Der bayrische Konjunktiv als Lebensgefühl

Heute geht es mal um den ‘bayrischen Konjunktiv‘, der laut Thomas Kernert im Bayernland weniger als grammatikalische Regel denn als Lebensgefühl gesehen werden sollte. Eine Sendung darüber habe ich morgens während meiner Gymnastik gehört. Normalerweise trainiere ich eine halbe Stunde. Doch diese Auslassungen über den ‘bayrischen Konjunktiv‘ war so witzig, klug und interessant, dass ich bis zum Ende dabeiblieb und mich immer wieder zum Lachen animiert fühlte.

Es heißt ja: Deutsch Sprache – schwere Sprache. Aber wenn man sich erst mal auf das Bayrische einlässt, dann schlackern einem die Ohren! Ich könnte jetzt hier vorgreifen und einige Auszüge aus dem Text als Beispiel bringen, aber all diese herrlichen Pointen vorwegzunehmen, wäre einfach zu schade. Hören Sie doch selbst! Hier der Link zum BR Podcast >“I waar nochad da Kini!“ – Der Konjunktiv als Lebensgefühl<

Und falls Sie des Bayrischen nicht mächtig sind – keine Angst, es wird alles übersetzt!

Noch ein Wort zum Autor. Thomas Kernert wurde 1956 in München geboren, lebt noch dort im Umland und studierte Philosophie und Geschichte. Seit 1984 ist er freier Autor für Hörfunk und Printmedien, hat aber auch einige Bücher veröffentlicht.

Neuerscheinung aus unserem Verlag – Drei Fernradwege zusammengefasst Weser – Elbe – Weser-Harz-Heide

Angeline Bauer

Weser – Elbe – Weser-Harz-Heide

Drei Radfernwege zu einer Radreise

zusammengefasst

Mit unserem Reisebericht verschaffen wir Ihnen einen Überblick über drei Radfernwege. Ob Sie nur eine der Touren oder alle drei im Verbund fahren wollen, hier finden Sie Informationen, die Ihnen dabei helfen, sich ein Bild zu machen. Die angegebenen Streckenabschnitte erleichtern es Ihnen, eigene Planungen durchzuführen. Über wichtige Sehenswürdigkeiten auf der Route informieren wir Sie ausführlich. In welchem Bundesland sie sich gerade befinden, geben wir jeweils an. Auf Streckenbeschreibungen verzichten wir, da es sich um Radfernwege handelt, die gut ausgeschildert sind, und ein Tourenplaner auf dem Smartphone im Notfall weiterhilft.

ISBN E-Book : 978-3-946280-66-8
ISBN Buch: 978-3-946280-67-5
ASIN : B08RYYVDRN

Preis 4,99 / 9,99

Weitere Radreisebücher finden Sie hier

Der Glast – ein Begriff, der langsam aus unserem Wortschatz verschwindet

‚Der Glast‘ ist ein Begriff, der langsam aus unserem Wortschatz verschwindet. Das wurde mir klar, als ich mich mit einer norddeutschen Freundin und Kollegin über einen Text unterhielt, den sie geschrieben hatte und mir zum Lesen gab. Ich schlug ihr vor, anstelle des Wortes Schein, das sie ein paar Zeilen weiter oben bereits gebraucht hatte, das Wort Glast zu verwenden, um einen Wiederholungsfehler zu vermeiden. Doch sie kannte das Wort nicht. Ich habe nachgeforscht und fand heraus, dass ‘Glast‘ eher bei uns im Süden gebräuchlich ist bzw. war – denn es ist eines dieser Wörter, die wohl langsam aussterben werden. Schade eigentlich, denn es klingt malerisch, wie ich finde!

Der Glast (verwandt auch mit gelb, eine Mehrzahl gibt es nicht) ist ein anderes Wort für Glanz. Es steht für Schein, Schimmer, das Leuchten, das von einem Naturelement wie Sonne (Sonnenglast), Feuer, Blitz oder den Sternen ausgeht. Bei uns im Süddeutschen wird es hin und wieder noch gebraucht, ebenso in der Poesie. Dort meint es neben Schimmer oder Leuchten auch Gefunkel, Geflimmer, Geglitzer oder im übertragenen Sinne Ruhm, Größe, Glorie, Pracht, Prunk oder Herrlichkeit.

Hier ein Beispiel aus Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht ‚Das Spiegelbild‘ (dritte Strophe)

Zu deiner Stirne Herrscherthron,
Wo die Gedanken leisten Fron
Wie Knechte, würd‘ ich schüchtern blicken;
Doch von des Auges kaltem Glast,
Voll toten Lichts, gebrochen fast,
Gespenstig, würd‘ ein scheuer Gast,
Weit, weit ich meinen Schemel rücken.

Weitere ‚fast vergessene Wörter‘ auf meinem Blog:

Schwadronieren

Techtelmechtel

Hagestolz

Grisette

adies

Plumeau

Guffen

Matz – in früherer Bedeutung

Sappralott

Anders Alborg liest im Internet-Radio

Anders Alborg ist einer der Autoren, die es mit ihrer Geschichte auf die Longlist des ‚Literaturpreis Deichelbohrer‘ und damit in die Anthologie ‚Geheimnis‘ geschafft haben. Sie ist im Herbst im Verlag ‚by apr‘ erschienen.
Anders Alborg hält heute Abend gegen 18 Uhr eine halbstündige Lesung im Internet-Radio (Radio 889FM Kultur). Wer Lust auf Lesung hat, kann sich hier informieren.
Anders Alborgs Geschichte in der
trägt den Titel ‚Umkehr‘.

Gregor Samsa geht live am 3.12. um 20 Uhr

      Das Blogprojekt ‚Gregor Samsa‘ des Bremer Literaturkontors wird zur Online-Lesung

Sechs Autor*innen, sechs Geschichten, ein verbindendes Thema: Corona und wir. Das Blogprojekt „Gregor Samsa sind ich“ des Bremer Literaturkontors e.V. neigt sich dem Ende zu. Zum Abschluss gibt es eine virtuelle Lesung. Am 3. Dezember um 20 Uhr präsentieren Lui Kohlmann, Leyla Bektaş, Florian Reinartz, Jörg Isermeyer und Janika Rehak Einblicke in ihre Geschichten.

