmäßig. Wir sind Freunde geworden … ja, ich glaube, das kann man so sagen.

Schwadronieren – ein aussterbendes Wort

In einem Bericht bin ich kürzlich über das Wort ‘schwadronieren‘ gestolpert und war erstaunt, denn seit Jahren ist es mir nicht mehr begegnet.

Schwadronieren leitet sich im Ursprung von Schwadron ab

Schwadronieren, diesen Ausdruck hat mein Großvater gerne gebraucht, wenn er sich über Leute ärgerte, die den Mund recht voll nahmen. Wer schwadroniert, der schweift bei seinen Erzählungen gerne aus, beschreibt lebhaft, oft aufdringlich, prahlt gerne, überzieht seine Rednerzeit oder quatscht einem etwas auf, so wie mancher Verkäufer es tut. Das Wort wird also meist abwertend gebraucht.

Synonyme für schwadronieren sind z.B. faseln, quatschen, bafeln, parlamentieren, labern, sülzen, salbadern und eine ganze Menge anderer Wörter, die so lautmalerisch daherkommen.

Aber woher rührt dieses Wort eigentlich? Schwadron – das hat doch eigentlich was mit Militär zu tun? Eine Schwadron Kampfflieger z.B. oder mehrere Kreiegsschiffe im Verbund …

Aus dem Etymologisches Wörterbuch erfährt man, dass sich das Verb tatsächlich vom Begriff ‘Schwadron‘ ableitet.

Eine Schar von Reitersoldaten zogen im 17. Jahrh. als sogenannten Schwadronen umher

Im 17. Jahrhundert verstand man unter einer Schwadron eine  Einheit zu Pferd (eine Kavallerie). So eine Schar von Reitersoldaten zog in sogenannten Schwadronen umher. Und landeten sie dann am Ende des Tages in den Kantinen ihrer Regimenter, ließen sie sich meist ausschweifend und prahlend über ihre Heldentaten aus.

Im 18. Jahrhundert erhielt das Verb in der Sprache der Studenten die Bedeutung des wilden und planlosen Fechtens, tatsächlich und auch im übertragenen Sinne als Wortgefecht. Spätestens jetzt galt ein ‘Schwadroneur‘ als Aufschneider und Schwätzer, der herumschwadroniert.

Schade eigentlich, dass dieses interessante und auch irgendwie geheimnisvoll anmutende Wort nur noch so selten gebraucht wird …

Weitere ‚fast vergessene Wörter‘ auf meinem Blog:

Techtelmechtel

Hagestolz

Grisette

adies

Plumeau

Guffen

Matz – in früherer Bedeutung

Sappralott

Recherche Polizeiarbeit – Nicht nur für Autoren interessant

Mordermittlung – Fiktion und Realität
Ein kleiner Einblick in die reale Polizeiarbeit

Ein Gastbeitrag von Mara Laue

Der Ablauf einer Mordermittlung

WICHTIG: Polizeigesetz ist Bundesländersache. Das heißt, dass die Dienst- und Ermittlungsvorschriften bis auf einige allgemeingültige Dinge von Land zu Land und manchmal sogar von Stadt zu Stadt unterschiedlich sind.

Ein der Polizei gemeldeter Leichenfund wird erst einmal wertneutral als „Todesfall“ bzw. „Leichenfund“ behandelt und auch so bezeichnet. Stellt sich heraus, dass „Fremdverschulden“ vorliegt, wird der Todesfall zum „Tötungsdelikt“, wobei immer noch offen bleibt, ob es sich um einen vom Täter schuldhaft verursachten Unfall, Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag oder tatsächlich Mord handelt.

Erst wenn aufgrund der Spurenlage (oder Zeugenaussagen oder einem Geständnis) mit größter Wahrscheinlichkeit vom Vorsatz des Täters ausgegangen werden kann, wird der Fall zu einem „Mordfall“.
Irgendwann nach der Tat wird der Tote von jemandem gefunden, der/die dann die Bereitschaftspolizei über Rufnummer 110 über den Leichenfund informiert. Die Polizei bittet den Finder, vor Ort auf deren Eintreffen zu warten. Danach rückt ein Streifenwagen mit in der Regel (mindestens) 2 Beamten aus und nimmt den Tatort in Augenschein. Dabei wird zunächst nur festgestellt, ob es sich – soweit auf den ersten Blick erkennbar – um einen Unfall, einen Selbstmord oder „Fremdeinwirkung“ handelt. Ist Letzteres der Fall, wird das zuständige  Kriminalkommissariat verständigt.

Dieses Kommissariat hat von Ort zu Ort bzw. Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Bezeichnungen z. B. Fachkommissariat 1, kurz FK 1 (Niedersachen), Kriminalkommissariat 11, kurz KK 11 (NRW) oder Dezernat 11 (Sachsen). Diese Abteilungen ermitteln aber keinesfalls nur bei Mord – dieses Verbrechen kommt sooo häufig nun doch nicht vor – sondern auch bei Entführungen, Brandermittlungen, Bandenkriminalität, Vermisstensachen, Sexualdelikten, Kindesmisshandlungen u. a.

Hier zu Verlorene Töchter

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Geschieht der Leichenfund in der Nacht, wird der zuständige Ermittler aus dem Bett geklingelt, der Bereitschaftsdienst hat. Der KDD = Kriminaldauerdienst, der für die Nachtschicht zuständig ist, existiert nur in relativ wenigen Großstädten. In allen anderen halten die zum Bereitschaftsdienst eingeteilten Beamten nach Dienstschluss ihre Telefone/Handys empfangsbereit, um notfalls in der Nacht zum Tatort zu eilen.

Steht fest, dass es sich um Mord handelt, wird eine Mordkommission – kurz MK– (in Niedersachsen Moko) gegründet, die aus Beamten verschiedener Abteilungen besteht. Je nachdem welchen mutmaßlichen oder offensichtlichen Hintergrund die Tat hat, werden auch Beamte aus den für Raub, organisierte Kriminalität oder anderen Abteilungen mit einbezogen sowie fast immer ein Pressesprecher, der auch bei den zweimal täglich stattfindenden Dienstbesprechungen anwesend ist.

