Im Feuer der Liebe

Neuerscheinung im September: Im Feuer der Liebe, ein historischer Liebesroman von Lina-Sophia Clement.

Man schreibt das Jahr 1831. Katharina von Thürnheim ist siebzehn Jahre jung, wunderschön und ebenso naiv. Sie glaubt, das Leben hält alles für sie bereit. Als sie auf einer Fuchsjagd Sebastian von Stetten, ihren Freund aus Kindertagen wiedertrifft, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Doch ihre Eltern verheiraten sie mit dem viel älteren Fürst Karl von Landau-Rotherich, der sie auf sein Schloss in Ungarn bringen lässt und dort wie eine Gefangene hält. Katharina muss erwachsen werden. Sie kämpft um ihr Glück – aber wird sie ihren Geliebten je wiedersehen …?

Preis 3, 99 € /

ISBN E-Book: 978-3-946280-52-1

ASIN: B075CMT4X8

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Absinth – bitter und gefährlich?

Absinth, ein grünes, bitterschmeckendes und hochprozentiges Getränk aus Wermut und anderen Kräutern, servierte man traditionell als Aperitif, also als Appetitanreger vor dem Essen. Doch viele berühmte Persönlichkeiten sahen das nicht so eng und konsumierten ihn gerne zu jeder Gelegenheit und Tages- und Nachtzeit. Dazu gehörten neben Vincent van Gogh, der sich im Absinth-Delirium ein Ohr abschnitt, auch Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe und Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Gauguin oder Oscar Wilde.

Ende des 19. Jahrhunderts, im Jahr 1884, destillierte Jules-François Pernod den Absinth in seiner Fabrik in Montfavet zum ersten Mal. Der Ort liegt fünf Kilometer östlich von Avignon und ist heute ein Gemeindeviertel der Stadt. Das Getränk machte ihn bald reich. Doch so manch anderem kostete es das Augenlicht oder trieb ihn in den Wahnsinn. Deshalb wurde 1915 Absinth in einigen europäischen Ländern und Amerika verboten. Was ihn so gefährlich machte, waren Stoffe wie Methanol und Kupfer-Sulfat, die im Absinth vorkamen. Heute ist das Brennen und Verkaufen von Absinth wieder erlaubt, denn inzwischen hat man das Problem in den Griff bekommen, und ist der Absinth nicht gefährlicher als jeder andere Alkohol.

Als ich in Avignon für meine Reiseführer ‚Städtetrip Avignon‘ recherchierte, wollte ich mir einen Absinth gönnen, vor allem des schönen Rituals wegen, das zur Zubereitung gehört. Doch obwohl das Getränk aus ursprünglich in Avignon destilliert wurde, ernteten wir überall, wo wir danach fragten, nur Ablehnung und Entsetzen! Gesichter erstarrten, Augen wurden aufgerissen, eine Frau murmelte das Wort ‚abstrus‘. Es war gerade so, als hätte man nach dem Teufel höchstpersönlich gefragt! Irgendwann gaben wir auf – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Offensichtlich weiß man in Avignon (in Frankreich?) noch nicht, dass die oben beschriebene Gefahr längst ‚gebannt‘ ist. Schade, wir hätten Absinth gerne einmal probiert. Zudem hatte ich mir gedacht, der Kräuterschnaps zusammen mit einem Set Absinthlöffel oder einer stilvollen Absinthfontaine könnte ein schönes Souvenir sein!

Allerdings bin ich dann zu Hause fündig geworden! In Deutschland kann man alles haben. Günstigen und sehr teuren Absinth, Absinthlöffel, – Fontaine n, -gläser und mehr. Also habe ich mich mit dem Ritual beschäftigt und habe ihn zusammen mit Freunden selbst zubereitet.

Und so trinkt man ihn

Da sich viele Aromen erst nach Wasserzugabe entfalten und Absinthe sehr hochprozentig sind, verdünnt man sie mit eiskaltem Wasser und trinkt manche Sorten zusätzlich mit Zucker. Dazu wird ein sogenannter Absinthlöffel mit einem Stück Würfelzucker bestückt und oben quer über ein Glas gelegt, das bis zu einem Viertel mit Absinth gefüllt ist. Jetzt gießt man zuerst einmal nur so viel Wasser auf den Zucker, dass er getränkt ist. Dadurch wird er porös und löst sich später leichter auf. Schließlich lässt man langsam eiskaltes Wasser über den Zucker laufen – etwa drei bis fünf Mal die Menge des Absinths. Der Zucker schmilzt und tröpfelt durch den Absinthlöffel ins Glas. Sollte sich der Zucker noch nicht ganz auflöst haben, bis das Glas zur gewünschten Höhe gefüllt ist, verrühren Sie ihn einfach mit dem Absinthlöffel.

Ein Absinthlöffel sieht aus wie eine kleine Tortenschaufel, der Boden ist ‚durchlöchert‘ und meist sehr filigran gestaltet. Doch für das Hinzugeben des Wassers kann man auch eine sogenannte Absinthfontaine benutzen, das ist eine Art Kelch, an dem sich vier winzige ‚Wasserhähne‘ befinden. Die Fontaine füllt man mit Wasser und Eiswürfeln. Schließlich stellt man die Gläser mit dem Absinthlöffel darunter, dann dreht man die Hähne auf und lässt daraus Wasser auf den Zucker träufeln.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Man benutzt einen speziellen Glasaufsatz, Brouille genannt. Die Brouille, die auf das Absinthglas gesetzt wird, hat ein kleines Loch im Boden. Der Zucker und einige Eiswürfel kommen in die Brouille, etwas Wasser wird darüber gegossen. Durch das kleine Loch tropft nun sehr langsam das schmelzende Wasser zusammen mit dem Zucker in das Absinthglas.
Doch nur mazerierte, bittere Sorten eignen sich für die Zubereitung mit Zucker. Süßliche Sorten trinkt man ohne. Dazu gießt man etwa 2 bis 4 cl Absinth in ein Glas und verdünnt dann je nach Geschmack in einem Verhältnis von 1:1 bis 1:5 mit eiskaltem Wasser, das man aus einiger Höhe langsam und in einem dünnen Strahl ins Glas laufen lässt. Es soll dabei ruhig spritzen, so wird der Absinth mit etwas Sauerstoff angereichert, kann sein volles Aroma entfalten und erhält eine perfekte Trübung.

Allen, die es probieren wollen, wünsche ich viel Spaß!

Beate Rygiert – Schreiben ist meine Leidenschaf

Beate Rygiert war nach dem Studium der Theater-, Musikwissenschaft und italienischen Literatur in München und Florenz einige Jahre Theaterdramaturgin. Schließlich wagte sie den Sprung in die künstlerische Selbstständigkeit und erhielt einige Preise, wie den Würth-Literaturpreis und den Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreis. Sie lebt im Schwarzwald, in Stuttgart und mehrere Monate im Jahr in Andalusien. Als wir uns treffen, arbeitet sie gerade in ihrem Haus im Schwarzwald an ihrem siebten Roman. Es ist ein sonniger Spätnachmittag. Blumen blühen in ihrem Garten, eine Katze streicht durchs Gebüsch und nimmt Reißaus, als Beate mit einem Tablett auf die Terrasse kommt. Sie serviert Kaffee und legt ihr neuestes Buch auf den Tisch. Druckfrisch, gerade erst erschienen!

