Blog by arp

16. Söckchen im Blog-Adventskalender

In diesem Jahr darf ich das 16. Söckchen im Blog-Adventskalender für euch füllen!

Weihnachten steht vor der Tür und Nikolaus liegt schon fast zwei Wochen hinter uns. Vielleicht hat er bei euch reingeschaut? Ich kenne jedoch einige Leute, bei denen er nicht angeklopft hat. Darüber wundert man sich Land auf, Land ab.

Ich habe ein wenig recherchiert und herausgefunden, woran es liegen mag. Irgendwo auf seiner weiten Schlittenfahrt zu uns stand ihm dieses Schild im Weg.

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Aber wer hat es bloß aufgestellt? Und was war wohl der Grund dafür? Wisst ihr es vielleicht? Dann schreibt es hier auf! Und wer die beste, witzigste, abgefahrendste oder rührendste Antwort hat, erhält ein Buch als Überraschung von … nein, nicht von mir, natürlich von Santa Claus!

Am nächsten Samstag werde ich zusammen mit meiner Familie die Entscheidung treffen.

Das nächste Söckchen findet ihr auf einem der folgenden drei Blogs

offenes blog

Eckis Welt – Kunterbunt

nicht spurlos de


Hagestolz – ein fast vergessenes Wort

Heute möchte ich einmal wieder an ein fast vergessenes Wort erinnern – Hagestolz.
Unsere Altvorderen aus dem vorletzten Jahrhundert kannten es noch als Bezeichnung für einen eingefleischten Junggesellen. Selten wurde es auch in seiner weiblichen Form (Hagestolzin oder Hagestolze) für eine Junggesellin benutzt.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Französischer-Bauer.jpg

Gegen Mitte des letzten Jahrhunderts war es dann bereits mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, inzwischen kennt es so gut wie niemand mehr. Dennoch ist es ein schönes und klangvolles Wort, das neugierig macht. Und ganz sicher sollten es AutorInnen oder LeserInnen historischer Romane kennen.

Auch wenn einen die zweite Silbe des Begriffs, nämlich ‘stolz‘, geradezu anspringt und man einen aufrechten, freiheitsliebenden, vielleicht auch selbstgefälligen Mann vor Augen hat – mit Stolz hat das Wort nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine sprachliche Weiterbildung des mittelhochdeutschen ‘stalt‘, die Vergangenheitsform des Verbs ‘stellen‘ bzw. des dazugehörigen Substantiv ‘Stelle‘. Das Bestimmungswort ‘Hag‘ (es bedeutet Hecke, Hain, Gebüsch) bezieht sich dagegen auf ein kleines Stück Grund, das von einem größeren abgetrennt wurde.

Die moderne Sprachforschung geht davon aus, dass der Begriff Hagestolz in dem einstigen Rechtsverhältnis begründet liegt, demgemäß der älteste Sohn den Hof erbte und die ihm nachfolgenden Brüder leer ausgingen. Meist blieb diesen dann nichts anderes übrig, als in ein Kloster einzutreten oder als Knecht (oder Magd) auf dem Hof des Bruders zu bleiben. Dort hatten er oder sie jedoch keinerlei Rechte, konnten auch nicht heiraten, denn dazu benötigte man die Erlaubnis der Obrigkeit. Die wiederum erhielt man nur, wenn man selbst einen Hof oder einen Handwerksbetrieb besaß und so sichergestellt war, dass man eine Familie ernähren konnte.

Hoferben in ihrer Tracht
Männer, die so aufgeputzt daherkamen, waren bestimmt die Hoferben und nicht ihre nachfolgenden Brüder, die ihnen als Knechte dienen mussten

Sofern der Hof groß genug war, erhielt ein zweitgeborener Sohn in seltenen Fällen (und dann auch nur weit abgelegen) auf dem väterlichen Grundbesitz ein kleines, von einem ‘Hag‘ eingefriedetes Stück Land, auf dem er sich eine Hütte errichten konnte. So eine Junggesellenwohnstatt, die so bescheiden war, dass der Betreffende gewöhnlich keine eigene Familie gründen konnte, wurde in manchen Gegenden Hagestelle (Hagestolz) genannt. Später bezog man das Wort dann auch auf den Besitzer eines solchen Anwesens, und seit dem Hochmittelalter galt es schließlich ganz allgemein als Begriff für einen unverheirateten Mann im Alter ab fünfzig Jahren aufwärts.

Gegen Ende des Mittelalters hielt das sogenannte Hagestolzenrecht Einzug in die Rechtsprechung einiger deutscher Lande. Es beinhaltete, dass der Besitz eines ‘Eigenmannes‘, der ledig geblieben war, nach seinem Tod automatisch an den Leib- oder Grundherrn oder an den Landes- oder Stadtherrn fiel. In manchen Regionen hielt sich das Hagestolzenrecht bis ins 19. Jahrhundert.
In späterer Zeit, als man keine Erlaubnis der Obrigkeit mehr benötigte, um heiraten zu dürfen, bezeichnete der Begriff Hagestolz einen älteren Junggesellen, der aus Überzeugung unverheiratet geblieben war.

In der Welt der Literatur begegnen wir dem Hagestolz zum Beispiel in Goethes Faust I. Teil, wo geschrieben steht: „Und sich als Hagestolz allein zum Grab zu schleifen, das hat noch keinem wohlgetan.“
Oder in Heinrich von Kleists ‘Der zerbrochene Krug‘, wo es heißt: „Das ist der Vorteil von uns verrufenen hagestolzen Leuten, dass wir, was andre knapp und kummervoll, mit Weib und Kindern täglich teilen müssen, mit einem Freunde, zur gelegenen Stunde, vollauf genießen.“

In diesem Blog finden Sie weitere vergessene Wörter, darunter adies, Grisette, Guffen, Plumeau, Sappralott (auch Saperlot) und ‚Matz‘, ein Wort das wir heute nur noch als Schimpfwort kennen. Einfach unter Suchen eingeben …

Tausend Sterne über der Wüste – Neuerscheinung im November

In diesem spannende und zu Herzen gehenden E-Book finden Sie acht historische Kurzromane aus der Feder der Autorin Lina-Sophia Clement, die von starken Frauen handeln und Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts spielen. Stolz und mutig treten sie allen Widrigkeiten entgegen, die sich ihnen in den Weg stellen, kämpfen um ihre Liebe und bieten Macht und Intrigen tapfer die Stirn.

Inhaltsverzeichnis:

Tausend Sterne über der Wüste
Für immer und ewig
Ein Maskenball
Die wahre Braut
Eine heimliche Liebe
In meinem Herzen bist nur du
Das Gute siegt am Ende doch
Emmis Puppe

Tausend Sterne über der Wüste
Man schreibt das Jahr 1853, als Lady Jane Ellenborough in Damaskus eintrifft. Sie ist 46 Jahre alt und noch immer eine Schönheit! Zum drittenmal geschieden, enttäuscht von der Liebe, hat sie mit den Männern abgeschlossen und träumt nur noch von einem: Den geheimnisvollen Orient zu erkunden. Doch als Scheich Medjuel El-Mezrab in ihr Leben tritt, lernt sie endlich die wahre Liebe kennen.

Für immer und ewig
Muskau anno 1829. Lucie, Fürstin von Pückler-Muskau, wartet auf die Rückkehr ihres geschiedenen Gatten, der in England auf Brautschau ist. Durch Geldheirat hofft er, dem Schuldenturm zu entrinnen. Sie verzweifelt bei dem Gedanken, ihn, den sie immer noch über alles liebt, mit einer anderen teilen zu müssen.

Ein Maskenball
Sibylla Gernroth, Tochter eines Apothekers, soll mit dem Sohn eines Arztes verheiratet werden. Bevor sie sich in die ‘Ehegruft‘ zu diesem blassen, biederen und viel älteren Mann begeben muss, will sie noch etwas erleben. Sie überredet ihre Zofe und Vertraute, sie heimlich auf einen Maskenball zu begleiten.

Die wahre Braut
Sonneberg in Thüringen, zu Beginn des 19. Jahrhundert. Amanda, die jüngste Tochter des Puppenfabrikanten Nürnberger, verliebt sich in ihren Cousin aus Paris, der jedoch fast doppelt so alt ist wie sie. Ein Jahr ganzes Jahr vergeht, ehe sie ihn wiedersieht – ein Jahr, in dem sie von ihm träumt und auf ihren ersten Kuss von seinen Lippen hofft …

Eine heimliche Liebe
Carl Gustav Böhme, Reeder aus Hamburg, verbringt mit seiner Familie den Sommer an die Ostsee. Dort wird die zwanzigjährige Tochter Susann von zwei Männern überfallen. Der Hauslehrer ihrer jüngeren Brüder, zu dem Susann eine heimliche Beziehung eingegangen ist, kann das Schlimmste verhindern, will jedoch den Namen der Täter nicht nennen. Susann zweifelt an der Aufrichtigkeit seiner Gefühle.

In meinem Herzen bist nur du
Als Adele Baronen von Brink im Sterben liegt, gesteht sie ihre Tochter Hendrike, dass nicht Baron von Brink ihr Vater ist, sondern ihre Jugendliebe Frieder von Erlenbach. Sie schickt Hendrike mit einem Brief zu Frieder, der sie mit offenen Armen empfängt. Sie verliebt sich in seinen Ziehsohn. Doch niemals würde von Brink, ein hartherziger Choleriker, dieser Ehe zustimmen.

Das Gute siegt am Ende doch
Lisa wird von Moritz von Leibler vergewaltigt, Jacob, ihren Verlobten, schlägt er brutal nieder und verletzt ihn. Er wird seinen rechten Arm nie mehr gebrauchen, seinen Beruf als Schmied nie wieder ausüben können. Lisa bringt einen Jungen zur Welt. Doch als Moritz von Leibler herausfindet, dass Lisa einen Sohn von ihm hat, muss sie um dessen Leben bangen.

Emmi und die Puppe
Emmi wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Puppe. Doch ihre verwitwete Mutter verdient kaum genug zum Sattwerden. Da findet das Kind am 24. Dezember auf der Straße eine Puppe und ist überzeugt, dass es ein Geschenk vom Christkind ist. Die Freude währt nicht lang, denn Frau Direktor Röder fordert die verlorene Puppe zurück und bezichtigt Emmi des Diebstahls …

ISBN: 978-3-946280-57-6
ASIN: B07K6JDNNL
Text ca. 130 Buchseiten
Preis 3, 99 €

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Santorini – das Leid der Esel


Nach Santorini kommt man zumeist mit dem Schiff. Zauberhaft liegt die griechische Insel in der Sonne. Die beiden Hauptorte Fira und Oia thornen 400 Meter hoch auf der Inselspitze, ihre weißen Häuser leuchten vor tiefblauem Himmel. Und da muss man nun hinauf …! Es sind 589 Stufen vom Hafen bis nach oben, die bewältigt werden müssen. Zu Fuß will die keiner gehen, also lässt man sich von Pferden, Eseln und Mulis hinauftragen.