Eine Mordkommission besteht immer aus einem relativ großen Stab von Leuten. Wie viele eingesetzt werden, hängt vom Fall ab; aber es sind in jedem Fall sehr viel mehr als nur die 3 bis 4, die in den Filmen und den meisten Büchern als „vollständige“ MK präsentiert werden. Ihre Zahl liegt IMMER im zweistelligen Bereich. Ein erfahrener Ermittler wird (in der Regel vom Dienststellenleiter) zum Leiter der MK ernannt und ist offizieller Ermittlungsleiter. Dieser stellt den Rest des Ermittlungsteams zusammen, wobei aber jedes Teammitglied Vorschläge machen kann, wer noch mit dabei sein sollte.

Übrigens: Eine ständige Mordkommission in immer derselben Besetzung, wie uns das in nahezu allen Krimiserien vorgegaukelt wird, gibt es in Deutschland nicht. Für jeden Einzelfall wird eine eigene MK gebildet. Darin kommen zwar ab und zu immer wieder dieselben Kollegen zusammen, aber die Gesamtbesetzung wechselt. Auch ist der MK-Leiter nicht immer derselbe.

Eine „Soko“ ist eine Sonderkommission, die ausschließlich für besondere Fälle (z.B. Entführungen) oder für alle mit einem bestimmten Fallkomplex zusammenhängenden Fälle gebildet und nach dem Abschluss dieses einen Falles/Fallkomplexes wieder aufgelöst wird. Sie ist personell erheblich größer als eine Moko und besteht manchmal aus den MKs verschiedener Städte. Die „Soko“s aus den gleichnamigen Fernsehserien sind in Wahrheit nichts anderes als stinknormale (personell unterbesetzte) Mordkommissionen.

Nach dem Fund der Leiche werden die Zeugen befragt. Augenzeugen werden zunächst vor Ort interviewt, die dann später zur Unterzeichnung eines entsprechenden Protokolls ins Präsidium kommen müssen. Wenn es keine Augenzeugen gibt, wird eine Haus-zu-Haus-Befragung durchgeführt (wenn der Mord in bewohnter Gegend geschah), bei der etliche Beamte mit Schreibblöcken bewaffnet sämtliche Anwohner/Nachbarn befragen. Anhand der Spuren und der Befragungen verdichtet sich dann ein Bild, das auf den/die Täter/innen hinweist. Sind genug Beweise zusammengetragen, erfolgt eine Vernehmung (siehe Teil 3) und evt. eine Festnahem. Der Staatsanwalt entscheidet dann über die Anklageerhebung.

Ermittlungen (nicht nur bei Mord) werden grundsätzlich IMMER im Team erledigt. Den klassischen Einzelermittler à la Kommissar Maigret gibt es schon lange nicht mehr. (Selbst Privatermittler arbeiten so gut wie nie allein.)

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Die Ermittlungen bzw. die spätere Beweisführung läuft ab nach den berühmten „6 W“ = Wer hat Was, Wann, Wie, Warum und Womit getan? (evt. auch noch „mit wem“) Anders ausgedrückt: der mutmaßliche Täter muss sowohl die Gelegenheit zur Tat wie auch ein Motiv dafür haben und in der Lage gewesen sein, sie zu begehen. Er muss also zur Tatzeit vor Ort gewesen sein (können), einen handfesten Grund für die Tat haben, und er muss von seinen Kenntnissen, Lebensumständen, Zugangsmöglichkeiten zum Tatwerkzeug und körperlichen Möglichkeiten her in der Lage gewesen sein, die Tat zu begehen. Nur eins dieser Dinge reicht für eine Beschuldigung bzw. Festnahme nicht aus. Der berühmte Satz aus dem Vorspann einer (nebenbei grauenhaften!) Vorabendkrimiserie „Sie haben ein Motiv und kein Alibi!“ ist nach realem Recht und Gesetz zwar ein Grund für einen Anfangsverdacht, rechtfertig aber noch lange keine Festnahme. Und der im Zorn vor Zeugen geäußerte Satz „Ich bring ihn um!“ allein (!) hat in der Realität noch niemanden in U-Haft und meistens noch nicht mal in Verdacht gebracht.

Die Ermittler setzen sich in der Regel zweimal täglich – morgens und nachmittags/abends – zur Dienstbesprechung zusammen, in denen sie sich gemeinsam über die Ergebnisse der bisherigen Ermittlungen austauschen. In der Zeit dazwischen trägt jeder Ermittler seine Erkenntnisse in seinen PC ein. Die Computer einer Dienststelle sind alle miteinander vernetzt, so dass jeder Ermittler jederzeit den aktuellen Stand des Falls abrufen kann (und das auch mehrmals täglich tut).

Herrin des gesamten Ermittlungsverfahrens ist die Staatsanwaltschaft. Die Beamten der Moko sind nichts anderes als (Achtung: Amtsdeutsch!) „Erfüllungsgehilfen der Staatsanwaltschaft“. Der zuständige Staatsanwalt kann auch die Ermittlungsrichtung vorgeben, d. h. bestimmen, gegen wen ermittelt wird und gegen wen nicht (mehr). Er/sie wird ständig über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden gehalten. In einigen Städten ist es üblich, dass er sogar bei den Dienstbesprechungen anwesend ist. Dies ist aber optional.

Ist der Täter gefasst, endet die Arbeit der Moko aber noch lange nicht. Es werden in den folgenden Wochen (!) alle Beweise überprüft, ob sie tatsächlich zwingend auf den mutmaßlichen Mörder hinweisen oder ob noch andere Personen infrage kommen. Schon mancher Verdächtige hat aus Angst, um jemanden zu decken oder anderen Motiven heraus ein falsches Geständnis abgelegt. Handelt es sich bei dem Mord nicht um z. B. eine Beziehungstat, wird das Schema der Tat auch mit anderen Taten bundesweit abgeglichen, um zu prüfen, ob der Täter nicht vielleicht ein Serienmörder ist. Ist die Beweiskette lückenlos, wird sie schriftlich und bildlich so aufgearbeitet, dass sie für den Richter logisch nachvollziehbar ist und keine Fragen/Unklarheiten offen bleiben. Diese Aufbereitung dauert ca. 2 bis 4 Wochen (je nach Fall), in Einzelfällen (z. B. im Fall „Mirko“) auch sehr viel länger.

