Die Sache mit dem Hilfsnikolaus

Weil wir Enkelkinder haben, hat sich in diesem Jahr auch bei uns der Nikolaus angesagt, und natürlich waren wir sehr gespannt auf diesen Besuch! Er klopfte also, wir ließen ihn ein, er setzte sich und presste ein Danke hervor: „Danke, das Sitzen tut gut! Bin ja jetzt doch … also … bin ja von ziemlich weit hergekommen!“ Er räusperte sich, schnappte mehrmals nach Luft, schlug schließlich mit zitternden Händen das Goldene Buch auf, das er bei sich führte, und versuchte sich zu sammeln. Doch das mit der Schnappatmung wollte einfach nicht besser werden. Er las vor, japste, stotterte und griff sich an die Brust.
Also, wenn es nicht der Herr Nikolaus persönlich gewesen wäre, hätte ich glatt gedacht, der hat Lampenfieber! Und zwar ganz furchtbar arg! Aber ein Nikolaus, der seit nun fast schon zwei Jahrtausenden vom Himmel zu den Kindern kommt, der kann doch kein Lampenfieber mehr haben, oder?
Hm – trotzdem, er sah gar nicht gut aus, und ich begann, um sein Leben zu fürchten. Da stellte sich mir die Frage: Könnte ein Nikolaus, der ja genaugenommen schon seit Ewigkeiten tot ist, könnte der heute nochmal tot vom Stuhl kippen? Und wenn er tatsächlich tot vom Stuhl kippen könnte und auch kippte, wären dann wir daran schuld, dass millionen von Kindern am Nikolaustag keine Geschenke mehr bekämen, weil der Herr Nikolaus ja jetzt end-end-end-gültig tot ist?
Hm?????!, und nochmal hm?????

Zum Glück ist er dann doch nicht tot vom Stuhl gekippt, hat sich irgendwie durchgejapst und durchgestottert, schließlich das Haus verlassen und ist wahrscheinlich mit seinem Rentiert erst mal zur nächsten Kneipe gefahren, um sich einen Schnaps zu bestellen.
Später am Abend hat mir ein Englein gezwitschert, dass das eigentlich gar nicht der Herr Nikolaus war, sondern nur ein Hilfsnikolaus, weil der echte in so einer Nacht einfach viel zu viel zu tun hat, und dass der Herr Hilfsnikolaus das bei uns zum allerallerallerersten Mal gemacht hat – also das mit dem Goldenen Buch und den Geschenken und so.
Als ich gegen Mitternacht im Bett lag und den Abend noch einmal Revue passieren ließ, fiel mir ein Spruch ein, der über dem Schreibtisch meiner Mutter hing:
Der Mensch wächst mit seiner Aufgabe – ob das bei Nikoläusen auch so ist?

Friederike Costa

Blog-Adventskalender … Das dritte Söckchen

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In dieses Jahr geht der Blog-Adventskalender, iniziiert von Alex, bereits zum neunten Mal an den Start, und ‘by arp’ findet ihr diesmal das 3. Söckchen. Darin verbirgt sich als Überraschung die Titelgeschichte der Weihnachtsanthologie “Oje, du fröhliche …” aus unserem Verlag.

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Friederike Costa

“Oje, du fröhliche …”

Wenn Juliane behaupten würde, Oma sei sparsam, dann wäre das sehr höflich ausgedrückt. Oma war ein herzensguter Mensch, aber geizig bis dorthinaus und damit das ideale Opfer für zweifelhafte Werbekampagnen.
Im letzten Jahr wollte eine gewisse Firma, die Handtücher, Geschirrtücher und Tischwäsche vertrieb, am großen Weihnachtsgeschäft teilhaben. Weil aber heutzutage derlei Dinge nicht mehr sehr oft unter den Weihnachtsbaum gelegt werden, musste man sich etwas Verkaufsförderndes einfallen lassen. Das war dann die alte Idee mit den Rabattmarken nur etwas aufgeputzt und modernisiert. An jedem Handtuch, Waschlappen, Geschirrtuch hing eine Wertmarke aus Plastik, die beim Kauf an der Kasse je nach Art und Preis des erworbenen Stückes als zwei, fünf oder zehn Punkte auf eine Art Scheckkarte gestanzt wurde. Für die vollends gefüllte Scheckkarte gab es dann ein mit Weihnachtsmotiven besticktes Tischtuch umsonst.
Das Zauberwort ‘umsonst’ traf Oma mitten ins Herz. Wenn es etwas umsonst gibt, dann muss man doch zugreifen. „Es wäre doch geradezu Verschwendung, wenn man‘s nicht täte!“ Sagte es und sah Juliane festen Blickes an.
Oma beschloss die Chance zu nutzen. Sie kaufte sofort zehn Handtücher und zehn Waschlappen und staunte dann, dass sie nur achtundfünfzig Punkte bekam, wo sie doch hundert für ein Tischtuch benötigte. Sie hätte so gerne gleich das ‘Tischtuch-Umsonst’ mitgenommen!
Die Verkäuferin tröstete sie: „Die Scheckkarte behält ihren Wert bis Ende des Jahres, solange geht ihnen kein Punkt verloren!“
„Und dann?“, wollte Oma alarmiert wissen.
„Ab 6. Januar sind die Punktekarten ungültig.“
„Wie? Alle Punkte? Dann kriegt man nichts mehr dafür?“
„Nein, leider nicht. Aber bis 5. Januar für jede volle Karte eins von den wunderschönen Tischtüchern mit Weihnachtsmotiv!“ Verbindliches Lächeln.
Oma ging nach Hause. Sie hatte ihr ganzes Geld für Handtücher und Waschlappen ausgegeben. Mehr als hundert Euro! Da musste sie dann eben morgen noch mal kommen, nachdem sie auf der Bank gewesen war.
Am nächsten Tag ging Oma wieder in dieses Kaufhaus, kaufte weitere zehn Handtücher und freute sich schon auf ihre Tischdecke. Aber die Verkäuferin schüttelte den Kopf.
„Ein Punkt zu wenig, gute Frau, da müssen Sie noch etwas nehmen!“
Oma holte einen Waschlappen. Aber nun hatte sie zwei Punkte zu viel, und das wäre doch Verschwendung gewesen! Also gab sie ein Handtuch zurück, tauschte es durch drei Waschlappen aus, doch dann fehlten wieder ein Punkt. Sie versuchte es mit einem Waschlappen mehr, hatte wieder einen Punkt zu viel – wie sie es auch drehte und wendete, die Rechnung ging einfach nicht auf!
Oma nahm zehn Handtücher und einen Waschlappen und ließ sich den übergebliebenen Punkt auf eine neue Karte stanzen. Dann nahm sie glücklich ihre mit Weihnachtsmotiven bestickte Tischdecke samt derHandtücher und Waschlappen entgegen und ging nach Hause.