Fans des Blogs verfolgen die Geschichten bereits seit August, zu finden unter diesem Link. In der zweiten Novemberhälfte finden die Abenteuer der Figuren ein (vorläufiges) Ende: Eine Comic-Heldin fiebert dem Ergebnis ihres Corona-Tests entgegen (Lui Kohlmann), ein blockierter Schriftsteller entdeckt unerwartet die Vorteile des Lockdowns (Florian Reinartz), eine Alltagsbeobachterin beschreibt die kleinen und großen Auswirkungen der Pandemie (Betty Kolodzy), eine alte Dame erlebt die Isolation auf einer Krankenhausstation (Leyla Bektaş), ein Sänger versucht sich auf kreativen Abwegen (Jörg Isermeyer), eine junge Frau stellt ihre Beziehung infrage (Janika Rehak).

Wer den Blog bereits verfolgt, lernt die Hintergründe zu den Geschichten und ihre Verfasser*innen näher kennen, Neueinsteiger dürfen sich auf spannende Geschichtsfragmente freuen. Und auch wer den Blog bereits von vorn bis hinten durchgelesen hat, darf sich auf etwas Neues freuen: Lui Kohlmann hat ihre Comic-GIFs in Videos umgewandelt und bietet damit bislang unveröffentlichtes Material. Projektleiterin Janika Rehak hält zudem einige Informationen über die Entstehung des Projekts und die Idee dahinter bereit. Der Bremer Autor Helge Hommers führt als Moderator durch den Abend.

Die Anmeldung erfolgt über folgende Mailadresse: janika.rehak@gmail.com
Am Tag vor der Lesung wird der Einladungslink per Mail verschickt.

„Gregor Samsa sind ich“ ist ein Projekt des Bremer Literaturkontors und wird unterstützt von der VGH-Stiftung, der Waldemar Koch Stiftung sowie der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Vierter Teil der Rezension von Dr. Maria Hobl

Glühen – von Anja Sturmat

Es beginnt verheißungsvoll. Ein Mann – dass es einer ist, wird erst später klar – folgt bei einem nächtlichen Spaziergang zuerst einer Katze und dann einem Lichtschein in ein Haus. Er geht in die Wohnung einer seltsam anziehenden Frau – und da endet die Erzählung und lasst den Leser ratlos zurück …

Dornröschen – von Alexandra Grüttner-Wilke

Man nennt es wohl Ko-Morbidität. Ein Kind ist in die Traumwelt seiner kranken Mutter eingesponnen. Eine traurige Geschichte – gut erzählt.

Jesus auf meiner Terrasse – von Verena Gaupp

Der bärtige Kerl, der bei Mona auf der Terrasse sitzt, entpuppt sich als interessanter Gesprächspartner. Mit seinen Wundern klappt es allerdings nicht so gut. Nach seiner ‚Enttarnung‘ bleibt Mona mit ihm in Kontakt und dabei ein wenig in Zweifel, wen sie da eigentlich vor ich hat. Als Leser folgt man mit einigem Vergnügen ihren Überlegungen.

Der Brief – von Katrin Hamel

Ein Brief und ein Duft reißen eine alte Wunde auf. In ein mit Mühe neu gestaltetes Leben bricht die Vergangenheit ein. Die Autorin lässt uns die Hoffnung, dass noch alles gut werden kann.

Fenster putzen – von Wolfgang Spreckelsen

Die fleißige Hausfrau, die uns erklärt, wie man Fenster gut putzen kann, erzählt dann auch von ihrem Garten, dem Kompost und ihrer sonstigen Hausarbeit. Bei der wird sie von Besuchern gestört, die einen Vermissten suchen. Sie aber erzählt uns beiläufig von anderem störenden Besuch, ihrem Likör und den vielen Einmachgläsern im Keller. Es wird immer unheimlicher und erinnert dabei ein wenig an die schaurige Adventsgeschichte von Loriot.

Umkehr – von Anders Alborg

Nicht gerade Jekyll und Hyde – eher Dr. Drosten und ‚die große Chantal‘. Schlüpfrig, schwülstig beschreibt der Autor die Verwandlung eines braven Wissenschaftlers in eine Kurtisane – der dann eine überraschende Entscheidung gelingt.

Was du nicht siehst – von Daniela Esch

Eine moderne Fee – ob sie gut oder böse ist, kann man schwer entscheiden. Hier heißt sie Bella, ihr Name könnte aber auch Alexa oder Siri sein. Drei Menschen sind – jeder auf seine besondere Weise – von ihr beeinflusst. Sie aber weiß, dass das ihr eingeschriebenes Handeln ihr eigenes Unglück befördert. Das ist ein modernes Märchen, dass man mir so noch nicht erzählt hat.

Wahlfreiheit – von Verena Kerick

Was wäre, wenn – die alte Frage wird immer wieder neu gestellt. Frau Kerick erzählt uns zweimal eine Lebens- und Liebesgeschichte, die je nachdem ob Ja oder Nein gesagt wurde, sehr verschieden ausgeht. Das Geheimnis spielt nur eine Rolle als Köder, der letztlich ohne Bedeutung bleibt. Das Ganze wirkt auf mich ein wenig arg konstruiert.

Von alten Männern mit weißen Bärten – von Adi Traar

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit? Jonathans Leben verläuft nicht in gleichem Tempo. Im Wald findet er Zeichen, die ihm zu verraten scheinen, was es damit auf sich hat. Die Erzählsplitter passen nicht unbedingt zusammen, auch über manche Formulierung bin ich gestolpert. Die Idee der Geschichte fand ich aber anregend.

Hakim – von Sylvia Schmieder

Es ist doch eine amüsante Idee, eine Preisverleihung für den literarischen Nachwuchs zu thematisieren. Eine frustrierte Germanistin schleicht sich ein – eigentlich nur wegen ihrer kulinarischen Gelüste – schlüpft in die Rolle eines nicht erschienenen Teilnehmers und füllt sie immer mehr aus. Die Sprache ist manchmal nicht auf der Höhe der Idee – aber insgesamt ist diese letzte Geschichte der Anthologie ein passender Abschluss.

