Blog by arp

Vergessene Wörter – Guffen

Guffen – haben Sie dieses Wort schon mal gehört?

Kürzlich sagte es eine junge Frau im Fernsehen, und da fiel mir ein, dass ich es früher von meiner Großmutter manchmal gehört hatte. Sie stammte aus Fürth, war also Fränkin, wie die junge Frau auch.

Ich machte mich auf die Suche nach diesem alten, seltenen Wort, das kaum noch jemand kennt, obwohl es einen so starken und einprägsamen Klang hat.
Im Fränkischen bedeutet es Sicherheitsnadel, in der Schweiz Stecknadel – dort wird das Wort auch schon mal mit nur einem F geschrieben und lang gesprpochen: „Guufe“.

Im Mittelhochdeutschen steht Guffe für Hinterbacke. Vermutlich rührt daher auch das Verb ‚guffen‘, was wiederum schlagen bedeutet – eine Gufferei ist folgerichtige eine Schlägerei. Guffe im Sinne von Hinterbacke findet sich in der oberdeutschen Mundart, ist aber auch als rotwelsche Varietät belegt.

Falls Sie nicht wissen, was ‚Rotwelsch‘ bedeutet: Es handelt sich um eine Sondersprache, die einst von Handeltreibenden, Gauner, Bettler und vom fahrenden Volke gesprochen wurde. Das Rotwelsch hat sich durch Wortneubildungen und Entlehnungen von Wörtern aus dem Hebräischen, dem Jiddischen, den romanischen Sprachen und anderen Dialekten herausgebildet.

Wo genau guffen (schlagen) herrührt, kann nur vermutet werden. Im jiddischen Hebraismus bedeutet ‚Guf‘ Körper/Fleisch, im Mittelhochdeutschen heißt man, wie bereits erwähnt, die Hinterbacke Guffe. Da gerade früher oft aufs Hinterteil und andere Körperteile geschlagen wurde, ist ein Zusammenhang gut möglich.

Auch im Österreichischen taucht das Wort auf. Der Guff ist dort jedoch ein böses Schimpfwort für einen ‚Blödian‘, der aus dem Alpenland stammt. Ein entsprechender Spruch heißt: Hau die Guffen auf die Muffen.

In diesem Zusammenhang ist wiederum interessant, dass man heute bei den jungen Leuten unter einem Guffen ein Türken mit gegelten Haaren versteht, der nicht nur selbst ‚total aufgemotzt‘ ist, sondern wahrscheinlich auch ein aufgemotztes Auto fährt.

Im Etymologischen Wörterbuch steht der Begriff übrigens nicht.

Im Überblick:
Guffe – Sicherheitsnadel
Guffe bzw. Gufe – Stecknadel
Guffe – Hinterbacke
guffen – schlagen
Gufferei – Schlägerei
Guff – alpenländischer Blödmann
Guff – aufgemotzter Türke

Guffen bedeutet unter anderem 'Sicherheitsnadeln'
Guffen, hier zu sehen als Sicherheitsnadeln

Weitere ‘fast vergessene Wörter’ auf meinem Blog:

Techtelmechtel

Hagestolz

Grisette

adies

Plumeau

Matz – in früherer Bedeutung

Sappralott

Das beste Cover wählen – 2016

Jedes Jahr verleiht der Verein zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur e.V. den DELIA-Literaturpreis für den besten deutschsprachigen Liebesroman. Seit 2012 wird darüber hinaus das LovelyCover gewählt, ein Publikumspreis für das schönste Cover. Zur Wahl stehen die 15 Cover der Bücher, die für die Longlist des DELIA-Literaturpreises nominiert sind. Unter allen Teilnehmern wird ein  Bücherpaket verlost. Der Autor des Sieger-Covers wird bei der Gala anlässlich der Verleihung des DELIA-Literaturpreises 2016 am 15. April 2016 in Iserlohn bekanntgegeben.

Hier geht es zur Coverwahl

Bücher von DeLiA's vor Sonnenuntergang
Bücher von DeLiA-Autoren

Muss man da als Zuschauer wirklich ein Auge zudrücken?

Es ist löblich, dass in den letzten Jahren im Fernsehen einige historische Filme gezeigt wurden – gestern ‚Das Geheimnis der Hebamme‘, nach einem Roman von Sabine Ebert. Ich kenne die Autorin persönlich, sie recherchiert ordentlich und ist im Deutschen sattelfest. Was man leider von den beiden Drehbuchautoren nicht behaupten kann.