In den Reiseführern steht, es sei ein Spaß, ein Erlebnis, und die ‘traditionelle‘ Art, den Ort zu erreichen. Letzteres stimmt so nicht, denn einst, als es noch keinen Tourismus gab, gingen die Menschen zu Fuß und führten ihre Esel, die sie am Hafen mit Lasten beladen hatten.

Ein Spaß mag es für manchen vielleicht sein, ganz sicher aber nicht für die Tiere! Denn sieht man genauer hin, stellt man fest, wie sehr sie leiden müssen. In sengender Hitze schleppen sie täglich Hunderte Touristen den steilen Berg hinauf.

Manche von ihnen, die gerade nicht ‘in Betrieb‘ sind, lehnen dann erschöpft an der Mauer und versuchen ein wenig zu schlafen.

Andere bluten unter ihrem Sattel, sind vom Halfter aufgeschürft oder haben sich am Huf verletzt. Oft sind sie durstig und bekommen für ihre Schufterei viel zu wenig Futter. Und sind sie schließlich zu alt oder zu krank geworden, werden sie, um sich ihrer zu entledigen, einfach von den Klippen ins Meer gestoßen.

In einem Video, das auf Youtube gezeigt wird, kann man das Elend der Tiere in seinem ganzen Ausmaß sehen.

Auf Druck von Tierschützern haben die Behörden im Jahr 2017 versprochen zu handeln und für die Rechte und das Wohl der Esel einzustehen. Arbeitszeiten und Tragelasten sollten begrenzt werden, und wenn Besitzer ihre Tiere misshandeln, sollte ihnen die Transport-Erlaubnis entzogen werden. Doch viel mehr, als für die wartenden Esel einen schattenspendenden Unterschlupf zu schaffen, ist bis heute nicht passiert!Aber nicht nur für die Tiere ist es eine Qual, auch für die Touristen ist das Reiten auf ihnen geradezu lebendgefährlich. Man wird in den Sattel gesetzt, das Tier bekommt einen Klaps auf die Hinterseite und rennt los. Zügel gibt es nicht, man hält sich am Sattelknauf fest, ohne lenken oder sonst wie eingreifen zu können. Oft rennen drei oder vier Tiere auf dem Pfad nebeneinander. Derweilen kommen von oben die Esel wieder nach unten, die ihre Fracht bereits abgeladen haben. Sie sind in Gruppen von fünf oder mehr Tieren aneinandergebunden!

Wir haben mit eigenen Augen beobachtet, wie eine Asiatin auf einem kleinen Esel von den gespannten Seilen der entgegenkommenden Tiere geradezu von ihrem Reittier gefegt wurde. Sie lag dann auf den Stufen, und die Esel sind über sie hinweggetrampelt. Dass sie sich ohne große Verletzung auf die Seite retten konnte war geradezu ein Wunder. Ihr Mann konnte sein Reittier nicht anhalten und ist notgedrungen bis oben weitergeritten, ohne zu wissen, wie es seiner Frau erging, ob sie vielleicht schwerverletzt zurückgeblieben ist.

Es gibt eine Seilbahn, mit der man vom alten Hafen aus sicher und entspannt auf den Berg hinauffahren kann. Von der Gondel, in der bis zu 6 Personen Platz haben, hat man einen herrlichen Ausblick – und man schont die bedauernswerten Tiere.

Inzwischen hat eine Frau auf Santorini eine kleine Auffangstation für alte und kranke Esel errichtet, die von Spenden getragen wird. Wer eine Patenschaft übernehmen will, kann das hier tun.

Elba – schön, aber teuer!

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Insel Elba – die östliche Südküste

Eingefleischte Mallorca-Kenner haben es bestätigt: Elba ist noch schöner, als die liebste Insel der Deutschen. Doch Elba ist ein teures Pflaster, vor allem wenn es ums Essen und Trinken geht. Nun wäre es hinzunehmen, für eine recht klein ausgefallene Portion Nudeln mit Pilzsoße 14 Euro zu bezahlen, würde sie denn auch köstlich schmecken. Oder für einen Aperol-Spritz 8 Euro, wäre das Glas nicht bis obenhin mit Eis gefüllt und dann ein wenig mit Aperol und Prosecco aufgegossen.

Leider mussten wir die Erfahrung mit dem schlechten und teuren Essen in fünf von sechs Restaurants machen, die wir besuchten. Selbst eine einfache Pizza Capricciosa wurde zur Enttäuschung, weil sie nur mit ein paar vereinzelten Zutaten belegt und diese mit fetttriefendem Käse überdeckt waren.

Dass es nicht nur uns so erging und nicht nur wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, zeigt folgendes Erlebnis: Wir verließen abends nach dem Essen das Lokal. Vor der Tür wartete ein Touristenpaar. „Hat es Ihnen geschmeckt?“, fragte die Frau, als wir an ihr vorbeigehen wollten. Wir sagten wahrheitsgetreu Nein, und sie ging frustriert zum nächsten Lokal und wartete dort wieder auf Gäste, die herauskamen, um sie dasselbe zu fragen.

„Woran kann es liegen?“, fragten wir uns und kamen zu dem Schluss: Die Schweizer sind schuld. Denn Elba ist die Lieblingsinsel der Schweizer, und die verderben bekanntlich die Preise.

Das Essen ist sehr teuer und nicht immer gut

Doch wie gesagt, Elba ist wunderschön! Vor allem wenn man gerne wandert, ist die kleine Insel ein lohnendes Reiseziel. Deshalb unser Tipp: Mieten Sie ein Appartement. Kochen Sie selbst. Und wenn sie ein-, zweimal zum Essen gehen, leisten Sie sich den teuren, fangfrischen Fisch vom Grill.

 

Unsere Fotoreportage über Elba finden Sie hier

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Ostküste von Elba Nähe Rio Marina

Mittwoch ist Lesetag – bei uns mit ‚Champagner und einem Liebhaber‘

Die Buchhandelskette Thalia startet heute die Initiative „Mittwoch ist Lesetag“. Damit will  sie für mehr Lesezeit werben. Im September und Oktober werden auf allen Social Media-Kanälen und deutschlandweit in allen Buchhandlungen Events und Aktionen stattfinden. Auch unsere Bücher sind bei Thalia erhältlich, und so schließen wir uns an.

Hier haben wir für Sie einen Kurzkrimi! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen …

Champagner und ein Liebhaber

Kommissar Dressel las die Nachricht auf seinem Handy: Juwelendiebstahl in der Parkallee bei der Fabrikantenwitwe Alice Gromes. Wert des Schmucks eine halbe Million!

Als er seinen Assistenten Ehmke anrief, der war bereits am Tatort, erfuhr er von ihm, dass Frau Gromes die Schmuckschatulle in den Wandtresor geschlossen und danach mit ihrem Begleiter noch ein Glas Sekt getrunken hatte. „Anschließend sind sie zu einer Party gefahren. Die Haushälterin hatte ihren freien Abend und verließ kurz vor Frau Gromes das Haus. Als sie spätnachts zurückkam, war der Tresor aufgebrochen.“

Kurzkrimi 'champager-und-ein-liebhaber'Dressel fuhr zum Tatort. Keine Tür, kein Fenster war gewaltsam geöffnet worden, keine verräterischen Spuren. Für einen der wusste wo ansetzen war es ein Kinderspiel gewesen, den alten Safe zu knacken. „Da muss jemand mit einem Nachschlüssel ins Haus gekommen sein“, sagte er, „der Täter ist vermutlich unter Frau Gromes‘ Bekannten zu suchen.“

Als sich Alice Gromes einen Drink einschenkte, fielen Kommissar Dressel kleine Pfützen zwischen den Flaschen auf. „Was ist da passiert?“, fragte er.

„Die Haushälterin hatte den Champagner wieder mal geschüttelt und nicht gut genug gekühlt!“, polterte Alice Gromes los. „Wie oft muss ich ihr wohl noch erklären, wie sie damit umzugehen hat. Bevor mein Bekannter und ich das Haus verließen, wollten wir etwas trinken, dabei spritzte der Champagner über den Bartisch, Berts Ärmel und mein Kleid. Ich musste mich umziehen! Ganz zu schweigen davon, dass die Flasche 200 Euro kostet.“ Sie setzte sich aufs Sofa und nippte an ihrem Glas.

„Der Täter muss mit einem Schlüssel hereingekommen sein“, kam der Kommissar wieder zur Sache.

„Außer meiner Haushälterin hat keiner einen Schlüssel“, murrte Alice Gromes. „Vielleicht hat sie ja jemanden hereingelassen.“

Marie, die an der Tür zur Küche stand empörte sich: „So etwas würde ich nie tun! Außerdem bin ich ja vor Ihnen gegangen.“ Plötzlich fiel ihr etwas ein. „Da war ein Mann auf der Straße. Als er mich sah, wechselte er die Straßenseite.“

„Können Sie ihn beschreiben?“, fragte der Kommissar.
Sie schüttelte den Kopf. „Ich hab ihn nur von hinten gesehen, und es war dunkel. Aber er ging wie Herr Burghoff und hatte auch dieselbe Statur. Allerdings war er ja hier bei Frau Gromes.“

„Wer ist dieser Burghoff?“, fragte Ehmke.
Frau Gromes gab schulterzuckend Antwort. „Er begleitet mich hin und wieder auf Partys.“

Die beiden Kommissare ließen sich seine Adresse geben und suchten ihn auf. Als sie sein Luxusappartement betraten, staunten sie – den Herren gab es doppelt! Eineiige Zwillinge standen vor ihnen, sie waren nicht auseinanderzuhalten.

„Wer von Ihnen ist Bert Burghoff?“, fragte der Kommissar.

„So heißen wir beide“, sagten sie wie aus einem Mund und grinsten.

„Ich bin Norbert“, erklärte einer von ihnen und deutete auf den anderen, „und das ist Robert. Aber unsere ‚Klientinnen‘ nennen uns einfach nur Bert.“

„Dass es Sie zweimal gibt, weiß vermutlich keine von ihnen?“ Kommissar Dressels Augen wurden schmal.

Sie grinsten nur noch breiter.

„Alice Gromes sagte aus, sie sei den ganzen Abend über mit Bert Burghoff zusammen gewesen. Wer von Ihnen war das?“

„Ich!“, behaupteten Norbert und Robert wie aus einem Munde.

„Es kann ja wohl nur einer von Ihnen gewesen sein.“

Die Berts hoben die Schultern, dabei grinsten sie süffisant. „Welcher von uns, das wird für Sie immer ein Rätsel bleiben.“

Kommissar Dressel und Ehmke tauschten Blicke. Doch dann war es plötzlich der Kommissar, der süffisant grinste. „Was trugen Sie auf dieser Party?“

„Smoking natürlich“, antworteten sie übereinstimmend, „das ist bei solchen Gelegenheiten so üblich.“

„Kann ich Ihren Smoking mal sehen?“

„Natürlich.“ Norbert griff in den Schrank. „Das ist meiner.“

Dressel gab ihn an Ehmke weiter, sah Robert an. „Darf ich auch um Ihren Anzug bitten?“

Er bekam ihn, legte ihn sich selbst über den Arm. „Nun muss ich Sie beide bitten mitzukommen, Sie sind vorläufig festgenommen.“

Für die Experten im Labor war es keine Schwierigkeit, an einem der Smokings Spuren von Alice Gromes‘ exklusiver Champagner-Sorte festzustellen – und da er Robert gehörte, war Norbert Burghoff der Dieb. Aber Kommissar Dressel war sich sicher, dass in dieser Sache auch sein feiner Herr Bruder nicht ganz ungeschoren davonkommen würde.