Aber der übergebliebene Punkt bereitete ihr Kopfzerbrechen. Welch gottlose Verschwendung, den Punkt einfach so mir nichts dir nichts zu verschenken! Oma, sonst sehr gesellig und immer zu Späßen aufgelegt, war plötzlich verschlossen und schließlich kaum noch anzusprechen. Sie hatte einige schlaflose Nächte hinter sich und machte uns ernsthafte Sorgen. Auf Julianes Frage, was ihr so zusetzte, antwortete sie aber immer nur: „Kann ich nicht sagen, hat etwas mit Weihnachten zu tun!“
Wenn Sorgen sich ums Christkind drehen, dann dringt man nicht weiter in einen, dann schweigt man diskret. Also schwieg Juliane – zumal Oma ja auch am Tag darauf wieder viel glücklicher aussah. Wie die Familie später erfuhr, hatte sie sich da bereits zum Kauf weiterer zwanzig Handtücher und etlicher Waschlappen durchgerungen. Und diesmal ging es sogar auf. Gottlob! Denn sonst hätten ihre Lieben statt der vierzig Handtücher und weißnichtwievielen Waschlappen an diesem Weihnachten vielleicht achtzig oder gar hundert unter dem Christbaum gefunden! Immer fünfstückweise verpackt, mit einem Kärtchen an einer Schleife, auf dem jeweils stand:
Für Sandra – in Liebe, Oma.
Für Julian – in Liebe, Oma.
Für meine geliebte Tochter Juliane – in Liebe, Oma.
Sogar Omas Urenkelin, die fünfjährige Marie, bekam in diesem Jahr vom Christkind fünf Handtücher geschenkt.
Frohe Weihnachten – Hallelujah!

Das nächste Söckchen findet ihr auf einem der drei folgenden Blogs

Always Sunny

Bücher Diddi

Daggis Welt

Oje, du fröhliche … zum Buch

Fotoausstellung – „So is´s bei uns im Winter“

Am Freitag, den 25.11.2017 habe ich meine Ausstellung mit Winterfotos eröffnet. Tamara Eder hat mir freundlicherweise den Artikel zur Verfügung gestellt, den sie über die Ausstellungseröffnung schrieb. Aus Platzmangel gebe ich ihn hier verkürzt wieder.

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Beeindruckende Fotoausstellung von Angeline Bauer

Grassau (tb) – Besondere Motive und Stimmungen der Winterlandschaft fing die Fotografin und Autorin Angeline Bauer ein. Nun stellt sie eine Auswahl von 90 Bildern im Galerieraum der Tourist-Information Grassau aus.
Die unterschiedlichen Tageszeiten mit Sonnen-Auf- und Untergang, die verschiedenen Witterungen mit Eisregen, Reif und Nebel inspirierten die Fotografin. So manche Motivwahl erstaunt dabei. Besondere Ruhe strahlen die Aufnahmen am Friedhof aus. Mit Schneehaube bedeckt wirken die Grabsteine wie friedliche Wegweiser in die Ewigkeit. Winterlandschaften wie hingehaucht, mit Lichteinfall zwischen den Bäumen, aufgenommen im Moor, oder eine eingeschneite, halbverfallene Brücke beeindrucken. Sonst unbeachtete, romantisch wirkende Fenster kommen im Glanz des weißen Schnees neu zur Geltung. Wie aus einem Märchenbuch wirkt die Wasseroberfläche des Reifinger Sees, wenn die Sonne ganz tief steht. Auch einige Pflanzen, die wie mit Zuckerkristallen bedeckt der Kälte trotzen, sind zu sehen.
Beim Betrachten der Bilder beginnt man unweigerlich sich auf den Winter, auf Schnee und glitzernde Winterlandschaft zu freuen.
Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Tourist-Information geöffnet. Montags bis freitags 8.30 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr, samstags 9 bis 12 Uhr, sowie zusätzlich an den ersten drei Adventswochenenden jeweils von 14 bis 16 Uhr zu sehen.
(Tamara Eder)

Links Angeline Bauer, rechts Doris Noichl, 2. Bürgermeisterin

Fotoausstellung: So is ‘s bei uns im Winter

Am kommenden Freitag, es ist der 24.11.2017, eröffne ich in Grassau im Chiemgau meine Foto-Ausstellung.

Thema ‘So is ‘s bei uns im Winter’.

Ort: 83224 Grassau, Kirchplatz 3, 2. Stock.

Die Ausstellung hat bis 5. Januar 2018 während der Woche zu Öffnungszeiten der Touristeninfo (Siehe Internet) geöffnet. Zusätzlich an den ersten drei Adventssonntagen von 14 bis 16 Uhr – dann bin ich auch selbst anwesend. Oder nach Absprache gerne auch außerhalb dieser Zeit. Bitte über die Touristeninfo   einen Termin vereinbaren.

Lesen ist keine einfache Sache …

Dass das Lesen und damit auch das Schreiben eine komplexe Angelegenheit ist erahnen Menschen vor allem dann, wenn sie Kinder haben, die an Lese- und Rechtschreibschwäche leiden, selbst Legastheniker sind oder gar jemanden in der Familie haben, der Analphabet ist.

Wie man in einem Artikel im Fachblatt >Science Advances< nachlesen kann, fand ein Internationales Forscherteam heraus, dass das Erlernen von Lesen unser Gehirn maßgeblich verändert. Weil sich Schrift erst vor etwa tausend Jahren entwickelt hat – evolutionsgeschichtlich ist das nicht mehr als ein Wimpernschlag – hatte unser Gehirn nicht die Zeit, ein separates Lesezentrum zu entwickeln. Also musste es zum Erfassen von Buchstaben auf andere Regionen zurückgreifen, wie unter anderem die Gesichtserkennung.

So kann für Menschen, die z.B. Schwierigkeiten haben, sich Gesichter zu merken, auch das Erlernen von Lesen mühevoller sein. Um betroffene Kinder trotzdem am Lesen zu interessieren, sollte man ihnen viel vorlesen und sie so auf Lesestoff neugierig machen. Lesen muss mit Glück und Lust verbunden sein, die positiven Gefühle müssen die negativen übertrumpfen.

Aber nicht nur, um Kinder an das Lesen heranzuführen ist Vorlesen wichtig, es verstärkt auch die Bindung zwischen den vorlesenden Eltern, Großeltern oder Geschwistern und dem zuhörenden Kind.

Mehr über die Notwendigkeit des Vorlesens finden Sie in “Heilende Märchen – Geschichten, die Kinder stark machen”

heilende-maerchen-geschichten-die-kinder-stark-machen

Zum Buch

Das Buch bzw. die Märchen beschäftigen sich mit folgenden Themen:

Von Gespenstern und anderen dunklen Wesen
Vom Haß aus Liebe – wenn Kinder sich von den Eltern abwenden
Vom Leben und Sterben (wenn Kinder geliebte Menschen verlieren)
Von der Kraft der Freundschaft, der Liebe und der Treue
Vom Geben und Nehmen, Teilen und (Be-)halten
Von der Verlässlichkeit eines Versprechens
Vom Umgang mit Behinderungen
Von Eßstörungen und dem, was wirklich stark macht
Von Eifersucht und Geschwisterrivalität
Von Lernproblemen und Selbstzweifeln
Konflikte lösen in einer Patchworkfamilie

In Rente mit 55 Jahren?