„Ich bin ein glücklicher Mensch, denn ich lebe meinen Traum“, sagt sie dabei und streicht dabei fast zärtlich über das Cover. Ein lustiger, buntgemalter Hund ist zu sehen, darüber der Titel: Herzensräuber. „Ich bin Vollzeit-Schriftstellerin und das seit vielen Jahren“, fährt sie fort. „Auch mein Mann ist Schriftsteller und darum verstehen wir die Lebenswelt des anderen. Denn das Schreiben ist nicht nur ein Beruf, es ist eine Berufung, ein Lebensstil. Ich bin einfach nur glücklich, wenn ich Geschichten erzählen darf und wenn diese die Herzen meiner Leser berühren!“
Wie sie zum Schreiben kam möchte ich wissen.
„Einerseits früh – und doch auch wieder spät. Als Zwölfjährige schrieb ich in mein Tagebuch: „Eigentlich möchte ich Schriftstellerin werden. Ich sollte dabei bleiben!“ Das erzählt sie mit einem Lächeln. „Seit ich denken kann, habe ich Geschichten erzählt. Zum Beispiel im Handarbeitsunterricht in der Grundschule, wo meine Lehrerin bald merkte, dass die anderen Kinder ganz still und brav wurden, wenn sie mich einfach erzählen ließ. Dafür hat sie stillschweigend meine fallengelassenen Maschen gerettet und auch die eine oder andere Handarbeit für mich fertiggestellt.“
„Und weshalb wurde der Plan dann doch erst einmal nicht umgesetzt?“, hake ich nach.
Sie zuckt mit den Schultern. „In meiner Familie sagte man nicht: Wenn ich groß bin werde ich Schriftstellerin, das war einfach undenkbar. Und da ich sehr musikalisch war, mir Sprachen leicht fielen, wählte ich Musik und Französisch als Leistungsfächer beim Abitur und belegte danach die Fächer Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Italienische Literatur an der LMU in München. Schließlich erhielt ich ein Stipendium, um in Florenz ein Semester zu studieren. Die Zeit in Florenz hat meine Sicht auf die Welt sehr verändert: Ich sog die Kunst dort nur so in mich auf und ebenso die modernen italienischen Romanautoren wie Umberto Eco, Italo Calvino, Antonio Tabucchi, um nur einige zu nennen. Sie beeinflussten später mein Schreiben, ebenso wie die südamerikanischen Erzähler Mario Vargas Llosa, Jorge Luis Borges und Gabriel Garcia Marquez.“
Nach dem Studium arbeitete Beate Rygiert, wie bereits erwähnt, einige Jahre als Operndramaturgin an verschiedenen Theatern. Hier flossen alle ihre Interessen zusammen: die Geschichten, die Musik, die Kunst in der Ausstattung usw. Dennoch wurde ihr bald klar, dass ihr dieser Beruf zu wenig kreativ war. Und dann sagte sie sich: Entweder du redest dein Leben lang darüber, dass du eigentlich Schriftstellerin sein möchtest, oder du wage das jetzt. Sie kündigte und schrieb ihren ersten Roman – unter Entbehrungen, doch gefördert durch ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.
„Mein erster Roman ‚Bronjas Erbe‘ erschien 2000 bei Claassen“, sagt sie und dann: „Der Rest ist Geschichte. Seither lebe und arbeite ich als freie Autorin. „Herzensräuber“ ist mein sechster Roman.“
Beate Rygiert entschuldigt sich für einen Moment, geht hinaus und kommt bald darauf mit zwei Gläsern Rotwein zurück. „Den habe ich aus Spanien mitgebracht. Den trinken wir nur zu besonderen Gelegenheiten.“
„Dann ist das jetzt eine besondere Gelegenheit?“
„Na klar!“ Wir lachen und stoßen auf ihr neues Buch an.
Wie sie ihre Themen findet, will ich noch wissen.
„Sie liegen sozusagen in der Luft. Das Leben selbst schreibt viel verrücktere Geschichten als wir Autoren. Es sind vor allem, die Charaktere, die mich faszinieren. In „Herzensräuber“ ist es ein Hund, der die Geschichte erzählt. Das Buch hätte ich nie geschrieben, wenn nicht vor Jahren dieses wunderbare Wesen auf vier Pfoten in mein Leben getreten wäre und mich von Grund auf geändert hätte! Leider ist meine Schnauzer-Mischlingshündin Cookie, die mich zu dieser Geschichte inspiriert hat, inzwischen im Hundehimmel. In Zola, dem spanischen Straßenhund, der bei dem Heidelberger Antiquar Tobias ein neues Zuhause findet, lebt ein Teil von ihr jedoch weiter, deshalb ist mir dieses Buch ganz besonders wichtig. Bei Tobias lernt Zola die Welt der Bücher kennen, die er „Herzensräuber“ nennt, weil er die Menschen in willenlose, abwesende Wesen verwandelt, was er schwer verstehen kann.“
„Hast du ein Foto von Cookie?“, frage ich.
Beate bringt mir eins. Wir stecken die Köpfe zusammen, reden und lachen noch lange, bis sich der Abend zu Ende neigt.

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Beate Rygiert mit ihrer Hündin Cookie

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Annecy – ein Kleinod unter den mittelalterlichen Städten!

Kennen Sie die französische Stadt Annecy? Sie liegt am Fuße der Rhône-Alpen an einem See – dem Lac d’Annecy, hat gut 120 000 Einwohner und wurde 2012 zur Alpenstadt des Jahres gekürt. Diese Ehre hat sie wohl ihrer malerischen, teilweise auf einer Insel gelegenen Altstadt zu verdanken, die wie aus einem alten Gemälde entsprungen scheint.

Beinahe tausend Jahre ist es her, als am Fuße der Burg, die zur damaligen Zeit errichtet wurde, über einer alten römischen Siedlung erste Häuser gebaut wurden. Anno 1401 ging Annecy, das sich inzwischen zur Stadt gemausert hatte, von den Grafen von Genf an das Haus Savoyen über und wurde im Jahr 1444 schließlich Hauptstadt von Savoyen.

Heute bieten sich dem Besucher bunte, gepflegte Häuser, die teils noch aus dem Mittelalter stammen, dazu der Fluss Thiou, der kleine Hafen, die Burg auf einem Hügel über der Stadt. Auch eine Wallfahrtskirche mit einem dazugehörenden Kloster besitzt Annecy. Dort werden die Reliquien der heiligen Johanna Franziska von Chantal und des heiligen Franz von Sales aufbewahrt, der aus Annecy stammte.

Wer vom Süden Frankreichs kommt und über Genf den Heimweg antritt, sollte sich einen Besuch in Annecy nicht entgehen lassen. Will man übernachten, reserviert man besser schon vorab ein Zimmer. Für Campingfreunde gibt es auf einem Hügel über der Stadt ein schöner Campingplatz. Zu Fuß ist man in zehn Minuten unten am Hafen. Bergauf ist es dann etwas mühsamer … Doch auch hier ist eine Reservierung anzuraten.

Annecy liegt knappe 60 Kilometer südlich von Genf im Departement Haute-Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Sehenswürdigkeiten:

Das Schloss von Annecy

Kathedrale Saint-Pierre d’Annecy

Palais de l’Isle (ehemaliges Gefängnis inmitten des Flusses Thiou)

Die Kirche Saint Maurice Die Basilika „Basilique de la Visitation“

Die Brücke „Pont des Amours“

Der See von Annecy

Das Ecomusée du lac d’Annecy

Hier erfahren Sie mehr über Annecy

Vor 200 Jahren wurde das Fahrrad erfunden

Am Anfang war das ‚Laufrad‘, ein rechtes Ungetüm aus Holz. Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn hieß der Erfinder mit vollem Namen – später nur Karl Drais, denn seinen Adelstitel hatte er während der Badischen Revolution im Jahr 1848 abgelegt. Er wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe als Sohn eines Oberhofrichters geboren, studierte Landwirtschaft, Baukunst und Physik und begann danch seine berufliche Laufbahn als Forstmeister.