Hier einige Fehler, die so nicht hätten passieren dürfen:

„Weiß er schon, dass du ein Baby bekommst?“

Das Wort Baby entwickelte sich im Englischen im 18. Jahrhundert und hat sich bei uns erst im 20. Jahrhundert eingebürgert, der Film spielt jedoch im 12. Jahrhundert.

Originaltext aus dem Film: „Ist es das, was Sie mich lernen wollten?“

Wie bitte??? … Richtig ist: „… was Sie mich lehren wollten.“

Oder: „Er ist klüger wie du.“

An den genauen Wortlaut des Satzes kann ich mich nicht erinnern, Fakt ist aber, dass eine Verwechslung von wie und als vorlag, und das geht gar nicht. Denn richtig muss es heißen: “Er ist klüger als du.”

Mal ganz abgesehen von einigen Modernismen. Ein Mädchen im Mittelalter hat bestimmt nicht so locker flockig gesagt: „Ich muss jetzt gehen, wir sehen uns später!“

Und vieles mehr.

Am meisten entsetzt mich, dass beim Dreh ein Regisseur, ein Regieassistent, diverse Schauspieler, Kameraleute und andere anwesend sind; später gibt es einen Schnittmeister, sieht den Streifen der Produzent, der Herstellungsleiter – und keinem fallen solche Fehler und so schlechtes Deutsch auf. Oder denkt man sich am Ende: Ach, das merkt doch eh keiner!?

Da fühle ich mich als Zuschauer nicht ernst genommen …

Zum Internationalen Tag des Glücks

Wäre man jeden Tag glücklich,

wäre das Glück bedeutungslos.

Es gewinnt seine Tiefe erst

durch das was wir Unglück nennen.

Glück im Märchen
Cover zu: So finde ich mein Glück

Wie Märench helfen können, das Leben zu bewältigen …

Einst wurden Märchen zum Beispiel in Spinnstuben oder an Lagerfeuern von Erwachsenen für Erwachsene erzählt. Mehr oder weniger symbolisch verschlüsselt, handeln sie fast immer von allgemeingültigen Problemen, die das Leben in irgendeiner Weise beeinflussen. Sie schenken Trost und sind weise. Wer sich auf Märchen einlässt und tiefer blickt, findet in ihnen Antworten auf Lebensfragen, Konfliktlösungen und Kraft zum Gelingen des Lebens. Durch die intensive Beschäftigung mit Märchen, deren Deutung und Entschlüsselung der enthaltenen Botschaften, ist es möglich, sich schrittweise den eigenen Problemen und ihrer Bewältigung zu nähern.
In ‚So finde ich mein Glück – Märchen zum Gelingen des Lebens‘ setzt sich Angeline Bauer am Beispiel traditioneller Märchen mit Wünschen, Ängsten und Hoffnungen rund um das Thema Glück auseinander. Die Helden der Märchen, die hier tiefenpsychologisch gedeutet werden, nehmen den Leser an der Hand, erleben und erleiden für ihn und mit ihm allerhand Geschicke.
Ein interessantes und lehrreiches Buch, das Erwachsenen und Kindern Hilfestellung gibt, ein glücklicheres und zufriedeneres Leben zu führen

 

Autorenwelt shop

Neu!

Wer im Autorenweltshop Bücher kauft, unterstütz Autoren, denn sie erhalten vom Shop das doppelte dessen, was sie von anderen Verkäufern bekommen. Es sind noch nicht alle Bücher dort zu bekommen, aber die Auswahl lässt sich sehen …

 

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Sieben Facetten der Liebe

Die Shortlist für den DELIA-Literaturpreis 2016 steht fest: Sieben herausragende Romane erzählen vom schönsten Gefühl der Welt

Die Shortlist des DELIA-Literaturpreises 2016 zeigt einmal mehr, wie vielfältig das Thema Liebe ist. Aufgrund der hohen Qualität der Einsendungen hatte es die Jury in diesem Jahr besonders schwer, die sieben Finalisten zu wählen.
Die Jury-Mitglieder Micaela Jary, Julie Leuze, Beatrix Mannel, Katrin Müller und Andrea Reichart nominierten für die Shortlist des DELIA-Literaturpreises in alphabetischer Reihenfolge:

Liebten wir – Nina Blazon, Ullstein

Liebe auf drei Pfoten – Fiona Blum,  Page & Turner

Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern – Katrin Burseg, Marion von Schröder

Ein Tag und eine Nacht – Sofie Cramer, Sven Ulrich, Rowohlt Taschenbuch Verlag

Das Sternenboot – Stefanie Gerstenberger, Diana Verlag

Am Ende der Welt traf ich Noah – Irmgard Kramer, Loewe

Vom Glück der Pferde – Mirjam Müntefering, Bastei Lübbe

Die Sieger werden am Freitag, den 15. April 2016 im Rahmen einer Gala anlässlich der DELIA-Liebesromantage in Iserlohn gekürt. Neben einer Siegerskulptur mit Gravur gibt es auch ein Preisgeld, das von den Mitgliedern der Autorenvereinigung DeLiA aufgebracht wird. Damit ist es ein Preis von Autoren für Autoren.