Die einen tun’s mit 63, die anderen mit 65 oder älter. Wieder andere hängen gerne noch ein paar Jährchen dran, falls man sie lässt – in Rente gehen!
Auch ich werde demnächst eine kleine Rente erhalten, dank Vater Staat und KSK, die uns Künstlern zu unseren Rentenbeiträgen den Arbeitgeberanteil einbezahlten. Große Sprünge lassen sich damit natürlich nicht machen.
Für mich bedeutet ‚Rente‘, dass zum ersten Mal in meinem Leben an jedem Ersten des Monats gesichert Geld aufs Konto kommt, und das wird sich verdammt gut anfühlen!
Zum Thema Rente fällt mir aber eine ganz andere Geschichte ein. Auf einer unserer vielen Türkeireisen erzählte der Reiseleiter auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel dies und das über Land und Leute. Unter anderem wusste er zu berichten, warum so viele halbfertige bzw. dachlosen Häuser, den ländlichen Straßenrand säumten. Zuerst, erzählte er, wird das Erdgeschoss gebaut, in dem die Familie wohnt und ihre Kinder großzieht. Sind die Kinder erwachsen, kommt ein zweites Stockwerk drauf, in das dann die jungen Leute mit ihrer neugegründeten Familie einziehen. Im Gegenzug versorgen sie ihre Eltern, denn die gehen bereits mit 50 oder 55 Jahren in Rente (natürlich ohne eine Rente zu beziehen, so wie wir das kennen).
Diese Information löste ein A und O aus und es wurde gelacht und gehöhnt: „Das würde ich auch gerne, mit 50 schon in Rente gehen!“ So nach dem Motto: Faule Türken.
Zwei Tage später haben mein Mann und ich eine kleine Wanderung unternommen. Nicht rechts oder links am Strand entlang, sondern geradewegs ins Landesinnere. Kaum hatten wir den Ort hinter uns gelassen, befanden wir uns schon im ‚tiefsten Hinterland‘. Kleine, ärmliche Höfe, Hühner und dürre Kühe, Pinienwäldchen neben staubige Straßen.
Nach etwa einem Kilometer kamen wir zu einem kleinen Friedhof. Friedhöfe besuchen wir gerne, denn man erfährt auf ihnen so einiges über Land und Leute. Zum Beispiel beobachteten wir einmal auf einem anderen türkischen Friedhof eine Familie, die auf einer Grabplatte Picknick hielt. Vielleicht hatte ihr Vorfahre an diesem Tag Geburtstag oder gab es Anderes zu feiern. Jedenfalls fanden wir das interessant, und es hat uns gefallen.
Auf dem Friedhof, auf dem wir bei unserem Spaziergang gelandet waren, fiel uns auf, dass die meisten Leute, die dort lagen, nicht älter als 55 oder 60 Jahre geworden waren – kaum mal jemand, der 70 oder 80 Jahre gelebt hatte. Da war auf uns einmal klar, warum die Landbevölkerung mit 50 oder 55 Jahren ‚in Rente‘ ging. Natürlich bekam keiner von ihnen ein neues Herz oder auch nur teure Medikamente. Man lebte, arbeitete, und wenn man sehr krank wurde starb man, so Allah wollte.
Das zeigt mal wieder, dass alles relativ ist und man ein Land nur kennenlernt, wenn man die üblichen Trampelpfade verlässt.
In die Türkei reisen wir heute nicht mehr, aus Prinzip und Überzeugung. Und das ist schade, denn wenn man die üblichen Touristenpfade verlässt, erlebt man ein wunderschönes, gastfreundliches Land.

Tipp: Falls Sie gerade anfangen, als AutorIn zu arbeiten und keinen Brotjob haben, erkundigen Sie sich über eine Versicherung bei der KSK (Künstlersozialkasse).

Hier finden Sie alles über die KSK

Brettspiele und ihr historischer Hintergrund

Die ersten Spiele auf einem Brett wurden im Mittelalter gespielt – so las ich es kürzlich in einem historischen Roman. Aber weit gefehlt und schlecht recherchiert. Das älteste bisher bekannte Brettspiel der Welt ist mehr als fünftausend Jahre alt und wurde bei Ausgrabungen der mesopotamischen Stadt UR entdeckt! Wer das Britische Museum in London besucht, kann es dort bewundern. Zwar weiß man nicht, wie es gespielt wurde, vermutet aber, dass es dem Backgammon ähnelt.

Brettspiele hatten ursprünglich einen religiösen Hintergrund. Wahrsager, Weise und Berater der Könige nutzten sie sogar noch Ende des 19. Jahrhunderts als Medium für ihre Weissagungen. Ihre Züge galten als von Gott gelenkt. Auch das Dame-Spiel, das aus dem alten Ägypten stammt und dort ‚alquerque‘ hieß, war in seinem Ursprung ein Orakel, das Auskunft über den Ausgang von Kriegen geben sollte. Man fand es bei Ausgrabungen in mehreren Gräbern. Später wurde es von Griechen und Römern übernommen und leicht abgewandelt.

Auch das zweitälteste bekannte Brettspiel entdeckte man in Ägypten. Es heißt ‚senet‘ und war beim einfachen Volk ebenso beliebt wie in höheren Kreisen. Die Spielregeln gaben vor, dass jeder Spieler fünf Spielsteine auf einem Papyrusbrett ins Ziel bringen musste. Auch Tut-ench-Amun hatte man ein solches Spiel mit ins Grab gegeben.
Das älteste heute noch gespielte Brettspiel ist Schach. Über seine Entstehung ist man sich uneins. Es wurde Ende des 5. Jahrhunderts entweder von einem in Indien lebenden Hindu erfunden oder in Persien. Letzteres legt der Ausdruck ‚Schach matt‘ nahe, der sich vom Persischen ‚al shah mat‘ (der König ist tot) ableitet. Nach Europa kam es im 11. Jahrhundert über Spanien und wurde hier vor allem von der gebildeten Klasse gespielt.

Das vielleicht beliebteste und bekannteste Brettspiel bei uns ist Mensch-ärgere-Dich-nicht. Dessen Ur-Form ist das Spiel Pachisi, das in Indien seit vielen Jahrhunderten gespielt wird. Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine englische Variante, das Ludo. 1908 hat Josef Friedrich Schmidt in Anlehnung an Ludo unser Mensch-ärgere-Dich-nicht erfunden. Seither wurden weit über 70 Millionen Exemplare davon verkauft.

Lesen verzaubert bei jedem Wetter!