Doch in den Jahren 1816/17 bescherten Ernteausfälle nicht nur den Menschen Hungersnöten, sondern sorgten auch für kaum noch erschwingliche Haferpreise. Und da Pferde nun einmal Hafer fressen, war ein Fahrzeug ohne Pferdestärke gefragt! Dachte sich von Drais und tüftelte so lange, bis er seine zweirädrige ‚Laufmaschine‘ erfunden hatte – die ‚Draisine‘. Hier bewahrheitet sich der Spruch: Not macht erfinderisch!

Laufmaschine hieß das Gefährt, weil dieser hölzerne ‚Urahn‘ unserer Fahrräder noch keine Pedale besaß, sondern durch Anschieben mit den Füßen fortbewegt wurde, so wie das heute noch die kleinen Kinder tun.
Genau vor zweihundert Jahren, am 12. Juni 1817, fuhr Karl Drais erst¬mals auf seiner recht seltsam anmutenden Erfindung vom Schloss Mannheim zur kurfürstlichen Sommerresidenz in Schwetzingen und wieder zurück. Für die Strecke von knapp dreizehn Kilometern benötigte er nur eine ‚kleine Stunde‘, was einer Sensation gleichkam. Denn zu Fuß hätte man zweieinhalb Stunden benötigt, und ein Reiter wäre nur unwesentlich schneller ans Ziel gelangt. Auf der Ebene, so Drais, sei seine Laufmaschine so schnell wie ein Pferd im Galopp – doch es hat den Vorteil, dass es keinen Hafer frisst!

Danach versuchte Karl Drais durch verschiedene ‚Werbeaktionen‘, angefangen von Vorführungen bis hin zu Zeitungsartikeln, seiner Draisine Bekanntheit zu schaffen. Am 12. Januar 1818 erhielt er dafür sogar ein ‚Großherzogliches Privileg‘ was in etwa dem heutigen Patent entspricht.

Seine Draisine bestand vor allem aus Holz, besaß jedoch keine Pedale. Aber ansonsten gab es bereits Ähnlichkeiten zum heutigen Fahrrad. Vorder- und Hinterrad hatten einen Durchmesser von 27 Zoll, Sattel und Lenker waren in der Höhe verstellbar, und am Lenker befand sich eine Schleifbremse für das Hinterrad.

Dass sich das Fahrrad zuerst einmal nicht durchsetzen konnte, lag an verschiedenen Problemen. Zum einen benötigt man, wie jeder weiß, eine gewisse Körperbeherrschung, um auf zwei hintereinander angeordneten Rädern im Gleichgewicht zu bleiben. Zum anderen fehlte dem ‚Urrad‘ eben noch etwas Wesentliches: Die Pedale! In London baute ein Lizenznehmer eine Laufmaschine, jedoch ohne Bremse. Die Englische Post erstand einige Exemplare davon, beschied jedoch, dass damit zu viele Stiefelspitzen aufgearbeitet werden und schickte ihre Postboten wieder zu Fuß los. Einige Unglücksfälle, die mit den unbremsbaren Laufmaschinen passierten, führten schließlich sogar zu einem Fahrverbot. Auch in den USA wurde das neue Gefährt nachgebaut, allerdings ohne Pläne, also rein nach Hörensagen. Auch hier floppte es. Das größte Hindernis waren jedoch die schlechten Straßenverhältnisse dieser Zeit – auf schlammigen, holprigen Straßen lässt sich mit einem Rad nun einmal nicht gut fahren.

Dass seine Idee, ein Gefährt auf zwei hintereinanderliegenden Rädern, einmal einen solchen Durchbruch erlangen würde konnte Karl Drais nicht mehr erleben. Er starb 1851 an einem Herzinfarkt. Angeblich erlitt er ihn, nachdem er einen Zeitungsartikel entnommen hatte, dass, ein andere seiner Erfindung Pedale zugefügt hatte und damit in Serienproduktion ging. Ob es stimmt? Vielleicht ist es nur eine Legende. Sicher ist aber, dass Karl Drais, der als spleeniger Erfinder galt, gemobbt und verlacht wurde, worunter er sehr litt.

Apropos: Karl Drais hat nicht nur das Zweirad erfunden. Er baute auch einen Wagen mit vier Rädern, der sich ohne Pferde fortbewegen sollte, und nannte ihn Fahrmaschine. Außerdem einen Klavierrekorder, einen Holzsparherd und– Autoren aufgehorcht! – die erste Tastenschreibmaschine für 25 Buchstaben!

Anfang des letzten Jahrhunderts eroberten auch Frauen das Rad als Fortbewegungsmittel, was ihnen eine gewisse Mobilität und damit mehr Freiheit einbrachte. Natürlich nur unter Protest der Männer!

by arp erschienen:

Archaismen – seltene Wörter, die vom Aussterben bedroht sind

Wenn alte Wörter immer mehr in Vergessenheit geraten, der allgemeine Gebrauch abnimmt und sie gar vom ‚Aussterben‘ bedroht sind, spricht man von Archaismen. Der Begriff lässt sich aus dem Altgriechischen ableiten – ἀρχαῖος ~ archaĩos – was mit ehemalig oder alt übersetzt werden kann. Die Endung ‚mus‘ ist wiederum lateinischen Ursprungs.

Ein simples Beispiel für ein solches Wort: Das Fünfpfennigstück wurde von unseren Urgroßeltern noch ‚Sechser‘ genannt. Dass man ein ‚Fünferl‘ sechser nennt, klingt doch völlig unlogisch! Wenn man aber weiß, dass der Ausdruck noch aus Zeiten rührt, in denen das Dezimalsystem herrschte, erschließt sich einem das plötzlich.

So sterben also Wörter aus, weil wir sie nicht mehr brauchen, weil sie ‚unmodern‘ geworden sind oder weil sie sich durch andere Wörter ersetzt haben.

Einige Archaismen, wie Techtelmechtel, Sapperlot, Plumeau, Guffen, Adies oder im Anschluss an diesen Artikel ‚Grisette‘, habe ich auf meinem Blog bereits ausführlich beschrieben.

Zusätzlich zu einigen Archaismen finden Sie weiter unten auch ein ‚Kleines Lexikon flapsiger Wörter‘.

Vergessene Wörter – Grisette

In meiner Reihe ‚seltene oder vergessene Wörter‘ möchte ich hier das Wort ‚Grisette‘ vorstellen – für Autoren und Leser historischer Romane sicherlich von Interesse.
Der Ausdruck kommt aus dem Französischen und bezeichnete ursprüngliche einen grauen (frz. Gris) feinfädigen, leichten Kammgarnstoff.
In der französischen Literatur erhielt der Begriff im 19. Jahrhundert eine weitere Bedeutung. Da junge, unverheiratete Frauen niederen Standes – z.B. Putzmacherinnen, Näherinnen oder Fabrikarbeiterinnen – der Kleiderordnung dieser Zeit gemäß ein schlichtes Gewand aus solchem grauen Stoff zu tragen hatten, nannte man nun nicht mehr nur den Stoff, sondern gleich die ganze Frau ‚Grisette‘.
Gewöhnlich gehörten diese Frauen der oberen Unterschicht an, verdienten nur wenig Geld, das gerade mal zum Überleben reichte, und hatten keine Chance zu heiraten oder gesellschaftlich aufzusteigen. Da haben sich manche von ihnen wohl von einem reichen Gönner ausführen und ‚Geschenke‘ machen lassen. Vor diesem Hintergrund blieb es nicht aus, dass man unter einer ‚Grisette‘ bald schon ein ‚leichtfertiges‘ Mädchen verstand.
In Franz Lehars Operette ‚Die lustige Witwe‘ gibt es im dritten Akt ein Chanson, in dem Grisetten eine Rolle spielen. Da singen sechs junge Frauen, in deren Gesellschaft sich Graf Danilo über seinen Liebesschmerz hinwegzutrösten versucht: „Ja, wir sind es, die Grisetten von Pariser Kabaretten – Lolo, Dodo, Jou-Jou, Frou-Frou, Clo-Clo, Margot …“, und dazu tanzen sie einen Chan-Chan. Das Libretto stammte von Victor Léon und Leo Stein, die es nach einer Vorlage von Henri Meilhacs Lustspiel L’attaché d’ambassade aus dem Jahr 1861 verfasst hatten.