Bei einer Mordermittlung beträgt die Arbeitszeit jedes einzelnen Mitglieds der Mordkommission 12 –bis 16 Stunden TÄGLICH an 7 Tagen in der Woche. Urlaube, Geburtstagsfeten, Jubiläumfeiern usw. sind dann vorläufig gestrichen. Einzige Ausnahme: Hochzeitstermine müssen NICHT verschoben werden, die Hochzeitsreise aber schon.

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Der Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung der Autorin Mara Laue hier veröffentlicht. Er ist Lektionstext ihrer Schreibkurse. Weitere Lektionen gibt es zu folgenden Themen:

1. Der trügerische Schein der Fiktion 1
2. Der Ablauf einer Mordermittlung 4
2.1 Feststellung der Identität/Anschrift 7
2.2 Grenzübergreifende Ermittlungen 8
3. Tatortarbeit 11
4. Obduktion 13
5. Vernehmung und Befragung 16
5.1 Aufzeichnung 18
6. Festnahme 20
7. Hausdurchsuchung 22
8. Waffenrecht 24
9. Der verliebte Kommissar 26
10. Wissenswertes und Interessantes 27
11. Nachwort 31
12. Literaturverzeichnis/Quellennachweis 32

 

Mara Laue

Mehr zu Mara Laue, ihrem Buch ‚Von der Idee zum fertigen Text‘ und ihren Internet-Schreibkursen finden Sie hier

 

Nähe / Literaturpreis Grassauer Deichelbohrer 2019

Die Anthologie zum Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ 2019 ist erschienen.

Die 33 Kurzgeschichten zum Thema NÄHE, die dieser Band für Sie bereithält, ergeben eine spannende, bunte Sammlung von Krimis, Liebesgeschichten und Skurrilen Erzählungen, die es 2019 auf die Longlist des ‚Grassauer Deichelbohrers‘ schafften.

ISBN Buch: 978-3-946280-60-6
308 Seiten – Preis: 12,99 €

ISBN E-Book: 978-3-946280-57-6
ASIN: B07K6JDNNL  –  Preis: 5,99 €

Wer mehr über den Literaturpreis erfahren will, findet hier weitere Informationen.

Shortlist Grassauer Deichelbohrer

Shortlist des ‚Grassauer Deichelbohrer‘ mit acht Titeln steht fest

Die fünf Juroren haben sich entschieden und aus den 34 Geschichten der Longlist die acht Texte ausgewählt, die ihnen am besten gefallen. Und hier sind sie, die acht Gewinner, geordnet nach dem Alphabet der Vornamen.

Die Reise                                                        Andreas Weidmann

Glockengasse 13                                            Armena Kühne-Enzinger

Nachts–Allein–Im Wald                                Cornelia Koepsell

Haikus                                                           David Jacobs

Duft sterbender Bücher                                  Heidi Lackner

Schall und Rauch                                           Janika Rehak

Findelfell                                                        Julia Kersebaum

Ich fühle was, was du nicht fühlst                 Manuel Zerwas

Die drei Erstplatzierten aus den acht Gewinnern bleiben vorerst noch geheim. Im Rahmen einer Gala werden sie am 26. Oktober 2019 um 19:30 Uhr in Grassau in der Villa Sawallisch bekanntgegeben. Den Abend moderieren die beiden Autorinnen und Jurymitglieder Angeline Bauer und Constanze Wilken. Für die musikalische Begleitung sorgen die Pianistin Beatrice von Kutschenbach und der Tenor Udo Scheuerpflug.

Am 25. Oktober um 19:30 Uhr lesen alle acht Gewinner ebenfalls in der Villa Sawallisch ihre Kurzgeschichte vor.

Die Anthologie, in der alle 35 Geschichten der Longlist vertreten sind, wird rechtzeitig zur Gala am 26. Oktober erscheinen.

Es hat 308 Seiten. Die Druckversion kostet 12,99 €, das E-Book 5,99 €

Buch     – ISBN 978-3-946280-60-6
E-Book – ISBN 978-3-946280-59-0

19. August – der Welt-Foto-Tag

Heute, am 19. August, begehen Hobby- und Profi-Fotografen aus der ganzen Welt den Welt-Foto-Tag (World Photo Day). Der australische Fotograf Korske Ara hat ihn im Jahr 2010 ins Leben gerufen.

Dass der Welt-Foto-Tag ausgerechnet heute gefeiert wird, hat historische Hintergründe. Am 19. August 1839 erwarb die Pariser Akademien der Wissenschaften und der schönen Künste das Patent für die ‘Daguerreotypie‘ und stellte es der Allgemeinheit zur Verfügung. Bei der Daguerreotypie handelt es sich um das damals übliche fotografische Verfahren, bei dem Metallplatten verwendet wurden.

 

Der heutige Welt-Foto-Tag ist allerdings nicht der einzige ‘Ehrentag‘ der Fotografie. In Amerika wird jedes Jahr am 29. Juni der Tag der Kamera (National Camera Day) gefeiert. Auf den jeweils letzten Sonntag im April fällt der Tag der Lochkamera-Fotografie, und am 15. Juni eines jeden Jahres wird der Tag der Naturfotografie (National Nature Photography Day) begangen.


Mehr zum Thema finden Sie hier oder hier 

Ausschreibung Literaturpreis Grassauer Deichelbohrer

Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ 2019

Die Marktgemeinde Grassau im Chiemgau schreibt 2019 zum ersten Mal den Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ aus.

 

Gesucht werden die acht besten unveröffentlichten Texte zum Thema NÄHE. Pro AutorIn ist nur eine Einreichung möglich.
Vorgegeben sind mindestens 6000 und höchstens 9000 Zeichen, das entspricht fünf Normseiten von 1800 Anschlägen. Achtung: Geschichten, die länger sind, fallen aus der Wertung!

Zugelassen werden Kurzgeschichten aller literarischen Gattungen von Autorinnen und Autoren, die in deutscher Sprache schreiben und ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.

