Das wünsche ich mir und euch

Wir alle wissen, dass sich gerade an Weihnachten viele Menschen das Leben nehmen – weil sie sich einsam fühlen und glauben, dass alle anderen jetzt glücklich sind in der Geborgenheit ihrer Familien. Sie irren, denn gerade an Weihnachten häufen sich die Fälle von häuslicher Gewalt. Gerade an Weihnachten sind in vielen Familien die Erwartungen so hoch, dass Frust und Enttäuschung nicht ausbleiben können.

Allen, die sich in diesen Tagen einsam fühlen, weil sie vielleicht einen geliebten Menschen verloren haben, wünsche ich viel Kraft, und ich möchte ihnen sagen: Verliert euch nicht in eurer Einsamkeit, es ist nur ein Tag wie jeder andere.

Und dann habe ich noch ein paar Wünsche für uns alle.

Ich wünsche mir und euch zu Weihnachten, dass alle Menschen, die so voller Hass und Neid stecken, dass sie andere lieber in den Tod schicken, als ein ganz klein wenig von unserem Wohnstand abgeben zu wollen – wünsche mir, sie mögen ihr Herz und ihren Verstand öffnen und zur ‚Besinnung‘ kommen.

Ich wünsche mir und euch zu Weihnachten, dass all die Menschen, die ihren Gott missbrauchen, um andere zu unterjochen – wünsche mir, sie mögen Liebe finden, statt Hass zu säen.

Ich wünsche mir und euch zu Weihnachten, dass dieses Fest nicht länger einer leeren Floskel gleicht – ein Fest, an dem Millionen Münder von Liebe singen und doch kein Mitgefühl, keine Empathie empfunden wird.

Ich wünsche mir und euch zu Weihnachten, dass das kommende Jahr uns allen Reichtum bringt – den Reichtum zu erkennen, wie gut es uns geht und wie groß das Glück ist, in einem Land geboren worden zu sein, in dem es eine Wasserleitung, Strom, Ärzte, Kleidung und Essen gibt.

Ich wünsche uns allen Glück und Zufriedenheit.

Die Sache mit dem Hilfsnikolaus

Weil wir Enkelkinder haben, hat sich in diesem Jahr auch bei uns der Nikolaus angesagt, und natürlich waren wir sehr gespannt auf diesen Besuch! Er klopfte also, wir ließen ihn ein, er setzte sich und presste ein Danke hervor: „Danke, das Sitzen tut gut! Bin ja jetzt doch … also … bin ja von ziemlich weit hergekommen!“ Er räusperte sich, schnappte mehrmals nach Luft, schlug schließlich mit zitternden Händen das Goldene Buch auf, das er bei sich führte, und versuchte sich zu sammeln. Doch das mit der Schnappatmung wollte einfach nicht besser werden. Er las vor, japste, stotterte und griff sich an die Brust.
Also, wenn es nicht der Herr Nikolaus persönlich gewesen wäre, hätte ich glatt gedacht, der hat Lampenfieber! Und zwar ganz furchtbar arg! Aber ein Nikolaus, der seit nun fast schon zwei Jahrtausenden vom Himmel zu den Kindern kommt, der kann doch kein Lampenfieber mehr haben, oder?
Hm – trotzdem, er sah gar nicht gut aus, und ich begann, um sein Leben zu fürchten. Da stellte sich mir die Frage: Könnte ein Nikolaus, der ja genaugenommen schon seit Ewigkeiten tot ist, könnte der heute nochmal tot vom Stuhl kippen? Und wenn er tatsächlich tot vom Stuhl kippen könnte und auch kippte, wären dann wir daran schuld, dass millionen von Kindern am Nikolaustag keine Geschenke mehr bekämen, weil der Herr Nikolaus ja jetzt end-end-end-gültig tot ist?
Hm?????!, und nochmal hm?????

Zum Glück ist er dann doch nicht tot vom Stuhl gekippt, hat sich irgendwie durchgejapst und durchgestottert, schließlich das Haus verlassen und ist wahrscheinlich mit seinem Rentiert erst mal zur nächsten Kneipe gefahren, um sich einen Schnaps zu bestellen.
Später am Abend hat mir ein Englein gezwitschert, dass das eigentlich gar nicht der Herr Nikolaus war, sondern nur ein Hilfsnikolaus, weil der echte in so einer Nacht einfach viel zu viel zu tun hat, und dass der Herr Hilfsnikolaus das bei uns zum allerallerallerersten Mal gemacht hat – also das mit dem Goldenen Buch und den Geschenken und so.
Als ich gegen Mitternacht im Bett lag und den Abend noch einmal Revue passieren ließ, fiel mir ein Spruch ein, der über dem Schreibtisch meiner Mutter hing:
Der Mensch wächst mit seiner Aufgabe – ob das bei Nikoläusen auch so ist?

Friederike Costa

Neu im Dezember

Weihnachtsgeschichten

Oje, du fröhliche …

Weihnachtsgeschichten, zum Lesen und Vorlesen von Friederike Costa.

Da wird das geschnitzte Jesuskind aus der Kirchenkrippe gestohlen, kommt eine Truckerin nicht rechtzeitig zur Bescherung nach Hause, ist eine Nachbarin spurlos verschwunden, soll ein Karpfen nicht geschlachtet werden und kündigt ein Junge seiner geliebten Omi die Freundschaft auf, weil es wieder einmal an Weihnachten nicht schneit. – Das und vieles mehr ereignet sich in dieser Kurzgeschichtensammlung von Friederike Costa‘. Lustiges, Trauriges und Beseeltes bringt den Leser zum Lachen oder rührt ihn manchmal auch zu Tränen …

Preis 3, 99 €
Text ca. 80 Seiten

ISBN Printausgabe: 978-3-946280-39-2

ISBN E-Book: 978-3-946280-16-3
ASIN: B018UJZF8E

Inhalt:
Die himmlische Stimme am Funkgerät
Friedchen, Ossi und Frau Janusch
Stachelige Grüße vom Weihnachtsmann
Esmeralda und das Jesuskind
Fatmas Weihnachtsbaum
Der wunderbare Weihnachtsmann
Eine Liebe bis in den Tod
Hannibal, der Weihnachtskarpfen
Weihnachten ist zu Hause oder gar nicht
Weiße Weihnacht
Das schönste Geschenk
Wenn kleine Engel flügge werden
Fred Astaire und der Nikolaus
Oje, du fröhliche …