Der 1. Platz ist mit 1.500 Euro dotiert, der 2. Platz mit 750 Euro und der 3. Platz mit 500 Euro.

Meine ergonomische Tastatur – treue Begleiterin seit dreizehn Jahren

Ich klopfe jetzt mal auf Holz, bevor ich euch erzähle, dass meine Tastatur nun schon seit dreizehn Jahren hält und bestimmte Buchstaben darauf gar nicht mehr zu lesen sind. Als erstes war das N von der Taste abgerieben. L, M, H und E folgten. R und I sind schon recht blass. Um für einen möglichen Kaffeeunfall gewappnet zu sein, habe ich eine unbenutzte Ersatztastatur hier stehen – auch schon seit zwölf Jahren! Damals sind wir nämlich ins Ausland gezogen, in die tiefste Provinz. Mein Mann sagt immer, ich soll die alte Tastatur endlich mal wegwerfen. Aber warum? Ich schreibe mit zehn Fingern, die wissen von selbst, auf welche Taste sie drücken müssen und können eh nicht lesen … Und überhaupt, allein auf dieser Tastatur sind an die zwanzig Bücher und 500 Kurzgeschichten entstanden, so eine ‚treue Seele‘ wirft man nicht einfach auf den Müll!

Meine ergonomische Tastatur funktioniert seit 13 Jahren

Stürmisches See auf Madeira – Porto Moniz

Wieder zurück vonMadeira und den Kanaren, auf denen es ja angeblich das ganze Jahr über angenehm warm ist. Wir aber hatten Sturm, Hagel, Schnee und Regen ohne Ende. Für mich besonders schlimm, da ich Fotos für den Reiseführer aufnehmen wolle – und Schlechtwetterfotos sind halt nicht zu gebrauchen. Zum Glück habe ich von anderen Reisen in die Region noch Aufnahmen, und einiges ist ja auch diesmal geglückt.

Ein besonderes Naturschauspiel erlebten wir in Porto Moniz an der Nordküste von Madeira. Der Wind peitschte meterhohe Wellen gegen die Felsen, dass die Gischt nur so spritzte! Das war wirklich sehr beeindruckend …

Unterwegs nach Madeira und zu den Kanaren

Mehr als ein Vierteljahr Arbeit, acht Stunden am Tag, liegen hinter mir. Bücher lesen, recherchieren, Mails an Touristeninfos und Redereien schreiben und alles zu einem flüssigen Text verarbeiten … jetzt endlich steht das Gerüst meines neuen Reiseführers: ‚Mit dem Schiff nach Madeira und auf die Kanaren‘. So oder so ähnlich wird er heißen. Auf den Inseln werde ich weiter recherchieren, Fotos machen, mit Leuten reden – und, wieder zurück, noch einmal ein paar Wochen und Monate schreiben und feilen, bis alles so weit steht, dass auch dieser Reiseführer veröffentlicht werden kann.
Ich bin dann also mal weg und komme hoffentlich mit viel Infos und schönen Fotos zurück! Bis dann,
Angeline

Hier ein Foto von einer meiner früheren Reisen auf die Kanaren

Vulkanlandschaft auf Teneriffa
Vulkanlandschaft auf Teneriffa – öde und doch faszinierend

Bücher sind Kulturgut – E-Books Dienstleistung

Nunmehr ist es gesetzlich verbrieft: Bücher sind Kulturgut, E-Books hingegen einfach nur Dienstleistung. Hm – da fragt man sich, was geht im Kopf der Leute vor, die solche Gesetze machen und juristisch bestätigen.