Die Einreichung muss in fünffacher Ausfertigung an unten genannte Adresse geschickt werden und anonymisiert sein. Das heißt, auf jeder Seite des Manuskriptes erscheint in der Kopfzeile ein von Ihnen gewähltes möglichst unverwechselbares Kennwort. Auf einer Extraseite, die dem Manuskript lose beigefügt wird, stehen:

Ihr Kennwort,
Ihre Kontaktdaten (Name und Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer),
Ihre Biobibliographie (Alter, eventuell Homepage und Veröffentlichungen),
eine Bestätigung mit Unterschrift, dass Sie selbst UrheberIn und RechteinhaberIn des Textes sind.

Diese Daten verbleiben im Rathaus und sind der Jury erst nach der Entscheidung zugänglich.

Die Manuskripte werden nicht retourniert, elektronische Einreichungen sind nicht möglich, und über die Nominierung oder den Preis wird kein Schriftverkehr geführt.

Die Jury ermittelt eine Shortlist von acht Texten, aus denen sich nach Punktevergabe jedes Jurymitgliedes die ersten drei Preisträger ergeben.
Alle acht Autoren der Shortlist werden zur Preisverleihung nach Grassau eingeladen, wo die Jury die Gewinner während eines Festaktes bekanntgibt. Die acht Autoren werden vorher nicht über ihre Platzierung unterrichtet! Auch werden Preise nur an anwesende Autoren vergeben. Erscheint ein nominierter Autor nicht, rückt der nächste unten Platzierte automatisch nach.

Die Autoren werden kostenfrei im Gästehaus der Villa des verstorbenen Dirigenten Wolfgang Sawallisch untergebracht. Anfahrt und Kostgeld werden nicht erstattet.

Einsendeschluss ist der 1. September, der Poststempel gilt. Am 4. Oktober geben wir die Shortlist auf unserer Webseite bekannt. Lesungen der acht Autoren und die feierliche Preisverleihung finden am 25./26.Oktober in Grassau statt.

Das Preisgeld beträgt:

1. Preis 1000 Euro / 2. Preis 500 Euro / 3. Preis 300 Euro

Zusätzlich wird den ersten drei Platzierten eine ‘Trophäe‘ überreicht, und alle acht Texte (plus eine Auswahl der Texte der Longlist) werden in einer Anthologie mit kurzer Biographie veröffentlicht. Jeder der acht Autoren erhält außerdem im Zuge der Preisverleihung eine Urkunde und drei Belegexemplare der Anthologie. Die Teilnahme am Wettbewerb gilt als Zustimmung zum Abdruck. Pressemitteilungen zu den Nominierten werden breitgestreut verschickt.

Die acht Autoren, die es auf die Shortlist geschafft haben, benachrichtigen wir persönlich. Die Entscheidung der Jury wird am 4. Oktober zusätzlich auf der Homepage www.literaturpreis-grassau.de veröffentlicht.

Klicken Sie sich durch unsere Webseite und erfahren Sie mehr über Grassau, die Zusammensetzung der Jury, die geplante Preisverleihung – und was eine Deichel ist.

Noch ein Wort zu unserem Thema: Ob Ihr Protagonist, Ihre Protagonistin NÄHE sucht, sich nach ihr sehnt, sie verloren hat oder gar Angst vor zu viel Nähe empfindet, bleibt selbstverständliche Ihnen als AutorIn überlassen. Die Jury interessier vor allem gutes Deutsch, ob die Geschichte den Spannungsbogen halten und eine dichte Atmosphäre vermitteln kann.

Einsendungen an: Gemeinde Grassau / Kennwort: Literaturpreis / z. Hd. Peter Enzmann / Marktstraße 1 / 83224 Grassau

Mehr Infos hier

Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ 2019

Die Marktgemeinde Grassau im Chiemgau schreibt 2019 zum ersten Mal den Literaturpreis ‚Grassauer Deichelbohrer‘ aus.

Gesucht werden die acht besten unveröffentlichten Texte zum Thema NÄHE. Pro AutorIn ist nur eine Einreichung möglich.
Vorgegeben sind höchstens 9000 Zeichen, das entspricht fünf Normseiten von 1800 Anschlägen. Achtung: Geschichten, die länger sind, fallen aus der Wertung!

Zugelassen werden Kurzgeschichten aller literarischen Gattungen von Autorinnen und Autoren, die in deutscher Sprache schreiben und ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.

Die Einreichung muss in fünffacher Ausfertigung an unten genannte Adresse geschickt werden und anonymisiert sein. Das heißt, auf jeder Seite des Manuskriptes erscheint in der Kopfzeile ein von Ihnen gewähltes möglichst unverwechselbares Kennwort. Auf einer Extraseite, die dem Manuskript lose beigefügt wird, stehen:

Ihr Kennwort,
Ihre Kontaktdaten (Name und Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer),
Ihre Biobibliographie (Alter, eventuell Homepage und Veröffentlichungen),
eine Bestätigung mit Unterschrift, dass Sie selbst UrheberIn und RechteinhaberIn des Textes sind.

Diese Daten verbleiben im Rathaus und sind der Jury erst nach der Entscheidung zugänglich.

Die Manuskripte werden nicht retourniert, elektronische Einreichungen sind nicht möglich, und über die Nominierung oder den Preis wird kein Schriftverkehr geführt.

Die Jury ermittelt eine Shortlist von acht Texten, aus denen sich nach Punktevergabe jedes Jurymitgliedes die ersten drei Preisträger ergeben.
Alle acht Autoren der Shortlist werden zur Preisverleihung nach Grassau eingeladen, wo die Jury die Gewinner während eines Festaktes bekanntgibt. Die acht Autoren werden vorher nicht über ihre Platzierung unterrichtet! Auch werden Preise nur an anwesende Autoren vergeben. Erscheint ein nominierter Autor nicht, rückt der nächste unten Platzierte automatisch nach.

Die Autoren werden kostenfrei im Gästehaus der Villa des verstorbenen Dirigenten Wolfgang Sawallisch untergebracht. Anfahrt und Kostgeld werden nicht erstattet.