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Dienstmädchen im 19. Jahrhundert

Unter ‚Grisette‘ versteht man also einen grauen Kammgarnstoff, eine Putzmacherin, Näherin oder eine Arbeiterin und ein leichtfertiges Mädchen. Es gibt aber auch eine Pastetenart diesen Namens – die ‚Grisette Pastete‘‘, auch ‚Verkehrte Pastete‘ genannt. Sie wird von Hühnerfrikassee, Kalbfleisch, Speck, altbackenen Semmeln und mehreren anderen Zutaten wie Butter, Kräuter und Gewürze zubereitet. Das Rezept findet man unter anderem in ‚Kochen anno Dazumal – Stettiner Rezepte‘ von P.H. Jones oder in: ‚Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon‘.
Den Ausdruck Grisette findet man u.a. im Englischen, Französischen, Italienisch und Isländischen. Aber auch im Polnischen ist er bekannt, dort sagt man ‚Gryzetka‘.
Wie auch immer – es ist ein schönes altes aber bei uns bereits ausgestorbenes Wort, das in alten Kochbüchern oder der Literatur des 19. Jahrhunderts zu finden ist und heute noch in Lehars berühmtester Operette ‚Die lustige Witwe‘ auftaucht.

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Grisetten in der Operette ‚Die lustige Witwe‘ – hier im Chan-Chan-Kostüm

Grundschrift statt Schreibschrift? – Ein guter Grund dagegen!

In einigen Grundschulen in NRW sowie in anderen Bundesländern, wird Kindern keine Schreibschrift mehr beigebracht, um eine sogenannte ‚Grundschrift‘ zu etablieren. Die Kinder, die es betrifft, dienen als ‚Versuchskaninchen‘. An ihnen wird getestet, ob und wie gut sie mit der ‚Grundschrift‘ flüssig schreiben lernen. Angeblich, so heißt es, gibt es bisher außer einer sehr kleinen Studie in der Schweiz keine Erfahrung damit. Doch das ist ein Irrtum!

Ich bin mit einem Niederländer verheiratet, der 1953 geboren wurde. Er gehört zu einigen Jahrgängen, die nicht in Schreibschrift unterrichtet wurden. So hat er nie gelernt, Buchstaben flüssig aneinanderzufügen. Später, als er Journalist wurde und ständig eilige Notizen machen musste, haben sich die Druckbuchstaben und die Unfähigkeit, Lettern flüssig aneinanderzureihen, zu absonderlichen Hieroglyphen entwickelt, die aussehen wie Striche in unterschiedlichen Neigungen.

Aus Erfahrung klüger geworden haben die Niederländer nach wenigen Jahren die Schreibschrift wiedereingeführt. Für meinen Mann leider zu spät. Die verheerenden Auswirkungen dieses Experiments haben wir täglich vor Augen! Außer ihm selbst kann niemand seine Schrift entziffern und wenn etwas handschriftlich geschrieben werden muss, kommt er damit zu mir.

Das geschwungene Aneinanderfügen von Buchstagen ist für eine schnelle Schrift absolut unerlässlich. Sollten Sie meiner Meinung sein, haben Sie die Möglichkeit, folgende Petition von Marie A. v. Geyr bei Chanche.org zu unterschreiben …

Zur Petition

Veränderliche Krabbenspinne – Gast in meinem Garten

Als ich diese weiße Spinne in meinem Garten entdeckte, dachte ich: Was für ein wunderliches Tier! Ist es eine neue Art? Handelt es sich etwa um eine Albino-Spinne oder gar um eine ‚Weiße Witwe‘? Oder kann diese Art vielleicht wie ein Chamäleon ihre Farbe ändern? Denn sie saß ausgerechnet in einer weißen Tulpe! So gut getarnt hatte sie offensichtlich auf ihrer Jagd guten Erfolg gehabt, denn sie fraß sich gerade an einer Fliege satt.

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Aber nein, wie sich nach einigen Recherchen herausstellte, handelt es sich um eine ‚Veränderliche Krabbenspinne‘ (Misumena vatia) aus der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae).  Sie ist in Mitteleuropa beheimatet, und Weibchen können, wie es der Name bereits andeutet, die Farbe ändern. Bei ihnen variiert die Färbung zwischen leuchtend gelb, gelbgrün und weiß. Die Seiten des Hinterkörpers tragen häufig zwei rote Längsstreifen. Das Männchen hingegen hat einen schwärzlichen Vorderkörper, der Hinterkörper ist gelblichweiß gefärbt und hat zwei dunkle Längsstreifen.

Im Jahr 2006 wurde die ‚Veränderliche Krabbenspinne‘ sogar zur Spinne des Jahres gewählt. Sie ist gar nicht so selten, wie man glauben mag. Die oben erwähnte Weiße Witwe hingegen kommt in Deutschland in freier Natur nicht vor.

Kleines Lexikon flapsiger Wörter

Als ich im Internet auf das Wort ‚optimöse‘ stieß, musste ich lachen. Was, das gibt es auch noch? Haben Jugendliche im letzten Jahrhundert in ihren wilden Jahren gesagt, wenn sie fanden, dass etwas ‚optimal‘ lief. Heute würden sie wahrscheinlich sagen: „Geil gelaufen!“ – weil heute ja alles geil ist. Da waren wir schon irgendwie erfinderischer. Bei uns waren die Dinge wenigstens affengeil abgefetzt oder so.

Ich hab mal ein bisschen in den Untiefen meines Unterbewusstseins geschürft und ein paar astreine, kosmische, friesisch-herbe Ausdrücke aus dem ‚vorigen Jahrtausend‘ zusammengetragen.Wie wäre es zum Beispiel mit