Zurück aus Cres und Losinj, wo ich recherchiert habe und Fotos für den nächsten Reiseführer machen wollte. Ein schweres Unterfangen, bei Dauerregen und Gewitter. Aber natürlich gab es auch einige sonnige Tage und sind mir viele schöne Fotos gelungen.
Am Strand entdeckt und heimlich fotografiert habe ich eine Frau, die ganz versunken in ihr Buch war … Lesen verzaubert eben bei jedem Wetter!

 

Im Feuer der Liebe

Neuerscheinung im September: Im Feuer der Liebe, ein historischer Liebesroman von Lina-Sophia Clement.

Man schreibt das Jahr 1831. Katharina von Thürnheim ist siebzehn Jahre jung, wunderschön und ebenso naiv. Sie glaubt, das Leben hält alles für sie bereit. Als sie auf einer Fuchsjagd Sebastian von Stetten, ihren Freund aus Kindertagen wiedertrifft, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Doch ihre Eltern verheiraten sie mit dem viel älteren Fürst Karl von Landau-Rotherich, der sie auf sein Schloss in Ungarn bringen lässt und dort wie eine Gefangene hält. Katharina muss erwachsen werden. Sie kämpft um ihr Glück – aber wird sie ihren Geliebten je wiedersehen …?

Preis 3, 99 € /

ISBN E-Book: 978-3-946280-52-1

ASIN: B075CMT4X8

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Von der Kunst, einen Liebesroman zu schreiben

Brandneu erschienen ‘by arp’: Von der Kunst, einen Liebesroman zu schreiben – ein Ratgeber für alle, die Autoren werden wollen oder bereits schriftstellerisch arbeiten und sich über das Genre Liebesroman informieren möchten.

Einen Roman verfassen, ist eine komplexe Arbeit, die niemand einfach so ‚kann‘, nur weil er in der Schule das Schreiben erlernt hat und davon überzeugt ist, einen guten Stoff parat zu haben. Wer einen Text so gestalten will, dass er vor den Augen eines Lektors besteht, muss wissen, welche Anforderungen von einem Verlag an einen Roman generell bzw. einen Liebesroman insbesondere gestellt werden.

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Seit mehr als 35 Jahren lebe ich, die Autorin dieses Ratgebers, vom Schreiben und habe bei großen Verlagen wie Aufbau, Heyne, Südwest und vielen anderen veröffentlicht. In diesem Ratgeber fasse ich zusammen, was man über das Schreiben von erzählender Literatur im Allgemeinen und das Schreiben von Liebesromanen insbesondere wissen muss, um einen erfolgversprechenden Text erarbeiten und vor einem Lektor bestehen zu können.

Inhaltsverzeichnis:
Gedanken zur Liebe
Warum wir Liebesromane brauchen
Was ist ein Liebesroman
Die Kurzgeschichte
Die Novelle
Der literarische Liebesroman
Der Heftroman
Historische Liebesromane
Regency Romane
Der Nackenbeißer
Zeitreiseromane
Der erotische Liebesroman
Die erotische Kurzgeschichte
Der Jugendroman
Sechs Wege zur guten Story
Wie schreibe ich ein gutes Exposé – Verlagssuche
Von Kreativität, Schreibblockaden und Inspiration
Vom Traum, Schriftsteller zu sein

Der Ratgeber als E-Book bei eBook.de

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Der Ratgeber als Taschenbuche bei Amazon

Absinth – bitter und gefährlich?

Absinth, ein grünes, bitterschmeckendes und hochprozentiges Getränk aus Wermut und anderen Kräutern, servierte man traditionell als Aperitif, also als Appetitanreger vor dem Essen. Doch viele berühmte Persönlichkeiten sahen das nicht so eng und konsumierten ihn gerne zu jeder Gelegenheit und Tages- und Nachtzeit. Dazu gehörten neben Vincent van Gogh, der sich im Absinth-Delirium ein Ohr abschnitt, auch Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe und Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Gauguin oder Oscar Wilde.

Ende des 19. Jahrhunderts, im Jahr 1884, destillierte Jules-François Pernod den Absinth in seiner Fabrik in Montfavet zum ersten Mal. Der Ort liegt fünf Kilometer östlich von Avignon und ist heute ein Gemeindeviertel der Stadt. Das Getränk machte ihn bald reich. Doch so manch anderem kostete es das Augenlicht oder trieb ihn in den Wahnsinn. Deshalb wurde 1915 Absinth in einigen europäischen Ländern und Amerika verboten. Was ihn so gefährlich machte, waren Stoffe wie Methanol und Kupfer-Sulfat, die im Absinth vorkamen. Heute ist das Brennen und Verkaufen von Absinth wieder erlaubt, denn inzwischen hat man das Problem in den Griff bekommen, und ist der Absinth nicht gefährlicher als jeder andere Alkohol.

Als ich in Avignon für meine Reiseführer ‚Städtetrip Avignon‘ recherchierte, wollte ich mir einen Absinth gönnen, vor allem des schönen Rituals wegen, das zur Zubereitung gehört. Doch obwohl das Getränk aus ursprünglich in Avignon destilliert wurde, ernteten wir überall, wo wir danach fragten, nur Ablehnung und Entsetzen! Gesichter erstarrten, Augen wurden aufgerissen, eine Frau murmelte das Wort ‚abstrus‘. Es war gerade so, als hätte man nach dem Teufel höchstpersönlich gefragt! Irgendwann gaben wir auf – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Offensichtlich weiß man in Avignon (in Frankreich?) noch nicht, dass die oben beschriebene Gefahr längst ‚gebannt‘ ist. Schade, wir hätten Absinth gerne einmal probiert. Zudem hatte ich mir gedacht, der Kräuterschnaps zusammen mit einem Set Absinthlöffel oder einer stilvollen Absinthfontaine könnte ein schönes Souvenir sein!

Allerdings bin ich dann zu Hause fündig geworden! In Deutschland kann man alles haben. Günstigen und sehr teuren Absinth, Absinthlöffel, – Fontaine n, -gläser und mehr. Also habe ich mich mit dem Ritual beschäftigt und habe ihn zusammen mit Freunden selbst zubereitet.

Und so trinkt man ihn

Da sich viele Aromen erst nach Wasserzugabe entfalten und Absinthe sehr hochprozentig sind, verdünnt man sie mit eiskaltem Wasser und trinkt manche Sorten zusätzlich mit Zucker. Dazu wird ein sogenannter Absinthlöffel mit einem Stück Würfelzucker bestückt und oben quer über ein Glas gelegt, das bis zu einem Viertel mit Absinth gefüllt ist. Jetzt gießt man zuerst einmal nur so viel Wasser auf den Zucker, dass er getränkt ist. Dadurch wird er porös und löst sich später leichter auf. Schließlich lässt man langsam eiskaltes Wasser über den Zucker laufen – etwa drei bis fünf Mal die Menge des Absinths. Der Zucker schmilzt und tröpfelt durch den Absinthlöffel ins Glas. Sollte sich der Zucker noch nicht ganz auflöst haben, bis das Glas zur gewünschten Höhe gefüllt ist, verrühren Sie ihn einfach mit dem Absinthlöffel.