Einsendeschluss ist der 1. September, der Poststempel gilt. Am 4. Oktober geben wir die Shortlist auf unserer Webseite bekannt. Lesungen der acht Autoren und die feierliche Preisverleihung finden am 25./26.Oktober in Grassau statt.

Das Preisgeld beträgt:

  •     1. Preis 1000 Euro
  •     2. Preis 500 Euro
  •     3. Preis 300 Euro

Zusätzlich wird den ersten drei Platzierten eine ‘Trophäe‘ überreicht, und alle acht Texte (plus eine Auswahl der Texte der Longlist) werden in einer Anthologie mit kurzer Biographie veröffentlicht. Jeder der acht Autoren erhält außerdem im Zuge der Preisverleihung eine Urkunde und drei Belegexemplare der Anthologie. Die Teilnahme am Wettbewerb gilt als Zustimmung zum Abdruck. Pressemitteilungen zu den Nominierten werden breitgestreut verschickt.

Die acht Autoren, die es auf die Shortlist geschafft haben, benachrichtigen wir persönlich. Die Entscheidung der Jury wird am 4. Oktober zusätzlich auf der Homepage www.literaturpreis-grassau.de veröffentlicht.

Klicken Sie sich durch unsere Webseite und erfahren Sie mehr über Grassau, die Zusammensetzung der Jury, die geplante Preisverleihung – und was eine Deichel ist.

Noch ein Wort zu unserem Thema: Ob Ihr Protagonist, Ihre Protagonistin NÄHE sucht, sich nach ihr sehnt, sie verloren hat oder gar Angst vor zu viel Nähe empfindet, bleibt selbstverständliche Ihnen als AutorIn überlassen. Die Jury interessier vor allem gutes Deutsch, ob die Geschichte den Spannungsbogen halten und eine dichte Atmosphäre vermitteln kann.

  • Einsendungen an:
  • Gemeinde Grassau
  • Kennwort: Literaturpreis
  • z.Hd. Peter Enzmann
  • Marktstraße 1
  • 83224 Grassau

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Die Sache vom Wünschen

In der Zeitschrift ‘Märchenforum‘, Ausgabe Frühling 2019, habe ich einen interessanten Artikel über das Wünschen gelesen. Geschrieben hat ihn Helmut Wittmann, ein Märchenerzähler aus Oberösterreich. Es macht ihn wütend, wenn Märchenerzähler mit dem Satz beginnen: „Zu Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat …“ Als ob heute das Wünschen nicht mehr helfen würde!

Ich muss ihm recht geben, schließlich habe ich schon oft in meinem Leben erfahren, dass Wünschen wirklich hilft. Aber auch, dass man vorsichtig sein muss mit dem was man wünscht! Und weil ernsthaft gehegte Wünsche durchaus in Erfüllung gehen können (wir machen sie bewusst wie unbewusst wahr), sollten sie ganz genau bedacht werden!

Was passiert, wenn wir oberflächlich wünschen und nicht satt werden von dem was wir bekommen, lernen wir u.a. aus dem Märchen ‘Vom Fischer und seiner Frau‘. Sie wünscht und wünscht, und alle Wünsche werden erfüllt – bis sie sich wünscht, der Papst (Gott) zu sein. An dieser Stelle geht das mit dem Wünschen dann gewaltig schief, denn zum Wünschen gehört eben auch Dankbarkeit.

Warum mich der Artikel von Helmut Wittmann gleich in seinen Bann gezogen hat ist die Tatsache, dass gerade wir Frauen uns das mit dem Wünschen oft nicht so recht trauen (da gehört die Fischersfrau eher zu den Ausnahmen). Natürlich wünschen wir, aber wir wünschen sehr oft bescheidener als ein Mann. Zumindest die älteren von uns, denen man noch beibrachte, das Wünschen hintenan zu stellen, wenn es nicht um die Familie geht. Auch ich habe mir mit dem Wünschen viel zu lange Zeit gelassen bzw. die ersten 30 Jahre meines Lebens vor allem die Wünsche meiner Mutter erfüllt. Davor kann ich nur warnen! Selbst wenn die eigenen Wünsche sich erst einmal gegen einen richten, sind sie doch die ‘besseren‘ für einen, weil sie eben dem eigenen Leben Sinn und Form geben.

Helmut Wittmann hat für seinen Artikel ein sehr eindrückliches Märchen ausgewählt. Es heißt „Der sprechende Vogel, der singende Baum und das goldene Wasser“. Hier geht es um drei Schwestern, die sich insgeheim etwas wünschen. Die Älteste möchte den Gärtner des Königs heiraten, die zweitälteste den Bäcker des Königs, die Jüngste aber will ihren Wunsch nicht preisgeben. Als die Schwestern solange in sie dringen, bis sie gesteht, dass sie sich den König selbst wünscht, wird sie verlacht und verspottet. Doch die Wünsche erfüllen sich schließlich alle, und was passiert? Die beiden älteren sind neidisch auf die jüngste, weil sie selbst gerne mit dem König verheiratet wären. Und darum intrigieren sie auf ganz bitterböse Weise gegen ihre Schwester!

Wie oft hat man sich und seinen FreundInnen schon die Frage gestellt: Was würdest du dir wünschen, hättest du drei Wünsche frei? Oder: Was würdest du mit dem Geld anfangen, hättest du zehn Millionen im Lotto gewonnen? Die eine hat gleich parat: Eine tolle Villa, ein superschickes Auto, eine Weltreise. Die andere denkt lange nach, denn sie weiß: Das Wünschen will gelernt sein.
Wittmann hat da eine Zweipunkteregelung für uns parat:

1. Überlege dir sehr genau, was du dir wünscht, bedenke die Folgen und überlege dir gut, ob dich die Erfüllung dieses Wunsches wirklich glücklich macht.

2. Gib dich in wesentlichen Dingen nicht mit Kompromissen zufrieden (siehe die drei Schwestern oben).

Und am Schluss warnt er: Hab acht, denn so unmöglich der Wunsch auch erscheinen mag: Was du dir aus ganzem Herzen wünscht neigt dazu, Wirklichkeit zu werden.