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Hier finden Sie alle Anthologien aus dem Verlag ‚by arp‘

Pfandflaschen in Kroatien

Pfandflaschen auf der Insel Krk zurückzugeben, scheint nicht so einfach zu sein!

In unserem Reiseführer steht unter der Rubrik ‚Einkaufen‘ als Tipp: Wenn Sie Getränke in Pfandflaschen kaufen, müssen Sie den Bon als Quittung bewahren, denn Flaschen werden, anders als bei uns, nur dort zurückgenommen, wo sie gekauft wurden!

Nun schrieb uns eine unserer Leserinnen:

(…) Über eine Aktion müssen wir jedoch noch immer schmunzeln. Die Rücknahme des Leergutes gestaltete sich als seeeehr kompliziert und stimmte mit den Angaben in Ihrem Reiseführer nicht überein. Wir waren im Ort Malinska. In den beiden Märkten Plodine und Trgovina wurden die Pfandflaschen nicht zurückgenommen. Auch mit den vorgelegten Bons bekamen wir das Geld nicht zurück. Nach einigem hin und her im Markt, mehrere Angestellte mussten befragt werden, bekamen wir einen Zettel mit einer Adresse in die Hand gedrückt. Dort sollten wir hinfahren (Komunalni Centar – Malinska Dubasnica). Wir ordentliche Deutsche haben das auch getan. Erst waren wir an einer falschen Stelle. Es war eine Art Verwaltungsgebäude (Schule?) – Dann haben wir den richtigen Ort gefunden. Auf einem Schrottplatz hat man unsere Flaschen sorgfältig sortiert und uns wieder einen Zettel in die Hand gedrückt – es war der Pfandbon. Damit sollten wir dann zum Supermarkt Trgovina mitten im Ort fahren und uns das Geld auszahlen lassen. Wir haben uns über diese zeitaufwendigen Aktion kaputtgelacht und sie unter „Erfahrung“ abgehakt. Einzig das Pfand für Bierkästen kamen wir mit unserem Bon zurückerstattet.

Natürlich haben auch wir über die Erfahrungen der Leserin gestaunt, denn hier scheint etwas ordentlich schief gelaufen zu sein! Die Bestimmungen in ganz Kroatien, damit auch auf den kroatischen Inseln, sind folgendermaßen:

Für alle PET-Flaschen und Dosen, Glas-Bierflaschen, Milch und die 5-Liter Wasserflaschen, sowie Wein- und Schnapsflaschen erhält man bezahltes Pfand wieder zurück. Allerdings nur in den Läden, in denen man sie gekauft hat und gegen Vorlage des Kaufbons.

In vielen Supermärkte, z.B. bei einigen Billa- oder Plodine-Märkten, gibt es im Laden neben einer Tür einen Klingelknopf, den man drückt. Dort nimmt ein Mitarbeiter Flaschen an, händigt im Gegenzug einen neuen Bon aus, den man dann an der Kasse abgibt. Gibt es so eine Rücknahmestation nicht, wie z.B. bei Lidl, fragt man eine VerkäuferIn oder die KassiererIn. Kaufland hat in den meisten Geschäften ein separates Häuschen zum Eintausch. Bei Plodine gibt es manchmal vor dem eigentlichen Einkaufsbereich einen Automaten, an dem man Kästen zurückgeben kann. Doch alles immer nur, wenn man den Einkaufsbon hat und damit beweisen kann, dass man den Kasten (die Flaschen) in diesem Geschäft gekauft hat.

Aber Achtung! Kleineren Läden, die eine bestimmte Verkaufsfläche unterschreiten, nehmen nichts zurück, nicht einmal im Tausch! Sie scheinen dazu auch nicht verpflichtet zu sein, weil sie keine entsprechende Lagerfläche zur Verfügung haben.

Doch tatsächlich gibt es auch in größeren Märkten hin- und wieder Problem mit der Rücknahme von Leergut. Einen leeren Kasten gegen einen vollen umtauschen ist zwar nie ein Problem, aber das Leergut abgeben und Geld zurückbekommen, kann schon mal schwierig sein. Vielleicht stellen sich manche VerkäuferInnen in der Hoffnung dumm, dass der Kunde das Leergut dann da lässt …

Wer reist, vor allem wenn er sich in südliche oder ehemalige Ostblockländer begibt, muss damit rechnen, dass nicht alles so geht, wie er das bei uns gewöhnt ist. Dann nimmt man das am besten mit Humor – so wie unsere Leserin es getan hat.

In München entdeckt – das Türkentor

Wer das ‚Brandhorst-Museum‘ in München besucht, sollte nicht versäumen, einmal um das Gebäude herumzugehen. tuerkentor-muenchen Nicht nur, weil es sehr interessant gestaltet ist, sondern weil sich dahinter ‚Münchens kleinstes öffentliches Museum‘ befindet – das sogenannte Türkentor.

Einst war es Zugang zu einer in den 1820er Jahren errichteten Kaserne des Königlich Bayerischen Infanterie-Leibregiments. Sie wurde als ‚Türkenkaserne‘ bezeichnet, weil sie an der Türkenstraße lag. Der Straßenname wiederum geht auf den sogenannten Türkengraben zurück, der anfangs des 18. Jahrhunderts angeblich von türkischen Kriegsgefangenen aus der Zeit der Türkenkriege ausgehoben wurde. Er sollte dem Nordmünchner Kanalsystem angeschlossen werden, um die Kurfürstliche Münchner Residenz mit Schloss Schleißheim zu verbinden.

Die Kaserne fiel den Bombenangriffen des 2. Weltkriegs zum Opfer, nur das ‚Türkentor‘ blieb erhalten. Zwischen 2008 und 2010 wurde es saniert und, wie man gut sehen kann, größtenteils neu ummantelt. Nur die klassizistische Straßenfassade erstrahlt wieder im ursprünglichen Glanz.

Doch nicht das Äußere des Tores granitkugel-tuerkentor-muenchenist das eigentlich Sehenswerte, vielmehr die Skulptur ‚Large Red Sphere‘ des amerikanischen Künstlers Walter De Maria , die sich im Inneren verbirgt. Die Udo und Anette Brandhorst Stiftung hatte die 25 Tonnen schwere rot-glänzende Granitkugel mit einem Durchmesser von 260 Zentimetern im Jahr 2006 erworben und das Tor als Ausstellungsraum für das moderne Kunstwerk umgestaltet. Die Gegensätzlichkeit des kubischen, historischen Gebäudes mit seinen Säulen und der runden, hochglänzenden Granitskulptur schaffen eine starke physische Präsenz.

Der Eintritt ins ‚Türkentor‘ ist kostenlos. Geöffnet ist es täglich außer Montag.

granitkugel-tuerkentor-muenchen

Mehr über das Türkentor und die Öffnungszeiten

Schokolade für die Liebe

Neuerscheinung im Juli – sieben spannende Kurzromane, die im 17. und 18. Jahrhundert spielen und von Liebe, Sehnsucht, Macht und Intrigen erzählen.

Lina-Sophia Clement

Schokolade für die Liebe

E-Book  /  Preis 3, 99 €

Text ca. 63 Seiten, entspricht 122 gedruckten Seiten

ISBN E-Book: 978-3-946280-56-9

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ASIN: B07F6XZ7KF

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Inhaltsangabe

Schokolade für die Liebe

1661 richtet César de Choiseul Graf von Plessis-Praslin ein Fest aus. Eine Küchenmagd wird eingestellt – ein intrigantes Biest, das alles daransetzt, den Koch Josse und dessen heimliche Liebste Cateline gegen den Küchenmeister auszuspielen.

Geliebte Maitresse

Paris zu Zeiten der Revolution. Adlige und ihre Getreuen werden wie Vieh eingefangen und auf die Guillotine geschickt. Auch Serge Baron de Zanarian und seine Geliebte Aurore müssen um ihr Leben bangen. Er flieht und schickt einen Vertrauten zu ihr, damit er auch sie und ihre Freundin Christelle außer Landes schafft. Doch der Bote wird überfallen, und die beiden Frauen landen im Kerker. Ein Ende auf der Guillotine scheint ihnen gewiss …

Ein dunkles Geheimnis

Amsterdam im Jahre 1630. Bei einem Brand verliert Saskia Lambertus ihren geliebten Gatten. Als einzige ist sie sicher, dass Lucas noch lebt und nicht er, sondern ein andere in den Flammen umgekommen ist. Tatsächlich taucht Lucas Lambertus wieder auf, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Doch wer ist der Mann, der in den Flammen starb?

Brennende Herzen

Eleonore hat ihren Gatten Gregor Graf von Gernau nie geliebt, aber sie begegnet ihm mit Respekt. Ihr Herz gehört dem jungen Künstler André van der Wegen aus Brabant, der zurzeit eine Freske in der Schlosskapelle malt. Da stirbt Gregor bei einem Reitunfall, Eleonore bleibt kinderlos zurück. Gregor von Gernau war der letzte seiner Linie. Mit ihm stirbt das Geschlecht derer zu Gernau aus und Eleonore wird gezwungen sein, ihren verhassten Schwager zu heiraten. Doch zusammen mit ihrer Schwiegermutter schmiedet Eleonore einen Plan, der sie retten soll …

Ihr Leben für die Liebe

1598 zieht Luisa, Krämerin aus Singen, mit einem Planwagen auf den Hohentwiel. Dort beobachtet sie, wie ein junger Soldat getreten und geschlagen wird, bis er bewusstlos liegen bleibt. Aus Mitleid gibt sie ihm zu trinken. Als sie den Hohentwiel wieder verlässt versteckt er sich ohne ihr Wissen in ihrem Wagen, um aus der Festung zu fliehen. Doch bald wird sein Fehlen bemerkt, und die Schergen des Hauptmanns verfolgen sie …

Ich bin doch bloß ein Mädchen

Es ist Januar anno 1758 zu Zeiten des Siebenjährigen Krieges. Caroline Herschel, die spätere Astronomin, hat es nicht leicht, bei ihrer gestrengen Mutter, erstrecht nicht, seit Ihr Vater und zwei ihrer Brüder mit dem Musikkorps des Dragonerregiments Hannover in den Krieg ziehen mussten. Das Mädchen ist klug und wissbegierig, will lernen und zur Schule gehen, doch die Mutter verbietet es, und der Vater, der sie in ihrem Wissensdrang unterstützt, ist ja im Krieg …

Gefallener Engel

Man schreibt das Jahr 1788 Mary Rose, eine wohlhabende Bauerntochter in England, verliebt sich in Thomas Maddox, einen Offizier, und brennt mit ihm durch. Als er nach Frankreich einberufen wird, lässt er sie in einer Pension in England zurück und bezahlt der Wirtin die Miete für ein Jahr im Voraus. Doch die will Mary Rose loshaben, um das Zimmer ein zweites Mal vermieten zu können. Sie behauptet, Mary Rose hätte ihr Dinge gestohlen, worauf sie verhaftet wird. Die Strafe, die sie erwartet: Sieben Jahre Deportation in ein Straflager in Australien.