asten – steht für sich abmühen, hart arbeiten
Blech reden – Unsinn sagen
sich beölen – sich amüsieren, lustig machen
Botanik – steht für Landschaft, da fährt man mit seinem ‚Joghurtbecher’ durch, womit ein Motorrad gemeint ist. Das Wort Botanik kann man aber auch durch ‚Taunus‘ ersetzen.
Disco-Torte – Mädchen, das regelmäßig in die Disco geht
dummsülzen – blöd daherreden
durchticken – wer durchtickt, der begreift etwas
Elch – wer gleich zum Elch wird, dessen Geduld geht zu Ende. Küsst ihn der Elch hingegen, geht es ihm sehr gut
ergeiern – wer sich etwas ergeiert, der hat blitzschnell reagiert und z.B. einen guten Job ergattert
ich bin fix und foxi – sagt einer, der fix und fertig ist
mach `ne Flatter – hau ab!
Flattermann – steht nicht nur für ‚gebratenes Hähnchen‘, sondern auch für Entzug: Der hat `nen Flattermann
der ist ein Fuzzi – heißt, dass einer echt blöd ist
Heizölferrari – Dieselfahrzeug
hotten – wer sich einen abhottet, der tanzt heftig
in die Hufe kommen – aufbrechen
der hat `nen Kaftan an – der trägt ein Jackett
kiffig – ist einer kiffig angezogen, trägt er besonderen Wert auf sein Äußeres. Den nannte man auch ‚Schniegel-Poppie
Klingelbüchse – Telefon
Koffer – ruft einer „das is echt`n Koffer!“, dann kann er gar nicht glauben, was er da hört
kübeln – kübelt sich einer einen, schüttet er sich mit Alkohol zu
Mafia-Torte – ist schlicht `ne Pizza
Mary Jane – Insiderwort für Haschisch und Marihuana
Matte – Haarschnitt
Mollie – Brandkörper, Molotowcocktail
Mufti, oder noch schlimmer wäre der Obermufti – jemand der gerne den Chef, Macker, Leader raushängen lässt
Nachkriegssound – gemeint sind solche Reden wie: „Solange du deine Füße unter meinem Tisch hast …!“ Oder: „Als ich in deinem Alter war …!“
Ohrenspülung – Musikalische Berieselung
Pfanne – wer die Pfanne hat, der hat einen an der Klatsche
Polit-Typ – das ist ein Politiker
Pudel – wer den hat, der hat eine Dauerwelle. War ja in den 80-ern modern, auch bei Männern
Prolo – Aussteiger, Alternativer aber auch Punker
Püsch – Quatsch
Pusher – Dealer
rattenscharf – das wäre heute wohl ´ne geile Tussi
Rochus – wer den hat, ist mächtig sauer auf jemanden
Rohr – sagte man zum Telefon
rumbrettern – schnell durch die Gegend fahren
Scharte – zieht man einem eine Scharte, verprügelt man ihn
Scherben – ist eine Schallplatte. Hat man ja heute nicht mehr …
Scheich – so nannten Mädchen ihren ‚Festen‘
Socken – wer durch die Socken pfeifen soll, hat zu verschwinden. Hat einer aber einen Sockenschuss, ist er nicht ganz klar im Kopf.
Steppenwolf – Schürzenjäger
Sumpfralle oder Zippelgusse – ein nicht gerade schönes Mädchen. Hingegen ist die
Torte – ein hübsches Mädchen.
Taucherbrille – wer einem so eine verpasst, schlägt ihm ein blaues Auge
Teller – wer nichts mehr von selbigem zieht, der hat seine besten Tage bereits hinter sich
verwarzt – ist einer, der in jedem Sinne runtergekommen ist
wegflippen – Kontrolle verlieren
Wuschermann – Liebesabenteuer. Wer einen Wuschermann macht, der reißt eine auf
Zampano – das ist ein Leader, Anführer einer Clique
zombig – heißt phantastisch

Ob man solche Ausdrücke nun schön findet oder nicht – lautmalerisch sind sie auf jeden Fall und können den einen oder anderen ‚flapsigen‘ Dialog im nächsten Roman vielleicht sogar bereichern.

 

Frauen und das Altern

Wir Frauen haben ein großes gesellschaftliches Problem. Wir sind (angeblich) je älter wir werden desto weniger wert. Davon erzählen Frauen immer wieder – und das finde ich wirklich schade.

Ein Buch mit dem Titel:  Mutprobe‘ – Frauen und das höllische Spiel mit dem Älterwerden stand 2014 lange auf Platz 1 der Sachbuch-Bestsellerliste, und gleich danach kam sinnigerweise ein Moderatgeber. Die Autorin Bascha Mika bezeichnet die Tatsache, dass frau ab einem bestimmten Alter nicht mehr wirklich wahrgenommen wird, als Verschwindefluch.

Unter diesem Druck leiden viele Frauen – mehr oder weniger bewusst oder unbewusst. Manche verdrängen es, manche versuchen, etwas dagegen zu unternehmen. Andere vergraben sich in ihre Arbeit oder holen sich Liebe und Anerkennung durch Hobbys wie Reiten oder Malen. Oder bekleiden ein Ehrenamt, um gebraucht und geliebt zu werden.

Francoise Sagan sagte einmal: Es gibt ein Alter, in dem eine Frau schön sein muss, um geliebt zu werden, und dann kommt ein Alter, in dem sie geliebt werden muss, um schön zu sein. Für manche Frauen mag das der Antrieb sein, sich einen neuen Mann zu nehmen.

Ein kritscher Blick in den Spiegel

Es ist tatsächlich ein höllisches Spiel, in das sich Frauen da verstricken. Doch sollte man nicht denken, früher sei alles besser gewesen. Früher waren selbst schöne Frauen nichts wert, eben weil sie Frauen waren. Sie wurden an den Geschäftspartner oder sonst einen verschachert, der der Familie ein Weiterkommen bieten konnte. Waren sie arm, wurde sie missbraucht und vergewaltigt. Selbstbestimmung für Frauen gab es nicht. Noch Mitte des letzten Jahrhunderts mussten Frauen die Erlaubnis ihres Ehemannes einholen, wenn sie einen Kühlschrank auf Raten kaufen wollten, und wenn sie unverheiratet schwanger wurden, hat man sie als Flittchen bezeichnet.

Ob es Männern immer öfter ganz ähnlich ergeht, ohne dass wir Frauen etwas davon ahnen? Eine Umfrage, die vor vielen Jahren einmal durchgeführt wurde, brachte ans Licht, dass sich Männer im Gegensatz zu Frauen häufig attraktiv finden – selbst deutlich übergewichtige und solche mit anderen ‚Schönheitsmakeln‘. Die Werbung der letzten Jahre könnte allerdings das Selbstverständnis der Männer ins Wanken bringen … Denn von Sixpack über Dreitagebart bis hin zu erotischen Düften, wird nun auch der Mann in die ‚Werbemangel‘ genommen.

In Liebesromanen unterliegt er diesem Gesetz ja schon lange. Oder will eine Frau, die zu Hause einen unattraktiven notorisch schlechtgelaunten Mann als Lebenspartner hat, etwa auch noch in Liebesromanen von so einem lesen? Nööö! Da soll er dann bitte gut aussehen, charmant und liebenswürdig sein und vor allem Verständnis für ihre Probleme haben. Dasselbe gilt natürlich für Filmhelden.

Nun ja, so ist das eben …

Ich selbst bin allerdings der Meinung: Wer sich liebt und wertschätzt, pflegt sich. Und wer gepflegt ist und sich liebt und ein Lächeln für sein Gegenüber hat, ist schön. Da ist das Alter gar nicht mehr wichtig …

Autoreninterview mit Olaf Büttner

Die Nordsee leckt über das sandige Ufer, am Himmel segeln Möwen und stoßen ihre Schreie aus, die wie hartes, hämisches Lachen klingen. Mit weitausholenden Schritten geht er neben mir her – Olaf Büttner grauhaariger Ostfriese, gestandenes Mannsbild, Anfang sechzig, erfolgreicher Autor. Wir reden über dies und das, die großen Klassiker, die Bekannten und weniger bekannten Autoren, den Job, der uns verbindet, und seine Tücken. Kurz kommen wir auf Shakespeare zu sprechen – Hamlet, Prinz von Dänemark, ‚sein oder nicht sein‘ – und dann die Frage: „Ja, wer ist man eigentlich?“

Die Hände in den Manteltaschen vergraben denkt Olaf Büttner eine Weile nach, meint dann mit einem Nicken: „Hab ich mich früher ziemlich oft gefragt und bisweilen ist das auch noch heute der Fall. Die äußeren Fakten sind natürlich schnell erzählt. Ich bin verheiratet, habe einen erwachsenen Sohn, den wir Jonas genannt haben zu einer Zeit, in der dies noch kein Modename war. Bin in Wilhelmshaven an der Nordsee geboren, habe mich irgendwann auf die Socken gemacht, habe hier und dort gelebt und bin schließlich wieder zurückgekehrt in die alte Heimat. Nun lebe ich schon ganz schön lange wieder an der Nordsee, in einem kleinen Strandort, nicht allzu weit von Wilhelmshaven entfernt.“

Sein Haar steht im Wind recht auf, er lässt den Blick übers Meer schweifen und fügt schließlich an: „Ich mag die Gegend hier wirklich sehr.“

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Olaf Büttner

„Und sonst noch?“, bohre ich weiter.