Mehr dazu hier Urteil des Bundesfinanzhofs

Bücher sind Kulturgut, E-Books Diensteistung ...?
Angeline Bauer liest auf der Buchmesse in Leipzig aus einem Buch, das es auch als E-Book gibt

Mara Laue – Autorenportrait

Mara Laue lebt am Niederrhein und ist seit 2005 hauptberuflich Schriftstellerin. Neben dem Schreiben malt und zeichnet sie und spiele auch Flöte.
Als Kind war sie eine leidenschaftliche Leseratte. Damals gab es noch die ‚literarische Geschlechtertrennung‘. Heißt, die Helden waren immer Jungs und Männer, die Mädchen und Frauen allenfalls schmückendes Beiwerk oder noch schlimmer, der Klotz am Bein des Helden. Als sie die Nase voll hatte von solchen Klischees, hat sie selbst eine Geschichte mit weiblicher Hauptperson geschrieben, so wie sie ihr gefiel – damals war sie zwölf Jahre alt.
„Dieses Prinzip habe ich bis heute beibehalten“, erzählt Mara Laue. „Abgesehen von Auftragsarbeiten, bei denen ich mich nach den Vorgaben des Verlages richten muss, schreibe ich nur die Romane und Storys, die ich mir als Leserin wünsche; unabhängig von Klischees und Mainstream.“
Ihr Arbeitstag hat acht Stunden, manchmal auch mehr. In diesem Sinne lebt sie also einen ganz normalen Berufsalltag. Für hauptberufliche Autoren, die von den Verlagen vorgegebene Abgabetermine einhalten müssen, ist ein kontinuierliches Arbeiten Pflicht.
„Vom Inhalt her“, erklärt Mara Laue, „variiert meine Arbeitsweise. Manche Romane oder Storys beginne ich spontan und aus dem Bauch heraus, andere, die von den Verlagen “bestellt” sind, mit der Ausarbeitung des Exposés. Wieder andere entstehen als vage Idee, die im Laufe des “Brütens” darüber immer konkretere Gestalt annimmt. Grundsätzlich bin ich aber ‚Puzzleschreiberin‘, das heißt ich schreibe nicht der Reihe nach von Anfang bis Ende, sondern arbeite an der Szenen oder Teilszenen, für die ich gerade eine Idee habe und fülle die Lücken dazwischen später. Wenn ein Exposé vorliegt, orientiere ich mich aber weitgehend daran, dann ‚puzzlet‘ es nicht so sehr wie bei spontanen Inspirationen.“
Am liebsten arbeitet sie nachts. Ab circa 21 Uhr beginnt ihr Hauptarbeitsblock, der meistens bis drei Uhr morgens dauert.
Wichtig sind ihr Toleranz und Respekt gegenüber allen Menschen, egal woher sie kommen, welchem Volk sie angehören oder was für eine Religion sie haben. Dazu gehört natürlich auch die Gleichberechtigung der Geschlechter. Diese Themen finden sich mal mehr, mal weniger intensiv in fast allen ihren Romanen, und dafür setzt sie sich auch ehrenamtlich ein.
Auch wie Menschen sich trotz widriger Lebensumstände oder gravierender Lebensbrüche behaupten bzw. ihr Leben wieder auf die Reihe bringen, spielt immer eine große Rolle in ihren Geschichten. Damit verbunden ist die Botschaft, dass man niemals aufgeben darf. Wer wagt, gewinnt zwar nicht immer, hat aber die Chance dazu. Wer eine Chance gar nicht erst ergreift, verliert definitiv. Das ist auch Mara Laues persönliches Lebensmotto.

Mara Laue
Mara Laue

Liste aller Genres und Subgenres von Mara Laue

Die Schriftstellerin Mara Laue hat sich die Mühe gemacht, eine Liste alle Genres und Subgenres aufzustellen und ihre Bedeutung zu erläutern. Ein wirklich interessanter Beitrag für interessierte Laien, Autoren und andere Leute vom Fach. Liste aller Genres und Subgenres von Mara Laue weiterlesen

Rezensionen – ‘Die Sache mit den Sternen’