Ein Absinthlöffel sieht aus wie eine kleine Tortenschaufel, der Boden ist ‚durchlöchert‘ und meist sehr filigran gestaltet. Doch für das Hinzugeben des Wassers kann man auch eine sogenannte Absinthfontaine benutzen, das ist eine Art Kelch, an dem sich vier winzige ‚Wasserhähne‘ befinden. Die Fontaine füllt man mit Wasser und Eiswürfeln. Schließlich stellt man die Gläser mit dem Absinthlöffel darunter, dann dreht man die Hähne auf und lässt daraus Wasser auf den Zucker träufeln.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Man benutzt einen speziellen Glasaufsatz, Brouille genannt. Die Brouille, die auf das Absinthglas gesetzt wird, hat ein kleines Loch im Boden. Der Zucker und einige Eiswürfel kommen in die Brouille, etwas Wasser wird darüber gegossen. Durch das kleine Loch tropft nun sehr langsam das schmelzende Wasser zusammen mit dem Zucker in das Absinthglas.
Doch nur mazerierte, bittere Sorten eignen sich für die Zubereitung mit Zucker. Süßliche Sorten trinkt man ohne. Dazu gießt man etwa 2 bis 4 cl Absinth in ein Glas und verdünnt dann je nach Geschmack in einem Verhältnis von 1:1 bis 1:5 mit eiskaltem Wasser, das man aus einiger Höhe langsam und in einem dünnen Strahl ins Glas laufen lässt. Es soll dabei ruhig spritzen, so wird der Absinth mit etwas Sauerstoff angereichert, kann sein volles Aroma entfalten und erhält eine perfekte Trübung.

Allen, die es probieren wollen, wünsche ich viel Spaß!

Reiseführer Avignon

Ein neuer Reiseführer in unserer Reihe ‘Städtetrip by arp’ ist als E-Book seit heute im Handel! Auch als Print wird er schon in ein paar Tagen bei allen Internetbuchhändlern und im Buchhandel um die Ecke zu bestellen sein.

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Avignon – Papstpalast mit Kathedrale

Anfang des 14. Jahrhunderts verlegten die Päpste aufgrund politischer Querelen ihren Sitz von Rom nach Avignon. So wurde der kleine, verschlafene Ort an den Ufern der Rhône, der seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zur ‘Stadt der Päpste’. Bis heute ist das Stadtbild von Kirchen und Klöstern und dem mächtigen Papstpalast geprägt, der eher an eine Trutzburg erinnert, denn an ein päpstliches Schloss. Auch die vielbesungene Brücke und das weltberühmte Festival von Avignon sind Publikumsmagneten.

Wie immer haben wir einen Altstadt-Rundgang für Sie ausgeklügelt, der Sie in logischer Reihenfolge zu den angesagten Sehenswürdigkeiten bringt. Viele Tipps und die wichtigsten Adressen, Links und Telefonnummern ersparen Ihnen in der Vorbereitungsphase Ihres Städtetrips mühevolles Recherchieren. Besondere Museen und Festivals finden ebenso Erwähnung wie z.B. Parkmöglichkeiten, regionale Spezialitäten, Hinweise für Rollstuhlfahrer, Camper oder Hundebesitzer. Mit diesem Reiseführer wird es Ihnen leichtfallen, sich in der ‘Stadt der Päpste’ zurechtzufinden und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Denn Avignon hat mehr zu bieten, als nur den Papstpalast!

Der Inhalt des Städtetrip-Reiseführers in Kürze zusammengefasst:

  1. Allgemeines
  2. Geschichte
  3. Avignons Sehenswürdigkeiten – Rundgang durch die Altstadt
  4. Museen und Veranstaltungen
  5. Ausflüge in die Umgebung
  6. Stadtinfos
  7. Anreise, parken und viele praktische Tipps
  8. Was tun im Notfall
  9. Wichtige Telefonnummern und Links
  10. Infos für behinderte Menschen
  11. Infos für Camper
  12. Avignon mit Hund
  13. Allgemeine Infos zu Themen wie Einkaufen, Essen, Trinken usw.

Haben Sie Lust, sich einen Bilderbogen von Avignon anzusehen? Die Fotos sind von Angeline Bauer, Copyright liegt beim Verlag.

Foto-Streifzug durch Avignon

 

Avignon – E-Book bei Weltbild

Avignon – E-Book bei Amanzon

Beate Rygiert – Schreiben ist meine Leidenschaf

Beate Rygiert war nach dem Studium der Theater-, Musikwissenschaft und italienischen Literatur in München und Florenz einige Jahre Theaterdramaturgin. Schließlich wagte sie den Sprung in die künstlerische Selbstständigkeit und erhielt einige Preise, wie den Würth-Literaturpreis und den Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreis. Sie lebt im Schwarzwald, in Stuttgart und mehrere Monate im Jahr in Andalusien. Als wir uns treffen, arbeitet sie gerade in ihrem Haus im Schwarzwald an ihrem siebten Roman. Es ist ein sonniger Spätnachmittag. Blumen blühen in ihrem Garten, eine Katze streicht durchs Gebüsch und nimmt Reißaus, als Beate mit einem Tablett auf die Terrasse kommt. Sie serviert Kaffee und legt ihr neuestes Buch auf den Tisch. Druckfrisch, gerade erst erschienen!