Ich habe noch eine zusätzliche Erfahrung gemacht: Wenn das, was du dir aus ganzem Herzen wünscht, in Erfüllung gehen soll, dann schaffst du es auch, die Steine aus dem Weg zu räumen, selbst wenn sie dir noch so groß erscheinen mögen.

 

Wunsch und Wirklichkeit – Märchenforum Frühling 2019

81. Ausgabe / ISSN Nr. 1662-0666

CHF 10.00 / EUR 8.50 / zzgl. Porto (portofreie Lieferung in DE)

Zum Bestellshop

Verschiedene Märchenratgeber von Angeline Bauer finden Sie hier

Heildende Märchen – Geschichten, die Kinder stark machen

Matthias Brandt, Jörg Thomas und die ‘Krankenakte Robert Schumann

Genie und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander – das bringen Matthias Brandt und Jörg Thomas den Zuschauer ihres Theaterstücks ‘Krankenakte Robert Schumann‘ so eindringlich nahe, dass man stellenweise das Gefühl hat, es nicht länger aushalten zu können. Ein derartig beeindruckendes Theaterstück, das einen Blick in die Un-Tiefe der menschlichen Seele öffnet, wird man nicht oft erleben können. Mir jedenfalls wird es für immer unvergessen bleiben.

Fünf Menschen brauchte es, um so eine Explosion an Emotionen auf die Bühne zu bringen. Matthias Brand – in meinen Augen der beste deutsche Schauspieler, den wir zurzeit haben. Jens Thomas – Sänger, Liedermacher, studierter Jazz-Pianist und einer der wenigen, die das Obertonsingen beherrschen. Der Schriftsteller Peter Härtling, der mit seiner Roman-Biografie „Schumanns Schatten“ die literarische Vorlage lieferte. Jörg Handstein, der nach Peter Härtlings Roman den Text zu diesem Stück schrieb. Und natürlich den Komponisten Robert Schumann selbst, dessen Schicksal zutiefst berührt.

Sinfonien, Ouvertüren, Konzerte und die Oper Genoveva zählen zu Robert Schumanns Werken, seine Lieder und Klavierstücke gehören bis heute zum Repertoire großer Sänger und Klaviervirtuosen.

Eigentlich wollte er Pianist werden. Doch einer Handverletzung wegen musste er diese Laufbahn aufgeben und sich aufs Komponieren verlegen. Er gründete in Leipzig die „Neue Zeitschrift für Musik“ und heiratete Clara Wieck, die Tochter seines Klavierlehrers, die selbst eine berühmte Pianistin wurde. Ihr Vater war gegen diese Heirat, deshalb musste Schuman sich die Erlaubnis zu dieser Ehe vor Gericht erstreiten.

Schumanns psychische Instabilität, die immer wiederkehrenden depressiven Schübe und Zustände nervöser Erschöpfung führten am Rosenmontag des Jahres 1854 zu einem Selbstmordversuch. Er ging ins Wasser, wurde jedoch gerettet und daraufhin in die private ‘Irrenanstalt‘ des Arztes und Psychiaters Franz Richarz eingewiesen, wo er, von Halluzinationen und Tobsuchtsanfällen gepeinigt, schließlich verstarb.

Es ist dieses dunkle Kapitel aus dem Lebens des Komponisten, dem sich der Schauspieler und Musikliebhaber Matthias Brandt in ‘Schumanns Krankenakte‘ widmet. Das Theaterstück ist schwer zu benennen. Matthias Brandt liest und wird dabei von Musik begleitet – und doch ist es keine Lesung. Obwohl er fast durchwegs sitzt, spielt Brandt. Er spricht, stöhnt, flüstert, schreit, stottert und lacht. Der Klang seiner Stimme schwankt dabei zwischen Aggressivität und Schwermut und transportiert so Wahnsinn, Verzweiflung, Einsamkeit und die Sehnsucht des Menschen Robert Schumann.

 

Matthias Brandt wurde als jüngster Sohn seiner Eltern Willy und Ruth Brandt in Berlin geboren, wo er auch heute noch mit Frau und Tochter lebt. Er war an einigen renommierten deutschsprachigen Theatern engagiert und stand in mehr als 70 Filmen vor der Kamera. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde er u. a. mit dem Deutschen Schauspielerpreis, dem Bayrischen Fernsehpreis, dem deutschen Hörbuchpreis, dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bambi, der Goldene Kamera und dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.

Am Flügel begleitet wird Matthias Brandt von Jens Thomas, der an der Musikhochschule Hamburg Jazz-Klavier studierte. Mit Klaviermusik, Gesang und Obertongesang untermalt er den Textvortrag Brandts auf eine Weise, die den Abend zu einem besonders intensiven Hörerlebnis werden lässt. Auch Jens Thomas, der internationale Konzerte gibt und viele CDs veröffentlicht hat, wurde mit Preisen ausgezeichnet und ist in Theaterproduktionen in Deutschland und dem Ausland zu erleben.

Die literarische Vorlage lieferte der am 10. Juli 2017 verstorbene Schriftsteller Peter Härtling. Seine Roman-Biografie „Schumanns Schatten“ ist 1996 bei Kiepenheuer & Witsch erschien. Nach dieser Vorlage verfasste der Musikwissenschaftler, Autor und Kritiker Jörg Handstein eine Hörbiografie mit dem Titel ‘Die innere Stimme‘ und schuf damit die Textvorlage für das Bühnenstück des Duos Brandt & Thomas.

Das schauspielerische Können Matthias Brandts ist die eine Sache – die andere ist die bemerkenswerte schriftstellerische Leistung von Jörg Handstein, dem es gelang einen Monolog von 75 Minuten immer wieder auf den Punkt zu bringen und von da aus einen neuen Ausgangspunkt und Anlauf für den weiteren Text zu schaffen. Als Autorin weiß ich, wie schwer es ist, die Fäden über einen langen Text hinweg in der Hand zu behalten – erstrecht bei einem Stück, das an sich handlungsarm ist, weil es sich vollkommen auf die Innenwelt eines Protagonisten bezieht.

Jörg Handstein schreibt regelmäßig für die Programmhefte der Orchester und Chöre des Bayerischen Rundfunks und gilt beim Bayerischen Rundfunk als Spezialist für Hörbiografien.