„Ich habe zwei Berufe“, erklärt Olaf Büttner. „Der eine ist Schreiben, der andere meine Arbeit in einer Wohngruppe mit Jugendlichen. Das erlebe ich weniger als Spaltung denn als eine sich manchmal in wunderbarer Weise zusammenfügende Einheit. Was allerdings nicht heißt, dass ich über die Jugendlichen aus meiner Gruppe schreibe, das fände ich nicht gut. Grundlage für beide Arbeitsbereiche ist Kreativität sowie mein sehr stark ausgeprägtes Interesse an Menschen, unseren Widersprüchen, Abgründen, unseren Lügen, unserer Wahrheit, unserem Hass, unserer Liebe, überhaupt unseren vielfältigen, komplizierten oder ganz einfachen Beziehungen untereinander und jedes Einzelnen von uns zu sich selbst. Das ist mein großes Thema, sowohl im Alltag als auch in meiner Arbeit als Schriftsteller und mit den Jugendlichen. – Das ist dann zusammengefasst so ungefähr das, was ich bisher auf diesem Planeten über mich herausgefunden habe.“ Mit einem Schmunzeln sieht er mich an. „Aber keine Sorge: Die Suche geht weiter!“

Als ich von ihm wissen will, wie er zum Schreiben kam und welchen Platz dieser Teil seiner beiden Berufe in seinem Leben einnimmt, bleibt er kurz stehen, zieht Stirnfalten, sagt schließlich: „Ich kam nicht zum Schreiben, das Schreiben kam zu mir. – Ist das jetzt ein Klischee? “

Er geht weiter, fügt nach einer Weile an: „Die interessante Seite an Klischees ist ja, dass immer auch ein Wahrheitsgehalt in ihnen steckt. Beim Schreiben meines neusten Romans ‚Friesenschwindel‘ (erscheint im April 2017) habe ich eine unheimlich große Lust daran entdeckt, mit Klischees zu spielen. Das ist eine großartige und völlig verrückte Sache, aus der sich fast von allein eine ganz neue Form der Wirklichkeit entwickelt. In dem Buch geht es zum Beispiel um polnische Frauen, die deutsche Männer über den Tisch ziehen, deutsche Männer, die sich problemlos über den Tisch ziehen lassen, wenn eine hübsche Frau mit dem Hintern wackelt, leicht dusselige Ostfriesen, einen Psychologen, der an Burnout erkrankt, um einen Detektiv, der an chronischer Selbstüberschätzung leidet usw. Damit zu spielen kann wirklich faszinierend sein!“

„So ein leicht dusseliger Ostfriese wie du?“, bemerke ich, und wir lachen beide.
Aber zurück zur eigentlichen Frage: „Meine erste Geschichte war ein Märchen“, erzählt Olaf. „Die habe ich geschrieben, als ich in der ersten Klasse war. Da ging es um eine Hexe und eine Blume, die sich in einem Wald begegneten. Vielleicht habe ich da irgendwelche Kindheitserlebnisse verarbeitet, vielleicht war ich aber auch einfach nur von den vielen Märchen inspiriert, die mir zum Einschlafen vorgelesen wurden – meistens von meinen älteren Geschwistern.“

„Du hattest Geschwister? Wie viele?“

„Fünf ältere und einen jüngeren Bruder.“

„Dann ward ihr also sieben!“ Ich selbst hatte drei Geschwister, und es gab nicht selten Streit. Ich versuche mir vorzustellen, es hätten da noch drei weitere am Tisch gesessen. „Da war bei euch zu Hause wohl `ne Menge los!“, bemerke ich mit einem Zwinkern und frage: „War, mal abgesehen von den Märchen, Literatur in deiner Familie ein Thema?“

„Nein.“ Olaf schüttelt den Kopf. „Obwohl: Mein Vater, der gestorben ist, als ich 20 war, erzählte mir manchmal zum Einschlafen selbsterfundene Märchen. Das finde ich übrigens im Nachhinein sehr faszinierend, da das überhaupt nicht zu dem Bild passt, das ich ansonsten von ihm habe. Schriftstellerische Ambitionen hatte er jedenfalls überhaupt nicht! Mir hat das Schreiben meines allerersten Märchens aber so viel Spaß gemacht, dass ich dann noch ein paar weitere geschrieben habe. Und über die Kinderjahre verteilt, nicht andauernd, aber regelmäßig in teils größeren Abständen, kamen bald auch andere Geschichten hinzu. Eine Bildergeschichte über ein paar Kids, die einen Zoo aufgemacht haben. Eine Kurzgeschichte über einen Marathonlauf, eine über ein Fußballspiel … und immer so weiter.“

„Und erste Veröffentlichungen?“, hake ich nach.

„Mit siebzehn Jahren habe ich ein paar Gedichte in einer Literatursendung im NDR veröffentlicht. Dann folgten Kurzgeschichten, auch im Radio, ein erster kleiner Roman blieb erstmal unveröffentlicht. Insgesamt war es bis zum ersten Buch eine sich über Jahrzehnte dahinziehende Entwicklung. Zusammenfassend lässt sich wirklich sagen, dass ich mir das Schreiben nicht ausgesucht habe. Es war da wie meine Augenfarbe oder die Gene zu meiner späteren Schuhgröße, die von Beginn an in mir steckten. Mal altreligiös ausgedrückt: Ein bisschen Segen und ein bisschen Fluch. In jedem Fall ist es ein Urteil, mit dem ich klarkommen muss und auch sehr gerne klarkomme!“, fügt er an. Sagt es und lacht sein sympathisches Jungenlachen.

Noch eine letzte Frage setze ich nach: „Was bewegt dich als Mensch und Autor?“

Seine Antwort fällt kurz aus. „Das Leben!“

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Techtelmechtel – wer sagt das heute noch

Als ich in heiterer Runde das Wort Techtelmechtel gebrauchte, sah mich meine neunzehnjährige Großnichte stirnrunzelnd an. „Was bedeutet das denn?“, fragte sie.

Unter jungen Leuten hat das Wort offensichtlich keine Relevanz mehr. Also suchte ich nach Synonymen: Liebelei, Flirt, Fremdgehen …?

„Ach sooo.“ Sie grinste. Du meinst, wenn einer ein „G‘spusi“ hat.

Genau!“ – Das ist der bayrisch-österreichische Ausdruck dafür.

Als die Gäste gegangen waren, knöpfte ich mir das Wort noch einmal vor. Ich suchte nach weiteren Synonymen, fand: Affäre, intime Beziehung, Ehebruch, Liaison, Romanze, Seitensprung, Verhältnis, Liebesabenteuer, heimliche Liebschaft, Eskapade, Liebelei, Tändelei, Bettgeschichte – oder wie so mancher heute ganz ohne rot zu werden sagen würde: Fremdficken oder: eine Fickbeziehung.

Für mich als Autorin sind Synonyme immer wichtig. Hat man oben ‚Verhältnis‘ geschrieben, bietet sich drei Zeilen weiter unten vielleicht das Wort ‚Eskapade‘ an – denn zweimal dasselbe Wort in kurzem Abstand gilt als Wiederholungsfehler.

Aber auch von dem jeweiligen Protagonisten ist es abhängig, welches der möglichen Synonyme man gebraucht. Wenn ein Achtzigjähriger vom Fremdgehen spricht, benutzt er gewiss nicht das Wort ‚Fickbeziehung‘, denn das gehört einfach nicht zum Sprachgebrauch eines betagten Menschen. In diesem Fall wäre wiederum das ‚Techtelmechtel‘ viel eher angebracht.

Aber woher kommt dieser Begriff nun eigentlich?

So genau weiß man es nicht. Im Etymologischen Wörterbuch steht, dass es im 19. Jahrhundert in Österreich entstanden ist (wo es sich vielleicht aus dem Rotwelschen entwickelt hat). Von dort hat es sich über den süddeutschen Raum auch bei uns eingebürgert. Damals noch ‚Dechtlmechtl‘ geschrieben, bedeutete es ‚geheimes Einverständnis‘.