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Dritter Teil der Rezension von Dr. Maria Hobl

Schiller und Schmetterlinge – von Helge Streit

Eine altgewordene Lehrerin besucht regelmäßig ihre Tante im Krankenhaus. Ein ‚alter Bekannter‘ nähert sich ihr an, und sie fährt nun immer mit ihm dorthin. Er denkt erst, sie sei krank, ihr Ende sei nah. In dieser Situation will er ein Missverständnis aufklären, das seit Jahrzehnten zwischen ihnen steht – eine eindringliche Geschichte über Vorurteile, die nicht verschwinden wollen.

Homecoming Queen – von Iris Boss

Es soll ein glücklicher Abend werden – ein Triumph. Eine Schauspielerin ist in ihrer Heimatstadt auf dem Weg in das Kino, in dem ihr Film seine Premiere haben soll. Ihre glückliche Stimmung wir von einer Person gestört, die ihr auf dem Weg folgt und dann im Kino regelrecht im Nacken sitzt und die sie sehr ängstigt. Die eingestreuten Gedanken und Erinnerungsfetzen lassen nur vage Vermutungen zu, wer diese Person sein könnte und was sie der Protagonistin angetan hat. Die Mutter?

Abreisetag – von Henrike Sänger

Ein kleines Mädchen lernt die Kraft des Begehrens kennen. Ein Armband – es hängt vor ihrer Nase und ist doch unerreichbar. Sie sucht nach Wegen, wie sie das Armband bekommen kann. Ihre ältere Schwester könnte ihr helfen, will aber nicht. Das Mädchen überschreitet schließlich seine eigenen moralischen Grenzen – nur um festzustellen, dass die Schwester noch weiter gegangen ist! Es ist spannend, dem Kind in seiner Qual zuzusehen. Man würde ihm gerne das Armband geben, um es zu erlösen!

Die Spieluhr – von Ingrid Krüger

Zwischen einer Urenkelin und ihrer liebevollen Uroma besteht ein enges Band. Bei ihren regelmäßigen Besuchen erfreut sich die Urenkelin an einer Spieluhr, die sie immer wieder gerne hört. Nach dem Tod der geliebten Urgroßmutter fällt der jungen Frau das gesamt Erbe zu, auch die Spieluhr. Diese Uhr enthält ein Geheimnis, das ein neues Licht auf das Leben der Uroma wirft. Dies ist nun eine neue, nicht sehr aufregende Variante des Themas: Tod, Erbschaft, gelüftetes Geheimnis.

Praxisstudien – von Stefanie Maurer

Eine junge Frau ist erst einmal glücklich, dass ein attraktiver Mann, der sie für sein Buchprojekt als eine von 100 verführt hat, zu ihr zurückgekehrt ist – sie fühlt sich auserwählt. Dann aber liest sie eine Notiz, mit der ein neues Projekt des Bestsellerautors angedeutet wird – und gerät in Panik.
Eine witzige Geschichte.

Neunundvierzig Prozent – von Janina Rehak

Ein Mann im Café reflektiert über Zahlen, über Untreue, über den Unterschied zwischen Theorie und Praxis – und sucht doch nur eine wissenschaftlich schön fundierte Ausrede für seine eigene Amoralität.

Das Muschelarmband – von Sabine Flatau

Ein Junge – mit seinen Eltern in eine Schlossanlage gezogen – erkundet den Speicher und findet ein Bild, aus dem ihn eine junge Frau ansieht, die in fasziniert. Das Bild wird als sehr wertvoll erkannt und soll ausgestellt werden. Der Junge aber geht auf die Suche nach der Geschichte des Mädchens auf dem Gemälde – und findet nicht nur diese, sondern bald auch eine lebendige Version seiner Entdeckung. Eine Art Jugendmärchen.

Begegnung – von Greta R. Kuhn

Eine unerwartete Begegnung mit einer Freundin aus frühen Kindertagen ruft in der Erzählerin die Erinnerung an eine gemeinsame unschuldige Schuld wach – eine Schuld, die nie eingestanden wurde und das Leben der Protagonistin geprägt hat. Frau Kuhn hat für diese Geschichte eindringliche Sprachbilder gefunden.

Demnächst geht es weiter!

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Zweiter Teil der Rezension von Dr. Maria Hobl

Heute geht’s weiter mit meiner Rezension der Anthologie ‚Geheimnis‘

Dr. Maria Hobl rezensiert sechs Geschichten der Anthologie Geheimnis

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Schlönderklamm – von Bernhard W. Rabe

In einer Mischung aus Sozialreportage über die Frühindustrialisierung und ‚Game of thrones‘-Stil wird das Leben in einem wüsten Dorf geschildert. Die sprachlichen Bilder verrutschen manchmal ein wenig, aber der angedeutete Weg zur Erlösung der gequälten Bewohner ist interessant und macht auf eine Fortsetzung neugierig.

Meine fremde Tochter – von Ursula Winkler

Weil ein Geheimnis nicht gelüftet werden kann oder soll, scheitert die ersehnte Annäherung zwischen einer Mutter und ihrer verlorengeglaubten Tochter. Warum die Antwort auf die Frage nach dem unbekannten Vater so hinter einer Mauer des Schweigens bleiben muss, erschließt sich mir – der Leserin – leider nicht.

Jagdinstinkt – von Anita Hetzenauer

Die Hauptfigur – wahrscheinlich die Teilnehmerin eines Seminars – findet im Garten einen Schatz. Sie wird ihn aber wegen ihres unbedachten Handelns bald wieder verlieren. Leider entspricht der etwas banale Schluss nicht dem gelungenen Suspense des Anfangs.

Der Konfirmand – von Gerlinde Kurz

Eine alte Frau ist gestorben. Die Erbin durchblättert bei einem Glas Wein ein Fotoalbum und entdeckt dabei ein schreckliches Familiengeheimnis. Das ist so dicht und lebendig erzählt, dass ich gerne weiterlesen würde!

Und der Kuckuck hat gerufen – von Corinna Huber

Ein Bauernbub geht zum Mähen auf die Alm, steigt weiter hinauf in den Schnee und geht verloren. Das ist in einer ganz eigenen Sprache erzählt, raunend, fast singend. Für mich bisher die beste Geschichte der Sammlung!