Das ist so eine Sache mit den Rezensionen. Einerseits ist es schön und gut, wenn Autoren Feedback zu ihrer Arbeit bekommen und Verlage erfahren, was gut oder weniger gut ankommt. Andererseits sind Rezensionen oft nicht fair, und Rezensenten, die sich ärgern, nicht objektiv. So vergab ein Rezensent einer Kollegin für ihren Roman nur einen Stern, weil er sich darüber ärgerte, dass das Buch nicht sofort lieferbar war.
Er schrieb: „… ich habe diese bewertung gewählt,weil das buch nicht verfügbar ist ich würde es schon weiter empfelen, wenn ich es bekommen und gelesen hätte …“ (Originaltext mit Oriminalfehlern).
Über einen Wanderführer von Krk, der ebenfalls mit nur einem Stern bedacht wurde, las ich, dass der Rezensent sich darüber ärgerte, dass er alle Wanderungen bereits kannte. Mein Prag-Reiseführer erhielt immerhin noch drei Punkte (für die guten Informationen) – doch zwei Punkte Abzug, weil der Rezensent festgestellt hatte, dass ihm ein Buch aus Papier doch lieber gewesen wäre.
In allen drei Fällen hat die Bewertung nichts mit der Qualität des Buches zu tun. Ein Großhändler konnte nicht gleich liefern. Für einen leidenschaftlichen Wanderer konnte nicht flugs eine neue und unbekannte Rute aus dem Hut gezaubert werden. Ein Mann hat festgestellt, dass ein modernes Medium doch nichts für ihn ist.
Rezensenten machen sich oft keine Gedanken darüber, wie sehr sie Autoren mit einer ungerechtfertigten Punktevergabe schaden können. Viele Leute, die den einen Stern sehen, lesen dann gar nicht mehr nach, weshalb nur einer vergeben wurde. Schlecht ist schlecht – Punkt. Bei fünfzig fünf-Sterne-Rezensionen plus einer ein-Sterne-Rezension fällt das natürlich nicht ins Gewicht. Doch ist gleich die erste und einzige Rezension so mies, kann das für ein Buch oder einen jungen Autor das Aus bedeuten.
Und dann gibt es noch die gnadenlosen Verrisse, weit unter der Gürtellinie, vor Neid und Hass strotzend – da fragt man sich, woher solche Aggressionen kommen.
Subtiler in ihrer Boshaftigkeit sind die Rezensionen, die nicht nur die ganze Geschichte bis ins Kleinste nach- beziehungsweise vorerzählt, sondern gleich noch das Ende dazu verraten.
Wenn ich mir etwas von Rezensenten wünschen dürfte, würde ich sagen: Bleibt sachlich, fair und seid konstruktiv. Denn: Wer die anderen neben sich klein macht, ist nie groß – ein Zitat von Johann Gottfried Seume.

Sterne-vergben-bei-Rezensionen
Ein Stern oder doch mehr?

