Muss man da als Zuschauer wirklich ein Auge zudrücken?

Es ist löblich, dass in den letzten Jahren im Fernsehen einige historische Filme gezeigt wurden – gestern ‚Das Geheimnis der Hebamme‘, nach einem Roman von Sabine Ebert. Ich kenne die Autorin persönlich, sie recherchiert ordentlich und ist im Deutschen sattelfest. Was man leider von den beiden Drehbuchautoren nicht behaupten kann.

Hier einige Fehler, die so nicht hätten passieren dürfen:

„Weiß er schon, dass du ein Baby bekommst?“

Das Wort Baby entwickelte sich im Englischen im 18. Jahrhundert und hat sich bei uns erst im 20. Jahrhundert eingebürgert, der Film spielt jedoch im 12. Jahrhundert.

Originaltext aus dem Film: „Ist es das, was Sie mich lernen wollten?“

Wie bitte??? … Richtig ist: „… was Sie mich lehren wollten.“

Oder: „Er ist klüger wie du.“

An den genauen Wortlaut des Satzes kann ich mich nicht erinnern, Fakt ist aber, dass eine Verwechslung von wie und als vorlag, und das geht gar nicht. Denn richtig muss es heißen: „Er ist klüger als du.“

Mal ganz abgesehen von einigen Modernismen. Ein Mädchen im Mittelalter hat bestimmt nicht so locker flockig gesagt: „Ich muss jetzt gehen, wir sehen uns später!“

Und vieles mehr.

Am meisten entsetzt mich, dass beim Dreh ein Regisseur, ein Regieassistent, diverse Schauspieler, Kameraleute und andere anwesend sind; später gibt es einen Schnittmeister, sieht den Streifen der Produzent, der Herstellungsleiter – und keinem fallen solche Fehler und so schlechtes Deutsch auf. Oder denkt man sich am Ende: Ach, das merkt doch eh keiner!?

Da fühle ich mich als Zuschauer nicht ernst genommen …

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