Unter Bäumen – von Yvonne Mehrle

Ein Mann – ein Großvater – besucht ‘seinen‘ Baum im Wald. Dieser Baum, mit dem er spricht, war ihm väterlicher Freund und Lebensbegleiter. Bald erfährt er, dass auch seine geliebte Enkelin einen solchen Freund hat. Wie bei fast jedem Märchen muss ich eine Weile nachdenken, was mir diese Geschichte sagen will.

In ein paar Tagen mehr ….

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Dr. Maria Hobl rezensiert die Anthologie ‚Geheimnis‘

Heute möchte ich den Besuchern meines Blogs Frau Dr. Maria Hobl vorstellen. Als leidenschaftliche  (Viel-) Leserin hat sie sich bereiterklärt, die Anthologie ‚Geheimnis‘ zu rezensieren.

Sie wird ihre Eindrücke in mehreren Etappen vorstellen.

Und hier die ersten sechs Geschichten …

Vielleicht – von Manuela Trummer
Ein Junge, der auf den neuen Mann seiner Mutter eifersüchtig ist, begeht unbesonnen eine ziemliche gemeine Untat. Er findet dann aber auf den richtigen Weg zurück – ohne dieses Happy End hätte ich die Geschichte interessanter gefunden.

Mutterleid – von Nasanin Kamani
Eine Frau wartet in Corona-Zeiten alleine auf ihren Schwangerschaftsabbruch und reflektiert dabei ihre Beziehungen und ihre Vorstellung, wie ihr Leben nicht sein soll. Die Sprache wirkt hektisch und ist mit vielen internet-affinen Elementen durchsetzt. Trotzdem bleibt man nicht unberührt.

Der Balkon, seine Bühne – von Barbara Schilling
Ein Mann zeigt sich gerne auf seinem Balkon. Alles was wir von ihm erfahren ist reine schöne Oberfläche. Auch seine Beziehung ist seelenlos und endet – leider ziemlich vorhersehbar – abrupt. Die Sprache dieser Geschichte ist ebenso glatt wie der Mann auf dem Balkon – nicht ungeschickt, eher im Stil eines Hochglanzmagazins.

Knarzende Dielen – von Leon Alexander Schmidt
Eine alte Freu denkt an ihrem „Geburtstag“ an eine Nacht zurück, in der sie mit ihren Leidensgenossen einen Befreiungsschlag gewagt hat. Die Geschichte ist – bei aller Knappheit – von großer Intensität.

Die Frau im Fenster – von Iris Geyer
Ein junger Anwalt – noch ungebunden aber mit einer leisen Sehnsucht nach Liebe und Familie – sieht im Morgenlicht seine neue Nachbarin am Fenster. Sie fasziniert ihn, er verliebt sich in sie. Auch ein seltsames Geheimnis, das sich ihm bald enthüllt – ändert daran nichts.
Ich habe den Eindruck, dass die Autorin hier einen Mann beschreibt, denn sie sich so wünschen würde!

Pepescha – von Michael Heine
ein Mann erinnert sich nach dem Tod seiner Mutter an seine gemeinsame gefahrvolle Flucht am Ende des 2. Weltkriegs aus dem Osten Deutschlands. Bei der Sichtung ihres Nachlasses enthüllt sich ihm ein Geheimnis, dass alle Gewissheit seiner Erinnerung zerstört. Der Autor gibt der Geschichte einen märchenhaften Ton, der ihr sehr guttut.

Demnächst mehr ….

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Daniela Esch liest aus ‚Was du nicht siehst‘

Hier kann man in eine der Gewinnergeschichten des ‚Grassauer Deichelbohrer 2020‘ reinhören – die Autorin Daniela Esch liest aus ihrer Geschichte ‚Was du nicht siehst‘.
Man findet Daniela Esch auch auf Facebook.

Geschichten aus dem Leben – oft heftiger als der Roman erlaubt!

Geschichten aus dem Leben sind oft heftiger als der Roman erlaubt! Das glauben Sie nicht? Ich will es Ihnen beweisen …

Im Zuge eines Lektorats wies ich eine Autorin freundlich darauf hin, dass manchmal weniger mehr ist:

  • Die Dinge nicht ständig wiederholen, denn die Wiederholung macht sie nicht glaubwürdiger, vielmehr ermüdet sie den Leser.
  • Überflüssige Informationen einfach weglassen.
  • Und besser etwas weniger Sentimentalität (das Wort Kitsch wäre passender gewesen, aber ich hielt mich zurück).

Worauf sie mit weinerlicher Stimme antwortete: „Aber das ist wirklich passiert!“

Nach diesem Telefongespräch fiel mir folgende Geschichte aus meinem eigenen (Autoren-) Leben ein, die ich heute amüsant finden kann, damals allerdings nicht:

Ich hatte eine Freundin, die der Liebe wegen von Bayern nach Berlin gezogen war. Die Zeit vor unserer räumlichen Trennung gestaltete sich schon ‘irgendwie schwierig‘, danach wurde es nicht besser. In all unseren Briefen und Telefonaten ging es meist um ihre Beziehung, die nicht so lief, wie sie sich das vorstellte. Ehrlich gesagt hatte ich nie verstanden, was sie an diesem langaufgeschossenen, schlaksigen Weltverbesserer so großartig fand, der nach dem Motto lebte: Lieber alternativ sein als gar nichts tun!
So vergingen zwei Jahre, in denen wir uns nicht gesehen, nur geschrieben und telefoniert hatten. Dann rief sie eines Tages an und fragte: „Dürfen wir euch mal besuchen? Am liebsten gleich nächsten Sonntag, ab Samstag haben wir nämlich Urlaub. Und wir bleiben dann so etwa eine Woche.“
Ich war einverstanden. Wenn auch zögernd. Nur ein Aber: „Du weißt ja, auch wenn ich zu Hause bin, ich muss arbeiten (ja, auch Schreiben ist Arbeit!!!). Ich habe also nur an den Abenden Zeit für euch.“
„Macht nichts!“, rief meine Freundin fröhlich, „wir brauchen ja bloß eine billige Urlaubsadresse.“
Da fiel mir die Kinnlade runter. Bloß eine billige Urlaubsadresse?! Hatte sie das wirklich gesagt? Eigentlich hätte ich an dieser Stelle sofort aufbegehren müssen, aber ich war so fassungslos, dass mir die Worte im Halse stecken blieben.
Als ich meinem Mann davon erzählte und überlegte, ob ich sie anrufen sollte, um sie wieder auszuladen, schüttelte er den Kopf, meinte: „Das hast du bestimmt falsch verstanden! Sie hat sicher nur Spaß gemacht!“ Ich verstand allerdings den Witz bei der Sache nicht.
Sie kamen pünktlich, aber mit leeren Händen. Nicht mal eine Flasche Billigwein vom Discounter hatten sie als Gastgeschenk im Gepäck oder wenigstens ein selbstgepflücktes Blümchen. Dafür war der Reifen eines ihrer beiden Motorräder kaputt, und sie benutzten unser Auto samt dem darin befindlichen Benzin, um vierzig Kilometer entfernt einen neuen zu beschaffen. Sie benutzten auch unser Telefon, unsere Handtücher, unsere Terrasse, unser Gästezimmer, unsere Badewanne und kochten sogar einmal für uns – allerdings mit Zutaten aus unserer Gefriertruhe.
Sie waren schon ein paar Tage unsere Gäste, als ich meine Freundin bat, mir eine Tasse Kaffee ins Arbeitszimmer zu bringen. Es war acht Uhr abends, und ich saß immer noch am PC, weil ich einen dringenden Abgabetermin hatte. Sie brachte mir den Kaffee, wies mich jedoch verärgert darauf hin, dass sie nicht meine Bedienstete und dies schließlich ihr sauerverdienter Urlaub sei. Und überhaupt, erklärte sie mir später am Abend, sei mein Egoismus unerträglich. Immerzu wolle ich Recht haben, und immerzu müsste ich die erste Geige spielen.
Gewöhnlich standen mein Mann und ich morgens als erste auf und machten Frühstück für uns und unsere ‘Gäste‘. Doch am nächsten Morgen schliefen wir ausnahmsweise mal etwas länger. Als wir ins Esszimmer kamen, saßen meine Freundin und ihr Liebster bereits beim Frühstück – allerdings hatten sie nur für sich gedeckt, Eier gekocht und Kaffee aufgebrüht.
Am vorletzten Abend ihres Besuches verklickerten mir die beiden schließlich, dass ich ganz schön spießbürgerlich geworden sei, mit meinem gepflegten Vorgarten und meinem Bestreben, mich ins hiesige, kleinkarierte Dorfleben einzuordnen. Und dass ich schon an nichts Anderes mehr denken könnte als immerzu nur an Arbeit! Ob mir denn gar nicht auffällt, dass ich intellektuell völlig verkümmere, wahnsinnig gestresst sei und fortwährend nur herumhetze? Arbeiten, arbeiten, arbeiten! Und selbst wenn ich nicht arbeite, würde ich noch arbeiten! Wäsche waschen, aufräumen, putzen! Und dann nachts Baldrian schlucken, damit ich schlafen kann! Ob ich denn glauben würde, dass das gesund für mich sei? – Also für sie beide wäre das jedenfalls nichts, erklärten sie mir. Sie bräuchten schon ab und zu mal ein bisschen Zeit für sich selbst und ihre Bedürfnisse. Für ihr Hobby zum Beispiel, die Motorräder – die sie im Übrigen nach jeder Fahrt mit so viel Leidenschaft blitzeblank putzten, wie Spießbürger Karlchen Müller sein neues Auto!
Ich verwies eingeschüchtert auf unsere finanzielle Situation (mein Mann war damals arbeitslos), die ich eben nur meistern könne, indem ich fleißig arbeite, und bekam prompt eine einleuchtende Antwort:
„Da müsst ihr halt eure Ansprüche runterschrauben! Das tun wir ja schließlich auch!“
Es war nämlich so – meine Freundin jobbte seit kurzem nur noch halbtags, weil sie mehr Zeit für ihre Selbstfindung brauchte, und ihr Freund ließ sich umschulen, weil ihm der alte Job schon lange stank. Deshalb mussten die beiden jetzt mit viel weniger Geld auskommen. Und deshalb konnten sie sich auch keinen Urlaub mehr leisten. Aber wie ich sehen konnte, ließ es sich ja auch so ganz gut leben! Man musste eben nur die bürgerlichen Zwänge abstreifen und sich gegen den ewigen Alltagsstress wehren! Wie hieß es doch bei den 68igern so schön: Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Diese Geschichte liegt nun dreißig Jahre zurück und ist wirklich passiert. Heute würde ich die beiden knallhart raussetzen, aber damals hat mich das irgendwie überrollt.
Nun gut, kommen wir zum eigentlichen Thema zurück, dem Schreiben nämlich.
Ich habe dieses Erlebnis in einem meiner (heiteren) Romane mit einer Prise Ironie aufgearbeitet. Ich habe nichts hinzugefügt und nicht übertrieben! Kommentar einer Leserin: „Der Roman hat mir gefallen, bloß die Sache mit der Freundin fand ich schon sehr übertrieben.“
Und was lernen wir daraus?
Richtig:  Die Geschichten, die das Leben schreibt, sind mitunter heftiger als der Roman erlaubt. Also lässt man sie besser weg, denn das glaubt einem doch keiner!

Mit den Zufällen verhält es sich übrigens ähnlich. Obwohl die dramatischen Schicksalsschläge meist mit einem simplen Zufall verknüpft sind, sollte man beim Schreiben immer eine ‘vernünftige‘ Begründung für solche Zufälle im Ärmel haben, damit es die Leser auch glauben …

Die Anthologie ‘Geheimnis‘ ist erschienen

‘Geheimnis‘ war das Thema für den Literaturwettbewerb Grassauer Deichelbohrer 2020. Die sechs Nominierten, die es auf die Shortlist schafften, waren zur Preisverleihung am Samstag, den 10. Oktober in die Villa Sawallisch in Grassau eingeladen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde aber kurzfristig beschlossen, die Preisverleihung auf Samstag, den 6. März 2021 zu verlegen.
Die Anthologie zum Wettbewerb – eine Zusammenfassung der 30 Geschichten, die auf die Longlist kamen – erschien jedoch wie geplant. Sie ist bereits jetzt bei den meisten Internethändlern als Buch oder E-Book erhältlich, aber auch Ihre BuchhändlerIn kann sie über den Großhändler bestellen.