„Ich bin ein glücklicher Mensch, denn ich lebe meinen Traum“, sagt sie dabei und streicht dabei fast zärtlich über das Cover. Ein lustiger, buntgemalter Hund ist zu sehen, darüber der Titel: Herzensräuber. „Ich bin Vollzeit-Schriftstellerin und das seit vielen Jahren“, fährt sie fort. „Auch mein Mann ist Schriftsteller und darum verstehen wir die Lebenswelt des anderen. Denn das Schreiben ist nicht nur ein Beruf, es ist eine Berufung, ein Lebensstil. Ich bin einfach nur glücklich, wenn ich Geschichten erzählen darf und wenn diese die Herzen meiner Leser berühren!“
Wie sie zum Schreiben kam möchte ich wissen.
„Einerseits früh – und doch auch wieder spät. Als Zwölfjährige schrieb ich in mein Tagebuch: „Eigentlich möchte ich Schriftstellerin werden. Ich sollte dabei bleiben!“ Das erzählt sie mit einem Lächeln. „Seit ich denken kann, habe ich Geschichten erzählt. Zum Beispiel im Handarbeitsunterricht in der Grundschule, wo meine Lehrerin bald merkte, dass die anderen Kinder ganz still und brav wurden, wenn sie mich einfach erzählen ließ. Dafür hat sie stillschweigend meine fallengelassenen Maschen gerettet und auch die eine oder andere Handarbeit für mich fertiggestellt.“
„Und weshalb wurde der Plan dann doch erst einmal nicht umgesetzt?“, hake ich nach.
Sie zuckt mit den Schultern. „In meiner Familie sagte man nicht: Wenn ich groß bin werde ich Schriftstellerin, das war einfach undenkbar. Und da ich sehr musikalisch war, mir Sprachen leicht fielen, wählte ich Musik und Französisch als Leistungsfächer beim Abitur und belegte danach die Fächer Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Italienische Literatur an der LMU in München. Schließlich erhielt ich ein Stipendium, um in Florenz ein Semester zu studieren. Die Zeit in Florenz hat meine Sicht auf die Welt sehr verändert: Ich sog die Kunst dort nur so in mich auf und ebenso die modernen italienischen Romanautoren wie Umberto Eco, Italo Calvino, Antonio Tabucchi, um nur einige zu nennen. Sie beeinflussten später mein Schreiben, ebenso wie die südamerikanischen Erzähler Mario Vargas Llosa, Jorge Luis Borges und Gabriel Garcia Marquez.“
Nach dem Studium arbeitete Beate Rygiert, wie bereits erwähnt, einige Jahre als Operndramaturgin an verschiedenen Theatern. Hier flossen alle ihre Interessen zusammen: die Geschichten, die Musik, die Kunst in der Ausstattung usw. Dennoch wurde ihr bald klar, dass ihr dieser Beruf zu wenig kreativ war. Und dann sagte sie sich: Entweder du redest dein Leben lang darüber, dass du eigentlich Schriftstellerin sein möchtest, oder du wage das jetzt. Sie kündigte und schrieb ihren ersten Roman – unter Entbehrungen, doch gefördert durch ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.
„Mein erster Roman ‚Bronjas Erbe‘ erschien 2000 bei Claassen“, sagt sie und dann: „Der Rest ist Geschichte. Seither lebe und arbeite ich als freie Autorin. “Herzensräuber” ist mein sechster Roman.“
Beate Rygiert entschuldigt sich für einen Moment, geht hinaus und kommt bald darauf mit zwei Gläsern Rotwein zurück. „Den habe ich aus Spanien mitgebracht. Den trinken wir nur zu besonderen Gelegenheiten.“
„Dann ist das jetzt eine besondere Gelegenheit?“
„Na klar!“ Wir lachen und stoßen auf ihr neues Buch an.
Wie sie ihre Themen findet, will ich noch wissen.
„Sie liegen sozusagen in der Luft. Das Leben selbst schreibt viel verrücktere Geschichten als wir Autoren. Es sind vor allem, die Charaktere, die mich faszinieren. In “Herzensräuber” ist es ein Hund, der die Geschichte erzählt. Das Buch hätte ich nie geschrieben, wenn nicht vor Jahren dieses wunderbare Wesen auf vier Pfoten in mein Leben getreten wäre und mich von Grund auf geändert hätte! Leider ist meine Schnauzer-Mischlingshündin Cookie, die mich zu dieser Geschichte inspiriert hat, inzwischen im Hundehimmel. In Zola, dem spanischen Straßenhund, der bei dem Heidelberger Antiquar Tobias ein neues Zuhause findet, lebt ein Teil von ihr jedoch weiter, deshalb ist mir dieses Buch ganz besonders wichtig. Bei Tobias lernt Zola die Welt der Bücher kennen, die er “Herzensräuber” nennt, weil er die Menschen in willenlose, abwesende Wesen verwandelt, was er schwer verstehen kann.“
„Hast du ein Foto von Cookie?“, frage ich.
Beate bringt mir eins. Wir stecken die Köpfe zusammen, reden und lachen noch lange, bis sich der Abend zu Ende neigt.

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Beate Rygiert mit ihrer Hündin Cookie

Hier geht es zu Beate Rygierts Homepage

Vor 200 Jahren wurde das Fahrrad erfunden

Am Anfang war das ‚Laufrad‘, ein rechtes Ungetüm aus Holz. Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn hieß der Erfinder mit vollem Namen – später nur Karl Drais, denn seinen Adelstitel hatte er während der Badischen Revolution im Jahr 1848 abgelegt. Er wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe als Sohn eines Oberhofrichters geboren, studierte Landwirtschaft, Baukunst und Physik und begann danch seine berufliche Laufbahn als Forstmeister.

Doch in den Jahren 1816/17 bescherten Ernteausfälle nicht nur den Menschen Hungersnöten, sondern sorgten auch für kaum noch erschwingliche Haferpreise. Und da Pferde nun einmal Hafer fressen, war ein Fahrzeug ohne Pferdestärke gefragt! Dachte sich von Drais und tüftelte so lange, bis er seine zweirädrige ‚Laufmaschine‘ erfunden hatte – die ‚Draisine‘. Hier bewahrheitet sich der Spruch: Not macht erfinderisch!

Laufmaschine hieß das Gefährt, weil dieser hölzerne ‚Urahn‘ unserer Fahrräder noch keine Pedale besaß, sondern durch Anschieben mit den Füßen fortbewegt wurde, so wie das heute noch die kleinen Kinder tun.
Genau vor zweihundert Jahren, am 12. Juni 1817, fuhr Karl Drais erst¬mals auf seiner recht seltsam anmutenden Erfindung vom Schloss Mannheim zur kurfürstlichen Sommerresidenz in Schwetzingen und wieder zurück. Für die Strecke von knapp dreizehn Kilometern benötigte er nur eine ‚kleine Stunde‘, was einer Sensation gleichkam. Denn zu Fuß hätte man zweieinhalb Stunden benötigt, und ein Reiter wäre nur unwesentlich schneller ans Ziel gelangt. Auf der Ebene, so Drais, sei seine Laufmaschine so schnell wie ein Pferd im Galopp – doch es hat den Vorteil, dass es keinen Hafer frisst!

Danach versuchte Karl Drais durch verschiedene ‚Werbeaktionen‘, angefangen von Vorführungen bis hin zu Zeitungsartikeln, seiner Draisine Bekanntheit zu schaffen. Am 12. Januar 1818 erhielt er dafür sogar ein ‚Großherzogliches Privileg‘ was in etwa dem heutigen Patent entspricht.

Seine Draisine bestand vor allem aus Holz, besaß jedoch keine Pedale. Aber ansonsten gab es bereits Ähnlichkeiten zum heutigen Fahrrad. Vorder- und Hinterrad hatten einen Durchmesser von 27 Zoll, Sattel und Lenker waren in der Höhe verstellbar, und am Lenker befand sich eine Schleifbremse für das Hinterrad.