Vergessene Wörter – die Matz

Die ‘Matz’ die Matz ist ein Wort mit weitrechender Bedeutung. Das lernte ich, als ich unterwegs war und einen Döner aß. Die Dönerbude war gut besucht, die Schlange hungriger Menschen reichte bis auf die Straße. Half nichts, ich stellte mich an.
Kaum war ich da, ratterte ein Moped heran. Der Fahrer entledigte sich seines Helms, das grinsende Gesicht eines Achtzehnjährigen kam zum Vorschein.
„A do!“ (auch da), rief er den beiden Jungs zu, die vor mir in der Reihe warteten und stellte sich hinter mich.
Die drei Jungmänner kannten sich also, und sie schienen alle drei in Autowerkstätten zu arbeiten. Es gab viel zu erzählen, und das taten sie dann auch. Und zwar in tiefstem bayrischem Dialekt, sehr lautstark und über meinen Kopf hinweg.
Zuerst einmal ging es um ein Mädel. Ein vierter, nicht anwesender Jungmann hatte, wie ich erfuhr, eine gewisse Silvie angebaggert. Silvie hatte ihn aber wohl nicht erhört, was die anwesenden Jungmänner nicht wirklich verwunderte. Ihrer Meinung nach war der Nichtanwesende nicht besonders attraktiv und auch sonst nichts Besonderes. Lachend kamen sie zu dem Schluss, dass sie selbst bei Silvie bestimmt gelandet wären.
Ich dachte gerade so bei mir, dass, wenn ich Silvie wäre, garantiert keinen der vier Burschen bei mir landen könnte, auch nicht, wenn ich erst fünfzehn wäre – da bekam das Mädel ganz vorne in der Reihe endlich ihren Döner ausgehändigt. Sie drehte sich um und sah einen der Jungs aus großen Augen ganz verknallt an.
„Servus“, hauchte sie.
„Servus“, brummte er zurück.
Okay, ich begriff, dass mein Geschmack was ‚Männer‘ betrifft hier nicht unbedingt relevant war.
Das Mädel war fort, wir rückten in der Reihe alle einen Platz nach. Der hinter mir besann sich nun auf seinen Hunger: „Hm, wos soll i etzt fress‘n?“, sinnierte er lauthals. „‘n Döner oder a Currywurscht mit Pommes?“ – „I nehm an Döner“, bestimmte er und setzt nach: „Und wos soll i saufa? (saufen)“
Ich holte tief Luft. Fressen und saufen – war der Herr im Kuhstall aufgewachsen? Ich versuchte mir vorzustellen, wie er wohl wohnte und hatte ein ziemlich düsteres Bild vor Augen. Sah vor mir, wie er mit seinen Eltern am Tisch saß, wie geschmatzt und gegrunzt wurde.
Er entschied sich für ein Sprite. Damit war sein Kopf frei für neue Gedanken. Er erzählte von einem Mofa, das einer seiner Kollegen repariert hatte. Der hatte das aber irgendwie nicht richtig hinbekommen. Eine der Schrauben saß viel zu locker. Der hinter mir hatte daraufhin die Sache selbst in die Hand genommen und mehrmals fest angezogen. Das alles erklärte er sehr lautmalerisch anhand vieler fäkaldialektaler Wörter und endete schließlich mit: „ … etzt sitzt s‘ fest, de Matz, de rührt si nimmer!“ (Jetzt sitzt sie fest, die Matz, die rührt sich nicht mehr!)
Ich schloss die Augen, biss die Zähne zusammen. Matz! Das war so etwa das ordinärste Schimpfwort, das ich kannte. Eine Matz ist das Dreckigste Individuum unter den Frauen, das Allerletzte!
Endlich waren die beiden Jungmänner in der Reihe vor mir dran, bestellten, bezahlten und gingen, und damit verfiel auch mein Hintermann in Schweigen.
Meinen Döner aß ich nur noch mit halbem Appetit. „Saufen, fressen – die Matz!“, ging es mir immer wieder durch den Kopf.
Zuhause erzählte ich meinem Mann davon. Ich liebe doch mein Bayern. Und ich bin überzeugte Landbewohnerin. Aber wenn das dem durchschnittlichen Bildungsniveau unserer Dorfjugend entspricht …
Er legte mir beruhigend die Hand auf die Schulter und erinnerte mich an Eisi Gulp (seines Zeichens Pantomime, Schauspieler und Kabarettisten) der u.a. durch die deutschen Lande zieht und Jugendliche über die Gefahr von Drogen aufklärt. Wir kennen ihn flüchtig – und was er über die Jugendlichen in den Städten erzählte, war noch viel, viel schlimmer als ‚saufen, fressen und eine Matz, die sich nicht festschrauben ließ‘.
Am Abend machte ich dann meine Fahrradrunde mit dem Hund. Unterwegs kam mir ein Mädchen entgegen, vielleicht zwölf Jahre alt. Sie strahlte mich an und grüßte freundlich – obwohl ich sie gar nicht kannte. Hundert Meter weiter zwei Jungens, vielleicht vierzehn und fünfzehn Jahre alt, die ich ebenfalls nicht kannte. Ich klingelte, sie traten zur Seite, sahen mich an und grüßten so freundlich wie zuvor das Mädel. „Hallo“, sagte der eine und der andere rief fröhlich: „Habe die Ehre!“
Ich musste lachen über den altmodischen Gruß aus dem Mund eines Jugendlichen und dachte: „Na siehst du, so schlimm ist es um unsere Jugend ja gar nicht bestellt.“
Doch weil mich das mit der ‚Matz‘ doch ziemlich mitgenommen hat, zog ich des Abends ein Wörterbuch zu Rate und ließ mich erstaunt belehren, dass der Ausdruck ‚Matz‘ viel weniger ‚schlimm‘ ist als ich dachte. Meine Eltern stammen nämlich aus Franken und dort wird der Begriff als hässliches Schimpfwort gebraucht.

Im übrigen Sprachraum bedeutet Matz hingegen
1.    männliche Person, die albern, eitel und weibisch ist,
2.    Person, die immer wieder versagt,
3.    männliches (zahmes) Schwein,
4.    Person, die nicht sehr auf Sauberkeit bedacht ist, die z.B. das Tischtuch während des Essens beschmutzt oder gar besudelt,
5.    korpulente Person,
6.    zahmer Sing-Vogel (Piepmatz)
7.    kleinwüchsige Person, auch scherzhaft und im übertragenen Sinne ‚niedlicher kleiner Junge‘,
8.    Matz gilt auch als Abkürzung des Namens Matthias (Matze)
9.    oder ist eine spöttische, aber zugleich anerkennende Bezeichnung für eine freche, redegewandte und eventuell ordinäre Frauensperson, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, gerne flirtet und sich verbal schlagfertig und humorvoll durchsetzen kann.

Und Redensartlich bedeutet in Oberbayern: „Des is a Matz“ – „das ist eine Freche.“
Na ja, damit ist der saufende, fressende Jungmann wieder ein stückweit rehabilitiert. Eine ‚freche Schraube‘, das geht ja noch an.