Vorurteile und Missverständnisse zwischen E-Bikern und anderen Radfahrern

Um es gleich mal vorwegzunehmen: E-Bikes sind höchst selten unterwegs. Gemeint sind eigentlich Pedelecs, wenn Leute von E-Bikes sprechen. Der Unterschied: Ein E-Bike (auch S-Pedelec) zählt zu den Kleinkrafträdern (Fahrrad mit Hilfsmotor) und fährt bis zu 45 Studenkilometer! Das Mindestalter des Fahrers beträgt 16 Jahre, sie brauchen einen Führerschein der Klasse AM, und es besteht Helmzwang. Die Bikes benötigen außerdem ein Versicherungskennzeichen.

Wir fahren ein Pedelec (Pedal Electric Cycle), also ein Fahrrad, dessen Elektromotor den Fahrer nur dann unterstützt, wenn er gleichzeitig selbst in die Pedale tritt, und das auch nur bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Danach schaltet der Motor automatisch ab. Auch muss man auf Steigungen in Schwung bleibt, sonst `verhungert` der relativ schwache Motor, und man bleibt stehen.

Mit diesen Rädern haben wir kürzlich die Alpen überquert, und zwar auf dem ‚Alpe-Adria-Radweg‘. Eine wunderschöne Radreise, die nur zu empfehlen ist – aber das ist ein anderes Thema. Hier soll es um die ‚Feindschaft‘ zwischen Radfahrern und Pedelec-Fahrern gehen, die wir auf unserer Radreise wieder einmal zu spüren bekamen.

Was ist passiert? Nicht nur einmal haben wir gehört, wie ‚sportliche‘ Radfahrer im Vorbeifahren abfällige Bemerkungen machten:

„Schon wieder E-Biker!“ Oder: „E-Bikes sollte man verbieten!“

Das heftigste hörten wir einmal, als wir nach einer Kaffeepause aufstiegen: „Wenn die selber nimmer können, sollen se halt daheimbleiben!“ Dahabe ich mir vorgenommen, an dieser Stelle mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen.

Ein Pedelec ist ein sehr schweres Rad. Meines wiegt knapp 27 Kilo. Dazu kommen etwa 20 Kilo Gepäck (Akkulader und einige Dinge, die man braucht oder sich ‚gönnt‘, wenn man älter ist). Heißt, man bewegt zu seinem eigenen Gewicht also noch knapp 50 Kilo zusätzlich.

Ein ganz normales Stadtrad wiegt etwa 17 Kilo, ein Rennrad zwischen sieben und acht Kilo, ein Mountainbike zwischen 9 und 13 Kilo – und einziges Gepäck ist hier ein kleiner Rucksack, denn Gepäckträger gibt es gar nicht.

Ein Pedelec hat 8 Gänge und drei oder vier Stufen, wobei die erste Stufe (Eco) nicht viel mehr als den Ausgleich zu einem ‚normalen‘ Rad bringt – und wie gesagt, es schaltet bei 25 Stundenkilometern den Motor automatisch ab, wobei man mit schwerem Gepäck sowieso selten mal 28 Stundenkilometer erreichen kann.

Ein Bergrad hat 21 Gänge, ein Rennrad etwa ebenso viele, manche gar 30. Ich denke, damit stehen sie einem Pedelec in nichts nach bzw. haben wir Pedelec-Fahrer es nicht unbedingt leichter.

Hinzu kommen die verschiedenen ‚Ansprüche‘, die Radfahrer haben. Pedelecfahrer wollen die Landschaft genießen, also mit dem Rad die Welt bereisen. Berg- oder Rennradfahrer verstehen sich als Sportler und setzen sich Ziele, die mit Zeit und Kraft zu tun haben und wettbewerbsorientiert sind.

Und last but not least: Wir sind 66 Jahre alt. Seit einem Radunfall habe ich ein kaputtes Knie, und Rückenprobleme haben wir beide. Trotz dieser körperlichen Defizite und den damit einhergehenden Schmerzen wollen wir aktiv sein und bleiben. Unsere ‚Kontrahenten‘ sind meist (weit) unter 40 und (noch!) gesund, und wir wünschen ihnen von ganzem Herzen, dass sie es lange bleiben.

Ein Pedelec kann man übrigens auch ‚sportlich‘ fahren, was wir gerne und oft tun. Dann schaltet man den Motor entweder aus (aufgrund des Gewichts nur auf der Ebene anzuraten) oder man fährt auf ‚eco‘ (economy), das entspricht etwa dem Fahren auf einem normalen Stadtrad. Der Vorteil bleibt, dass man auf Steigungen die Möglichkeit hat, mehr Kraft zuschalten, was eine tolle Hilfe ist, gerade wenn man ein kaputtes Knie hat.

Noch ein Erlebnis möchte ich an dieser Stelle beschreiben. Auf einer kurzen, steilen Steigung hatten wir zwei Männer vor uns, die nebeneinander fuhren und somit keinen Platz zum Überholen ließen. Für uns bedeutete das: Entweder klingeln, damit wir an den beiden vorbeiziehen konnten, oder absteigen und an die 50 Kilo bergauf schieben, wobei die sogenannte Schiebehilfe an einem Pedelec eher ein Witz ist. Wir haben geklingelt und uns damit sehr böse Blicke eingefangen, als die Herren sahen, dass wir ein Pedelec fuhren. So nach dem Motto: Wir müssen uns hier abstrampeln, und die auf ihren E-Bikes klingeln auch noch frech, um an uns vorbeizufahren! Dabei sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, dass man auf Steigungen oder vor unübersichtlichen Kurven nicht nebeneinander fährt.

Fazit: Egal welches Rad man fährt, bei einem freundlichen Miteinander und gegenseitiger Rücksichtnahme können wir alle unser gemeinsames Hobby, das Radfahren, ganz ohne Ärger genießen.

Ein Radreiseführer der Alpe-Adria-Radtour ist in unserem Verlag geplant. Eine Fotostrecke über die Tour, auf der Sie sehen können, was Sie unterwegs erwartet, können Sie hier ansehen:

 Fotostrecke Alpe-Adria-Radtour

 

Deutsche Sprache – schwere Sprache?

Heute mal wieder ein Beitrag (mit einem Augenzwinkern) über die deutsche Sprache und das Schreiben. Es war einmal … nein, kein Märchen, sondern eine nackte Tatsache, dass gar nicht so wenige Leute dafür plädierten, die Klein- und Großschreibung abzuschaffen. Und noch immer bekomme ich vereinzelt E-mails, in denen auf Großbuchstaben verzichtet wird. Wie wichtig aber Groß- und Kleinschreibung ist, sieht man an folgenden Beispielen:

Der schöne Ritt durchs dunkle Tal – der Schöne ritt durchs dunkle Tal

Möchtest du Fallen? – Möchtest du fallen?

Sie sieht dir ungeheuer ähnlich – Sie sieht dir Ungeheuer ähnlich

Die Spinnen – Die spinnen

Dachtest du an Hexen? – Dachtest du an hexen?

Der gefangene Floh – Der Gefangene floh

Die Russin hat liebe Genossen – Die Russin hat Liebe genossen

Die nackte Sucht – Die Nackte sucht

Hier wird eine Tante verkauft / Foto: Maria Hobl

Wäre er doch nur Dichter – Wäre er doch nur dichter

Sie ist gut zu Vögeln – Sie ist gut zu vögeln

Auch das richtige Setzen von Kommas kann peinliche Missverständnisse vermeiden. Beispiele:

Wir essen, Kinder – Wir essen Kinder

Er will, sie nicht – Er will sie nicht

Ich empfehle ihr, zu folgen – Ich empfehle, ihr zu folgen

 

 

Hier wurde zwar alles richtig geschrieben, aber offensichtlich etwas falsch verstanden …

 

Doch das sind noch nicht alle Fallstricke der deutschen Sprache! Manchmal kann ein einziger falscher Buchstabe größte Verwirrung stiften …

Er mahlt Korn – Er malt Korn

Sie ist waise – Sie ist weise

Ihr Lied ist schön – Ihr Lid ist schön

Du hasst Eier – Du hast Eier

Sie isst schön – Sie ist schön

Die Saite zupfen – die Seite zupfen

Die Ware ist angekommen – die Wahre ist angekommen

Das soll dir eine Lehre sein – das soll dir eine Leere sein

Und es ist ja auch ein riesiger Unterschied, ob einer ein schöner Lehrkörper oder ein schöner Leerkörper ist, oder ob man gerene Zigeunermusik oder Zigaunermusik hört … und die Musik ‚mit‘ Garten oder ‚im‘ Garten zu hören ist ist.

 

 

 

 

Die Liebe einer Königin

Neuerscheinung vom April 2018 – sechs historische Kurzromane von Lina-Sophia Clement als E-Book-Ausgabe

E-Book – Preis 3, 99 € / Text ca. 65 Seiten entspricht 128 gedruckten Seiten. ISBN 978-3-946280-55-2  / ASIN: B07CK7MSVT

die-liebe-einer-koenigin

Sechs spannende Kurzromane, die im Mittelalter spielen und von Liebe, Sehnsucht, Macht und Intrigen erzählen.

Ursulina soll einen Ritter heiraten, der stinkt wie ein Eber und aussieht wie ein Bär. Die Magd Grethlin wird verdächtigt, einen Ring gestohlen zu haben – sie landet im Kerker. Die Tochter eines Grafen verliebt sich in einen einfachen Bogenschützen, die Zwillingsschwestern Katharina und Jorinde in den Bräutigam der jeweils anderen. Cipriana verliert beinahe ihr Leben, als die damals noch aus Holz bestehende Rialtobrücke in Venedig einstürzt, Königin Caterina von Zypern wird gezwungen abzudanken und Maria di Giovanni de Medici muss um das Leben ihres Gatten und ihres kleinen Sohnes bangen. Doch mit Klugheit, List und Beharrlichkeit finden diese mutigen und tapferen Frauen immer wieder einen Weg, ihr scheinbar besiegeltes schlimmes Schicksal zum Guten zu wenden.

Reisetipps für Wien

Palais Coburg Residenz

Wien hat viele Gesichter! Da gibt es die mittelalterliche Stadt mit dem Stephansdom, dem Judenplatz und den vielen malerischen Gassen. Es gibt das barocke Wien, das seinen Reichtum zur Schau stellt, oder das Wien, das sich im Jugendstil kleidet. Es gibt den Prater, den jüdischen Friedhof, die Museen, die Schlösser und die Spanische Hofreitschule. Aber wo beginnen, wenn man nur wenig Zeit hat?