Das Etymologische Wörterbuch geht von der Vermutung aus, das Wort hätte seine Wurzeln im alt-italienischen a teco meco, was so viel wie ‚unter vier Augen‘ heiß. Vergleich auch lateinisch tecum = mit dir – mecum = mit mir – belegen lässt sich das aber nicht. Die Niederländer sagen zum Techtlmechtl übringens scharrelpartij oder auch ein ‚onder onsje‘, was so viel gedeutet wie ein verniedlichtes ‚unter uns‘, sich also dem Lateinischen anschließt.

Andere Quellen ziehen das Wort tacht(i) (= geheim, heimlich) aus dem Jiddischen als Ursprungswort in Betracht und vermuten, dass es sich bei Techtel-Mechtel um eine Reimdoppelung bzw. um eine Wortspielerei handelt. Interessant ist dabei, dass auch der entsprechende englische Begriff hanky panky eine Reimdoppelung ist.

Ebenfalls in Betracht gezogen wird als Ursprungswort das mundartliche Wort tacht (= Docht). In diesem Fall soll die schnell verlöschende Kerzenflamme Pate gestanden haben.

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Wenn man auch nicht so genau weiß, wie das Wort entstanden ist, über seine Bedeutung gibt es keinen Zweifel. In Karl Friedrich Wilhelm Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon von 1876 ist die Redensart „Das is a Techt’lmecht’l“ folgendermaßen definiert:

‚Es handelt sich um eine Verabredung von zwei oder mehreren Personen über die Durchführung irgendeiner Handlung, auch ein auf gegenseitigen Vortheil berechnetes, andern nachtheiliges Uebereinkommen‘.

Heute drückt man sich da weniger umständlich aus: Gemeint ist Flirt, eine Tändelei oder eine (kurze) erotische Liebesbeziehung ohne Leidenschaft und ernsthaften Hintergrund.

Die Mär von der sprichwörtlichen Ruhe auf dem Lande …

Im ‚Focus‘ kann man lesen, dass Zeitschriften wie ‚Landlust‘ höhere Auflagen als der ‚Spiegel haben, und gestern brachte das Radio einen Bericht, in dem es hieß, dass ‚Wohnen auf dem Land‘ wieder voll im Trend liegt. Denn: Gestresste Menschen sehnen sich nach Harmonie, Zufriedenheit und der himmlischen Ruhe auf dem Land.

Ruhe auf dem Land? – Ha, von wegen!

Ich wohne auf dem Land und kann euch ein Lied davon singen, dass man leises Vogelgezwitscher und das Rauschen des nahen Baches höchstens in den frühen Morgenstunden hört. Allerspätestens ab sieben Uhr morgens ist dann Sense mit Ruhe! Da bekommt der Nachbar drei Häuser weiter Kies geliefert, den er ab sieben auf den Weg hinterm Haus schippt. Beim Nachbarn zur linken Seite müssen die Kinder zur Schule. Autotür zu, Autotür wieder auf: „Maaaamaaa! Hab was vergessen!“ Autotür zu, Kind zwei und Kind drei steigen nun ebenfalls ein, Autotür zu  – und Tschüss!

Ab acht Uhr wird’s etwas ruhiger. Doch gegen zehn düst der Bauer auf seinem Traktor an, um die Wiese hinterm Haus zu mähen. Während der nächsten drei Tage wird er mehrmals Gras wenden, dann das Heu aufladen und abtransportieren.

Abends, so gegen halb sechs, mach ich Schluss mit Schreiben. Endlich Feierabend! Essen vorbereiten, Tisch auf der Terrasse decken … aber von wegen Stille, vergiss es!

Die Nachbarin auf der anderen Seite vom Bach hat eine elektrische Wasserpumpe. Damit pumpt sie Grundwasser hoch, um ihr Gemüse zu gießen. Das tut sie jeden Tag zur Feierabendzeit (obwohl sie Rentnerin ist), sogar wenn es eine Stunde vorher erst geregnet hat. Denn ihr Garten ist ihr Ein und Alles! Na gut, wirklich laut ist die Elektropumpe nicht – etwa so, als würde man ein Moped laufen lassen. Nervig halt.

Ist auch schon egal, denn der Nachbar von schräg gegenüber baut. Er baut ganz alleine und seit acht Monaten. Abends nach Feierabend und samstags den ganzen Tag, immer bis halb acht. Steinfließen fräsen. Hämmern. Holz sägen. Hämmern. Schippen. Hämmern. Da beißt du schon langsam in die Tischkante.

Und nicht zu vergessen das Rasenmähen. Hat der eine aufgehört, fängt der andere an. Ach ja, und dann wird natürlich noch Holz gehackt, denn zum schönen Landleben gehört schließlich auch ein Feuer im Kamin.

Manchmal sehne ich mich nach der Ruhe in der Stadt. Gleichmäßige Motorengeräusche hinter schalldichten Fenstern. Balkon zum Hinterhof, höchstens mal fröhliches Kinderlachen. Klar, wenn du direkt über einer Kneipe oder neben einem Biergarten wohnst, hast du Pech gehabt. Gibt‘s allerdings bei uns auf dem Land auch. Und dann noch das Kirchenglockenläuten … Halleluja!

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Nur ein Traum, die sprichwörtliche Ruhe auf dem Lande

So sollte das ideale Autorenfoto aussehen

Es gibt Autoren, die der Bitte des Verlages, ein Foto von sich für Werbezwecke zur Verfügung zu stelle, nicht nachkommen wollen. Man findet sich nicht schön genug, man möchte dann doch lieber anonym bleiben, man findet, dass das Gesicht eines ‚echten‘ Schriftstellers nichts mit seiner Arbeit zu tun hat und empört sich über ein so profanes Ansinnen.

Sich in der heutigen Zeit dem entziehen zu wollen ist nicht besonders schlau. Leser wollen sich ein Bild von ihrem Lieblingsautor machen – auch wenn ein Foto natürlich immer nur Äußerlichkeiten zeigen kann – und Autoren sollten jede Möglichkeit aufgreifen, ein wenig Werbung für sich und ihr Werk zu bekommen. Denn Werbung ist mehr als dünn gesät im Verlagswesen.

Also ergreifen Sie die Chance und lassen Sie sich fotografieren! Am besten von einem Profi. Dabei muss die Aufnahme nicht zwingend eine Studioaufnahme sein. Freiberufliche Fotografen nehmen ihr Modell auch gerne mit nach draußen. Werden Sie von einem Profi fotografiert, müssen Sie sich allerdings das oder die Fotos zur Veröffentlichung freigeben lassen.

Für das Foto im Buch oder das Plakat zur Lesung schicken Sie dem Verlag aber keine Ganzkörperaufnahme, sondern ein Portrait, und am besten eines in Quer- und eines in Hochformat. So hat der Verlag je nach Bedarf die Auswahl.

Ein oft gemachter Fehler: Man lässt sich in der allseits bekannte (vermeintlichen) Denkerpose ablichten! Heißt, der Autor sitzt am Schreibtisch, stützt den Ellenbogen auf und dann sein Kinn in die Hand. Dabei wird das halbe Gesicht verdeckt und ist die Wange verschoben. Wenn ein aufgestütztes Foto, dann muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gesicht frei bleibt und es keine unschönen Falten gibt.

Ebenfalls ein No-Go ist der Schnappschuss aus dem letzten Urlaub oder von der letzten Lesung oder Handyfotos mit niedriger Auflösung.

Vielleicht kennen Sie aber auch jemanden aus Ihrem Umfeld, der Sie fotografieren kann? Dabei sollte folgendes beachtet werden.