Geheimnis – Anthologie Grassauer Deichelbohrer

ISBN E-Book: 9783946280644 / 978-3-946280-64-4
ISBN Buch: 9783946280651 / 978-3-946280-65-1
ASIN – B08JZC34M1

320 Seiten kosten 12,99 € als Buch und 5,99 € als E-Book

Zu bestellen u.a. hier

Rezension der Anthologie NÄHE – Literaturpreis Grassauer Deichelbohrer

Yvonne Tunnat hat in ihrem Blog

‘Rezensionsnerdista‘

die Anthologie ‘NÄHE – Literaturpreis Grassauer Deichelbohrer 2019‘

rezensiert und sich die Mühe gemacht, zu allen Geschichten eine kurze Abhandlung zu schreiben.

Hier geht es zum Blogbeitrag und

hier zu Yvonne Tunnats Facebookseite.

Die Anthologie erhalten Sie bei den üblichen Internethändlern, unter anderem hier bei Hugendubel, aber auch Ihr Buchhändler kann sie bestellen.

 

ISBN Buch: 978-3-946280-60-6
308 Seiten / Preis: 12,99 €

ISBN E-Book: 978-3-946280-57-6  /  ASIN: B07K6JDNNL /  Preis: 5,99 €

 

Seine letzte Bahnfahrt

Ab sofort neu im Programm!

Seine letzte Bahnfahrt
Neun Ladykrimis
von Ronda Hendrikus

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Neun Ladykrimis
Ronda Hendrikus

 

Neun spannende Ladykrimis von Ronda Hendrikus. Je etwa eine Dreiviertelstunde Lesevergnügen, gerade gut für die MIttagspause, die Bahnfahrt oder abends vor dem Schlafengehen …

Seine letzte Bahnfahrt
Die zweite Frau
Die große Chance
Süßes mit Gift
Frau Helgers Großneffe
Ein Collier, das es in sich hat!
Karibische Nächte
Die Heiligen Drei Könige
Das Au-pair-Mädchen

Ein Privatdetektiv, der spurlos verschwindet, ein Ehemann, der sich als Mörder entpuppt, Erpressung, Betrug und Einbruch … den Leidtragenden dieser Geschichten bleibt wohl nichts erspart. Doch auch die Ermittler sind nicht von gestern und kommen den Tätern fast immer auf die Spur.

ISBN: 978-3-946280-63-7 / ASIN: B088HGHVB6

Preis 3,99€     Kaufen bei e-Book.de     Zum Shop

Hilfen für Freiberufler und Künstler während des Corona-Shutdowns

David Erler startete eine Petition, bei der es um „Hilfen für Freiberufler und Künstler während des „#Corona-Shutdowns“ geht. So half er mit, Politik und Öffentlichkeit auf die existenzielle Bedrohung ganzer Berufszweige im Bereich Kunst und Kultur aufmerksam zu machen.

Petition 'Corona-Hilfe für Freiberufler und Künstler'In einem öffentlichen Brief wendet sich David Erler nun an alle Unterzeichner und Unterstützer der Petition, die bereits eine Woche nach Beginn beim Petitionsausschuß des Bundestages und beim Bundesfinanzministerium eingereicht wurde.

Ihr habt entscheidend dazu beigetragen, schreibt er darin, dass in den Verhandlungen und Verlautbarungen zu den Maßnahmenpaketen von Bund und Ländern fast immer auch FreiberuflerInnen, Solo-Selbständige, Kunst- und Kreativschaffende ausdrücklich genannt und mitgedacht wurden. Daß sich hier fast 280.000 direkt oder indirekt Betroffene zusammengeschlossen haben, hat Gewicht!

Die Petition liegt zwar an den entscheidenden Stellen vor, doch leider wurde bislang eine persönliche Übergabe – sei sie auch nur symbolischer Natur – verwehrt, trotz verschiedener Anläufe und Ideen. Mit dem Team von openPetition und mit Hilfe manch wertvoller Hinweise aus dem Kreis der Unterstützer bleibt Davind Erler aber nach wie vor am Ball!

David Erler wird deshalb die Petition weiterhin zur Mitzeichnung offenhalten und bittet: Verbreitet sie weiter und werbt für unsere Anliegen, die von so unglaublich vielen Menschen getragen werden!
Er möchte erreichen:

– daß es eine persönliche Übergabe der Petition geben kann, um aus der Politik ein deutliches Zeichen zu bekommen, daß unsere Anliegen wirklich gehört, fast 280.000 Unterzeichner wirklich gesehen werden;
– daß in Öffentlichkeit und Politik nicht der Eindruck entsteht, daß uns mit der „Corona-Soforthilfe“ nun schnell und erschöpfend geholfen wäre;
– daß es klare Aussagen gibt, ob bei Bedarf eine Verlängerung der Hilfsmaßnahmen erwogen wird, da uns derzeit niemand sagen kann, wann wir unsere Berufe wieder in mehr oder weniger „normalen Bahnen“ ausüben können werden;
– daß die Hilfsmaßnahmen schnell und ohne „Hintertürchen“ bei den Betroffenen ankommen, daß – besser noch – die angesprochene Entschädigungs-/Gewinnausfallvergütungslösung in Erwägung gezogen wird, oder daß (und das ist mein Idealziel) aus dem föderalistischen Flickenteppich am Ende doch ein echtes Grundeinkommen für die Zeit der Krise gemacht wird – damit ALLEN Betroffenen geholfen wird. Denn es betrifft ja nicht nur uns Freiberufler und Kreativschaffende.

Malerei, Tanz, Theater und Fotografie

David Erler ist vor allem dankbar, daß wir alle in diesen Zeiten zusammenstehen. Es ist ein bislang wohl einmaliger Vorgang, schreibt er in seinem Brief, dass sich so viele FreiberuflerInnen und Selbständige der verschiedensten Berufsgruppen und Kunstsparten zusammenfinden und sich gemeinsam stark machen. Ich danke jedem Einzelnen von Euch für das Vertrauen und die Unterstützung bis hierhin, es ist ein Privileg, stellvertretend für Euch sprechen zu dürfen! Laßt uns dieses „Gemeinschaftsgefühl“ wertschätzen und auch in die Nach-Corona-Zeit weitertragen. Und bis dahin: bleibt gesund und zuversichtlich!