In unseren Reiseführern oder auf unseren Blogbeiträgen empfehlen wir gewöhnlich keine Hotels. Hier möchte ich ausnahmsweise mit dieser Regel brechen. Das Ruby Sofie Hotel in der Marxergasse 17 im 3. Bezirk liegt relativ zentral. Zwar haben alle Ruby Hotels Frauennamen, doch hier bezieht er sich ganz explizit auf das Gebäude, in dem es untergebracht ist – die historischen Sofien-Säle.

Bis 1886 hieß das Gebäude noch Sophienbad-Saal, denn der 13,6 × 38 Meter große Hauptsaal wurde im Sommer als Schwimmhalle genutzt. Im Winter hat man das Schwimmbecken mit einem Holzboden abgedeckt und damit zum Tanz-, Konzert- und Versammlungssaal umfunktioniert. So wurde das Gebäude zum größten öffentliche Lokal Wiens – ein festlicher, reich ausgeschmückter Ballsaal, in dem je nach Art der Veranstaltung zwischen 2000 und 2700 Personen Platz fanden.

Als Architekten zeichneten Eduard van der Nüll und August Sicard von Sicardsburg. Benannt wurde das Gebäude, das zu Zeiten seiner Entstehung noch im Grünen lag, nach Erzherzogin Sophie, die 1805–1872 lebte und die Schwägerin von Kaiser Ferdinand I. von Österreich und Mutter seines Nachfolgers Franz Joseph I. war. 2001 brannten die Sofien-Säle teilweise ab und wurden 2011 originalgetreu wiederaufgebaut.

Und nun zum Hotel. Das Konzept ist moderner und schlanker Luxus in Kombination mit Vintage-Deko-Elementen. Die großzügigen Zimmer haben gläserne Rainshower-Duschen. Liegt man bequem in den überlangen Doppelbetten, kann man wählen, ob man dem Partner beim Duschen zusehen oder doch lieber den Krimi im 42-Zoll-HD-Fernseher einschalten möchte. Statt in einer großen Lobby findet man die Rezeption in einer nostalgisch anmutenden Bar, in der auch gefrühstückt wird. Ein modernes, elegantes Hotel in guter Lage zu bezahlbaren Preisen. Und natürlich gibt es auch eine Tiefgarage, wo man den Wagen unterbringen kann.

Ruby Sofie Hotel

Tipp: In der Bar des Hotels liegt ein reich bebildertes Buch über die Geschichte der Sofien-Säle aus.

Ein Rundgang ab Hotel:

Prater – Kunsthaus Wien – Hundertwasserhaus – Hotel

Zum Prater

Wenn Sie das Hotel verlassen, gehen Sie links, dann immer geradeaus, bis Sie die Donau überquert haben. Danach die Dritte links auf eine kleine Allee einbiegen, und die Erste rechts auf den ‚Laternenweg‘. (Achtung: Kurz vorher gibt es eine Einfahrt zu einem kleinen Parkplatz, hier sind Sie falsch!). Nun folgen Sie dem Laternenweg, kommen zu einem Fußballplatz (links) und einem kleinen See (rechts) und stoßen dann auf die Hauptallee.

Auf dieser Allee wandelte einst die ‚Wiener Gesellschaft‘. Man sah sich und wurde gesehen oder führte seine neueste Errungenschaft vor, ein Automobil! Heute dürfen hier keine Autos mehr fahren, und würde man die Menschen von damals unserem rasanten Verkehr aussetzen, würden sie vermutlich zu Tode erschrecken.

Biegen Sie links auf die Allee ab, und dann gleich die Erste rechts. Jetzt sind Sie mitten im ‚Wurstelprater‘ und damit im großen Getümmel. Der Name bezieht sich auf den ‚Hanswurst‘, der hier einst im Kasperltheater seine Auftritte hatte.

Nur ein paar Schritte noch, und Sie befinden sich vor dem ‚Schweizerhaus‘. Dort isst man ‚Stelzen‘ (Schweinshaxen bzw. Eisbein), das gehört zum Schweizerhaus wie Ebbe und Flut.

Gleich dahinter steht der Praterturm. Mit seinen 117 Metern, die er in den Himmel ragt, war er bis 2013 das welthöchste Kettenkarussell und ist noch heute das höchste Fahrgeschäft Österreichs.

Riesenrad am Prater

Wenn Sie sich von hier ab links halten, kommen Sie zum Riesenrad, zu Madame Tussauds (rechts vom Riesenrad) oder zum Planetarium und zum Pratermuseum (links vom Riesenrad).

Tipp: Das ‚Blumenrad‘ ist etwas kleiner als das Riesenrad, bietet aber immer noch einen großartigen Ausblick. In der Mitte der Kanzeln befinden sich Lenkräder, an denen man während der Fahrt selbst drehen und dadurch den Ausblick selbst bestimmen kann. Im Gegensatz zum Riesenrad handelt es sich bei diesen Kanzeln jedoch nicht um geschlossene Kabinen. Das ist vor allem für Fotografen eine großartige Sache! Allerdings sollte man für so eine Fahrt frei von Höhenangst sein …

Wenn Sie genug vom Prater haben, gehen Sie vom Riesenrad zurück zur Hauptallee (Richtung Süden). Sie kommen zum ‚Kugelmugel‘, ein von Stacheldraht umzäuntes kleines Grundstück, auf dem ein Kugelhaus von acht Metern Durchmesser steht. Dort überqueren Sie die Hauptallee, biegen dann links ab und gleich wieder rechts auf den Fußweg ein. Geradeaus weiter auf die Vivariumstraße, unter der Eisenbahnbrücke durch, dann links über die Donaubrücke. Auf der anderen Donauseite über die Kreuzung und die Erste links. Nun immer geradeaus bis zum Kunsthaus Wien mit dem Hundertwasser-Museum
Adresse: Untere Weißgerberstraße 13.

Kunsthaus Wien mit Museum Hundertwasser

Das Museum, das im April 1991 eröffnet wurde, widmet sich dem Werk Hundertwassers, zeigt daneben aber auch Wechselausstellungen internationaler Künstler. Um dem Museum Raum zu geben, wurden die damals hundertjährigen Gebäude der ehemaligen Möbelfabrik Thonet im typischen Stil Hundertwassers umgebaut. Die Pläne hat Architekten Peter Pelikan in Zusammenarbeit mit Hundertwasser gezeichnet.

Im Gebäude findet man nur selten gerade Linien, auch der Boden ist uneben. Die Wände sind mit farbiger Keramik und Mosaiken gestaltet, auch Grünpflanzen sind in die Raumgestaltung mit einbezogen. Über eine gewundene Treppe erreicht man die oberen Etagen. In den ersten beiden sind Werke Hundertwassers zu sehen, danach folgen die Wechselausstellungen.

Das Hundertwasserhaus

Um hinzugelangen geht man am Museum vorbei (oder falls man aus dem Museum kommt links) und noch etwa 400 Meter weiter geradeaus. Die nach Hundertwassers Ideen gestaltete Wohnhausanlage wurde 1985 fertiggestellt. Mitgestaltet haben die Anlage die Architekten Josef Krawina und Peter Pelikan. Hundertwasser, der ja kein Architekt, sondern Künstler war, hatte die Vision und zeichnete für die Idee und die Gestaltung.

Das farbenfrohe, baumbewachsene Haus folgt nicht den üblichen Normen der Architektur. Es hat in den Gangbereichen unebene Böden und wirkt im Übrigen wie aus bunten Würfeln zusammengesetzt. Im Haus befinden sich 52 Wohnungen, 16 private und drei gemeinschaftliche Dachterrassen, sowie vier Geschäftslokale. In Wien zählt das Hundertwasser-Krawina-Haus, wie es seit einem Gerichtsurteil genannt werden muss, zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten.

Um zurück zum Hotel zu gelangen, gehen Sie weiter geradeaus. Nach hundert Metern stoßen Sie auf die Rasumofskygasse. Dort rechts. Von hier sind es noch 400 Meter bis zum Hotel. Insgesamt haben Sie etwa vier Kilometer Weg zurückgelegt.

Tipp: Wem das zu weit ist, der kann sich an der Hotelbar ein Fahrrad leihen!

Tipp: Sollten Sie nach diesem langen Tag Hunger haben, gehen Sie einfach am Hotel vorbei, noch gut hundert Meter. Dort auf der linken Seite ist ein asiatisches Restaurant. Es wurde zu einem der zehn besten asiatischen Restaurants von Wien gekürt, und die Preise sind moderat.

Rundfahrt mit der Straßenbahn

Die meisten Sehenswürdigkeiten Wiens liegen an der Ringstraße und lassen sich bequem mit der Straßenbahn erreichen. Dazu hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man fährt mit der gelben „Vienna Ring Tram“ einmal herum, um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen, oder man kauft sich ein Tagesticket und setzt sich in eine der Linienbahnen, die rund um den Ring fahren.

Die Ring Tram

Achtung: In diversen Reiseführern ist zu lesen, dass die Linien 1 oder 2 um den gesamten Ring herumführen. Doch wegen Umbauten wurden die Linienführungen verändert, und die Bahnen fahren nun die Außenbezirke an! Will man mit der normalen Straßenbahn um den Ring fahren, steigt man z.B. am Schwedenplatz Richtung Ottakring in die Linie 2 und an der Oper in die Linie 1 um, um wieder zum Schwedenplatz zu kommen.

Vorteil der „Vienna Ring Tram“: Man hat Kopfhörer und erfährt, welche Gebäude man gerade passiert. Man kann sich also einen guten Überblick verschaffen und später gezielt dorthin gehen, wo man sich etwas ansehen möchte. Nachteil: Die Fahrt ist mit etwa zehn Euro recht teuer, und unterwegs aussteigen kann man nicht.

Kauft man sich für einen Euro weniger eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel ist das wesentlich günstiger, denn man kann so in jede Richtung fahren und überall ein- oder aussteigen. Nachteil: Wer Wien nicht kennt, erfährt nicht, wo er gerade ist und an welcher Sehenswürdigkeit er vorbeifährt.
Die „Vienna Ring Tram“ und auch die Linien 1 oder 2 (beim Einsteigen auf die Richtung achten!!!) startet am Schwedenplatz. Von außerhalb kommt man mit der U1 oder der U4 zum Schwedenplatz.

Vom Ruby Sofie Hotel aus geht man nach Verlassen des Gebäudes rechts, weiter geradeaus bis zum Wien-Kanal. Man überquert den Kanal und bleibt dann auf dieser Straße, bis man auf die Alte Post stößt. Dort kann man nur rechts oder links abbiegen. Sie gehen nach rechts, nach der Post links, gleich wieder rechts, nach etwa 20 Metern links und immer geradeaus weiter bis Schwedenplatz. Die Wegstrecke beträgt etwa einen Kilometer.

Tipp: Wenn Sie mit der „Vienna Ring Tram“ fahren, nehmen Sie am besten in Fahrtrichtung links Platz. Dort liegen die meisten sehenswerten Bauwerke. Aber auch auf der rechten Seite entdeckt man viel Interessantes.