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Eine Schraube nennt man auch Matz

Über die Autorin Angelika Lauriel und ihre Stammzellenspende

Als Mädchen gab es nichts Schöneres für sie, als Bücher zu lesen. Später, als Studentin, träumte sie davon, Literaturübersetzerin zu werden. Doch das Leben wies ihr andere Wege

Sie heiratete, schrieb ihre Doktorarbeit und entschied sich, Kinder zu bekommen, für die sie ganz da sein wollte. Mittlerweile sind ihre Söhne Teenager, und sie hat das Schreiben für sich (wieder-) entdeckt.

„Es war wie ein Zwang für mich, wie eine Sucht, die Ideen, die mir durch den Kopf geisterten, aufzuschreiben“, erzählt sie.

Inzwischen ist das Schreiben neben der Familie die wichtigste Sache in ihrem Leben, und seit 2010 veröffentlicht sie.

„Ich liebe diesen Beruf – aber manchmal verzweifle ich auch daran, denn die Arbeit, die einem Buchprojekt vorausgeht, nimmt für meinen Geschmack viel zu viel Platz ein.“

Doch der Frust ist vergessen, sobald Angelika Lauriel wieder schreiben kann. „Am liebsten über große Emotion wie Liebe und Hass“, sagt sie.

„Doch auch Komödien gehören zu meinem Autorenrepertoire. Ich glaube, das macht mich aus: Tiefe Emotionen stehen dem Leichtfüßigen und Humorvollen gegenüber.“

Seit ein paar Wochen bestimmt noch etwas ganz anderes ihr Tun und Denken. Irgendwo auf der Welt gibt es einen Menschen, dem sie ihre Stammzellen spendet.

„Ich hoffe, dass ich damit sein Leben retten kann. Und weil ich mir wünsche, dass viele Menschen den Mut finden, sich als Spender registrieren zu lassen, schreibe ich über meine Erfahrungen in einem Blog. Vielleicht kann ich so ein wenig dazu beitragen, dass Menschen den Krebs besiegen.“

 

Angelika Lauriel - Stammzellenspende
Angelika Laurils Stammzellenspende rettet Leben

Angelika Lauriel                                            (Foto: Traumstoff)

So rettet Stammzellenspende Leben

Lesefutter auf Papiertüten

Bereits zum zweiten Mal hat die Touristeninformation Grassau eine Webekampagne mit einem Text von mir gestartet. Auf 50 000 Papiertüten ist ein Auszug aus meinem historischen Roman ‚Die Niemalsbraut‘ zu lesen. Die Tüten werden in 23 Filialen der ebl-Reformhäuser im Raum Nürnberg/Erlangen, sowie in 15 Niederlassungen der Bäckerei ‚Siegel Backkultur‘ in und um Stuttgart zum Verpacken benutzt. Am Ende der Aktion verlost die Touristeninfo Grassau zehn handsignierte Exemplare der Niemalsbraut.
Mitmachen ist ganz einfach – wie es geht kann man auf den Tüten lesen.

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Sabine Kornbichler – Gutes Buch, gute Lesung!

„Gutes Buch – schlecht gelesen!“ So lautete die Überschrift eines Artikels, den einst ein Kritiker zu einer ihrer Lesungen schrieb. Doch das ist lange her und gehört in die Anfangszeit ihrer Kariere. Damals hatte ihr Vater sie getröstet: „Besser ‚Gutes Buch, schlecht gelesen‘ als ‚schlechtes Buch, gut gelesen‘!
Trotz des liebgemeinten Trostes hat dieser Artikel Sabine Kornbichler zu denken gegeben, und so wurde er zum Antrieb für sie, Sprachunterricht zu nehmen und ihre Lesungen zukünftig akribisch vorzubereiten. Sprachfluss und -rhythmus der Texte, langsames Lesen und eine angenehme Stimme rundeten ihre Lesung ab.

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Ein schöner Vormittag bei kaltem Buffet und Frau Kornbichlers neuestem Krimi ‚Das böse Kind‘ (Piper), am 9. Januar 2016in der Bücherei Grassau.

Nicht ohne meinen Dienstleister …

Wer als kleiner Verlag mehr will, als nur bei Amazon veröffentlichen, hat es schwer. Große Buchhändler wie Thalia, Hugendubel oder Weltbild verhandeln mit kleinen Verlagen nicht – einmal ganz abgesehen davon, dass neben der Herstellung der Buchprojekte die anfallenden Zusatz- und Büroarbeiten unglaubliche ‚Zeitfresser‘ sind.