Wer noch Gelegenheit bekommt, diese ergreifende Vorstellung mit Matthias Brandt und Jens Thomas zu erleben, sollte es sich nicht entgehen lassen. Hier verbindet sich das Können dreier großartiger Künstler – Matthias Brandt, Jens Thomas und Jörg Handstein – zu einem faszinierenden Abend, der einen tiefen Blicke in die menschliche Seele gewährt.

   Musiknoten zu Krankenakte Robert Schumann hier bestellen
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Hallo im Neuen Jahr!

Aus technischen Gründen war mein Blog zwei Wochen außer Gefecht gesetzt. Jetzt ist alles wieder in Ordnung, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen meine besten Wünsche fürs 2019 zu übermitteln! Gesundheit, Liebe, Erfolg und alles, was man sich sonst noch wünschen mag, soll das Jahr für euch bereithalten!

Steinturm mit Text: Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst

 

16. Söckchen im Blog-Adventskalender

In diesem Jahr darf ich das 16. Söckchen im Blog-Adventskalender für euch füllen!

Weihnachten steht vor der Tür und Nikolaus liegt schon fast zwei Wochen hinter uns. Vielleicht hat er bei euch reingeschaut? Ich kenne jedoch einige Leute, bei denen er nicht angeklopft hat. Darüber wundert man sich Land auf, Land ab.

Ich habe ein wenig recherchiert und herausgefunden, woran es liegen mag. Irgendwo auf seiner weiten Schlittenfahrt zu uns stand ihm dieses Schild im Weg.

santa-stop-here

Aber wer hat es bloß aufgestellt? Und was war wohl der Grund dafür? Wisst ihr es vielleicht? Dann schreibt es hier auf! Und wer die beste, witzigste, abgefahrendste oder rührendste Antwort hat, erhält ein Buch als Überraschung von … nein, nicht von mir, natürlich von Santa Claus!

Am nächsten Samstag werde ich zusammen mit meiner Familie die Entscheidung treffen.

Das nächste Söckchen findet ihr auf einem der folgenden drei Blogs

offenes blog

Eckis Welt – Kunterbunt

nicht spurlos de


Liebe Teilnehmer am Gewinnspiel, ich freue mich, dass wenigstens ein paar von euch ihre Fantasie spielen ließen. Für meine Enkelin war übrigens sofort klar: „Das war ein Kind das wollte, dass der Nikolaus alle Geschenke bei ihm lässt.“
Wir haben uns für das schöne Gedicht von Ursula entschieden, obwohl die anderen Kommentare auch ihren Charme hatten … Respekt, Ursula! Du bekommst demnächst ein Buch von Santa Claus und von uns die besten Wünsche fürs nächste Jahr! Schreib weiterhin so schöne Gedichte!

Hagestolz – ein fast vergessenes Wort

Heute möchte ich einmal wieder an ein fast vergessenes Wort erinnern – Hagestolz.
Unsere Altvorderen aus dem vorletzten Jahrhundert kannten es noch als Bezeichnung für einen eingefleischten Junggesellen. Selten wurde es auch in seiner weiblichen Form (Hagestolzin oder Hagestolze) für eine Junggesellin benutzt.

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Gegen Mitte des letzten Jahrhunderts war es dann bereits mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, inzwischen kennt es so gut wie niemand mehr. Dennoch ist es ein schönes und klangvolles Wort, das neugierig macht. Und ganz sicher sollten es AutorInnen oder LeserInnen historischer Romane kennen.

Auch wenn einen die zweite Silbe des Begriffs, nämlich ‘stolz‘, geradezu anspringt und man einen aufrechten, freiheitsliebenden, vielleicht auch selbstgefälligen Mann vor Augen hat – mit Stolz hat das Wort nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine sprachliche Weiterbildung des mittelhochdeutschen ‘stalt‘, die Vergangenheitsform des Verbs ‘stellen‘ bzw. des dazugehörigen Substantiv ‘Stelle‘. Das Bestimmungswort ‘Hag‘ (es bedeutet Hecke, Hain, Gebüsch) bezieht sich dagegen auf ein kleines Stück Grund, das von einem größeren abgetrennt wurde.

Die moderne Sprachforschung geht davon aus, dass der Begriff Hagestolz in dem einstigen Rechtsverhältnis begründet liegt, demgemäß der älteste Sohn den Hof erbte und die ihm nachfolgenden Brüder leer ausgingen. Meist blieb diesen dann nichts anderes übrig, als in ein Kloster einzutreten oder als Knecht (oder Magd) auf dem Hof des Bruders zu bleiben. Dort hatten er oder sie jedoch keinerlei Rechte, konnten auch nicht heiraten, denn dazu benötigte man die Erlaubnis der Obrigkeit. Die wiederum erhielt man nur, wenn man selbst einen Hof oder einen Handwerksbetrieb besaß und so sichergestellt war, dass man eine Familie ernähren konnte.

Hoferben in ihrer Tracht
Männer, die so aufgeputzt daherkamen, waren bestimmt die Hoferben und nicht ihre nachfolgenden Brüder, die ihnen als Knechte dienen mussten

Sofern der Hof groß genug war, erhielt ein zweitgeborener Sohn in seltenen Fällen (und dann auch nur weit abgelegen) auf dem väterlichen Grundbesitz ein kleines, von einem ‘Hag‘ eingefriedetes Stück Land, auf dem er sich eine Hütte errichten konnte. So eine Junggesellenwohnstatt, die so bescheiden war, dass der Betreffende gewöhnlich keine eigene Familie gründen konnte, wurde in manchen Gegenden Hagestelle (Hagestolz) genannt. Später bezog man das Wort dann auch auf den Besitzer eines solchen Anwesens, und seit dem Hochmittelalter galt es schließlich ganz allgemein als Begriff für einen unverheirateten Mann im Alter ab fünfzig Jahren aufwärts.