Und sonst

Es gibt viele malerische Gassen in Wien

Die Altstadt erläuft man sich am besten zu Fuß. Es geht kreuz und quer durch malerische Gassen. Wenn Sie in die Bräunerstraße kommen (sie zweigt genau an der Pestsäule ab), schauen Sie in den Innenhof links neben ‚Steiff in Wien‘. Das ist ein typischer Wiener Innenhof und das Geburtshaus von Johann Nestroy. Er war ein österreichischer Dramatiker, Schauspieler und Opernsänger.
Das Café Sacher … muss nicht unbedingt sein. Man hat lange Wartezeiten auf der Straße, bis man drinnen einen Tisch bekommt, und dann sitzt man auch bloß in einem Café. Ein sehr schönes Café liegt übrigens gegenüber der Hofburg – das Café Klimt.
Auch der Naschmarkt ist kein Muss. Man sieht dort natürlich die tollsten Leckereien – alles vom fremdländischen Obst bis hin zu den Wienerwürsteln – allerdings tritt man sich dabei gegenseitig auf die Füße. Gemütlichkeit geht anders.

Interessant ist die Kapuzinergruft mit den teils barocken, monumentalen Särgen. Auch das Sissi-Museum mit der Sammlung von altem Porzellan ist durchaus sehenswert. Ebenso der jüdische Friedhof und die vielen schönen Schlösser Wiens oder die Karlskirche am Karlsplatz. Man hat einen gerüstartigen Aufzug in diese Kirche eingebaut, der einen bis unter die Kuppel bringt. Ein Fremdkörper irgendwie, der aber durchaus etwas hat.

Fiaker

Wenn Sie unbedingt mit einem Fiaker fahren wollen, finden Sie Stellplätze hinterm Stephansdom am Stephansplatz, am Heldenplatz, am Albertinaplatz, am Petersplatz, am Burgtheater oder an der Hofburg.

Am Eingang zur Hofburg – Hofreitschule

Das mit den Fiakern ist natürlich so eine Sache. Die Pferde sind bei größter Hitze und Kälte unterwegs, wobei ersteres am Schlimmsten für die Tiere ist. Sie sind gezwungen, hinter stinkenden Autos unter größter Feinstaubbelastung herzutraben, was ihrer Gesundheit mehr als nur schadet. Untergebracht sind die Pferde in Privatställen, verstreut im Stadtrandbereich. Zu ihren Stellplätzen fahren die Kutschen morgens zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Die Kutschen sind teilweise alt, die meisten wurden jedoch in Polen neu hergestellt.

Mit diesem Artikel wollte ich Ihnen ein paar Anregungen und Tipps geben, die Ihnen vielleicht helfen können, ein erlebnisreiches Wochenende in Wien zu gestalten. Wenn man genügend Zeit mitbringt, gibt es in Wien natürlich viel mehr zu entdecken …

 

Im nachfolgenden Artikel erfahren Sie (fast) alles über die Spanische Hofreitschule in Wien.

Bitte beachten Sie auch die Reiseführer aus unserem Verlag

Hier finden Sie eine Fotostrecke zu Wien

Spanische Hofreitschule Wien

Wieso eigentlich ‚Spanische‘ Hofreitschule, wo sie doch zu den bedeutendsten Kulturgütern Österreichs zählt und eine echte Wiener Institution ist?

Dieser Name bezieht sich auf Ferdinand I. Er stammte aus dem Geschlecht der Habsburger und war ein Bruder Kaiser Karl V. Am 10. März 1503 wurde er in Alcalá de Henares bei Madrid geboren, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Erst achtzehnjährig kam er als Erzherzog von Österreich nach Wien, wurde schließlich König von Böhmen, Kroatien und Ungarn und war von 1558 bis zu seinem Tode 1564 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Eingang zur Winterreitschule in der Hofburg mit Fiaker

Ferdinand war ein leidenschaftlicher Reiter und liebte die Pferde seiner Heimat, die einen üppigen Körperbau hatten, dabei aber elegant und wendig waren. Er brachte die ersten spanischen Pferde mit an den Hof.

Einige Jahre später, anno 1580, gründete Erzherzog Karl II. von Innerösterreich das Hofgestüt im Karst in der Nähe des Dorfes Lipica, das damals noch zu Österreich gehörte (heute Slowenien). Er bestückte es mit rund hundert der spanischen Pferde und legte so den Grundstein für die Zucht der Lipizzaner.

In den folgenden Jahrhunderten züchteten die Habsburger Kaiser die Rasse der „Spanische Karster“. Erst ab 1780 nannte man sie ‚Lipizzaner‘. Sie sollten das ideale Pferd für die Kutsche werden, vor allem aber als Schlachtross für Feldzüge dienen. Doch als solche wurden sie letztendlich nie genutzt, dafür schienen sie einfach zu schade.

Stolzer Lipizzaner-Hengst

1681 ließ Kaiser Leopold I. auf dem Tumblplatz eine neue Reitschule errichten. Doch 1683 brachen die Türkenkriege aus, und die Reitschule, die noch nicht einmal fertiggestellt war, wurde schwer beschädigt. Erst fünfundvierzig Jahre später hat man das Projekt wieder aufgenommen und begann mit dem Bau der barocken Winterreitschule im Michaelertrakt der Hofburg. Sie wurde 1735 fertiggestellt und wird seither als solche genutzt. Die Reithalle, bis heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten, gilt als barockes Juwel und schönste Reithalle der Welt. Architekt war Johann Bernhard Fischer von Erlach, Baumeister sein Sohn Emanuel Fischer von Erlach.

Auf einer Tafel über dem Reitereingang ist seit damals zu lesen, dass sie zum Unterricht und zur Übung der adeligen Jugend, wie auch zur Ausbildung der Pferde für Kunstritt und Krieg errichtet wurde. Doch seit der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen sind die Bereiter nicht mehr ausschließlich adelig, und es sind auch keine Jugendlichen mehr. Aber immer noch wird hier die Hohe Schule der klassischen Reitkunst gelehrt und vorgeführt – bis zum 9. September 2008 ausschließlich von Männern, doch seither sind auch Frauen unter den Bereitern zu finden. Mag sein, das liegt am Einfluss von Frau Elisabeth Gürtler, die seit November 2007 Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule Wien ist. Zum ersten Mal seit Bestehen der Hofreitschule besetzt diesen Posten eine Frau.

Die Spanische Hofreitschule in Wien ist die einzige Institution dieser Art, in der die Tradition der Hohen Schule der klassischen Reitkunst bis zum heutigen Tag ohne Unterbrechung fortgeführt wurde und wird. Und die Kunst der Pferde und ihrer Reiter zählt sogar zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe.

Die Stallburg – hier sind die Hengste untergebracht

Untergebracht sind die Hengste, die zur Ausbildung nach Wien geholt werden, in einem Gebäude, das zum Komplex der Hofburg gehört. Es war eigentlich als Residenz für Ferdinand I. gedacht, doch wurde als solche nie genutzt . Es hatte einige Jahre leer gestanden, und so baute man es kurzerhand zur Stallburg um. Noch heute befinden sich die Stallungen in diesem Gebäude.

 Nicht nur Reithalle

Bereits seit dem 18. Jahrhundert werden in der barocken Reithalle auch Feste gefeiert

Bereits unter Maria Theresia, die 1740 den Thron bestieg, wurden in der Winterreitschule auch Karussells aufgestellt, Maskenfeste, Reiterspiele und Hofbälle abgehalten. In den Jahren 1814 bis 1815, zu Zeiten des Wiener Kongresses, tagten, tanzten und feierten hier internationale Staatsgäste, und 1848, im Jahr der Revolution, tagte der erste Reichstag der Monarchie in der Winterreitschule.

Auch heute finden in der einzigartig schönen, barocken Halle noch große Festivitäten statt. Dann wird sie in ein Farbenmeer getaucht und versprüht einen ganz neuen Zauber.

Die Pferde

Seit 1920 befindet sich das Gestüt nicht mehr in Lipica, sondern (mit Unterbrechung im und nach dem 2. Weltkrieg) in Piber. Piber gehört zur Stadt Köflach im Bezirk Voitsberg in der West-Steiermark. Dort leben die etwa 70 Zuchtstuten mit ihren kleinen Fohlen, und die Hengste, die zum Decken ausgewählt wurden. Auch die ‚Pensionisten‘ kehren aufs Gestüt zurück, um ihren Lebensabend dort zu verbringen – so wie Hengst Neapolitano Nima, der am 11. April 2018 bei guter Gesundheit seinen 39. Geburtstag feiern konnte.

Nima war in seiner aktiven Laufbahn in der Spanischen Hofreitschule ein Star und als Levadeur weltweit bekannt. Er ist der älteste registrierte Lipizzanerhengst überhaupt. Dass er dieses hohe Alter erreichen konnte, ist ein Beweis für die gute Haltung der Hengste an der Spanischen Hofreitschule.

N. Nima mit seinem Bereiter Rosteck – er zeigt eine Levade

Wie Hengst Neapolitano Nima erhalten alle Hengste einen Doppelnamen. Um die Linie zu kennzeichnen, die sie fortführen, tragen sie an erster Stelle den Namen ihres Vater. Zusätzlich erhalten sie den Namen ihrer Mutter, um sie so besser von ihren Brüdern unterscheiden zu können. Neapolitano ist also der ‚Stammname‘ des Hengstes, genannt wird er jedoch nach seiner Mutter – in diesem Fall Nima.

Auch die Schulhengste, die in Wien ausgebildet und vorgeführt werden, leben nicht das ganze Jahr über in der Hofburg. Von Juni bis Mitte August dürfen sie im Trainingszentrum Heldenberg (NÖ) die Sommerfrische genießen und gemeinsam über Weiden toben.

 

Im Jahr kommen etwa 45 bis 50 Fohlen zur Welt. Anfänglich gab es die Lipizzaner in allen Farben. Erst später beschloss man, des schöneren einheitlichen Bildes wegen, nur noch die weißen Pferde zur Zucht zu nutzen, und natürlich wurden für den Wiener Hof nur die besten Hengste ausgewählt. Bringt die Zucht heute einen andersfarbigen Hengst hervor, gilt er als ‚Glücksbringer‘ und nimmt in dieser Eigenschaft eine Sonderstellung unter den Schul-Hengsten ein. Zur Zucht wird er nicht verwendet.

Apropos – alle Schimmel kommen dunkel zur Welt, haben auch Blessen und andere Abzeichen. Erst im Verlauf der Jahre werden sie weiß. Der Fachbegriff dafür ist ‚ausschimmeln‘.

Sobald die Fohlen sechs bis sieben Monate alt sind, werden sie von ihren Müttern getrennt und bleiben in Gruppen untereinander. Schließlich findet eine Ausmusterung statt, bei der eine Kommission feststellt, welche Stuten und Hengste zur Zucht behalten werden. Alle übrigen werden auf dem freien Markt verkauft.