Er hat einen Pressespiegel zusammengestellt, der über seine Arbeit informiert. Ihr findet ihn hier

Literaturpreis Deichelbohrer 2020

Es ist so weit, Grassau schreibt den nächsten Deichelbohrer aus. Diesmal geht es um das Thema ‚Geheimnis‘. Es gibt eine neue Webseite, sie lautet www.literatur-grassau.de

Hier erfährt man alles, was wichtig ist – wer mitmachen will muss sich unbedingt an die Vorgaben halten.

Viel Spaß dabei wünscht

Angeline Bauer

Fuchs 8 – Ein gewagtes Experiment

Fuchs 8, so heißt der Held dieser Geschichte – ein Fuchs eben. Es ist ein kleines Buch von einem großen Autor, der viele Preise eingeheimst hat und 2013 vom Time-Magazin zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gezählt wurde. George Saunders hat mehrere Kurzgeschichtenbände, Essays, ein Kinderbuch und einen Roman veröffentlicht.

Fuchs 8 ist ein neugieriger, gescheiter aber leider auch sehr naiver Fuchs, der so viel mehr Vertrauen in uns Menschen hat, als ihm guttut.

Alles fängt damit an, dass ein großes Einkaufszentrum gebaut wird, für das der Wald verschwinden muss, in dem er mit seiner Fuchsmeute lebt. Der Hunger und die Sorge um seine Meute treibt ihn schließlich in dieses Einkaufzentrum, sein bester Freund begleitet ihn und … aber lesen Sie selbst.

Wie man die Geschichte ‘Fuchs 8‘ einordnen soll? Ich weiß es nicht so recht … Ein Kinderbuch, wie ich mal irgendwo gehört oder gelesen habe, ist es keinesfalls. Denn einmal abgesehen vom Inhalt, der sich doch eher an Erwachsene richtet: Fuchs 8 hat ‘Menschisch‘ nur durch Zuhören gelernt. Er versteht unsere Sprache, kann sie aber nur so schreiben, wie er sie hört. Trotzdem hat er seine herzzerreißende Geschichte für uns Menschen zu Papier gebracht, in der Hoffnung, uns aufzurütteln.

Die Sprache ist ein zwar gewagtes, aber auch kreatives Experiment. Denn wenn Fuchs 8 ‘Menschisch‘ schreibt, liest sich das so: So weit wir seen können, is alles platt, keine Boime . Wi wir zu unserm Flus trabten, war der auch gans kaputt, aufgrund weil so vil Drekk reingeschwemmt.

Das erscheint erst einmal schwierig, doch wenn man ein paar Seiten gelesen hat, hat man sich dran gewöhnt. Ich empfand das fuchsisch schreiben als eine kleine Exkursion in eine heitere und farbige Sprachwelt. Als Fotografin bin ich an Experimente mit dem Medium Bild gewöhnt und sehe oft erstaunlich Schönes. Experimente mit Sprache begegnen einem selten. Schade eigentlich …

Inhaltlich möchte ich Fuchs 8 einreihen in Bücher wie Der Kleine Prinz, Die Möwe Jonathan, Krambambuli oder die Geschichte vom Grubenpferd. Man wird vielleicht weinen, wenn man das Büchlein liest, aber es gehört zu denen, die man nicht vergisst.

Mit Illustrationen von  Chelsea Cardinal.

Gebundene Ausgabe: 56 Seiten
Verlag: Luchterhand
Originaltitel: Fox 8: A Story

Preis 12.-€ / ISBN-13: 978-3630876207 / Auch als E-Book erhältlich /       Zum Shop

Radreisen – Alles was Sie wissen müssen

Neuerscheinung Februar 2020 – Radreisen

Ein Ratgeber für Radreisende von Angeline Bauer und René Prümmel

Radreisen - alles was wichtig istErfahrene Radreisende wissen: Mit dem Radfahren allein ist es nicht getan! Oft birgt die Anreise zum Ausgangspunkt beziehungsweise die Rückreise vom Ziel nach Hause oder zum Auto, das man irgendwo geparkt hat, größere Probleme. Hinzu kommen die vielen Dinge, die man sonst noch beachten muss, angefangen von der Reiseplanung bis hin zur passenden Ausrüstung. Zu all diesen Fragen gibt unser Ratgeber Auskunft und hat wertvolle Tipps parat. Und da wir selbst immer mit Hund unterwegs sind und auch diesbezüglich auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen können, haben wir für HerrIn und Hund auf Radreise ein zusätzliches Kapitel angefügt.

Ein kurzgefasstes Inhaltsverzeichnis:

An- und Abreise organisieren
Fahrradmitnahme im Auto, in öffentlichen Verkehrsmitteln – Bus, Bahn oder Flugzeug
Das Rad und alles was dazugehört
Pedelec contra Rennrad
Die optimale Gepäckausstattung für Ihre Radreise
Familien mit Kind und das Fahren mit Anhänger
So muss ein Transportanhänger für Ihr Kind/Baby ausgestattet sein
Sicherheitsvorkehrungen für den Fahrradanhänger
Die Route planen
Stadtbesichtigungen und Sightseeing
Kartenmaterial, digital und Papier
Übernachtung organisieren
Die angemessene Kleidung
Was ist erlaubt, was nicht – Verkehrsregeln
Tipps und Tricks beim Rad fahren
Abwehr von angreifenden Hunden oder anderen Tieren
Fotografieren und filmen unterwegs
Checkliste für Ihre Radtour
Erste Hilfe, Pannen und Notfallhilfe
Radreisen mit Hund – wichtige Tipps

ISBN BUCH: 978-3-946280-62-0 / Preis 8,99 €

ISBN E-Book: 978-3-946280-61-3 / Preis 4,99 € / ASIN: B0848HM8WC

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Der Sohn des Sauschneiders – Buchbesprechung

Der Sohn des Sauschneiders – oder ob der Mensch verbesserlich ist
Ein Roman von Michael Lichtwarck-Aschoff

Das Buch hat mich gefunden, nicht umgekehrt. Gekauft hätte ich es mir vielleicht nicht, weil mich das Cover nicht wirklich anspricht und ich ein visueller Mensch bin. Doch was mir dann zwischen den Buchdeckeln begegnet ist, war wie einen Schatz entdecken. Eine Druse. Man findet den unscheinbaren Stein, schlägt ihn auf und staunt über das Funkeln im Inneren.