Hier ist es von Vorteil, mit einem Dienstleister zusammenzuarbeiten, der sich um die Auslieferung und alle anfallenden Verlagsgeschäfte kümmert. Er sollte Verträge mit allen wichtigen Vertriebsplattformen haben, wie Amazon, Apple, der Tolino Allianz, Google, Kobo, Buchhandel.de oder Skoobe, um überall dort die Titel in den Handel zu bringen, die man zur Veröffentlichung vorbereitet hat. Zum Rundum-Service sollten neben Vertrieb von E-Books auch die E-Book-Herstellung, Print on Demand, eine automatisierte Autorenabrechnung, ein übersichtliches Reporting, Händlermarketing, ein kostenloser Standard-Webshop und eine freundliche und kompetente Beratung gehören.

Unsere erste Zusammenarbeit mit einem Dienstleister war mehr als frustrierend – eine Erfahrung, die schmerzhaft und kostspielig war. Schließlich wurde uns Open Publishing empfohlen. Mit dieser Firma sind wir nun rundum zufrieden. Marianne Kraus, die uns als persönliche Beraterin zur Seite gestellt wurde, vervollständigt unser kleines Team.

Mit ihr und Open Publishing an unserer Seite können wir uns ganz auf unsere Buchprojekte konzentrieren.

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Marianne Kraus, unsere perönliche Ansprechpartnerin bei Open Publishing

Open Publishing

 

Argumente, die für E-Books sprechen

Ein Bekannter fragte mich unlängst, was eigentlich E-Books für Vorteile hätten. Er hielte lieber ein Buch in der Hand, in dem er blättern kann. Ich habe mich also hingesetzt und mir Gedanken dazu gemacht.
Gerade für den Urlaub sind E-Books eine prima Sache. Man hat ein kleines, leichtes, handliches Gerät dabei, das eine ganze Bibliothek fassen kann. Zehn Bücher mitzunehmen – kein Problem!
Was das Blättern betrifft, das kann man, wenn man unbedingt möchte, mit dem E-Book-Reader natürlich auch. Ein Fingertipp rechts, und man hat die nächste Seite aufgeschlagen, ein Fingertipp links, und man hat zurückgeschlagen. Sucht man aber ein bestimmtes Kapitel irgendwo im Buch, geht man nur zum Inhaltsverzeichnis, klickt es dort an, und schon hat man den Text, den man lesen möchte. Gerade bei unseren Reiseführern ist das eine wirklich tolle Sache! Man möchte noch einmal über den Dom nachlesen? Im Inhaltsverzeichnis auf ‚Dom‘ getippt, fertig.
Man kann auch Lesezeichen setzen und Randbemerkungen machen, ohne Ecken verbiegen und im Buch herumschreiben zu müssen.
Außerdem vergilben E-Books nicht und fangen auch nicht an, nach altem Papier zu riechen.
Zieht man um, muss man keine Bücherkisten schleppen.
E-Books sind viel günstiger als Bücher, und selbstverständlich gehört einem ein einmal gekauftes Buch für alle Zeit.
Sieht man schlecht, kann man die Schrift größer stellen.
Will man lesen, währen der Partner schläft, dann kann man das auch, ohne das Licht anzuschalten!
Hat man einen Friseurtermin, muss zum Arzt, sitzt in der Bahn – das E-Book ist immer dabei, denn es fällt in der Handtasche oder in der Innentasche eines Sakkos kaum ins Gewicht.
Apropos Gewicht: Liest man gerne auf dem Rücken liegend, kann ein dicker Schmöker verdammt schwer werden. Das leichte E-Book hingegen lässt sich in jeder Lage gut hantieren.
Und überhaupt: Wer sagt denn, dass man fortan nur noch E-Books lesen muss, nur weil man einen Reader besitzt? Man kann zu Hause auf der Couch ein Buch zur Hand nehmen, unterwegs hat man den E-Book-Reader dabei.
Vermutlich gibt es auch Nachteile. Mir fällt aber nur dieser ein: Man kann seine Bücher nicht mehr so einfach verleihen, müsste dann gleich den ganzen Reader mit der Freundin, dem Freund tauschen.
Am meisten steht den E-Book-Skeptikern aber wohl im Wege, dass wir Menschen Gewohnheitstiere sind und Bekanntes nicht so gerne gegen Neues ersetzen. Doch hat man sich erst einmal auf etwas eingelassen, will man es schon bald nicht mehr anders!

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E-Book – eine ganze Bibliothek in einem kleinen Gerät

PS: E-Books lassen sich übrigens auch auf einem Smartphone lesen, dort geht das mit dem Lesezeichen setzen usw. allerdings nicht …