Die Junghengste leben den Sommer über auf der Stubalm, wo sie auf schwierigem Gelände trittfest werden und Muskeln ausbilden. Eine stark ausgebildete Hinterhand macht später die Arbeit ‚über der Erde‘ (z.B. die Courbette oder die Kapriole) leichter. Am Ende des Sommers gibt es einen ‚Almabtrieb‘, und die zurückkehrenden Hengste werden vom Pfarrer gesegnet.

Die Stuten bleiben auf den Weiden des Gestüts und werden in der Kutsche trainiert, um ihre Leistungsbereitschaft zu prüfen.

Die Hengste genießen ihre Ruhezeit

Die Hengste bringt man im Alter von vier Jahren vom Gestüt Piber nach Wien, um sie dort mit Liebe und Geduld sechs bis acht Jahre auszubilden. Erst dann wird entschieden, ob sie tatsächlich in die Spanische Hofreitschule aufgenommen werden.

Nicht alle Hengste beherrschen alle möglichen Übungen. Die Art und das Ziel ihrer Ausbildung richtet sich ganz nach ihren eigenen Fähigkeiten, die ausgetestet und dann gefördert werden. Bei den Übungen, die sie trainieren, handelt es sich um natürliches Hengstverhalten, das verstärkt wird. In der Natur zeigen Hengste solch imposantes Verhalten, um den Stuten zu imponieren oder gegen Rivalen zu kämpfen. Aus diesem Grund findet man auch keine Stuten oder gar Wallache bei den Vorführungen.

Vorführungen

Immer wenn sie in die Halle einreiten, lüpfen die Reiter ihren Hut. Die Zuschauer mag das wundern; so mancher denkt vielleicht sogar, diese Ehrerbietung gebührt ihm. Aber nein, die Reiter lüpfen ihren Hut vor dem Gemälde Karls de VI., das auf der Schmalseite über der Tribüne hängt.

In der Winterreitschule in der Hofburg in Wien kann man die Pferde und ihre Bereiter bei Vorführungen, aber auch bei der Trainingsarbeit erleben, die von Dienstag bis Freitag durchgeführt wird. Dabei werden die Übungen geritten, die zur Ausbildung gehören und das Ziel haben, die Pferde auf die Vorführungen vorzubereiten.

In der Sattelkammer der Stallburg

Bekommt man keine Karten oder sind einem die Karten zu teuer, kann man auch an einer Führung durch die Reithalle, die Sattelkammer und die Stallungen teilnehmen, was ebenso interessant ist. Und wer im Sommer nach Wien reist, wenn die Hengste ihre Sommerpause auf der Weide genießen, kann durch das Sommerprogramm „Piber meets Vienna“ Einblick in das Gestütsleben der Spanische Hofreitschule erhalten. Hier werden neben jungen, in der Leistungsprüfung stehenden, künftigen Zuchtstuten auch Mutterstuten mit ihren kleinen Fohlen vorgeführt, sowie verschiedene historische Anspannungen mit Originalkutschen und Kutschern in traditionellen Uniformen gezeigt.

Wichtig: Kinder dürfen erst ab einem Alter von 3 Jahren den Vorführungen beiwohnen!

Kartenvorbestellung ist anzuraten. Mehr Information über das genaue Programm und den Kartenvorverkauf finden Sie auf der offiziellen Website.

Anfahrt: U-Bahn – U3 Herrengasse / Straßenbahn – Linie 1, 2, D, 71 Burgring / Bus – 2A, 3A Hofburg / HOP ON HOP OFF – Rote Linie: Staatsoper oder Kunsthistorisches Museum, Heldenplatz

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Autorenportrait Sascha Berst-Frediani

Kennengelernt habe ich Sascha Berst-Frediani auf einer Autorentagung. Das liegt ein paarJahre zurück. Seitdem hielten wir losen Kontakt, schrieben uns mal eine E-Mail oder ‚trafen‘ uns auf Facebook. Nun habe ich ihn gebeten, mir ein paar Fragen zu seinem Roman ‚REUE‘ zu beantworten, der gerade brandneu im Gmeiner Verlag erschienen ist.

Darüber später mehr. Zuerst einmal möchte ich Sascha vorstellen. Er ist 53 Jahre alt, Vater von drei Kindern, Deutsch-Italiener und aufgewachsen in beiden Ländern, jedoch mit Schwerpunkt Deutschland. Er studierte Germanistik und Rechte in Deutschland und Frankreich, entschied sich dann für den Brotberuf des Juristen und arbeitet als Fachanwalt für Arbeitsrecht und Medizinrecht in Freiburg im Breisgau.

Und hier meine Fragen:

Wie war das bei Dir mit dem Schreiben? Wann hast Du damit angefangen?

Schon als kleines Kind habe ich mir Gedichte und Liedchen ausgedacht. In der dritten Klasse schrieb ich ein Stabreimgedicht in drei Strophen für meine Deutschlehrerin – dabei war die noch nicht einmal hübsch. Ich muss dieses Bedürfnis also in mir getragen haben. Als ich vierzehn Jahre alt wurde, unternahm ich meine ersten literarischen Gehversuche. Schülerzeitung, Lokalzeitung, und als Zwanzigjähriger habe ich mit Freunden eine Anthologie von Geschichten herausgebracht, die in meiner Heimat am Hochrhein spielen. Doch dann kamen Studium, Beruf und Familie dazwischen. Da hat man anderes im Kopf …

Meinen ersten Roman schrieb ich mit achtundzwanzig Jahren. Der taugte allerdings nicht viel. Mit vierzig Jahren folgte „Mord im Garten des Sokrates“, ein Buch, das zwischenzeitlich auch in Spanien, Lateinamerika und Italien erschienen und für Frankreich angekündigt ist.“

Und wie arbeitest Du?

Stetig an jedem Wochenende und jedem freien Tag schreibe ich mindestens eine Seite, bei Wind und Wetter, Regen und Sonnenschein … Immer an meinem Laptop, an irgendeinem Tisch, der gerade frei ist. Gerne auf einer Terrasse im Süden, zur Not aber auch in meinem kleinen Mansardenarbeitszimmer ‚bei Wasser und Brot‘.

Erzähle etwas über ‚Reue‘, Deinen neuesten Roman, der gerade erst erschienen ist.

Darin geht es um Liebe und Hass, um Missgunst, Rache und Eifersucht. Es ist die Geschichte eines Mordes, vom ersten Gedanken bis zur Tat. Ein Ehepaar lebt auf dem Land in einer Wochenendbeziehung. Sie arbeitet bei einer Bank, er bei der Bundeswehr . Als sie ein Haus mit zwei Wohnungen kaufen, wobei die untere Wohnung an einen attraktiven Mann vermietet ist, der sehr wohl zu Hause lebt, beginnt das Drama. So eine Konstellation birgt natürlich Konfliktmaterial, und es endet dann ja auch mit einem Mord. Wer ermordet wird, wie, was und warum, dazu verrate ichnatürlich nichts . Jedenfalls beginnt der Roman mit einer Verhaftung, die Geschichte wird dann in Rückblenden und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt.

Was wünscht du Dir am Meisten, für Dich, Deine Kinder, das Leben?

Mehr Licht, liebe Freunde, und noch mehr Licht! Wir leben heutzutage in einem kollektiven Dorf, indem ein Gerücht das andere ablöst, nichts mehr vertieft und nichts mehr hinterfragt wird. Die Leute mistrauen Wissenschaft und Journalismus und suchen ihre Wahrheit in der Fiktion. Das ist ein schrecklicher Niedergang, dem wir uns entgegenstellen müssen. Die Aufklärung bleibt der einzige Weg des Menschen aus dieser selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Reue
Die Geschichte eines Mordes
247 S. / Gebunden / erschienen Februar 2018
ISBN 978-3-8392-2249-2

Cres und Losinj – Der praktische Reiseführer für Ihren Inseltrip

Cres und Losinj – pünktlich zum Saisonstart ist unser neue Reiseführer erschienen!

Wir stellen Ihnen die wichtigsten Orte, Sehenswürdigkeiten, Wanderrouten und Strände von Cres und Losinj vor. Auch geschichtlich Interessierte kommen auf ihre Kosten. Für Stadt Cres, Beli und Mali Losinj haben wir einen Stadtrundgang ausgearbeitet. Viele Tipps und die wichtigsten Adressen, Links und Telefonnummern ersparen Ihnen in der Vorbereitungsphase Ihres Inseltrips mühevolles Recherchieren. Besondere Museen und Veranstaltungen finden ebenso Erwähnung wie z.B. Parkmöglichkeiten, regionale Spezialitäten, Hinweise für Rollstuhlfahrer, Camper oder Hundebesitzer.
Hotels empfehlen wir nicht. Auch beinhaltet dieser Reiseführer, abgesehen von einer Übersichtskarte, kein Kartenmaterial. Allerdings beschreiben wir die Wege, und wer aufmerksam bleibt, wird sein Ziel finden.

Inhaltsverzeichnis kurz zusammengefasst
1. Wissenswertes über Land und Leute
2. Geschichte
3. Sehenswürdigkeiten, Strände und mehr
4. Rundgang durch Cres, Losinj, Beli
5. Ausflüge in die Umgebung
6. Museen und Veranstaltungen
7. Anreise, parken und viele praktische Tipps
8. Was tun im Notfall
9. Wichtige Telefonnummern und Links
10. Infos für behinderte Menschen
11. Infos für Camper
12. Unterwegs mit Hund

Hier können Sie unserem Fotospaziergang über die Inseln folgen

Losinj

Cres

Das Taschenbuch hat 270 Seiten. Sie erhalten es bei allen großen Internetanbietern zum Preis für 12,99 €. Auch Ihr Buchhändler kann es für Sie bestellen. Da es sich um eine BoD-Ausgabe handelt, kann es ein paar Tage dauern, bis das Buch bei Ihnen ankommt.

ISBN Buch: 978-3-946280-54-5

Das E-Book erhalten Sie bei allen großen Internetanbietern zum Preis für 5, 99€

ISBN E-Book: 978-3-946280-53-8
ASIN: B07B8NRDL2

21. Februar – Internationaler Tag der Muttersprache

Muttersprache ist für mich wie für den Töpfer ein Klumpen Ton, und Schreiben kann so aufregend sein, wie diesen Ton zu formen und dabei zuzusehen, dass etwas Wunderbares daraus entsteht. Wie wie wichtig die Muttersprache ist, merkt man aber oft erst, wenn man im Ausland lebt und dort in einer fremden Sprache ‚herumrödelt‘, sich nicht in allen Feinheiten ausdrücken kann.

Selbst nach einem langen Autorenleben gibt es noch besondere oder unbekannte Wörter zu entdecken! Was halten Sie von Bloderkirsche statt Sauerkirsche? Oder von Blitzzwiebelblau? Dieses phantasievolle Wort bezeichnet eine Blautönung der Haut, wie sie nach Schlägen oder bei langanhaltender Kälte auftritt. Ein Blochschuh ist ein Holzschuh, ein Donnerstrahl ein Blitz, der von einem lauten Donnerschlag begleitet wird. Und unter einem Kaffeköpfchen versteht man eine ‚kleine Plauderei‘. Besonders liebe ich aber den Ausdruck ‚Wortsalat‘ für ein unverständliches Durcheinander von Worten.