  • Da Autorenfotos zur Veröffentlichung taugen müssen, sollten Sie mit einer hohen Auflösung fotografiert und dann auch weitergegeben werden. JPEG-Dateien in 2 Megabytes bei 300 dpi sind Standard.
  • Ein ruhiger Hintergrund in einer angenehmen Farbe oder neutral in Schwarz, Grau oder Weiß gehalten ist wichtig. Schön ist auch ein verschwommener Hintergrund, der nur noch als Farbenspiel wahrgenommen werden kann.

    Autorin Angelika Lauriel vor einem ruhigen Hintergrund
  • Die Kleidung sollte dezent sein und mit der Hintergrundfarbe harmonieren. Hautflecken mit Puder abdecken, denn sie fallen auf Fotos viel mehr auf, als in Natura!
  • Am besten sind Fotos, die bei Tageslicht aber nicht in der grellen Sonne aufgenommen werden.
  • Muss aber doch eingeblitzt werden, muss man darauf achten, dass es keine Blitzschatten gibt. Das erreicht man, indem man von der Seite an die Decke blizt und/oder das Modell in genügend großem Abstand zum Hintergrund platziert.
  • Da sich in Brillengläsern der Blitz spiegelt, muss gerade auch bei Brillenträgern von der Seite geblitzt werden.
  • Zwar sollten Sie nicht verbissen und ärgerlich dreinschauen, aber Sie müssen nicht zwingend lachen. Im Gegenteil: Beim Lachen verziehen wir oft den Mund, schließen die Augen und haben Falten. Ein freundlicher Blick, ein kleines Lächeln genügen.
  • Sagen Sie dem Fotografen, von welcher Seite Sie sich am liebsten sehen – besser noch, lassen Sie sich von allen Seiten in verschiedenen Posen fotografieren, um dann das Foto auszusuchen, auf dem Sie sympathisch und offen wirken.
  • Entscheiden Sie nicht alleine. Fragen Sie einige Leute aus Ihrem Umfeld, welches Foto ihnen am besten gefällt und vertrauen Sie auch dem Urteil Ihres Fotografen, der vermutlich einen besseren Blick für das perfekte Foto hat, als Sie selbst.

Sie schreiben zusätzlich noch unter einem Pseudonym und benötigen für beide Namen ein Bild? Kein Problem, und Sie müssen auch nicht mit Perücken arbeiten und sich verkleiden! Erstens sind die Leser von AB vermutlich nicht auch die Leser von XY. Zweitens kann schon das Gesicht von rechts oder links fotografiert, eine etwas andere Frisur, die Brille auf oder abgenommen oder ein Hut aufgesetzt einen großen Unterschied machen.

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Mara Laue hat sich für ein Foto mit Hut entschieden

Unter Umständen kann aber auch ein ‚inszeniertes‘ Foto gefragt sein – z.B. für eine Lesung in der ‚Künstler-Fabrik‘ oder für eine Lesung in einem Kindergarten. Dann sollte das thematisch erkennbar sein. Die Kinder sitzen in einem Kreis um Sie herum, Sie selbst bilden dabei den Mittelpunkt des Bildes. Oder Sie sind vor einer entsprechenden Kulisse oder mit einer entsprechenden Requisite abgebildet.

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Dieses Foto entstand für eine Lesung in einem Puppentheater

Wenn Sie all das beachten, bekommen Sie ganz sicher ein schönes Autorenfoto, über das sich Verlag und Leser freuen.

Freundschaft im Märchen – Märchenforum

In der Frühlingsausgabe der Zeitschrift ‚Märchenforum‘ hat sich die Redaktion dem Thema ‚Freundschaft‘ gewidmet. MärchenforscherInnen, MärchenerzählerInnen und AutorInnen stellen Märchen aus aller Welt vor und erörtern ihre Gedanken dazu.

Auch von mir können Sie in dieser Ausgab wieder einen Beitrag lesen. Titel: ‚Freundschaft in der Krise – Was wir von Märchenhelden lernen können‘. Das Märchen, das ich psychologisch deute, trägt den Titel ‚Von zwei Freunden, die sich bekriegten‘ und stammt aus Grönland.

Die Zeitschrift ‚Märchenforum‘ erscheint mit vier Ausgaben jährlich und wird von der Mutabor Märchenstiftung in der Schweiz verlegt.

Hier können Sie sich über das Verlagsprogramm informieren:

Mutabor Märchenstiftung

Hier kommen Sie direkt zum Frühjahrsheft:

Märchenforum – Frühlingsausgabe

Mutabor Märchenstiftung / ISSN: 1662-0666 / Heft 73 / 8,50 € / CHF 10.-

Mehr zum Thema Freundschaft und weiteren Themen, die für die Entwicklung eines Kindes relevant sind, finden Sie auch in ‚Heilende Märchen – Geschichten, die Kinder stark machen‘, ein Longseller, der im Südwest Verlag erschienen ist.

Heilende Märchen

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Heildende Märchen – Geschichten, die Kinder stark machen

Angeline Bauer / Südwest Verlag / ISBN: 978-3-517-09255-3

Liebeskummer – Wie Sie schon bald wieder lachen lernen

Liebeskummer! Der Mensch, den wir am meisten lieben, verlässt uns, und wir können nichts dagegen tun! Das kommt einem Weltuntergang gleich. Was uns wertvoll und wichtig erscheint – Sicherheit, Geborgenheit, Wärme, Vertrauen, Zukunftspläne und Gewohnheiten, die uns mit dem Partner verbinden – all das ist uns von einem Moment auf den anderen genommen geworden. Unser Leben bricht zusammen wie ein Kartenhaus, der Schmerz zerreißt uns schier, und je mehr wir uns auf den Anderen ausgerichtet haben, desto tiefer stürzen wir dabei. Es ist eine Katastrophe von so enormem Ausmaß, dass viele Menschen im ersten Moment glauben, sie nicht überleben zu können.

Tatsächlich ist es oft ein weiter, schmerzvoller Weg, die Trauer um den verlorenen Partner zu bewältigen. Ein Weg, der von Angst, Schuldgefühlen, Selbstzweifel, Wut und Hoffnungslosigkeit begleitet wird. Ein Weg durch ein dunkles Tal, der aber zurück ans Licht führen muss, wenn der Betroffene wieder ein normales, glückliches Leben führen will.

Den Ratgeber, der mit großem Erfolg im Verlag Heinrich Hugendubel in der Reihe ‚Pick up‘ erschienen, inzwischen aber vergriffen ist, habe wir neu aufgelegt.

Das hält er für Sie bereit:

  • Praktischen Tipps für die erste Zeit, in der der Schock noch so tief sitzt, dass man oft keinen Ausweg mehr sieht
  • Anleitung zur Schreibtherapie, Imaginationen, Rituale und Meditationen, die Ihnen dabei helfen können, wieder zu sich zu finden und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln
  • Affirmationen, die das Selbstbewusstsein stärken

Kleine Inof zu mir als Autorin: Ich leitete nach Abschluss verschiedener Ausbildungen zur Erwachsenenbildnerin neben meiner Autorentätigkeit viele Jahre eine Praxis für Psychologische Beratung, in der ich Techniken der Imaginationstherapie anwandte. Die Imaginationstherapie stützt sich auf Symbolik, Mythologie, Märcheninhalte und Traumdeutung. Als Sachbuchautorin beschäftigte ich vor allem mit den Themenbereichen Psychologie im Märchen, Heilkräuter und Gesundheit.

Seit meinem Umzug nach Süddeutschland arbeite ich wieder vermehrt als Autorin, schreibe u.a. auch Artikel für eine Fachzeitschrift zur Märchentherapie und halte nebenbei Seminare und Vorträge.

liebeskummer-wie-sie-schon-bald-wieder-lachen-lernen

Buch ISBN: 978-3-946280-47-7  –  224 Seiten / Preis 8,99 €
E-Book ISBN: 978-3-946280-46-0  –  Preis 4, 99 €
ASIN: B06WW9FX81

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