Gegen Ende des Mittelalters hielt das sogenannte Hagestolzenrecht Einzug in die Rechtsprechung einiger deutscher Lande. Es beinhaltete, dass der Besitz eines ‘Eigenmannes‘, der ledig geblieben war, nach seinem Tod automatisch an den Leib- oder Grundherrn oder an den Landes- oder Stadtherrn fiel. In manchen Regionen hielt sich das Hagestolzenrecht bis ins 19. Jahrhundert.
In späterer Zeit, als man keine Erlaubnis der Obrigkeit mehr benötigte, um heiraten zu dürfen, bezeichnete der Begriff Hagestolz einen älteren Junggesellen, der aus Überzeugung unverheiratet geblieben war.

In der Welt der Literatur begegnen wir dem Hagestolz zum Beispiel in Goethes Faust I. Teil, wo geschrieben steht: „Und sich als Hagestolz allein zum Grab zu schleifen, das hat noch keinem wohlgetan.“
Oder in Heinrich von Kleists ‘Der zerbrochene Krug‘, wo es heißt: „Das ist der Vorteil von uns verrufenen hagestolzen Leuten, dass wir, was andre knapp und kummervoll, mit Weib und Kindern täglich teilen müssen, mit einem Freunde, zur gelegenen Stunde, vollauf genießen.“

In diesem Blog finden Sie weitere vergessene Wörter, darunter adies, Grisette, Guffen, Plumeau, Sappralott (auch Saperlot) und ‚Matz‘, ein Wort das wir heute nur noch als Schimpfwort kennen. Einfach unter Suchen eingeben …

Weitere ‚fast vergessene Wörter‘ auf meinem Blog:

Schwadronieren

Techtelmechtel

Hagestolz

Grisette

adies

Plumeau

Guffen

Matz – in früherer Bedeutung

Sappralott

Tausend Sterne über der Wüste – Neuerscheinung im November

In diesem spannende und zu Herzen gehenden E-Book finden Sie acht historische Kurzromane aus der Feder der Autorin Lina-Sophia Clement, die von starken Frauen handeln und Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts spielen. Stolz und mutig treten sie allen Widrigkeiten entgegen, die sich ihnen in den Weg stellen, kämpfen um ihre Liebe und bieten Macht und Intrigen tapfer die Stirn.

Inhaltsverzeichnis:

Tausend Sterne über der Wüste
Für immer und ewig
Ein Maskenball
Die wahre Braut
Eine heimliche Liebe
In meinem Herzen bist nur du
Das Gute siegt am Ende doch
Emmis Puppe

Tausend Sterne über der Wüste
Man schreibt das Jahr 1853, als Lady Jane Ellenborough in Damaskus eintrifft. Sie ist 46 Jahre alt und noch immer eine Schönheit! Zum drittenmal geschieden, enttäuscht von der Liebe, hat sie mit den Männern abgeschlossen und träumt nur noch von einem: Den geheimnisvollen Orient zu erkunden. Doch als Scheich Medjuel El-Mezrab in ihr Leben tritt, lernt sie endlich die wahre Liebe kennen.

Für immer und ewig
Muskau anno 1829. Lucie, Fürstin von Pückler-Muskau, wartet auf die Rückkehr ihres geschiedenen Gatten, der in England auf Brautschau ist. Durch Geldheirat hofft er, dem Schuldenturm zu entrinnen. Sie verzweifelt bei dem Gedanken, ihn, den sie immer noch über alles liebt, mit einer anderen teilen zu müssen.

Ein Maskenball
Sibylla Gernroth, Tochter eines Apothekers, soll mit dem Sohn eines Arztes verheiratet werden. Bevor sie sich in die ‘Ehegruft‘ zu diesem blassen, biederen und viel älteren Mann begeben muss, will sie noch etwas erleben. Sie überredet ihre Zofe und Vertraute, sie heimlich auf einen Maskenball zu begleiten.

Die wahre Braut
Sonneberg in Thüringen, zu Beginn des 19. Jahrhundert. Amanda, die jüngste Tochter des Puppenfabrikanten Nürnberger, verliebt sich in ihren Cousin aus Paris, der jedoch fast doppelt so alt ist wie sie. Ein Jahr ganzes Jahr vergeht, ehe sie ihn wiedersieht – ein Jahr, in dem sie von ihm träumt und auf ihren ersten Kuss von seinen Lippen hofft …

Eine heimliche Liebe
Carl Gustav Böhme, Reeder aus Hamburg, verbringt mit seiner Familie den Sommer an die Ostsee. Dort wird die zwanzigjährige Tochter Susann von zwei Männern überfallen. Der Hauslehrer ihrer jüngeren Brüder, zu dem Susann eine heimliche Beziehung eingegangen ist, kann das Schlimmste verhindern, will jedoch den Namen der Täter nicht nennen. Susann zweifelt an der Aufrichtigkeit seiner Gefühle.

In meinem Herzen bist nur du
Als Adele Baronen von Brink im Sterben liegt, gesteht sie ihre Tochter Hendrike, dass nicht Baron von Brink ihr Vater ist, sondern ihre Jugendliebe Frieder von Erlenbach. Sie schickt Hendrike mit einem Brief zu Frieder, der sie mit offenen Armen empfängt. Sie verliebt sich in seinen Ziehsohn. Doch niemals würde von Brink, ein hartherziger Choleriker, dieser Ehe zustimmen.

Das Gute siegt am Ende doch
Lisa wird von Moritz von Leibler vergewaltigt, Jacob, ihren Verlobten, schlägt er brutal nieder und verletzt ihn. Er wird seinen rechten Arm nie mehr gebrauchen, seinen Beruf als Schmied nie wieder ausüben können. Lisa bringt einen Jungen zur Welt. Doch als Moritz von Leibler herausfindet, dass Lisa einen Sohn von ihm hat, muss sie um dessen Leben bangen.

Emmi und die Puppe
Emmi wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Puppe. Doch ihre verwitwete Mutter verdient kaum genug zum Sattwerden. Da findet das Kind am 24. Dezember auf der Straße eine Puppe und ist überzeugt, dass es ein Geschenk vom Christkind ist. Die Freude währt nicht lang, denn Frau Direktor Röder fordert die verlorene Puppe zurück und bezichtigt Emmi des Diebstahls …

ISBN: 978-3-946280-57-6
ASIN: B07K6JDNNL
Text ca. 130 Buchseiten
Preis 3, 99 €

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