Leider scheint es heutzutage als schick und gebildet zu gelten, möglichst viele Fremdwörter zu benutzen – warum sonst ist unsere Sprach von so vielen ‚Anglizismen‘ durchsetzt? Das schlimmste Wort, das seit ein paar Jahren vor allem im Radio zu hören ist: Singer-Songwriter – und dann noch in der weiblichen Form ‚Singer-Songwriterin‘! Ein englischer Ausdruck verdeutscht, weil es im Englischen keine weibliche Form dafür gibt. Warum um Himmels willen sagt man nicht einfach Liedermacher und Liedermacherin? Oder Texter und Sänger? Das ist kein bisschen umständlicher, dafür aber nicht so lächerlich.

Zu den deutschen Wörtern, die in andere Sprachen Begeisterung finden, gehören u.a. das Wort ‚Kindergarten‘, für das die englische Sprache keinen Ausdruck kennt, oder ‚Fernweh‘, für das es seltsamerweise in der niederländsichen Sprache kein Wort gibt.

Es bestehen allerdings auch ein paar deutsche Wörter, die ich gar nicht mag,  allen voran das Wort ‚dämlich‘. Ich habe es vollständig aus meinem Wortschatz gestrichen. Denn denkt man einmal darüber nach, was es bedeutet und bringt es in Bezug zu ‚herrlich‘, müsste frau es sofort auf die Liste der Unwörter setzen!

Ein Wort, das leider einen schlechten Ruf bekommen hat, ist das Wort ‚Heimat‘. wortschatzIn den Köpfen vieler Menschen wird es verkitscht oder sogar mit politschen Strömungen in Verbindung gebracht. Dabei bezeichnet es doch den Ort, wo wir uns zuhause und sicher fühlen und wo wir unsere Wurzeln haben. Unter Umständen kann das sogar in der Fremde sein …

 

Und hier noch ein bisschen Statistik:

Die Gesamtgröße des deutschen Wortschatzes umfasst laut Wikipetia je nach Zählweise 300.000 bis 500.000 Wörter. Davon werden in der deutschen Standardsprache etwa 75.000 Wörter benutzen, Ableitungen und Wortbildungen nicht mitgerechnet. Ein erwachsener Muttersprachler verfügt Schätzungen zufolge über einen Wortschatzumfang von 3.000 bis 216.000 Wörtern. Die Engländer haben einen etwas größeren, die Franzosen einen etwas kleineren Wortschatz, was jedoch nicht bedeutet, dass ihre Sprache deshalb ‚reicher‘ oder ‚ärmer‘ ist.

PS: In einigen Artikeln weiter unten habe ich seltene und aussterbende Wörter beschrieben, wie zum Beispiel Sappralott, adies, Plümont (Plumeau) oder Paraplü.

Vom Karneval und der Fastenzeit, und wie sie zusammenhängen

Der Karneval, dessen Bezeichnung auf das kirchenlateinische ‚carnislevamen‘ (Fleischwegnahme) zurückgeht, ist ein im Mittelalter – in Venedig im 11. Jahrhundert – entstandener Brauch. Dieser verdankt folglich seinen Ursprung erst der städtischen mittelalterlichen Festkultur und nicht den römischen Saturnalien. Der variierende Beginn des im Kirchenjahr verankerten Karnevalsfestes liegt vor der vierzigtägigen österlichen Fastenzeit, wovon sich der Begriff Fas(t)nacht ableitet, was schlicht und einfach ‚Nacht vor dem Fasten‘ bedeutet. Vor diesem radikalen Einschnitt in die Speisegewohnheiten wurden in der Frühzeit des Brauchs die schnell verderblichen Nahrungsmittel Fleisch, Eier und Fett in öffentlichen Gelagen verzehrt.  Zu den leiblichen Genüssen gesellten sich später Verkleidung und Maskierung, Musikanten, Gaukler, Tänze, Schauspiel und Wettkämpfe, auch zwischen Tieren. In der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert deutete die katholische Kirchenlehre die Fastnacht neu als verkehrte teuflische Welt, die den Gläubigen vor dem Beginn der gottgefälligen Fastenzeit vor Augen geführt werden musste. Der Maler Pieter Brueghel stelle 1559 diese beiden Kontrastmodelle in seinem Gemälde ‚Der Kampf zwischen Fastnacht und Fasten‘ gegenüber. Innerhalb eines zeitlich beschränkten Rahmens erlaubte der Karneval die Umkehrung der festgelegten Rollen der Stände, Autoritäten und Geschlechter.

teufelsmasekenDer Text ist einem Artikel von Dr. phil. Ursula Brunold-Bigler entnommen, der im Herbstheft 2017 der Zeitschrift ‚Märchenforum‘ unter dem Titel ‚Von den ältesten italienischen Märchen, gebildeten Märchendichterinnen und vom Karneval‘ erschien ist. Weil hier die Zusammenhänge so schön erklärt werden, habe ich ihn mit Erlaubnis der Redaktion hier wiedergegeben.

Zum Mutaborverlag – hier erscheint die Zeitschrift ‚Märchenforum‘

Tod den Mohren Apotheken?

In den Niederlanden will man den ‚Schwarzen Piet‘ eliminieren – nun soll es bei uns den ‚Mohren Apotheken‘ an den Kragen gehen!

Ich bin Förderer bei ‚Survival‘, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker. Ich habe Freunde mit dunkler Hautfarbe und arbeitete einige Jahre ehrenamtlich im Flüchtlingsheim. Trotzdem fehlt mir jedes Verständnis für solche Diskussionen. Wer verlangt, dass sich eine ‚Mohren Apotheke‘ umbenennen soll, weil das Wort Mohr angeblich diskriminierend ist, weiß offensichtlich nicht, woher das Wort stammt.

Mohr bezeichnete ab dem 8. Jahrhundert Menschen, die aus Mauretanien stammten. Es ist also ursprünglich eine Kurzform für Mauretanier bzw. Mauren – und die haben nun mal eine dunkle Hautfarbe. Langsam entwickelte sich das Wort Mohr zu einem Wort für dunkelhäutige Menschen auch aus anderen Regionen, und ab dem 16. Jahrhundert stand es schließlich für dunkelhäutige Menschen überhaupt.

Im Mittelalter waren Mauren (Mohren) wertgeschätzte Ärzte. Ihr Können auf diesem Gebiet war grandios! Und so dürfte es eigentlich niemanden wundern, dass ‚Mohren‘ und Apotheken zu einem Begriff verbunden wurden. Trägt eine Apotheke den Namen ‚Mohren-Apotheke‘, kann man davon ausgehen, dass sie seit hunderten von Jahren besteht und also auf eine traditionsreiche Vergangenheit verweisen kann.

Auch der ‚Schwarze Piet‘ in den Niederlanden (bei uns in Deutschland nennen wir ihn Knecht Ruprecht oder Krampus) hat eine uralte und mythologisch begründete Tradition, die nichts mit der Hautfarbe eines Menschen zu tun hat. Der schwarze Piet (oder Knecht Ruprecht) ist eine Figur aus dem ‚dunklen Reich‘, der Schattenwelt. Und Schatten sind nun mal schwarz, jedes Kind weiß das!

Alle Lichtgestalten aus der Mythologie haben ihren Schatten. Die bekanntesten Licht-Schatten-Paare sind Gott und Teufel, Leben und Tod. Aus dem Märchen kennen wir die zwölf weißen Feen mit der dreizehnten schwarzen oder die Königin als gute und die Hexe als böse Mutter. All diese Paare sind als Einheit zu verstehen – eben als helle und dunkle Seite unseres Ichs.

Ein weiteres Licht-Schatten-Paar sind der König und sein Hofnarr, der in seiner Art dem Schwarzen Piet am ähnlichsten ist. Ein Hofnarr war dem König symbolisch gleichgesetzt, denn er galt als sein ‚dunkler Zwilling‘. Nur er durfte den König duzen und ihm und allen anderen unverblümt die Wahrheit sagen – und das gefahrlos, denn wer ihn schlug, schlug den König selbst. In seiner Hässlichkeit und seiner ordinären, wilden und gewöhnlichen Art stelle er den Gegenpol zur königlichen Lichtgestalt dar.

In diesem Sinne sind auch der Heilige Nikolaus und sein ‚schwarzer‘ Gehilfe ein Gegensatzpaar. Zusammen verkörpern sie Gut und Böse, Vernunft und Widerspruch, Macht und Verderben.

Vor diesem Hintergrund ist die Diskussion um die Abschaffung des Schwarzen Piet geradezu lächerlich. Und ebenso lächerlich ist die Abschaffung des Begriffs Mohr, insbesondere im Zusammenhang mit dem Namen einer Apotheke. Denn hier erinnert der Mohr daran, wie überlegen uns die Mauren einst im Bereich der Medizin waren!Ich warte auf den Moment, an dem einem ‚Schwarzafrikaner‘ verboten wird, uns Mitteleuropäer als ‚Weiße‘ zu bezeichnen. Er muss dann sagen ‚ein hellhäutiger‘ oder ein ‚nichtfarbiger‘. Oder wir wäre es mit ‚Nordrassiger‘? Aber nein, das geht nicht, das hätte ja ein gewisses Geschmäckle …

PS: Ich habe eine gute Bekannte, die mit Nachnamen Mohr heißt – was machen wir nur mit der?

Ausgetrocknete Kanäle in Venedig

Wer Anfang Februar dieses Jahres nach Venedig reiste, erlebte die Stadt an der Lagune mit ausgetrockneten Kanälen. Gondeln lagen auf Grund, und man konnte die Fundamente der Häuser bestaunen. Wer hätte gedacht, dass das Wasser in den kleinen Seitenkanäle Venedigs gerade mal hüfthoch steht!

Aber woran liegt es, dass die Kanäle plötzlich austrocknen?

Drei Faktoren stießen zusammen. Zum einen hat es in Venedig seit Wochen nicht mehr geregnet. Zum anderen war der Januar in Italien der wärmste seit 250 Jahren. Und schließlich kam der ‚Supermond‘ dazu. Dieser Ausdruck steht für einen Voll- oder Neumond, der sich auf seiner Erdumlaufbahn im oder nahe am erdnächsten Punkt befindet und aufgrund dessen für eine bedeutend stärkere Ebbe als gewöhnlich sorgt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kanäle von Venedig ‚leer‘ sind, wenngleich es auch selten vorkommt. Die Frage ist, ob die durchschnittlich 70 000 Menschen, die Venedig täglich besuchen, den Anblick so schön finden. Da ist die Lagunenstadt mit Kanälen, die vielleicht ein wenig stinken, auf denen aber die Gondeln dahingleiten, doch viel schöner, und vor allem für die Gondolieres rentabler …

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Gondeln von Venedig

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Gondoliere in Venedig

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Gondoliere auf dem Canal Grande in Venedig

       Die ausgetrockneten Kanäle kann man auf  ‚Spiegel online‘ sehen

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