Dass sich das Fahrrad zuerst einmal nicht durchsetzen konnte, lag an verschiedenen Problemen. Zum einen benötigt man, wie jeder weiß, eine gewisse Körperbeherrschung, um auf zwei hintereinander angeordneten Rädern im Gleichgewicht zu bleiben. Zum anderen fehlte dem ‚Urrad‘ eben noch etwas Wesentliches: Die Pedale! In London baute ein Lizenznehmer eine Laufmaschine, jedoch ohne Bremse. Die Englische Post erstand einige Exemplare davon, beschied jedoch, dass damit zu viele Stiefelspitzen aufgearbeitet werden und schickte ihre Postboten wieder zu Fuß los. Einige Unglücksfälle, die mit den unbremsbaren Laufmaschinen passierten, führten schließlich sogar zu einem Fahrverbot. Auch in den USA wurde das neue Gefährt nachgebaut, allerdings ohne Pläne, also rein nach Hörensagen. Auch hier floppte es. Das größte Hindernis waren jedoch die schlechten Straßenverhältnisse dieser Zeit – auf schlammigen, holprigen Straßen lässt sich mit einem Rad nun einmal nicht gut fahren.

Dass seine Idee, ein Gefährt auf zwei hintereinanderliegenden Rädern, einmal einen solchen Durchbruch erlangen würde konnte Karl Drais nicht mehr erleben. Er starb 1851 an einem Herzinfarkt. Angeblich erlitt er ihn, nachdem er einen Zeitungsartikel entnommen hatte, dass, ein andere seiner Erfindung Pedale zugefügt hatte und damit in Serienproduktion ging. Ob es stimmt? Vielleicht ist es nur eine Legende. Sicher ist aber, dass Karl Drais, der als spleeniger Erfinder galt, gemobbt und verlacht wurde, worunter er sehr litt.

Apropos: Karl Drais hat nicht nur das Zweirad erfunden. Er baute auch einen Wagen mit vier Rädern, der sich ohne Pferde fortbewegen sollte, und nannte ihn Fahrmaschine. Außerdem einen Klavierrekorder, einen Holzsparherd und– Autoren aufgehorcht! – die erste Tastenschreibmaschine für 25 Buchstaben!

Anfang des letzten Jahrhunderts eroberten auch Frauen das Rad als Fortbewegungsmittel, was ihnen eine gewisse Mobilität und damit mehr Freiheit einbrachte. Natürlich nur unter Protest der Männer!

by arp erschienen:

Grundschrift statt Schreibschrift? – Ein guter Grund dagegen!

In einigen Grundschulen in NRW sowie in anderen Bundesländern, wird Kindern keine Schreibschrift mehr beigebracht, um eine sogenannte ‚Grundschrift‘ zu etablieren. Die Kinder, die es betrifft, dienen als ‚Versuchskaninchen‘. An ihnen wird getestet, ob und wie gut sie mit der ‚Grundschrift‘ flüssig schreiben lernen. Angeblich, so heißt es, gibt es bisher außer einer sehr kleinen Studie in der Schweiz keine Erfahrung damit. Doch das ist ein Irrtum!

Ich bin mit einem Niederländer verheiratet, der 1953 geboren wurde. Er gehört zu einigen Jahrgängen, die nicht in Schreibschrift unterrichtet wurden. So hat er nie gelernt, Buchstaben flüssig aneinanderzufügen. Später, als er Journalist wurde und ständig eilige Notizen machen musste, haben sich die Druckbuchstaben und die Unfähigkeit, Lettern flüssig aneinanderzureihen, zu absonderlichen Hieroglyphen entwickelt, die aussehen wie Striche in unterschiedlichen Neigungen.

Aus Erfahrung klüger geworden haben die Niederländer nach wenigen Jahren die Schreibschrift wiedereingeführt. Für meinen Mann leider zu spät. Die verheerenden Auswirkungen dieses Experiments haben wir täglich vor Augen! Außer ihm selbst kann niemand seine Schrift entziffern und wenn etwas handschriftlich geschrieben werden muss, kommt er damit zu mir.

Das geschwungene Aneinanderfügen von Buchstagen ist für eine schnelle Schrift absolut unerlässlich. Sollten Sie meiner Meinung sein, haben Sie die Möglichkeit, folgende Petition von Marie A. v. Geyr bei Chanche.org zu unterschreiben …

Zur Petition

Veränderliche Krabbenspinne – Gast in meinem Garten

Als ich diese weiße Spinne in meinem Garten entdeckte, dachte ich: Was für ein wunderliches Tier! Ist es eine neue Art? Handelt es sich etwa um eine Albino-Spinne oder gar um eine ‚Weiße Witwe‘? Oder kann diese Art vielleicht wie ein Chamäleon ihre Farbe ändern? Denn sie saß ausgerechnet in einer weißen Tulpe! So gut getarnt hatte sie offensichtlich auf ihrer Jagd guten Erfolg gehabt, denn sie fraß sich gerade an einer Fliege satt.

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Aber nein, wie sich nach einigen Recherchen herausstellte, handelt es sich um eine ‘Veränderliche Krabbenspinne’ (Misumena vatia) aus der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae).  Sie ist in Mitteleuropa beheimatet, und Weibchen können, wie es der Name bereits andeutet, die Farbe ändern. Bei ihnen variiert die Färbung zwischen leuchtend gelb, gelbgrün und weiß. Die Seiten des Hinterkörpers tragen häufig zwei rote Längsstreifen. Das Männchen hingegen hat einen schwärzlichen Vorderkörper, der Hinterkörper ist gelblichweiß gefärbt und hat zwei dunkle Längsstreifen.

Im Jahr 2006 wurde die ‘Veränderliche Krabbenspinne’ sogar zur Spinne des Jahres gewählt. Sie ist gar nicht so selten, wie man glauben mag. Die oben erwähnte Weiße Witwe hingegen kommt in Deutschland in freier Natur nicht vor.

Kleines Lexikon flapsiger Wörter

Als ich im Internet auf das Wort ‚optimöse‘ stieß, musste ich lachen. Was, das gibt es auch noch? Haben Jugendliche im letzten Jahrhundert in ihren wilden Jahren gesagt, wenn sie fanden, dass etwas ‚optimal‘ lief. Heute würden sie wahrscheinlich sagen: „Geil gelaufen!“ – weil heute ja alles geil ist. Da waren wir schon irgendwie erfinderischer. Bei uns waren die Dinge wenigstens affengeil abgefetzt oder so.