Es ist ein historischer Roman, der um 1900 im Österreichischen angesiedelt ist. In einem kleinen Dorf in der Krain und in Wien. Einerseits handelt es vom kargen Leben einer Sauschneiderfamilie – Sauschneider haben nicht nur Säue und Eber kastriert, sondern manchmal auch verbotenerweise Menschen behandelt. Andererseits spielt es im Vivarium, einer Institution in Wien, in der die Wissenschaft betrieben wurde.

Was ein Vivarium ist wusste ich auch nicht. Ich musste bei Wikipedia nachschlagen und erfuhr folgendes:

Das Wiener Vivarium war ein Schauaquarium, das anlässlich der Wiener Weltausstellung 1873 im Wiener Prater erbaut wurde. 1903 wurde es unter dem Zoologen Hans Leo Przibram in eine experimBildergebnis für Vivarium wien 1873 Fotoentelle Biologische Versuchsanstalt umgewandelt, in der auch der Biologe Paul Kammerer und kurzzeitig Alma Mahler-Werfel wirkten. Die Biologische Versuchsanstalt war eine der bemerkenswertesten wissenschaftlichen Einrichtungen Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mehr als dreißig Jahre lang entstanden dort innovative wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen Biologie.

Die Arbeit und das Scheitern von Hans Leo Przibram, Paul Kammerer und Alma Mahler-Werfel, die u.a. an der Seescheide, der Geburtshelferkröte, der Gottesanbeterin und dem Grottenolm forschten, ist die eine Sache, um die es im Roman geht. Die andere ist das Leben der Familie Meguşar, die ebenfalls scheitert, weil der Vater ein Träumer ist, die Mutter mit der ihr aufgebürdeten Last nicht fertig wird, und der Sohn, der Franz, um den es hier u.a. geht, eigentlich zu ehrlich und zu geradeheraus ist.

Bemerkenswert und anerkennungswürdig sind die der damaligen Zeit angepassten Sprache und die Erzählweise des Autors, der übrigens auch Mediziner ist. Zwar beginnt er mit der Geburt vom Franz, aber bald schon greift er vor, überspringt, kommt zurück, knüpft wieder an einer ganz anderen Stelle an. Irgendwann so mittendrin erfährt man dann auch, dass ein Freund vom Franz, der Erzähler ist, und dass er die Aufgabe übernommen hat, dessen Leben zu ordnen. Und das tut er gut, der Freund, dessen Namen man nie erfährt. Die einzelnen Lebens-Stücke werden von ihm zusammengetragen, geordnet und zu einem Ganzen zusammengefügt. Keine Frage bleibt unbeantwortet. Der Autor vergisst, wie man das von einem guten Schriftsteller erwarten darf, nichts und keinen auf der langen Wegstrecke bis zum Ende hin.

Was die Sprache betrifft, die Textgestaltung, da lässt man sich auf etwas ganz Ungewöhnliches ein. Ein Hauch von Mundart (für jeden zu verstehen). Kurze Sätze. Umgestellte Wiederholungen. Eine Sprache, die der simplen Art vom Franz und dem Erzähler seiner Geschichte gerecht wird und dabei ein Beweis ist, dass auch ein Hauch von Mundart Literatur sein kann!

Und zwischendurch dann Sätze wie der – so ungeheuer gescheit, dass man denkt, es haut einen gleich um:

Wenn man sich anstrengt, kann man sich die ganze Welt so zurechtdenken, dass alles, was existiert, die Lösung für ein Problem ist. Hörner, Flossen, Flügel, Unverschämtheit, Krieg und Pest, das muss alles sein, weil dafür gibt es ein Problem, das wunderbar passt, weil wir es passend gemacht haben.
Ich gebe zu, auch ich habe ihn zweimal gelesen, um ihn zu verstehen. Und am besten wäre es wohl, man würde das ganze Buch zweimal lesen. Einmal, um die Geschichte zu erfassen, einmal für den tieferen Sinn.

Erzählen muss ich noch, dass es in dem Roman auch darum geht, ob ein Rindvieh unbedingt Hörner braucht, und dass der Franz hornlose Kühe züchten will. Dabei habe ich mich doch immer wieder einmal gefragt, ob Michael Lichtwarck-Aschoff nicht vielleicht mit den Rindviechern auch uns Menschen meinen könnte …

Michael Lichtwarck-Aschoff / © Foto: Mirko Markic
Michael Lichtwarck-Aschoff Foto © : Mirko Markic

Zum Schluss will ich Ihnen nicht vorenthalten, was man im Deutschlandfunk über den Autor zu hören bekam: „Er vermittelt seinen Stoff bemerkenswert leicht, quasi durch die Hintertür. Er schreibt für Wissensdurstige.“

Und der SPIEGEL schrieb über ihn: „Dem Medizinier Michael Lichtwarck-Aschoff gelingt es, aus Momenten der Wissenschaftshistorie überaus lesenswerte Literatur zu schaffen.“

Apropos – für Mediziner müsste der zweite Teil seines Namens ein Begriff sein, denn sein Urgroßonkel Ludwig Aschoff hat im menschlichen Herzen eine Struktur beschrieben, die zum Reizleitungssystem gehört und seither der ‘Aschoff-Tawara-Knoten‘ heißt. So gibt es auch unter denen, die seine Bücher nicht kennen, viele Menschen, die einen Teil seines Namens im Herzen tragen, auch wenn die davon gar nichts wissen.

Um zum Schluss zu kommen: Im Nachhinein muss ich zugeben, dass auch das Cover stimmig ist. Es passt. Irgendwie.

Erschienen im Verlag klöpfer.narr

ISBN 978-3-7496-1005-1 Hier können Sie das Buch bestellen Beck-Shop

Eine Kurzgeschichte des Autors mit dem Titel ‚Eine schwache Liebe hebt besser als eine starke‘ finden Sie in unserer Anthologie      ‚Nähe‚ Verlag by arp

ISBN 978-3-946280-60-6 – Hier können Sie das Buch bestellen Beck-Shop