So sollte das ideale Autorenfoto aussehen

Es gibt Autoren, die der Bitte des Verlages, ein Foto von sich für Werbezwecke zur Verfügung zu stelle, nicht nachkommen wollen. Man findet sich nicht schön genug, man möchte dann doch lieber anonym bleiben, man findet, dass das Gesicht eines ‚echten‘ Schriftstellers nichts mit seiner Arbeit zu tun hat und empört sich über ein so profanes Ansinnen.

Sich in der heutigen Zeit dem entziehen zu wollen ist nicht besonders schlau. Leser wollen sich ein Bild von ihrem Lieblingsautor machen – auch wenn ein Foto natürlich immer nur Äußerlichkeiten zeigen kann – und Autoren sollten jede Möglichkeit aufgreifen, ein wenig Werbung für sich und ihr Werk zu bekommen. Denn Werbung ist mehr als dünn gesät im Verlagswesen.

Also ergreifen Sie die Chance und lassen Sie sich fotografieren! Am besten von einem Profi. Dabei muss die Aufnahme nicht zwingend eine Studioaufnahme sein. Freiberufliche Fotografen nehmen ihr Modell auch gerne mit nach draußen. Werden Sie von einem Profi fotografiert, müssen Sie sich allerdings das oder die Fotos zur Veröffentlichung freigeben lassen.

Für das Foto im Buch oder das Plakat zur Lesung schicken Sie dem Verlag aber keine Ganzkörperaufnahme, sondern ein Portrait, und am besten eines in Quer- und eines in Hochformat. So hat der Verlag je nach Bedarf die Auswahl.

Ein oft gemachter Fehler: Man lässt sich in der allseits bekannte (vermeintlichen) Denkerpose ablichten! Heißt, der Autor sitzt am Schreibtisch, stützt den Ellenbogen auf und dann sein Kinn in die Hand. Dabei wird das halbe Gesicht verdeckt und ist die Wange verschoben. Wenn ein aufgestütztes Foto, dann muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gesicht frei bleibt und es keine unschönen Falten gibt.

Ebenfalls ein No-Go ist der Schnappschuss aus dem letzten Urlaub oder von der letzten Lesung oder Handyfotos mit niedriger Auflösung.

Vielleicht kennen Sie aber auch jemanden aus Ihrem Umfeld, der Sie fotografieren kann? Dabei sollte folgendes beachtet werden.

  • Da Autorenfotos zur Veröffentlichung taugen müssen, sollten Sie mit einer hohen Auflösung fotografiert und dann auch weitergegeben werden. JPEG-Dateien in 2 Megabytes bei 300 dpi sind Standard.
  • Ein ruhiger Hintergrund in einer angenehmen Farbe oder neutral in Schwarz, Grau oder Weiß gehalten ist wichtig. Schön ist auch ein verschwommener Hintergrund, der nur noch als Farbenspiel wahrgenommen werden kann.

    Autorin Angelika Lauriel vor einem ruhigen Hintergrund
  • Die Kleidung sollte dezent sein und mit der Hintergrundfarbe harmonieren. Hautflecken mit Puder abdecken, denn sie fallen auf Fotos viel mehr auf, als in Natura!
  • Am besten sind Fotos, die bei Tageslicht aber nicht in der grellen Sonne aufgenommen werden.
  • Muss aber doch eingeblitzt werden, muss man darauf achten, dass es keine Blitzschatten gibt. Das erreicht man, indem man von der Seite an die Decke blizt und/oder das Modell in genügend großem Abstand zum Hintergrund platziert.
  • Da sich in Brillengläsern der Blitz spiegelt, muss gerade auch bei Brillenträgern von der Seite geblitzt werden.
  • Zwar sollten Sie nicht verbissen und ärgerlich dreinschauen, aber Sie müssen nicht zwingend lachen. Im Gegenteil: Beim Lachen verziehen wir oft den Mund, schließen die Augen und haben Falten. Ein freundlicher Blick, ein kleines Lächeln genügen.
  • Sagen Sie dem Fotografen, von welcher Seite Sie sich am liebsten sehen – besser noch, lassen Sie sich von allen Seiten in verschiedenen Posen fotografieren, um dann das Foto auszusuchen, auf dem Sie sympathisch und offen wirken.
  • Entscheiden Sie nicht alleine. Fragen Sie einige Leute aus Ihrem Umfeld, welches Foto ihnen am besten gefällt und vertrauen Sie auch dem Urteil Ihres Fotografen, der vermutlich einen besseren Blick für das perfekte Foto hat, als Sie selbst.

Sie schreiben zusätzlich noch unter einem Pseudonym und benötigen für beide Namen ein Bild? Kein Problem, und Sie müssen auch nicht mit Perücken arbeiten und sich verkleiden! Erstens sind die Leser von AB vermutlich nicht auch die Leser von XY. Zweitens kann schon das Gesicht von rechts oder links fotografiert, eine etwas andere Frisur, die Brille auf oder abgenommen oder ein Hut aufgesetzt einen großen Unterschied machen.

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Mara Laue hat sich für ein Foto mit Hut entschieden

Unter Umständen kann aber auch ein ‚inszeniertes‘ Foto gefragt sein – z.B. für eine Lesung in der ‚Künstler-Fabrik‘ oder für eine Lesung in einem Kindergarten. Dann sollte das thematisch erkennbar sein. Die Kinder sitzen in einem Kreis um Sie herum, Sie selbst bilden dabei den Mittelpunkt des Bildes. Oder Sie sind vor einer entsprechenden Kulisse oder mit einer entsprechenden Requisite abgebildet.

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Dieses Foto entstand für eine Lesung in einem Puppentheater

Wenn Sie all das beachten, bekommen Sie ganz sicher ein schönes Autorenfoto, über das sich Verlag und Leser freuen.

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