Ich hab mal ein bisschen in den Untiefen meines Unterbewusstseins geschürft und ein paar astreine, kosmische, friesisch-herbe Ausdrücke aus dem ‚vorigen Jahrtausend‘ zusammengetragen.Wie wäre es zum Beispiel mit

asten – steht für sich abmühen, hart arbeiten
Blech reden – Unsinn sagen
sich beölen – sich amüsieren, lustig machen
Botanik – steht für Landschaft, da fährt man mit seinem ‚Joghurtbecher’ durch, womit ein Motorrad gemeint ist. Das Wort Botanik kann man aber auch durch ‚Taunus‘ ersetzen.
Disco-Torte – Mädchen, das regelmäßig in die Disco geht
dummsülzen – blöd daherreden
durchticken – wer durchtickt, der begreift etwas
Elch – wer gleich zum Elch wird, dessen Geduld geht zu Ende. Küsst ihn der Elch hingegen, geht es ihm sehr gut
ergeiern – wer sich etwas ergeiert, der hat blitzschnell reagiert und z.B. einen guten Job ergattert
ich bin fix und foxi – sagt einer, der fix und fertig ist
mach `ne Flatter – hau ab!
Flattermann – steht nicht nur für ‚gebratenes Hähnchen‘, sondern auch für Entzug: Der hat `nen Flattermann
der ist ein Fuzzi – heißt, dass einer echt blöd ist
Heizölferrari – Dieselfahrzeug
hotten – wer sich einen abhottet, der tanzt heftig
in die Hufe kommen – aufbrechen
der hat `nen Kaftan an – der trägt ein Jackett
kiffig – ist einer kiffig angezogen, trägt er besonderen Wert auf sein Äußeres. Den nannte man auch ‚Schniegel-Poppie
Klingelbüchse – Telefon
Koffer – ruft einer “das is echt`n Koffer!”, dann kann er gar nicht glauben, was er da hört
kübeln – kübelt sich einer einen, schüttet er sich mit Alkohol zu
Mafia-Torte – ist schlicht `ne Pizza
Mary Jane – Insiderwort für Haschisch und Marihuana
Matte – Haarschnitt
Mollie – Brandkörper, Molotowcocktail
Mufti, oder noch schlimmer wäre der Obermufti – jemand der gerne den Chef, Macker, Leader raushängen lässt
Nachkriegssound – gemeint sind solche Reden wie: „Solange du deine Füße unter meinem Tisch hast …!“ Oder: „Als ich in deinem Alter war …!“
Ohrenspülung – Musikalische Berieselung
Pfanne – wer die Pfanne hat, der hat einen an der Klatsche
Polit-Typ – das ist ein Politiker
Pudel – wer den hat, der hat eine Dauerwelle. War ja in den 80-ern modern, auch bei Männern
Prolo – Aussteiger, Alternativer aber auch Punker
Püsch – Quatsch
Pusher – Dealer
rattenscharf – das wäre heute wohl ´ne geile Tussi
Rochus – wer den hat, ist mächtig sauer auf jemanden
Rohr – sagte man zum Telefon
rumbrettern – schnell durch die Gegend fahren
Scharte – zieht man einem eine Scharte, verprügelt man ihn
Scherben – ist eine Schallplatte. Hat man ja heute nicht mehr …
Scheich – so nannten Mädchen ihren ‚Festen‘
Socken – wer durch die Socken pfeifen soll, hat zu verschwinden. Hat einer aber einen Sockenschuss, ist er nicht ganz klar im Kopf.
Steppenwolf – Schürzenjäger
Sumpfralle oder Zippelgusse – ein nicht gerade schönes Mädchen. Hingegen ist die
Torte – ein hübsches Mädchen.
Taucherbrille – wer einem so eine verpasst, schlägt ihm ein blaues Auge
Teller – wer nichts mehr von selbigem zieht, der hat seine besten Tage bereits hinter sich
verwarzt – ist einer, der in jedem Sinne runtergekommen ist
wegflippen – Kontrolle verlieren
Wuschermann – Liebesabenteuer. Wer einen Wuschermann macht, der reißt eine auf
Zampano – das ist ein Leader, Anführer einer Clique
zombig – heißt phantastisch

Ob man solche Ausdrücke nun schön findet oder nicht – lautmalerisch sind sie auf jeden Fall und können den einen oder anderen ‚flapsigen‘ Dialog im nächsten Roman vielleicht sogar bereichern.

 

Frauen und das Altern

Wir Frauen haben ein großes gesellschaftliches Problem. Wir sind (angeblich) je älter wir werden desto weniger wert. Davon erzählen Frauen immer wieder – und das finde ich wirklich schade.

Ein Buch mit dem Titel:  Mutprobe‘ – Frauen und das höllische Spiel mit dem Älterwerden stand 2014 lange auf Platz 1 der Sachbuch-Bestsellerliste, und gleich danach kam sinnigerweise ein Moderatgeber. Die Autorin Bascha Mika bezeichnet die Tatsache, dass frau ab einem bestimmten Alter nicht mehr wirklich wahrgenommen wird, als Verschwindefluch.

Unter diesem Druck leiden viele Frauen – mehr oder weniger bewusst oder unbewusst. Manche verdrängen es, manche versuchen, etwas dagegen zu unternehmen. Andere vergraben sich in ihre Arbeit oder holen sich Liebe und Anerkennung durch Hobbys wie Reiten oder Malen. Oder bekleiden ein Ehrenamt, um gebraucht und geliebt zu werden.

Francoise Sagan sagte einmal: Es gibt ein Alter, in dem eine Frau schön sein muss, um geliebt zu werden, und dann kommt ein Alter, in dem sie geliebt werden muss, um schön zu sein. Für manche Frauen mag das der Antrieb sein, sich einen neuen Mann zu nehmen.

Ein kritscher Blick in den Spiegel

Es ist tatsächlich ein höllisches Spiel, in das sich Frauen da verstricken. Doch sollte man nicht denken, früher sei alles besser gewesen. Früher waren selbst schöne Frauen nichts wert, eben weil sie Frauen waren. Sie wurden an den Geschäftspartner oder sonst einen verschachert, der der Familie ein Weiterkommen bieten konnte. Waren sie arm, wurde sie missbraucht und vergewaltigt. Selbstbestimmung für Frauen gab es nicht. Noch Mitte des letzten Jahrhunderts mussten Frauen die Erlaubnis ihres Ehemannes einholen, wenn sie einen Kühlschrank auf Raten kaufen wollten, und wenn sie unverheiratet schwanger wurden, hat man sie als Flittchen bezeichnet.

Ob es Männern immer öfter ganz ähnlich ergeht, ohne dass wir Frauen etwas davon ahnen? Eine Umfrage, die vor vielen Jahren einmal durchgeführt wurde, brachte ans Licht, dass sich Männer im Gegensatz zu Frauen häufig attraktiv finden – selbst deutlich übergewichtige und solche mit anderen ‚Schönheitsmakeln‘. Die Werbung der letzten Jahre könnte allerdings das Selbstverständnis der Männer ins Wanken bringen … Denn von Sixpack über Dreitagebart bis hin zu erotischen Düften, wird nun auch der Mann in die ‚Werbemangel‘ genommen.

In Liebesromanen unterliegt er diesem Gesetz ja schon lange. Oder will eine Frau, die zu Hause einen unattraktiven notorisch schlechtgelaunten Mann als Lebenspartner hat, etwa auch noch in Liebesromanen von so einem lesen? Nööö! Da soll er dann bitte gut aussehen, charmant und liebenswürdig sein und vor allem Verständnis für ihre Probleme haben. Dasselbe gilt natürlich für Filmhelden.

Nun ja, so ist das eben …

Ich selbst bin allerdings der Meinung: Wer sich liebt und wertschätzt, pflegt sich. Und wer gepflegt ist und sich liebt und ein Lächeln für sein Gegenüber hat, ist schön. Da ist das Alter gar nicht mehr wichtig …